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Was war die DDR – und warum war sie keine echte Demokratie?
Die DDR wurde am 7. Oktober 1949 gegründet. Die SED kontrollierte alles: Parlament, Regierung, Justiz und Armee – es gab keine echte Gewaltenteilung. Bei Wahlen gab es nur eine Einheitsliste, Wahlkabinen hatten keine Stifte. Richter bekamen Anweisungen. Die DDR war eine Scheindemokratie – demokratische Fassade, aber SED-Diktatur in der Praxis.
Wie und warum entstand die SED im April 1946?
Die SPD hatte viele Arbeiterstimmen und war eine echte Konkurrenz für die KPD. Sozialdemokraten wurden bedroht und verhaftet. Im April 1946 wurden KPD und SPD zwangsweise zur SED vereinigt. In Wirklichkeit besetzten KPD-Leute alle wichtigen Ämter.
Warum wurde die Mauer 1961 gebaut – und was waren die Folgen?
DDR-Bürger flohen millionenfach über West-Berlin in die BRD ("Brain Drain"). Am 13. August 1961 riegelten DDR-Grenztruppen die Grenze ab. Folgen: Familien wurden getrennt, der Todesstreifen wurde ausgebaut, und Grenzsoldaten hatten Schießbefehl.
Am Checkpoint Charlie standen sich im Oktober 1961 sowjetische und US-amerikanische Panzer kampfbereit gegenüber, es drohte ein Atomkrieg.
Was waren die Merkmale des Lebens in der DDR unter Honecker?
Der Staat bestimmte den Lebensweg: Erziehung im Kindergarten, die FDJ in Schule und Freizeit. Mit 14 Jahren die Jugendweihe. Die Stasi (MfS) überwachte Bürger flächendeckend durch IMs. In der Mangelwirtschaft fehlten Güter, Rückzugsort war oft die „Datsche“. Wer sich nicht anpasste, riskierte Gefängnis. In der Schule gab es Pflichtunterricht an Waffen (Wehrkundeunterricht). Unangepasstes Verhalten wurde hart bestraft, unter anderem durch die Einweisung in staatliche Erziehungsheime wie den Jugendwerkhof Torgau.
Was war das Wirtschaftswunder der BRD in den 1950ern?
Angetrieben durch den Marshallplan erlebte die BRD einen Wirtschaftsaufschwung. Ludwig Erhard etablierte die Soziale Marktwirtschaft (freier Wettbewerb mit sozialem Netz). Symbole: VW Käfer, Reisen nach Italien. Wegen Arbeitskräftemangel wurden ab 1955 Gastarbeiter angeworben.
Was war die 68er-Bewegung und was forderte sie?
Studenten protestierten in der APO (Außerparlamentarische Opposition) gegen geplante Notstandsgesetze. Sie forderten: Aufarbeitung der NS-Vergangenheit der Eltern, freie Sexualität, Abschaffung des §218, antiautoritäre Erziehung und Ablehnung von Konsumwahn.
-Lebten in Wohngemeinschaften (“Kommunen”-bekannteste: “Kommune 1” in Berlin)
Was war Willy Brandts Ostpolitik und warum ist der Kniefall von Warschau wichtig?
Ziel war Entspannung durch Verträge mit dem Osten. Ostverträge (ab 1970): Anerkennung bestehender Grenzen und Gewaltverzicht. Kniefall von Warschau (1970): Stumme Bitte um Vergebung für NS-Verbrechen, brachte Brandt den Friedensnobelpreis. Grundlagenvertrag (1972) ermöglichte wieder Besuche. Willy Brandt trat im Mai 1974 als Bundeskanzler zurück, weil im Kanzleramt überraschend ein DDR-Agent enttarnt wurde.
Welche Ziele verfolgte Konrad Adenauer in den 1950er-Jahren?
Adenauer (CDU), der erste Bundeskanzler der BRD, trieb massiv die Westintegration voran. Sein Hauptziel war die enge Bindung an die USA und westliche Demokratien. Durch die umstrittene Wiederbewaffnung (Bundeswehr) und den NATO-Beitritt erhielt die BRD 1955 ihre staatliche Souveränität zurück.
Was geschah am 17. Juni 1953 in der DDR? Was waren die Auslöser (Arbeitsnormen), was forderten die Bürger und wie wurde der Aufstand beendet?
Auslöser war die staatliche Erhöhung der "Arbeitsnormen" (mehr Leistung bei gleichem Lohn). Ein Arbeiterprotest in Ost-Berlin weitete sich zu einem landesweiten Volksaufstand aus. Die Bürger forderten freie Wahlen und ein geeintes Deutschland. Der Aufstand wurde durch das Eingreifen sowjetischer Panzer blutig niedergeschlagen.
Welche Krisen erschütterten die BRD in den 1970er-Jahren? Warum endete das Wirtschaftswunder und welche Rolle spielte der Terrorismus ?
Mitte der 70er endete das Wirtschaftswunder: Der Ölpreis explodierte (Ölkrise) und neue Maschinen ließen die Arbeitslosigkeit steigen. Zudem versetzte die linksextreme Terrorgruppe "Rote Armee Fraktion" (RAF) das Land in Angst, indem sie den Staat stürzen wollte und tödliche Anschläge auf Politiker und Wirtschaftsführer verübte.
Wie versuchten Menschen ab 1961 aus der DDR zu fliehen und welche Risiken gab es?
Trotz des Ausbaus der Grenzanlagen flohen viele Bürger wegen der Diktatur. Die Flucht war lebensgefährlich (Schüsse durch Grenzsoldaten/Todesstreifen) und bei einem Scheitern drohten Gefängnis oder Folter. Die Menschen wählten oft sehr kreative Fluchtwege, wie zum Beispiel mit selbstgebauten Heißluftballons, an Seilbahnen über die Grenze oder mit Schlauchbooten über die Ostsee.
Warum kamen ab 1955 "Gastarbeiter" in die BRD und wie verlief ihre Integration?
Durch das rasant wachsende Wirtschaftswunder herrschte in der BRD massiver Arbeitskräftemangel. Ab 1955 warb der Staat gezielt Arbeiter aus Südeuropa an. Der Staat förderte ihre Integration zunächst nicht, da man davon ausging, sie würden bald wieder in ihre Heimat zurückkehren. Die Realität war jedoch eine andere: Viele holten ihre Familien nach, blieben dauerhaft und veränderten die deutsche Gesellschaft nachhaltig.
Welche neuen Protestbewegungen entstanden in den 70er- und 80er-Jahren in der BRD?
Aus Angst vor Atomunfällen und Umweltverschmutzung (wie dem Waldsterben) entstand eine starke Umwelt- und Anti-Atomkraft-Bewegung ("Atomkraft? Nein danke"). Aus dieser Bewegung gründete sich 1980 die Partei „Die Grünen“. Zusätzlich blockierten Hunderttausende bei Friedensdemos Kasernen, weil sie sich gegen die Stationierung neuer US-Atomwaffen im Rahmen des NATO-Doppelbeschlusses wehrten.
Wie sah die Gesellschaft der BRD in den 1950er-Jahren aus?
Es dominierten traditionelle Rollenbilder, Frauen brauchten die Erlaubnis des Ehemanns, um arbeiten zu gehen oder ein Bankkonto zu eröffnen. Es entstand ein Generationenkonflikt zwischen den strengen Moralvorstellungen der Älteren und dem Freiheitsdrang der Jugend. NS-Verbrechen wurden anfangs meist verdrängt. Einen enormen Schub an nationalem Selbstbewusstsein ("Wir sind wieder wer") brachte der Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 1954
Wie funktionierte die Wirtschaft in der DDR (Planwirtschaft)?
Der Staat lenkte die gesamte Wirtschaft zentral durch Fünfjahrespläne, die Produktion, Arbeitszeiten und Löhne strikt vorgaben. Banken und Großbetriebe wurden verstaatlicht, Großgrundbesitzer enteignet und Kleinbauern zu staatlichen Produktionsgenossenschaften (LPGs) zusammengezwungen. Dieses System war unflexibel, ineffektiv und führte zu ständigen Versorgungslücken
Was veränderte Willy Brandt in der Innenpolitik der BRD?
Unter dem Motto „Mehr Demokratie wagen“ modernisierte seine sozial-liberale Koalition das Land. Bürgerrechte wurden gestärkt: Das Wahlalter und die Volljährigkeit wurden von 21 auf 18 Jahre herabgesetzt. Zudem wurde die Bildung ausgebaut, beispielsweise durch finanzielle Unterstützung für Studenten und Azubis
Wie entwickelte sich das jüdische Leben in Deutschland nach 1945?
Nach dem Holocaust war das Vertrauen in Deutschland komplett zerstört und es gab nur noch sehr wenige Juden. In der DDR hatten sie es schwer, da das sozialistische System Religion oft ablehnte. Die BRD zahlte finanzielle Entschädigungen und versuchte, jüdisches Leben wiederaufzubauen. Nach dem Ende der Sowjetunion (ab 1990) wanderten hunderttausende Juden aus Osteuropa nach Deutschland ein, wodurch die Gemeinden stark wuchsen.