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Diese Vokabel-Flashcards decken die wesentlichen Begriffe, Verfassungen und Reformen der österreichischen Geschichte zwischen der Revolution 1848 und dem Ende der Monarchie 1918 ab.
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Pillersdorfsche Verfassung 1848
Eine am 25. April 1848 einseitig vom Kaiser erlassene (oktroyierte) frühkonstitutionelle Verfassung, die den österreichischen Kaiserstaat als untrennbare konstitutionelle Monarchie bezeichnete.
Oktroyierung
Die einseitige Erlassung einer Verfassung durch den Monarchen ohne die Mitwirkung einer gewählten Versammlung.
Personalunion
Eine Verbindung zweier Staaten (z. B. Ungarn mit dem Rest der Habsburgermonarchie 1848), bei der diese nur durch die Person des gemeinsamen Staatsoberhaupts verknüpft sind.
Mairevolution
Ein Aufstand im Mai 1848, ausgelöst durch eine Wahlordnung, die Tagelöhner, Dienstboten und Empfänger von Unterstützungen vom Wahlrecht ausschloss.
Kremsierer Verfassungsentwurf
Ein vom Reichstag erarbeiteter, hochkonstitutioneller und föderalistischer Entwurf (1848/49), der Volkssouveränität und Gewaltenteilung vorsah, aber nie in Kraft gesetzt wurde.
Suspensives Veto
Ein eingeschränktes, aufschiebendes Vetorecht, das im Kremsierer Entwurf für den Kaiser gegenüber Reichsgesetzen vorgesehen war.
Oktroyierte Märzverfassung 1849
Eine nach der Niederschlagung der Revolution von Kaiser Franz Joseph I. erlassene zentralistische Verfassung, die für die gesamte Monarchie einschließlich Ungarns galt.
Scheinkonstitutionelle Ära
Der Zeitraum zwischen 1849 und 1851, in dem das System zwar äußerlich konstitutionell war, Kaiser und Regierung jedoch praktisch ohne parlamentarische Kontrolle durch Verordnungen regierten.
Silvesterpatente 1851
Kaiserliche Erlasse vom 31. Dezember 1851, welche die Märzverfassung und das Grundrechtspatent endgültig aufhoben und den Neoabsolutismus einleiteten.
Neoabsolutismus
Eine Regierungsform von 1852 bis 1860, in welcher der Kaiser die oberste Staatsgewalt persönlich ausübte und das Volk von politischer Mitwirkung ausgeschlossen war.
Konkordat 1855
Ein Vertrag mit der katholischen Kirche, der ihr starken Einfluss auf das Schulwesen und das Eherecht einräumte und die kirchliche Ehegerichtsbarkeit staatlich anerkannte.
Bauernbefreiung
Eine bleibende Reform der Revolution 1848/49, durch welche die bäuerliche Untertänigkeit aufgehoben wurde und Bauern zu freien Eigentümern ihres Bodens wurden.
Oktoberdiplom 1860
Ein Verfassungsgesetz, das wieder Landtage und einen Reichsrat vorsah und einen ersten Schritt weg vom Neoabsolutismus darstellte.
Februarpatent 1861
Eine Ergänzung zum Oktoberdiplom, die einen Reichsrat mit zwei Kammern (Herrenhaus und Abgeordnetenhaus) schuf und die Grundlage der „Reichsverfassung 1861“ bildete.
Virilisten
Mitglieder der Landtage, die ihr Mandat aufgrund ihrer persönlichen Stellung (z. B. hohe Geistliche) innehatten, nicht durch Wahl.
Sistierungspatent 1865
Ein Erlass, mit dem der Kaiser das Grundgesetz über die Reichsvertretung außer Kraft setzte, um ohne Parlament Verhandlungen mit Ungarn zu führen.
Ausgleich 1867
Die Umwandlung des Kaisertums Österreich in die dualistische Österreichisch-Ungarische Monarchie durch Wiederherstellung der ungarischen Verfassung.
Pragmatische Angelegenheiten
Gemeinsame Zuständigkeiten der Gesamtmonarchie nach 1867, namentlich Außenpolitik, Militärverwaltung und deren Finanzierung.
Delegationen
Zwei Gremien aus je 60 Mitgliedern des österreichischen Reichsrates und des ungarischen Reichstages zur Beratung gemeinsamer Angelegenheiten.
Dualistische Angelegenheiten
Gemeinsame wirtschaftliche Angelegenheiten (z. B. Zoll, Währung), die durch paktierte Gesetzgebung alle zehn Jahre neu ausgehandelt wurden.
Dezemberverfassung 1867
Das Verfassungswerk für Cisleithanien, bestehend aus dem Delegationsgesetz und fünf Staatsgrundgesetzen, das den Rechtsstaat begründete.
Lassersche Wahlrechtsreform 1873
Die Einführung der direkten Wahl der Reichsratsabgeordneten, wodurch die Landtage ihren Einfluss auf die Reichsgesetzgebung verloren.
Kurienwahlrecht
Ein Wahlsystem, bei dem Wähler nach sozialen Gruppen (Großgrundbesitzer, Städte, Handelskammern, Landgemeinden) mit unterschiedlichem Stimmgewicht eingeteilt waren.
Badenische Wahlrechtsreform 1896
Die Einführung einer fünften, allgemeinen Wählerklasse für alle männlichen Staatsbürger über 24 Jahre.
Becksche Wahlrechtsreform 1907
Die Einführung des fast allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Männerwahlrechts für den Reichsrat.
Kriegswirtschaftliches Ermächtigungsgesetz (KwEG)
Ein Gesetz von 1917, das eine frühere Ermächtigung der Regierung bestätigte, während des Krieges Verordnungen für das Wirtschaftsleben zu erlassen.