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Was ist die Kernaussage des 4-Seiten-Modells (Kommunikationsquadrat) von Friedemann Schulz von Thun?
Jede Nachricht enthält vier Botschaften gleichzeitig. Ein Sender kommuniziert niemals nur reine Informationen, und ein Empfänger hört nie nur die reine Information. Missverständnisse entstehen, wenn Sender und Empfänger auf unterschiedlichen Ebenen „funken“ bzw. „hören“.
Welche vier Seiten (Ebenen) hat eine Nachricht?
Sachebene (Worüber ich informiere)
Selbstkundgabe (Was ich von mir selbst preisgebe)
Beziehungsebene (Was ich von dir halte / Wie wir zueinander stehen)
Appellseite (Wozu ich dich veranlassen möchte)
Worum geht es auf der Sachebene?
Hier stehen Daten, Fakten und Sachverhalte im Vordergrund.
Kriterium: Ist die Aussage wahr oder falsch? Relevant oder irrelevant?
Ziel: Reine Information ohne Hintergedanken.
Was umfasst die Selbstkundgabe einer Nachricht?
Informationen über den Sender selbst.
Dies können Gefühle, Werte, Bedürfnisse oder die aktuelle Stimmung sein.
Achtung: Dies geschieht oft unbewusst (z. B. durch Zittern in der Stimme = Nervosität) oder gewollt (Ich-Botschaften).
Was drückt die Beziehungsebene aus?
Sie klärt, wie der Sender zum Empfänger steht und was er von ihm hält.
Signale: Tonfall, Mimik, Gestik, Formulierungen (z. B. respektvoll, herablassend, ironisch).
Hier entscheidet sich oft, ob man sich akzeptiert oder abgelehnt fühlt.
Was ist das Ziel der Appellseite?
Einflussnahme auf den Empfänger.
Der Sender möchte, dass der Empfänger etwas tut, denkt oder fühlt.
Appelle können offen (Befehl, Bitte) oder verdeckt (Manipulation) sein.
Was bedeutet das Konzept der „4 Ohren“ für den Empfänger?
Der Empfänger hat die freie Wahl, auf welchem Ohr er eine Nachricht hört.
Beispiel: Hört er einen neutralen Satz („Die Ampel ist grün“) auf dem Beziehungsohr, fühlt er sich bevormundet („Fahr endlich!“), obwohl vielleicht nur eine Sachinformation gemeint war.
Analyse Sachtext: Woran erkennst du die Selbstkundgabe eines Autors?
Achte auf:
Wortwahl: Emotional oder nüchtern?
Positionierung: Zeigt er sich als Experte (Fachsprache) oder als Betroffener?
Werte: Welche moralische Haltung scheint durch?
Analyse Sachtext: Woran erkennst du die Beziehungsebene (Autor ↔ Leser)?
Achte auf:
Ansprache: Duzt oder siezt er den Leser? Nutzt er ein vereinnahmendes „Wir“?
Tonfall: Ist er belehrend (Lehrer-Schüler-Verhältnis), ironisch/spöttisch oder auf Augenhöhe?
Rhetorische Fragen: Binden sie den Leser ein oder führen sie ihn vor?
Beispiel: Ein Beifahrer sagt genervt: „Da vorne ist rot!“ Analysiere die Beziehungsebene und den Appell.
„Du passt nicht auf / Ich traue dir nicht zu, sicher zu fahren / Ich bin der bessere Autofahrer.“ (Überlegenheit/Dominanz).
Appell: „Brems! / Pass besser auf!“