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Vokabelkarten zu den Kernbegriffen der ökonomischen Theorie des Deliktsrechts (Kapitel 4, Law & Economics).
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Deliktsrecht (tort law)
Rechtsgebiet, das sich mit den Rechtsfolgen unerlaubter Handlungen befasst und präventiven Schutz bieten soll.
Schadensersatzrecht (im weiteren Sinne)
Alle Normen, die die Verlagerung eines Schadens vom Geschädigten auf den Schädiger regeln.
Haftungsrecht
Teil des Schadensersatzrechts; klärt, ob ein Ereignis dem Grunde nach einen Schadensersatzanspruch begründet.
Schadensrecht (im engeren Sinne)
Teil des Schadensersatzrechts; bestimmt Umfang und Inhalt eines Schadensersatzanspruchs.
Verkehrssicherungspflicht
Grundsatz, nach dem derjenige, der Gefahrenquellen schafft, zum Schutz Dritter notwendige Vorkehrungen treffen muss.
Gefährdungshaftung
Verschuldensunabhängige Haftung für Risiken, die einer Person generell zugewiesen sind; deutsches Pendant zur ‚strict liability‘.
Verschuldenshaftung
Haftung aufgrund schuldhafter Pflichtverletzung, typischerweise bei Unterschreitung eines Sorgfaltsstandards.
Strict Liability
Regel, bei der der Schädiger für den gesamten Schaden haftet, unabhängig von Fahrlässigkeit oder Vorsatz.
Sorgfaltspflicht
Rechtlicher Mindeststandard an Vorsichtsmaßnahmen, dessen Einhaltung Haftung ausschließt.
Sorgfaltspflichtregel (negligence rule)
Haftungsregel: Haftung nur, wenn der Schädiger den gesetzlich festgelegten Sorgfaltsstandard unterschreitet.
Coase-Theorem
Aussage, dass bei vernachlässigbaren Transaktionskosten Parteien durch Verhandlungen effiziente Lösungen finden können.
Transaktionskosten
Kosten von Verhandlungen, Informationen, Emotionen oder strategischem Verhalten, die effiziente Verträge verhindern können.
Externalität
Kosten oder Nutzen, die bei Dritten anfallen und nicht im Marktpreis enthalten sind (z. B. Unfallfolgen).
Erwartete soziale Kosten
Summe aus Vorsichtskosten (w·x) und erwarteten Unfallkosten p(x)·A; durch Minimierung erhält man Effizienz.
Effizientes Vorsichtsniveau (x*)
Vorsichtsmaß, bei dem Grenzkosten der Vorsicht den Grenznutzen verhinderter Schäden genau entsprechen.
Kompensationsparadoxon
Phänomen, dass bei bilateraler Vorsicht weder reine Strict-Liability- noch Keine-Haftung-Regeln zu Effizienz führen.
Bilaterale Vorsichtsmaßnahmen
Situation, in der sowohl Opfer als auch Schädiger das Unfallrisiko durch eigenes Verhalten beeinflussen können.
Learned Hand-Regel
Fahrlässigkeit liegt vor, wenn Grenzkosten der Vorsicht kleiner sind als Grenzschadenswahrscheinlichkeit × Schaden (w < −p′A).
Mitverschuldenseinwand
Einwand, der die Haftung des Schädigers reduziert oder ausschließt, wenn das Opfer ebenfalls Sorgfaltspflichten verletzt hat.
Aktivitätsniveau
Umfang einer potenziell gefährlichen Tätigkeit; beeinflusst Unfallwahrscheinlichkeit zusätzlich zum Sorgfaltsniveau.
Ultimativer Träger des Schadens
Partei, die nach der Haftungsordnung letztlich die Unfallkosten trägt und daher alle relevanten Risiken internalisiert.
Sprungstelle (bei Sorgfaltspflicht)
Diskontinuierlicher Anstieg der erwarteten Kosten, wenn das Vorsichtsniveau den gesetzlichen Standard unterschreitet.
Administrative Kosten
Gerichts-, Anwalts- und sonstige Verfahrenskosten, die zusätzlich zu Schaden und Vorsichtskosten anfallen.
Fehler des Gerichts
Systematische oder zufällige Abweichungen bei Schadensermittlung, Verursacherbestimmung oder Standardsetzung; beeinflussen Haftungsanreize.