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die Bildhaftigkeit
die Wirkung aller Wörter des Sprachsystems, die GegenstÀnde, VorgÀnge und Erscheinungen der wahrgenommenen RealitÀt so lebendig reproduzieren, dass sie Gesichts-, Gehörs-, Geruchs-, Geschmacks- und Tastenempfindungen hervorrufen
die Bildlichkeit
das Ergebnis eines Zusammentreffens zweier Begriffe aus verschiedenen SphÀren, das Werden einer neuen begrifflichen QualitÀt durch Nebeneinanderstellung oder Austausch dieser zwei Begriffe
der Vergleich
die Verbindung zweier Wörter aus verschiedenen Begriffskreisen mit einer Vergleichspartikel (wie, als, als ob), wodurch bildhafte Assoziationen hervorgerufen werden
das Epitheton
jede Merkmalsbestimmung eines Substantivs, durch die der Begriff logisch (konkretisierend) oder emotional (bewertend) charakterisiert wird
der Tropus
Mittel des bildlichen Ausdrucks auf Grund ĂŒbertragener Bedeutung
die Metapher
die Ăbertragung der Namensbezeichnung von einem Gegenstand auf einen anderen aufgrund Ă€uĂerer oder innerer Ăhnlichkeit
die Personifizierung
die Ăbertragung menschlicher Eigenschaften, Merkmale und Handlungen auf Tiere, Pflanzen oder leblose GegenstĂ€nde
die Allegorie
die Ausweitung der Personifizierung zu einer ganzen Bildreihe, die einen abstrakten Begriff versinnbildlicht
das Symbol
eine Bezeichnung eines Gegenstandes, deren Bedeutungsinhalt gröĂer ist als das direkt Ausgesagte
die SynÀsthesie
die Verbindung von zwei verschiedenen Sinnesempfindungen, wobei eine von ihnen ĂŒbertragene Bedeutung annimmt (z.B. seidene Stimme)
die Antonomasie
die metaphorisch-symbolische Verwendung eines Eigennamens als Gattungsname fĂŒr bestimmte Eigenschaften oder Charaktertypen
die Metonymie
die Ăbertragung der Namensbezeichnung aufgrund rĂ€umlicher, zeitlicher, stofflicher oder logischer Beziehungen
die Synekdoche
eine Metonymie, die auf einem QuantitÀtsverhÀltnis beruht
das Bahuvrihi
eine besondere Art der Synekdoche (pars pro toto), bei der ein Lebewesen oder eine Person durch einen Körperteil oder ein charakteristisches KleidungsstĂŒck benannt wird
die Umschreibung / Periphrase
die sekundÀre Nominierung eines Denotats durch Hervorhebung charakteristischer Merkmale, Eigenschaften oder TÀtigkeiten
der Euphemismus
eine Periphrase, die etwas Unangenehmes angenehmer, Unhöfliches höflicher oder Schreckliches harmloser darstellt
die Hyperbel
die Darstellung eines Sachverhalts in ĂŒbertriebener Form
die Litotes
eine Periphrase auf Grund von Verneinung mit verstÀrkt positiver Aussageabsicht (doppelte Verneinung)
die Meiose
die Untertreibung, die den Sachverhalt unterspielt (z.B. ein Katzensprung)
die Ironie
die Umschreibung durch das Gegenteil
die lexikalische Wiederholung
die wortwörtliche Wiederholung eines Wortes, einer Wortgruppe oder eines Satzes in gleicher Form
der Pleonasmus
die Wiederholung eines Begriffs durch zwei verschiedene grammatische Redeteile (z.B. alter Greis)
die Tautologie
die Wiederholung eines Begriffs durch zwei gleiche grammatische Redeteile oder Dienstwörter (z.B. immer und ewig)
die Anapher
die Wiederholung desselben Wortes oder derselben Wortgruppe am Anfang mehrerer SĂ€tze
die Epipher
die Wiederholung des letzten Wortes oder der letzten Wortgruppe am Ende mehrerer SĂ€tze
die Rahmen- oder Ringwiederholung
die Wiederkehr derselben Sprachelemente am Anfang und am Ende eines Satzes
die Anadiplose
die Wiederholung eines Satzelementes, das am Ende eines Satzes steht, an der Spitze des nÀchsten Satzes
das Leitmotiv
eine mehrmalige, sinntragende Wiederholung eines Sprachelementes mit dem Textthema relevanten Inhalt
die grammatische Wiederholung
die symmetrische Wiederholung gleicher grammatischer Strukturen (realisiert vor allem durch Parallelismus)
der Parallelismus
die symmetrische Stellung gleichartiger Satzglieder oder ganzer SĂ€tze
die Antithese
die GegenĂŒberstellung zweier gegensĂ€tzlicher Begriffe oder Gedanken auf einer logischen Ebene
der Chiasmus
die Kreuzstellung von Satzgliedern (AB â BA)
die AufzÀhlung
eine Kette von gleichartigen Bezeichnungen der GegenstÀnde, Handlungen oder Merkmale
die Klimax
eine steigende AufzÀhlung einzelner Wörter oder Redeteile (z.B. stundenlang, tagelang, wochenlang)
die Antiklimax
eine fallende AufzÀhlung
die Lautmalerei
die bewusste Verwendung bestimmter Laute zum stilistischen Effekt (Nachahmung von GerÀuschen)
die Alliteration
die Wiederholung desselben Konsonanten im Anlaut mehrerer Wörter
die Assonanz
die Wiederholung derselben Vokale im Inlaut (der innere Reim)
der Wortwitz / Doppelsinn / Wortspiel
der Gebrauch von mehrdeutigen Wörtern oder die lautliche Ănderung eines Wortes, wodurch ein komischer Effekt entsteht
die Falschkoppelung
die unlogische Koppelung von Satzgliedern, z.B. Attribute oder Partizipien werden zu Substantiven gestellt, zu denen sie logisch nicht passen (ein möblierter Herr)
das Oxymoron
die scheinbar widersinnige Verbindung von GegensÀtzen, deren Vereinigung eine sinnvolle Ganzheit ergibt
der Schlagsatz
eine erweiterte Schlusszusammenfassung, die durch ihren Inhalt dem Vorangehenden widerspricht und es null und nichtig macht
das Zeugma
die bewusste Vereinigung begrifflich unvereinbarer Wörter, grammatisch durch gleichartige Satzglieder ausgedrĂŒckt
der Stilbruch
die bewusste Kombinierung von Sprachgebilden verschiedener funktionaler und expressiver StilfÀrbung, die eine Dissonanz hervorruft
die Makrokomposition / Architektonik
die Entfaltung der Hauptinhaltslinien eines Werkes, ihre Verflechtung und gegenseitige Anordnung
die Exposition
der einleitende Teil der Komposition
die Kulmination
der Höhepunkt der Handlung
die Lösung
die Auflösung der Spannung am Ende eines Werkes
die Darstellungsarten
Textteile, die an eine bestimmte sprachstilistische Form gebunden sind je nach Zweck und Art der Aussage
der Bericht
eine kurze, sachlich-nĂŒchterne, folgerichtige Darstellung eines Handlungsablaufs (Protokoll, Chronik, Reportage)
die Schilderung
die dynamische Beschreibung von TĂ€tigkeiten, Bewegungen, Gesten, Mimik und GefĂŒhlen
die Beschreibung
die statische, objektiv-konstatierende Beschreibung von GegenstÀnden, Formen, Farben oder Eigenschaften
die Erörterung
die argumentierende Darstellung, die BegrĂŒnden, Beweisen, Widerlegen, Schlussfolgern oder ErklĂ€ren umfasst
der Autor
der Schöpfer des Werkes, der das Sujet, den ErzÀhler und die Figuren schafft
der ErzÀhler
die Instanz, die das Geschehen in Ich- oder Er-Form erzÀhlt (auktorial oder personal)
die ErzÀhlzeit
die Zeitebene des ErzÀhlens
die erzÀhlte Zeit
die Zeitebene der Handlung
die direkte Rede
die wörtliche Wiedergabe der Rede oder Gedanken einer Person, wie sie selbst spricht oder denkt
die indirekte Rede
die Wiedergabe der fremden Rede in der 3. Person, oft im Nebensatz mit Konjunktiv
die erlebte Rede
die Darstellung der Gedanken und GefĂŒhle einer handelnden Person in der 3. Person, als wĂŒrde sie der Autor miterleben (Mischung aus direkter und indirekter Rede)
die Wahl der Rededarstellung
die Entscheidung fĂŒr direkte, indirekte oder erlebte Rede abhĂ€ngig von Stilart, Zweck und Inhalt
das SprachportrÀt
die Gesamtheit der sprachlichen Mittel, die ein Autor verwendet, um eine Figur zu charakterisieren (durch direkte Rede, erlebte Rede, indirekte Rede oder Autorensprache)