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Womit beschäftigt sich die Wirtschaftsinformatik?
Die Wirtschaftsinformatik befasst sich mit der Konzeption, Entwicklung, Einführung, Wartung und Nutzung von Informations- und Kommunikationssystemen in Unternehmen, der öffentlichen Verwaltung und im privaten Umfeld. Sie agiert als Schnittstellendisziplin zwischen Betriebswirtschaftslehre (BWL) und Informatik.
Woraus bestehen Informationssysteme?
Informationssysteme sind soziotechnische Systeme. Sie bestehen aus menschlichen Komponenten (Mitarbeiter, Benutzer, Aufgabenträger) und maschinellen Komponenten (Hardware, Software, Netzwerke, Datenbanken), die komplementär zusammenwirken.
Informationssysteme aus welchen Bereichen betrachtet die Wirtschaftsinformatik?
Die Wirtschaftsinformatik betrachtet Informationssysteme in drei Kernbereichen: 1. Wirtschaft (Unternehmen, Märkte), 2. Verwaltung (Behörden, E-Government) und 3. Privater Bereich (Smart Home, Endverbraucher-Apps).
Welche Ziele verbindet die Wirtschaftsinformatik mit der Gestaltung von Informationssystemen?
Das Hauptziel ist die Unterstützung und wertorientierte Optimierung von Wertschöpfungsprozessen unter insbesondere ökonomischen Kriterien. Dies geschieht durch die Unterstützung von Entscheidungsfindung, Koordination und Kontrolle sowie durch Automatisierung, Integration und Virtualisierung.
Erläutern Sie den Prozess „Pick-by-Vision“.
Pick-by-Vision ist ein IT-gestützter Kommissionierprozess in der Logistik. Der Arbeiter trägt eine Datenbrille (Smart Glasses), die ihm auftragsrelevante Daten wie Lagerplatz und Entnahmemenge direkt in das Sichtfeld einblendet. Die Quittierung erfolgt visuell über einen integrierten Barcodescan per Kamera.
Warum handelt es sich in dem Prozess „Pick-by-Vision“ um ein Informationssystem?
Weil es die Kriterien eines soziotechnischen Systems erfüllt. Es verknüpft die menschliche Komponente (Kognition, Mobilität des Arbeiters) untrennbar mit der maschinellen Komponente (Datenbrille, ERP-Software), um den Daten- und Materialfluss im Wertschöpfungsprozess zu steuern.
Welche Begriffe aus der Definition von Wirtschaftsinformatik finden Sie in dem Video wieder?
Im Pick-by-Vision-Prozess finden sich: 1. Soziotechnisches System (Mensch und Datenbrille), 2. Bereitstellung und Nutzung von Daten/Informationen (Display-Anzeige des Lagerorts), 3. Unterstützung von Wertschöpfungsprozessen (schnelleres Packen) und 4. Prozessinnovation (Ablösung der analogen Papierliste)
Beschreiben Sie das Modell der vier industriellen Revolutionen und nennen Sie Beispiele.
Industrielle Revolution (~1800, Mechanisierung): Einführung mechanischer Produktionsanlagen mithilfe von Wasser- und Dampfkraft (Beispiel: Mechanischer Webstuhl). 2. Industrielle Revolution (~1900, Elektrifizierung): Einführung arbeitsteiliger Massenproduktion mithilfe von elektrischer Energie (Beispiel: Fließbandarbeit in der Automobilproduktion). 3. Industrielle Revolution (~1970, Automatisierung): Einsatz von Elektronik und IT zur weiteren Automatisierung der Produktion (Beispiel: Einsatz von speicherprogrammierbaren Steuerungen und ersten ERP-Systemen). 4. Industrielle Revolution (~2000, Vernetzung / Industrie 4.0): Revolution durch Cyber-Physical Systems (Beispiel: Intelligente, über das Internet der Dinge vernetzte Maschinen, die autonom kommunizieren).
Welche vier Teildisziplinen gehören zur Informatik?
Theoretische Informatik (befasst sich mit mathematischen Modellen und abstrakten Grundlagenfragen der Berechenbarkeit). 2. Technische Informatik (behandelt die Hardwarekomponenten, den physischen Aufbau und die Halbleitertechnik). 3. Praktische Informatik (umfasst Algorithmen, Datenstrukturen, Programmiersprachen und Softwaretechnik). 4. Angewandte Informatik (setzt den Computer als Werkzeug zur Lösung von Aufgaben außerhalb der reinen Informatik ein).
Nennen Sie drei unterschiedliche praktische Beispiele für die Relevanz von Verhaltenswissenschaften in WI-Projekten.
Gestaltung der Softwareergonomie (Auswahl optimaler Kontraste und Oberflächen zur Vermeidung von Ermüdung). 2. Optimierung der Usability und User Experience (Sicherstellung einer intuitiven Benutzerführung zur Vermeidung von Bedienfehlern). 3. Erforschung und Steuerung der Technikakzeptanz (Durchführung von Change-Management-Maßnahmen, damit Anwender neue IT-Systeme annehmen).
Erläutern Sie die drei Merkmale von Modellen im Allgemeinen?
Abbildungsmerkmal: Ein Modell ist immer das Abbild eines echten Originals. 2. Verkürzungsmerkmal: Ein Modell lässt unwichtige Details weg und erfasst nur die Attribute, die für den Zweck relevant sind. 3. Pragmatisches Merkmal: Ein Modell ist für einen bestimmten Nutzer und für einen ganz bestimmten Zweck gebaut.
Welche sechs Notationselemente der BPMN haben Sie kennengelernt?
Event (Kreis für Ereignisse), 2. Activity (abgerundetes Rechteck für Arbeiten), 3. Gateway (Raute für Weichen/Entscheidungen), 4. Sequence Flow (Pfeil für die Reihenfolge), 5. Pool (großer Kasten für die gesamte Organisation), 6. Lane (Unterteilung im Pool für Abteilungen/Rollen).
Nennen und erklären Sie Beispiele zum Begriff „System“.
Computersystem (technisch): Hardwarekomponenten wie CPU und RAM arbeiten über Datenbahnen zusammen. 2. Immunsystem (biologisch): Weiße Blutkörperchen und Antikörper bekämpfen gemeinsam Krankheitserreger. 3. Bildungssystem (sozial): Schulen, Universitäten und Prüfungsordnungen greifen ineinander.