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Zusammenfassende Vokabel-Flashcards für die Aufnahmeprüfung Bachelor Psychologie 2026, basierend auf dem Skript der Universität Salzburg.
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Psychologie
Die Wissenschaft vom Erleben und Verhalten des Menschen, abgeleitet von den griechischen Wörtern „psyche“ (= Seele) und „logos“ (= Wissenschaft).
Kognition
Ein Sammelbegriff für mentale Fähigkeiten und Prozesse, mit denen Informationen aufgenommen, verarbeitet und gespeichert werden (z. B. Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Gedächtnis, Denken).
Biologische Psychologie
Untersucht die physischen Abläufe im Körper, insbesondere im Nervensystem, die psychischen Phänomenen zugrunde liegen.
Psychodynamischer Ansatz
Geht davon aus, dass Verhalten durch starke innere Kräfte und Triebe beeinflusst wird, sowie durch den Versuch, Konflikte zwischen persönlichen Bedürfnissen und sozialen Erforderungen zu lösen.
Behavioristischer Ansatz
Erklärt Verhalten durch beobachtbare Reize und Reaktionen sowie deren Konsequenzen, ohne nicht direkt beobachtbare mentale Prozesse zu berücksichtigen.
Humanistischer Ansatz
Betrachtet den Menschen als ein aktives Wesen mit einer natürlichen Tendenz zu geistiger Weiterentwicklung und Selbstverwirklichung.
Eklektischer Ansatz
Die Betrachtung mehrerer Perspektiven oder Ansätze gleichzeitig für die Erklärung eines psychischen Phänomens.
Dispositionale Faktoren
Zeitlich stabile Merkmale innerhalb einer Person, wie genetische Ausstattung, Fähigkeiten oder Persönlichkeitsmerkmale.
Situative Faktoren
Faktoren der Umwelt, die auf ein Individuum einwirken, wie das Verhalten anderer Personen oder die aktuelle Situation.
Paradigma
Ein vorherrschendes Denkmuster, Grundannahmen und akzeptierte Methoden, die die wissenschaftliche Realitätsauslegung einer Zeit steuern.
Platonisches Seelenmodell
Unterteilt die Seele in drei Teile: die begehrende Seele (Unterleib), die zielstrebige Seele (Brust) und die denkende Seele (Kopf).
Temperamentenlehre (Galen)
Ordnet Menschen basierend auf der Vier-Säfte-Lehre Typen zu: Sanguiniker (Blut), Phlegmatiker (Schleim), Choleriker (gelbe Galle) und Melancholiker (schwarze Galle).
Rationalismus
Philosophische Strömung (z. B. René Descartes), nach der Erkenntnis ausschließlich durch die Nutzung des Verstandes und logisches Denken möglich ist.
Empirismus
Philosophische Strömung (z. B. John Locke), nach der der menschliche Geist bei der Geburt ein unbeschriebenes Blatt ist und Erkenntnis nur durch sinnliche Erfahrung möglich ist.
Physiognomik
Veraltete Lehre, die versuchte, anhand von Gesichtsausdruck und Körpermerkmalen auf Charaktereigenschaften zu schließen.
Phrenologie
Lehre von Franz Joseph Gall, die annahm, dass man von der Schädelform auf den Charakter und geistige Fähigkeiten schließen könne.
Positivismus
Fordert die vorurteilsfreie Erfassung von ausschließlich überprüfbaren Tatsachen und lehnt metaphysische Deutungen ab.
Psychophysik
Von Gustav Theodor Fechner begründete Lehre über die Beziehungen zwischen physischen Reizen und dem subjektiven Empfinden.
Apperzeption
Begriff nach Wilhelm Wundt für die aktive, willentliche Aufnahme des Inhaltes einer Wahrnehmung oder eines Denkprozesses in das Bewusstsein.
Introspektion
Vorgang der Selbstbeobachtung, um Wissen über eigene gegenwärtige geistige Zustände wie Empfindungen oder Emotionen zu erlangen.
Strukturalismus
Psychologische Schule, nach der sich der Geist aus grundlegenden Elementen zusammensetzt, die in einem systematischen Zusammenhang stehen.
Gestaltpsychologie
Lehre, nach der die mentale Repräsentation von Objekten strukturiert erfolgt: „Das Ganze ist etwas Anderes als die Summe seiner Teile“.
Feldtheorie (Kurt Lewin)
Besagt, dass Verhalten eine Funktion von Person und Umwelt ist, wobei die Persönlichkeit in einem Feld sozialer Kräfte steht.
Black Box
Metapher im Behaviorismus für mentale Prozesse zwischen Reiz und Reaktion, die nicht Gegenstand der Forschung sind.
Kognitive Wende
Paradigmenwechsel in den 1950er Jahren weg vom Behaviorismus hin zur Untersuchung interner Informationsverarbeitungsprozesse.
TOTE-Modell
Kybernetisches Modell von George A. Miller zur Beschreibung zielgerichteten Verhaltens: Test-Operation-Test-Exit.
Heuristik
Einfache Faustregeln, die es ermöglichen, mit wenig Zeit und unvollständigen Informationen schnelle Entscheidungen zu treffen.
Rückschaufehler (Hindsight Bias)
Kognitive Verzerrung, bei der Menschen im Nachhinein glauben, den Ausgang eines Ereignisses richtig vorhergesagt haben zu können.
Bestätigungsfehler (Confirmation Bias)
Neigung, Informationen so zu gewichten, dass sie die eigenen Überzeugungen bestätigen, während widersprüchliche Infos ignoriert werden.
Replikation
Die Wiederholung einer wissenschaftlichen Studie, um zu prüfen, ob die ursprünglichen Ergebnisse erneut bestätigt werden können.
Operationalisierung
Festlegung der Operationen oder Indikatoren, mit denen ein theoretisches, nicht direkt beobachtbares Konstrukt messbar gemacht wird.
Objektivität
Gütekriterium, nach dem eine Messung unabhängig von der Person der Versuchsleitung zum gleichen Ergebnis kommen muss.
Reliabilität
Gütekriterium für die Zuverlässigkeit und Messgenauigkeit eines Instruments (Reproduzierbarkeit der Ergebnisse).
Validität
Gütekriterium, das angibt, ob ein Instrument tatsächlich das misst, was es zu messen vorgibt.
Nominalskala
Niedrigstes Skalenniveau, bei dem Daten lediglich in Kategorien ohne Rangfolge klassifiziert werden (z. B. Nationalität).
Ordinalskala
Skalenniveau, bei dem eine Rangordnung zwischen den Werten existiert, aber die Abstände zwischen ihnen nicht definiert sind (z. B. Schulnoten).
Intervallskala
Skalenniveau mit definierter Rangordnung und gleichen Abständen, aber ohne natürlichen Nullpunkt (z. B. Temperatur in Grad Celsius).
Verhältnisskala (Ratio-Skala)
Höchstes Skalenniveau mit Rangordnung, gleichen Abständen und einem natürlichen Nullpunkt (z. B. Reaktionszeit in Sekunden).
Selection Bias
Verzerrung in den Daten, die dadurch entsteht, dass die Auswahl der Stichprobe nicht völlig zufällig erfolgt ist.
Hawthorne-Effekt
Phänomen, bei dem Versuchspersonen ihr Verhalten ändern, allein weil sie wissen, dass sie beobachtet werden.
Rosenthal-Effekt
Versuchsleiter-Erwartungseffekt, bei dem die Erwartungen der Versuchsleitung unbewusst das Verhalten der Versuchspersonen beeinflussen (selbsterfüllende Prophezeiung).
Doppelblindstudie
Untersuchung, bei der weder die Versuchsperson noch die Versuchsleitung wissen, welcher Versuchsbedingung ein Proband zugeordnet ist.
Arithmetisches Mittel
Durchschnittswert, berechnet durch die Summe aller Werte dividiert durch deren Anzahl M=N∑xi..
Median
Der Wert, der eine nach Größe sortierte Verteilung genau in der Mitte halbiert; er ist robust gegenüber Ausreißern.
Standardabweichung (SD)
Maß für die Streuung der Werte um den Mittelwert, definiert als die Quadratwurzel der Varianz.
Korrelationskoeffizient (r)
Kanonisches Maß für den linearen Zusammenhang zwischen zwei Variablen; die Werte liegen zwischen −1 und 1.
Afferente Nervenfasern
Nervenfasern, die Informationen von den Sinnesorganen zum Gehirn bzw. Zentralnervensystem leiten.
Efferente Nervenfasern
Nervenfasern, die Informationen vom Gehirn bzw. Zentralnervensystem zu den Muskeln oder Drüsen leiten.
Gliazellen
Zellen im Nervensystem, die Neuronen stützen, isolieren (Myelin) und mit Nährstoffen versorgen.
Aktionspotenzial
Kurzzeitige Umkehrung des Membranpotenzials von ca. −70mV auf ca. +50mV zur Informationsweitergabe am Axon.
Ruhepotenzial
Zustand eines Neurons, bei dem an der Membran ein Spannungsunterschied von etwa −70mV herrscht.
GABA (\gamma-Aminobuttersäure)
Der bedeutendste inhibitorisch (hemmend) wirkende Neurotransmitter im Zentralnervensystem.
Dopamin
Neurotransmitter, der an Motivations- und Belohnungsprozessen sowie an der Bewegungssteuerung beteiligt ist.
Serotonin
Neurotransmitter, der eine wichtige Rolle bei der Regulation emotionaler Zustände spielt.
Corpus callosum (Balken)
Dicker Strang aus Nervenfasern, der die beiden Gehirnhemisphären miteinander verbindet.
Frontallappen (Stirnlappen)
Gehirnteil, der für Planung, Sozialverhalten, Emotionsregulation und motorische Kontrolle zuständig ist.
Sympathisches Nervensystem
Teil des autonomen Nervensystems, der den Körper in einen Zustand erhöhter Alarmbereitschaft versetzt (z. B. Kampf oder Flucht).
Zapfen
Photorezeptoren in der Retina, die für das Farbsehen und scharfes Sehen bei guter Beleuchtung zuständig sind.
Absolutschwelle
Die geringste Reizintensität, die nötig ist, damit ein Reiz in 50% der Fälle wahrgenommen wird.
Unaufmerksamkeitsblindheit
Phänomen, bei dem unerwartete Objekte im Blickfeld nicht wahrgenommen werden, wenn die Aufmerksamkeit auf etwas anderes fokussiert ist.
Klassische Konditionierung
Form des Lernens, bei der durch die Kopplung eines neutralen Reizes mit einem unkonditionierten Reiz eine konditionierte Reaktion ausgelöst wird.
Operante Konditionierung
Lernprozess, bei dem die Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens durch seine Konsequenzen (Verstärkung oder Bestrafung) verändert wird.
Chunking
Organisieren einzelner Informationen in größere, bedeutungsvolle Einheiten, um die Kapazität des Arbeitsgedächtnisses besser zu nutzen.
Episodisches Gedächtnis
Teil des Langzeitgedächtnisses, das persönliche Erlebnisse und deren zeitlich-räumlichen Kontext speichert.
Primacy-Effekt
Gedächtnisphänomen, bei dem Informationen zu Beginn einer Liste besser erinnert werden (meist durch häufigere Wiederholung).
Recency-Effekt
Gedächtnisphänomen, bei dem Informationen am Ende einer Liste besser erinnert werden (noch im Arbeitsgedächtnis präsent).
Teratogene
Äußere Einflüsse wie Drogen, Krankheiten oder Strahlung, die während der Schwangerschaft Fehlbildungen beim Fötus verursachen können.
Assimilation (Piaget)
Einordnung neuer Informationen aus der Umwelt in bereits vorhandene kognitive Schemata.
Akkommodation (Piaget)
Anpassung oder Veränderung vorhandener kognitiver Schemata aufgrund neuer, widersprüchlicher Informationen.
Objektpermanenz
Das Verständnis, dass Objekte auch dann weiter existieren, wenn sie nicht mehr unmittelbar wahrgenommen werden können.
Theory of Mind
Fähigkeit, sich selbst und anderen mentale Zustände wie Wünsche und Überzeugungen zuzuschreiben und zu verstehen, dass diese von der Realität abweichen können.
Bindungstyp B (sicher gebunden)
Kind weint bei Trennung von der Bezugsperson, lässt sich aber nach deren Rückkehr schnell trösten und sucht aktiv Kontakt.
Stereotyp
Sozial geteilte Überzeugung hinsichtlich erwarteter Merkmale und Verhaltensweisen von Angehörigen einer sozialen Kategorie.
Elaboration-Likelihood-Model (ELM)
Zwei-Prozess-Modell der Überzeugung, das zwischen einer zentralen Route (systematische Prüfung) und einer peripheren Route (Heuristiken) unterscheidet.
Chamäleon-Effekt
Die unbewusste Nachahmung von Gesten, Gesichtsausdrücken und anderen nonverbalen Verhaltensweisen fremder Interaktionspartner.
Minimalgruppenparadigma
Zeigt, dass allein die Aufteilung in willkürliche Gruppen ausreicht, um die Bevorzugung der Ingroup und Diskriminierung der Outgroup auszulösen.
Verantwortungsdiffusion
Abnahme des persönlichen Gefühls von Verantwortung für Hilfeleistungen in dem Maße, wie die Anzahl der anwesenden Zeugen (Bystander) zunimmt.
Big-Five (OCEAN)
Das Modell der fünf stabilen Persönlichkeitsfaktoren: Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und Neurotizismus.
Selbstwirksamkeitserwartung
Nach Bandura die individuelle Einschätzung der eigenen Fähigkeit, herausfordernde Situationen erfolgreich meistern zu können.
Marshmallow-Test
Bekanntes Experiment von Walter Mischel zur Untersuchung der Fähigkeit zum Belohnungsaufschub (Verzicht auf sofortigen Vorteil für höheren späteren Gewinn).