Termini der deutschen Stilistik

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62 Terms

1
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die Bildhaftigkeit

die Wirkung aller Wörter des Sprachsystems, die GegenstÀnde, VorgÀnge und Erscheinungen der wahrgenommenen RealitÀt so lebendig reproduzieren, dass sie Gesichts-, Gehörs-, Geruchs-, Geschmacks- und Tastenempfindungen hervorrufen

2
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die Bildlichkeit

das Ergebnis eines Zusammentreffens zweier Begriffe aus verschiedenen SphÀren, das Werden einer neuen begrifflichen QualitÀt durch Nebeneinanderstellung oder Austausch dieser zwei Begriffe

3
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der Vergleich

die Verbindung zweier Wörter aus verschiedenen Begriffskreisen mit einer Vergleichspartikel (wie, als, als ob), wodurch bildhafte Assoziationen hervorgerufen werden

4
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das Epitheton

jede Merkmalsbestimmung eines Substantivs, durch die der Begriff logisch (konkretisierend) oder emotional (bewertend) charakterisiert wird

5
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der Tropus

Mittel des bildlichen Ausdrucks auf Grund ĂŒbertragener Bedeutung

6
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die Metapher

die Übertragung der Namensbezeichnung von einem Gegenstand auf einen anderen aufgrund Ă€ußerer oder innerer Ähnlichkeit

7
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die Personifizierung

die Übertragung menschlicher Eigenschaften, Merkmale und Handlungen auf Tiere, Pflanzen oder leblose GegenstĂ€nde

8
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die Allegorie

die Ausweitung der Personifizierung zu einer ganzen Bildreihe, die einen abstrakten Begriff versinnbildlicht

9
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das Symbol

eine Bezeichnung eines Gegenstandes, deren Bedeutungsinhalt grĂ¶ĂŸer ist als das direkt Ausgesagte

10
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die SynÀsthesie

die Verbindung von zwei verschiedenen Sinnesempfindungen, wobei eine von ihnen ĂŒbertragene Bedeutung annimmt (z.B. seidene Stimme)

11
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die Antonomasie

die metaphorisch-symbolische Verwendung eines Eigennamens als Gattungsname fĂŒr bestimmte Eigenschaften oder Charaktertypen

12
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die Metonymie

die Übertragung der Namensbezeichnung aufgrund rĂ€umlicher, zeitlicher, stofflicher oder logischer Beziehungen

13
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die Synekdoche

eine Metonymie, die auf einem QuantitÀtsverhÀltnis beruht

14
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das Bahuvrihi

eine besondere Art der Synekdoche (pars pro toto), bei der ein Lebewesen oder eine Person durch einen Körperteil oder ein charakteristisches KleidungsstĂŒck benannt wird

15
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die Umschreibung / Periphrase

die sekundÀre Nominierung eines Denotats durch Hervorhebung charakteristischer Merkmale, Eigenschaften oder TÀtigkeiten

16
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der Euphemismus

eine Periphrase, die etwas Unangenehmes angenehmer, Unhöfliches höflicher oder Schreckliches harmloser darstellt

17
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die Hyperbel

die Darstellung eines Sachverhalts in ĂŒbertriebener Form

18
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die Litotes

eine Periphrase auf Grund von Verneinung mit verstÀrkt positiver Aussageabsicht (doppelte Verneinung)

19
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die Meiose

die Untertreibung, die den Sachverhalt unterspielt (z.B. ein Katzensprung)

20
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die Ironie

die Umschreibung durch das Gegenteil

21
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die lexikalische Wiederholung

die wortwörtliche Wiederholung eines Wortes, einer Wortgruppe oder eines Satzes in gleicher Form

22
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der Pleonasmus

die Wiederholung eines Begriffs durch zwei verschiedene grammatische Redeteile (z.B. alter Greis)

23
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die Tautologie

die Wiederholung eines Begriffs durch zwei gleiche grammatische Redeteile oder Dienstwörter (z.B. immer und ewig)

24
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die Anapher

die Wiederholung desselben Wortes oder derselben Wortgruppe am Anfang mehrerer SĂ€tze

25
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die Epipher

die Wiederholung des letzten Wortes oder der letzten Wortgruppe am Ende mehrerer SĂ€tze

26
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die Rahmen- oder Ringwiederholung

die Wiederkehr derselben Sprachelemente am Anfang und am Ende eines Satzes

27
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die Anadiplose

die Wiederholung eines Satzelementes, das am Ende eines Satzes steht, an der Spitze des nÀchsten Satzes

28
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das Leitmotiv

eine mehrmalige, sinntragende Wiederholung eines Sprachelementes mit dem Textthema relevanten Inhalt

29
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die grammatische Wiederholung

die symmetrische Wiederholung gleicher grammatischer Strukturen (realisiert vor allem durch Parallelismus)

30
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der Parallelismus

die symmetrische Stellung gleichartiger Satzglieder oder ganzer SĂ€tze

31
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die Antithese

die GegenĂŒberstellung zweier gegensĂ€tzlicher Begriffe oder Gedanken auf einer logischen Ebene

32
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der Chiasmus

die Kreuzstellung von Satzgliedern (AB – BA)

33
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die AufzÀhlung

eine Kette von gleichartigen Bezeichnungen der GegenstÀnde, Handlungen oder Merkmale

34
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die Klimax

eine steigende AufzÀhlung einzelner Wörter oder Redeteile (z.B. stundenlang, tagelang, wochenlang)

35
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die Antiklimax

eine fallende AufzÀhlung

36
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die Lautmalerei

die bewusste Verwendung bestimmter Laute zum stilistischen Effekt (Nachahmung von GerÀuschen)

37
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die Alliteration

die Wiederholung desselben Konsonanten im Anlaut mehrerer Wörter

38
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die Assonanz

die Wiederholung derselben Vokale im Inlaut (der innere Reim)

39
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der Wortwitz / Doppelsinn / Wortspiel

der Gebrauch von mehrdeutigen Wörtern oder die lautliche Änderung eines Wortes, wodurch ein komischer Effekt entsteht

40
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die Falschkoppelung

die unlogische Koppelung von Satzgliedern, z.B. Attribute oder Partizipien werden zu Substantiven gestellt, zu denen sie logisch nicht passen (ein möblierter Herr)

41
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das Oxymoron

die scheinbar widersinnige Verbindung von GegensÀtzen, deren Vereinigung eine sinnvolle Ganzheit ergibt

42
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der Schlagsatz

eine erweiterte Schlusszusammenfassung, die durch ihren Inhalt dem Vorangehenden widerspricht und es null und nichtig macht

43
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das Zeugma

die bewusste Vereinigung begrifflich unvereinbarer Wörter, grammatisch durch gleichartige Satzglieder ausgedrĂŒckt

44
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der Stilbruch

die bewusste Kombinierung von Sprachgebilden verschiedener funktionaler und expressiver StilfÀrbung, die eine Dissonanz hervorruft

45
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die Makrokomposition / Architektonik

die Entfaltung der Hauptinhaltslinien eines Werkes, ihre Verflechtung und gegenseitige Anordnung

46
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die Exposition

der einleitende Teil der Komposition

47
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die Kulmination

der Höhepunkt der Handlung

48
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die Lösung

die Auflösung der Spannung am Ende eines Werkes

49
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die Darstellungsarten

Textteile, die an eine bestimmte sprachstilistische Form gebunden sind je nach Zweck und Art der Aussage

50
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der Bericht

eine kurze, sachlich-nĂŒchterne, folgerichtige Darstellung eines Handlungsablaufs (Protokoll, Chronik, Reportage)

51
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die Schilderung

die dynamische Beschreibung von TĂ€tigkeiten, Bewegungen, Gesten, Mimik und GefĂŒhlen

52
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die Beschreibung

die statische, objektiv-konstatierende Beschreibung von GegenstÀnden, Formen, Farben oder Eigenschaften

53
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die Erörterung

die argumentierende Darstellung, die BegrĂŒnden, Beweisen, Widerlegen, Schlussfolgern oder ErklĂ€ren umfasst

54
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der Autor

der Schöpfer des Werkes, der das Sujet, den ErzÀhler und die Figuren schafft

55
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der ErzÀhler

die Instanz, die das Geschehen in Ich- oder Er-Form erzÀhlt (auktorial oder personal)

56
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die ErzÀhlzeit

die Zeitebene des ErzÀhlens

57
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die erzÀhlte Zeit

die Zeitebene der Handlung

58
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die direkte Rede

die wörtliche Wiedergabe der Rede oder Gedanken einer Person, wie sie selbst spricht oder denkt

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die indirekte Rede

die Wiedergabe der fremden Rede in der 3. Person, oft im Nebensatz mit Konjunktiv

60
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die erlebte Rede

die Darstellung der Gedanken und GefĂŒhle einer handelnden Person in der 3. Person, als wĂŒrde sie der Autor miterleben (Mischung aus direkter und indirekter Rede)

61
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die Wahl der Rededarstellung

die Entscheidung fĂŒr direkte, indirekte oder erlebte Rede abhĂ€ngig von Stilart, Zweck und Inhalt

62
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das SprachportrÀt

die Gesamtheit der sprachlichen Mittel, die ein Autor verwendet, um eine Figur zu charakterisieren (durch direkte Rede, erlebte Rede, indirekte Rede oder Autorensprache)