Sozialraumorientierte Soziale Arbeit

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Diese Karteikarten decken die Grundbegriffe des methodischen Handelns, Raumtheorien (absolutistisch, relativistisch, relational nach Martina Löw), Aneignungsprozesse, sowie Konzepte wie ABCD, GWA, QM und Beteiligungsmethoden ab.

Last updated 4:42 PM on 6/12/26
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21 Terms

1
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Was versteht die Soziale Arbeit unter 'methodischem Handeln'?

Es ist ein strukturiertes, zielgerichtetes, geplantes und reflektiertes Vorgehen, das soziale Probleme nicht zufällig bearbeitet, sondern sich an fachlichen Kriterien orientiert.

2
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Wie definiert die absolutistische Raumdefinition den Raum?

Raum wird als 'Behälterraum' (Container) verstanden, der unabhängig von Menschen, Dingen oder Handlungen existiert, stabil und zeitlich konstant bleibt.

3
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Welche Kritik wird am absolutistischen Raumverständnis geübt?

Es ist zu statisch und passiv; es ignoriert, dass Menschen Räume unterschiedlich wahrnehmen und dass Räume gesellschaftliche Machtverhältnisse widerspiegeln.

4
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Was ist die Grundidee der relativistischen Raumdefinition?

Raum ist ein 'Beziehungsraum', der erst durch die Anordnung von Objekten und soziale Interaktionen entsteht; er existiert nicht unabhängig von Handlungen.

5
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Wie lautet die zentrale Definition von Raum nach Martina Löw im relationalen Raumverständnis?

Raum ist eine relationale (An-)Ordnung von Menschen und sozialen Gütern.

6
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Welche zwei Prozesse sind laut Martina Löw für die Entstehung von Raum zentral?

'Spacing' (die praktische Platzierung/Anordnung von Dingen und Menschen) und die 'Syntheseleistung' (die gedankliche Verknüpfung dieser Elemente durch Wahrnehmung und Erfahrung).

7
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Nenne die vier Dimensionen, aus denen sich Raum im relationalen Verständnis zusammensetzt.

  1. Materielle Dimension, 2. Soziale Dimension, 3. Normative Dimension, 4. Kulturelle Dimension.
8
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Was bedeutet 'Aneignung' im Kontext von Sozialräumen?

Menschen setzen sich aktiv mit dem Raum auseinander, nutzen ihn auf eigene Weise, verändern ihn oder füllen ihn mit individueller Bedeutung.

9
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Was unterscheidet die einseitige Aneignung von der wechselseitigen Aneignung?

Einseitig: Menschen 'nehmen sich' Raum (z. B. Skaten, wo es verboten ist). Wechselseitig: Bedeutungen werden im Zusammenspiel zwischen Menschen und Raum dynamisch ausgehandelt.

10
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Welche drei Rollenvorstellungen der Sozialen Arbeit im Raum werden nach Winkler, Kessl/Maurer und Brauer unterschieden?

  1. Soziale Arbeit als 'Ortshandeln' (Winkler), 2. als 'Grenzbearbeiterin' (Kessl/Maurer) und 3. als 'urbane Raumpraxis' (Brauer).
11
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Wie funktioniert die Methode der Autofotografie?

Teilnehmende fotografieren für sie wichtige Orte ('Kodieren'), die anschließend gemeinsam betrachtet und hinsichtlich ihrer Bedeutung interpretiert werden ('Dekodieren').

12
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Was ist das Ziel des Sensory Mapping?

Die Erfassung der subjektiven Wahrnehmung von Räumen über Sinne wie Hören, Riechen und Fühlen, um versteckte Ebenen eines Raumes sichtbar zu machen.

13
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Definiere den Begriff 'Gemeinwesen' in der Sozialen Arbeit.

Ein sozialer Zusammenhang zwischen Menschen, der über einen gemeinsamen Raum, gemeinsame Interessen, Funktionen oder Zugehörigkeiten entsteht.

14
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Was ist das Kernprinzip des Asset Based Community Development (ABCD)?

Ein Perspektivwechsel weg von Defiziten ('Was fehlt?') hin zu Ressourcen ('Was ist bereits da und kann genutzt werden?'), um Potenziale im Sozialraum zu aktivieren.

15
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Welche vier Ebenen umfasst das SONI-Modell zur Analyse sozialer Situationen?

  1. Individuelle Ebene, 2. Netzwerkebene, 3. Organisationsebene, 4. Sozialstrukturelle Ebene.
16
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Nenne die fünf Leitprinzipien der Sozialraumorientierung.

  1. Orientierung am Willen der Menschen, 2. Förderung von Eigeninitiative/Selbsthilfe, 3. Fokus auf Ressourcen, 4. Zielgruppen- und bereichsübergreifendes Arbeiten, 5. Vernetzung und Kooperation.
17
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Was ist ein World Café?

Eine Beteiligungsmethode, bei der Menschen in wechselnden Kleingruppen an Tischen diskutieren, um kollektives Wissen zu aktivieren und neue Ideen zu entwickeln.

18
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Wie unterscheidet sich Quartiersmanagement (QM) von der Gemeinwesenarbeit (GWA)?

QM ist stärker steuerungsorientiert und mit Stadtentwicklung/Verwaltung verknüpft, während GWA als ganzheitliches Konzept der Sozialen Arbeit stärker auf Empowerment und Selbstorganisation setzt.

19
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Welches Ziel verfolgt das Städtebauförderprogramm 'Sozialer Zusammenhalt' (früher 'Soziale Stadt')?

Die Stabilisierung und Aufwertung benachteiligter Stadtteile durch soziale Infrastruktur, Beteiligung und Nachbarschaftsarbeit.

20
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Was wird an der starken Fokussierung auf das 'Quartier' im Quartiersmanagement kritisiert?

Dass gesamtgesellschaftliche Probleme wie Armut fälschlicherweise als rein lokale Probleme dargestellt werden, die auch nur lokal gelöst werden könnten (Entpolitisierung).

21
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Was ist das 'Theater der Unterdrückten'?

Eine theaterpädagogische Methode, um soziale Konflikte und Machtverhältnisse szenisch darzustellen und alternative Handlungsmöglichkeiten aktiv auszuprobieren.