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Stufenplan Leistungsniveau 1
Alle Leistungen basieren auf digitalen Modellen; herstellerneutrale Formate und AIA sind Pflicht.
AIA / EIR (Definition)
Auftraggeber-Informationsanforderungen: Spezifizieren den Informationsbedarf des AG fĂĽr die Ausschreibung.
BAP (Definition)
BIM-Abwicklungsplan: Legt dar, wie der Auftragnehmer die Anforderungen aus der AIA technisch umsetzt.
Inhalt AIA (Beispiele)
Anwendungsfälle, Rollen, Lieferzeitpunkte, Austauschformate, LOIN und Koordinatensysteme.
Inhalt BAP (Beispiele)
Softwarewerkzeuge, Dateinamenskonventionen, Modellierungsvorschriften und Verantwortlichkeiten.
Vor-BAP (Zweck)
Wird im Vergabeverfahren vom Bieter eingereicht, um die BIM-Kompetenz und den Lösungsweg zu zeigen.
LOIN (Level of Information Need)
Beschreibt die Informationsbedarfstiefe (Geometrie, Information, Dokumentation) fĂĽr den Datenaustausch.
OIR (ISO 19650)
Organizational Information Requirements: Anforderungen in Bezug auf organisatorische Ziele.
AIR (ISO 19650)
Asset Information Requirements: Informationsanforderungen fĂĽr den Betrieb einer Liegenschaft.
PIR (ISO 19650)
Project Information Requirements: Anforderungen in Bezug auf die Bereitstellung des Assets.
AIM vs. PIM
AIM = Asset Information Model (Betrieb); PIM = Project Information Model (Planung/Bau).
IDM (Information Delivery Manual)
Standardisierte Methodik (ISO 29481) zur Beschreibung von Informationslieferungen und Prozessen.
Process Map (IDM)
Visualisierung der Arbeitsschritte, Beteiligten und Lieferobjekte (oft mittels BPMN).
CDE / GD
Common Data Environment / Gemeinsame Datenumgebung: Zentrale Plattform fĂĽr den Datenaustausch.
Data Drops (DatenĂĽbergabepunkte)
Formal definierte Zeitpunkte, an denen spezifische Modellinhalte geprĂĽft und ausgetauscht werden.

Beschreibe
1. Allgemeines und Formalia
Thema: Der chronologische Prozess der Vergabe und Projektabwicklung unter Anwendung der BIM-Methode.
Kernaussage: Darstellung des Ăśbergangs von den Anforderungen des Auftraggebers (AIA) hin zur vertraglichen Umsetzung durch den Auftragnehmer (BAP).
2. Prozessschritte (chronologischer Ablauf von links nach rechts)
1. Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA):
Entspricht dem Lastenheft.
Hier definiert der Auftraggeber (AG) seine Ziele und die benötigten Daten/Informationen für das Projekt.
2. Ausschreibung:
Die Phase, in der der Auftrag auf Basis der AIA am Markt platziert wird.
3. Kompetenzabfrage:
Überprüfung der fachlichen und technischen BIM-Fähigkeiten der potenziellen Bieter (Auftragnehmer).
4. Vergabe:
Der Meilenstein des Vertragsschlusses. Zu diesem Zeitpunkt fungieren AIA und BAP gemeinsam als Pflichtenheft.
5. BIM-Abwicklungsplan (BAP):
Entspricht der Abwicklung (Pflichtenheft des Auftragnehmers).
Hier wird konkret geregelt, wie die Anforderungen des AGs technologisch und organisatorisch umgesetzt werden.
6. Mobilisierung:
Die finale Phase der Vorbereitung (z. B. Bereitstellung der Software/CDE-Infrastruktur), direkt vor dem eigentlichen Projektstart.

Beschreibe
Struktur & Akteure
Thema: Ablauf von BIM-Projektvorbereitung und Vergabe (inkl. Inputs/Outputs).
Zuständigkeit: Hauptsächlich BIM-Manager (hellgrün), die Angebotserstellung (Schritt 5) liegt beim Bieter/AN (dunkelblau).
Chronologischer Ablauf
1–2 (Vorbereitung): Interner Projektstart $\rightarrow$ Entwicklung der BIM-Strategie (Ziele & Anwendungsfälle).
3–4 (Vergabeunterlagen): Erstellung und Übergabe von AIA und Muster-BAP an Bieter.
5 (Angebot): Bieter erstellt basierend darauf den Vor-BAP.
6–8 (Abschluss): Verhandlung $\rightarrow$ (bei Erfolg) Vertragserstellung inklusive Vor-BAP $\rightarrow$ Beauftragung.

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Chronologischer Ablauf
9 (Start): Gemeinsames BIM-Startgespräch (AG und AN).
10–12 (BAP-Finalisierung): * Fortschreibung des Vor-BAP zum finalen BAP durch den AN.
Prüfung und Freigabe durch den BIM-Manager (Schleife bei „Nein“).
13 (Infrastruktur): Einrichtung der GD (Gemeinsame Datenumgebung / CDE).
14–17 (Modellbasis): * Erstellung des Grundlagenmodells (z. B. Bestands-/Baugrundmodell) und Ablage in der GD.
Prüfung und Freigabe durch den BIM-Manager (Schleife bei „Nein“).
18 (Abschluss): Erfolgreicher Abschluss der Grundlagenermittlung mit freigegebenem Modell und BAP

Beschreibe
2-stufiger Prüfablauf (Chronologie)Stufe 1: Fachbezogene Prüfung (Schritte 25–28)
25.1–25.3: Parallele Modellerstellung der einzelnen Fachdisziplinen basierend auf AIA/BAP.
26 & 27 (Qualitäts-Gate 1): Fachbezogene Prüfung und Freigabe durch den jeweiligen Koordinator (bei „Nein“ zurück zur Bearbeitung).
28.1–28.3: Ablage der geprüften, einzelnen Fachmodelle in der Gemeinsamen Datenumgebung (GD).
Stufe 2: Fachübergreifende Koordination (Schritte 29–31)
29: ZusammenfĂĽhrung aller freigegebenen Fachmodelle zu einem zentralen Koordinationsmodell.
30 & 31 (Qualitäts-Gate 2): Fachübergreifende Modellprüfung (Kollisionsprüfung) durch den BIM-Gesamtkoordinator.
Bei „Nein“: Zurückweisung an die jeweiligen Fachdisziplinen (25.1–25.3) zur Korrektur.
Bei „Ja“: Finale Freigabe des Koordinationsmodells.

Beschreibe
Konzept: Ein wiederkehrender (iterativer) Prozess beim Übergang in die jeweils nächste Leistungsphase der Planung.
35 (Start): Beginn der nächsten Planungsphase.
36–37 (Übergabe): Neues BIM-Startgespräch und Übergabe der bisherigen Fachmodelle an den Auftragnehmer (AN) als neuen Input.
38 (Bearbeitung): Modellerstellung und -bearbeitung analog zur vorherigen Planungsphase. Der gesamte Modellierungs- und PrĂĽfprozess wiederholt sich entsprechend der beauftragten Phase.
39 (Abschluss): Erfolgreicher Abschluss der aktuellen Planungsphase.

Beschreibe
Thema: BIM-Workflow beim Projektübergang von der Bau- in die Betriebsphase (Schritte 61–69).
Phase 1: Bauende (Schritte 61–65)
61–62: Übergabe der Baumodelle → Erstellung des „Wie-gebaut“-Modells (As-Built-Modell) durch den Auftragnehmer.
63: Ablage des Modells in der Gemeinsamen Datenumgebung (GD / CDE).
64–65 (Qualitäts-Gate): Prüfung des Modells gegen AIA/BAP → Freigabe durch den BIM-Manager (bei „Nein“ zurück zur Korrektur an Schritt 62).
Phase 2: Betrieb / Nutzung (Schritte 66–69)
66–67: Übergabe des freigegebenen As-Built-Modells an den Betrieb → Erstellung spezifischer Modelle für die Betriebsdatenbank (z. B. CAFM-Systeme).
68–69: Einrichtung und aktive Nutzung der Betriebsdatenbanken sowie kontinuierliche Modellpflege bei Veränderungen während des gesamten Gebäudelebenszyklus.

Beschreibe
Kernkomponenten & Datenmodelle
PIM (Projekt-Informationsmodell): Wächst schrittweise während der Planungs- und Bauphase (Stadium 1, 2, ...).
AIM (Asset-Informationsmodell): Ăśbernimmt relevante Daten fĂĽr die Betriebsphase bis zum RĂĽckbau.
Datenstruktur: Beide Modelle bestehen aus Dokumentation sowie alphanumerischen und geometrischen Infos.
CDE (Gemeinsame Datenumgebung): Bildet den prozessualen Rahmen fĂĽr den gesamten Datenfluss.
Informationsmenge: Steigt über den Lebenszyklus kontinuierlich an; nicht benötigte Daten verbleiben als reine Projektinformation.
Prozesse & Auslöser (Triggers)
Anforderungsphase (oben/links): Festlegung von Anforderungen, Team-PrĂĽfung und Mobilisierungsplanung.
Projektphase (unten links): Kontinuierliche Erzeugung von Informationen; Meilensteine enden an definierten Projektstufen.
Betriebsphase (unten rechts): Pflege der Daten, getriggert durch planmäßige (Wartung) und unplanmäßige (Schäden) Ereignisse.

Beschreibe
1. Strategische Ebene (Links: Strategie & Ziele)
OIR (Organisatorische Informationsanforderung): Ăśbergeordnete Anforderungen des Unternehmens/EigentĂĽmers.
PIR (Projektinformationsanforderung): Spezifische Informationsbedarfe fĂĽr ein konkretes Projekt (wird durch das OIR beeinflusst/getragen).
2. Spezifikationsebene (Mitte: Konkrete Vorgaben)
AIR (Asset-Informationsanforderung): Kapselt die OIR und definiert, welche Daten für den Betrieb des Objekts nötig sind.
EIR (Informationsaustauschanforderung): Regelt den konkreten Datenaustausch im Projekt; speist sich aus PIR und AIR.
3. Modellebene (Rechts: Das Ergebnis)
AIM (Asset-Informationsmodell): Das fertige Datenmodell fĂĽr die Betriebsphase (wird durch das AIR spezifiziert).
PIM (Projektinformationsmodell): Das Datenmodell aus der Planungs- und Bauphase (wird durch die EIR spezifiziert).
VerknĂĽpfungen & Logik
Von der Anforderung zum Modell: Anforderungen spezifizieren direkt die späteren Modelle (AIR → AIM; EIR → PIM).
Vom Projekt zum Betrieb: Das während des Projekts erstellte PIM trägt am Ende direkt zum Aufbau des AIMbei.besc

Beschreibe
Kernpunkte zur Entwicklung des Detaillierungsgrads (LOD – Level of Development) am Beispiel einer Wand:
LOD-Stufen im Ăśberblick
LOD 100: * Skizzenhafte Darstellung / Konzept.
Reine Volumenelemente ohne exakte Bauteilinfos.
LOD 200: * Festlegung von Wandtypen und grobem Material.
Erste geometrische Aussparungen (z. B. Wandöffnung für Türen).
LOD 300: * Genaue Spezifikation der Bauelemente.
Details zu konkreten Materialien, Qualitäten und dem Design (z. B. Zarge/Türrahmen).
LOD 400: * Festlegung aller AusfĂĽhrungsdetails.
Exakte Erfassung von Anschlüssen, Verbindungen, Schichten und Oberflächen (z. B. Putz-/Dämmschichten).
LOD 500: * Nachführung der Modelle gemäß dem tatsächlich gebauten Zustand (As-Built).
Dokumentation des realen Ist-Zustands inklusive Unterkonstruktionen (z. B. Ständerwerk).
Kernbotschaft
Die Grafik zeigt die kontinuierliche Zunahme an geometrischer und informationeller Tiefe eines BIM-Modells – von der ersten Idee (LOD 100) bis zur fertigen Dokumentation nach der Bauphase (LOD 500).

Beschreibe
1. Auftraggeber-Ebene (Zentrale Steuerung)
Auftraggeber (AG): Steht im Zentrum der Projekthierarchie.
Beraterstäbe des AG: * Projektsteuerer: Unterstützt den AG (vertragliche Bindung).
BIM-Manager: Steuert die ĂĽbergeordneten BIM-Prozesse und Zielvorgaben fĂĽr das Projekt im Auftrag des AG.
2. Operative Ebene (Auftragnehmer)
Der Auftraggeber hat direkte vertragliche Beziehungen (durchgezogene Linien) zu den drei Hauptakteuren:
Objektplaner: Beinhaltet die Rolle des BIM Gesamtkoordinators (verantwortlich fĂĽr die ZusammenfĂĽhrung der Fachmodelle).
Fachplaner: Beinhaltet die Rolle eines BIM-Koordinators (verantwortlich fĂĽr das jeweilige Fachgewerk, z. B. TGA oder Tragwerk).
AusfĂĽhrende Firmen: Beinhalten ebenfalls die Rolle eines BIM-Koordinators (fĂĽr die baubegleitende Modellierung/As-Built).
3. Beziehungsarten (Die Legende)
Vertragliche Beziehung (durchgezogene Linie): Besteht direkt zwischen dem Auftraggeber und seinen Planern/Firmen sowie den Steuerern/Managern.
Koordinationsbeziehung (gestrichelte Linie): Besteht auf der Arbeitsebene zwischen dem BIM-Manager und den jeweiligen BIM-(Gesamt-)Koordinatoren der Planungs- und AusfĂĽhrungsteams zur operativen Abstimmung der BIM-Modelle.