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Vocabulary practice flashcards covering economic models, the scientific method, empirical testing, correlation vs. causality, econometric identification, optimization in levels, marginal analysis, and spatial rent gradients.
Wissenschaftliche Methode in der Ökonomik
Ein vierstufiger Erkenntnisprozess: Beobachtung von Phänomenen oder Formulierung von Vermutungen, Konstruktion theoretischer Modelle, empirische Überprüfung der Modellvorhersagen anhand von Daten sowie Ableitung fundierter ökonomischer Erkenntnisse.
Ökonomisches Modell
Ein vereinfachter theoretischer Rahmen, der auf wesentliche Wirkungszusammenhänge fokussiert ist und Mechanismen verstehen will, anstatt jedes Detail der Realität exakt abzubilden.
Box'sches Diktum
Ein bekannter Aphorismus des Statistikers George Box aus dem Jahr 1979: „All models are wrong, but some are useful.“
Ökonomische Hypothese
Eine aus einem theoretischen Modell abgeleitete Vorhersage, die besagt, dass die Veränderung einer bestimmten Variable unter sonst gleichen Bedingungen systematisch zu einer Veränderung einer anderen Variable führt.
Humankapital
Der Bestand an Wissen, Fertigkeiten, Kompetenzen und individuellen Fähigkeiten einer Person, der deren Produktivität und Einkommenspotenzial steigert.
Explizite Kosten
Direkte, aus eigener Tasche gezahlte monetäre Ausgaben, die bei einer Entscheidung oder Investition anfallen, wie beispielsweise Studiengebühren und Mietkosten.
Opportunitätskosten
Der monetäre oder subjektive Wert der besten entgangenen Alternative, auf die bei einer Entscheidung verzichtet wird, wie etwa das entgangene Erwerbseinkommen während eines Vollzeitstudiums.
Lineare Taylor-Näherung für Logarithmen
Die mathematische Rechenregel ln(1+x)approxx, die für kleine Werte von x gilt und zur Linearisierung exponentieller Wachstumsbeziehungen genutzt wird.
Linearisierte Einkommensgleichung
Die Regressionsgleichung ln(Y)=ln(Y0)+rtimesT, wobei ln(Y) die abhängige Variable (Log-Bruttogehalt), ln(Y0) der Achsenabschnitt (Einkommen ohne Bildung), r der Schätzparameter für die Bildungsrendite und T die erklärende Variable (Bildungsjahre) ist.
Empirische Bildungsrendite (SOEP-Befund)
Das ökonometrische Ergebnis auf Basis von 24,096 Beschäftigten des Sozio-oekonomischen Panels (2014-2022) mit einer geschätzten Steigung von 0,09, was einem durchschnittlichen Bruttolohnanstieg von 9, pro zusätzlichem Bildungsjahr entspricht.
Korrelation
Ein statistisches Zusammenhangsmaß mit einem Koeffizienten zwischen −1 und +1, das angibt, in welchem Maße sich zwei Variablen gemeinsam bewegen, ohne jedoch zu erklären, warum diese Beziehung existiert.
Kausalität
Eine gerichtete Ursache-Wirkungs-Beziehung, bei der eine Veränderung in einer Variable unmittelbar eine Veränderung in einer anderen Variable hervorruft oder bewirkt.
Problem ausgelassener Variablen (Omitted Variable Bias)
Eine statistische Verzerrung, bei der eine Scheinkorrelation zwischen zwei Variablen gemessen wird, weil eine unberücksichtigte dritte Variable beide Faktoren gleichzeitig beeinflusst (z. B. schönes Wetter bei Eiscremekonsum und Ertrinkungsunfällen).
Umgekehrte Kausalität (Reverse Causality)
Eine Situation, in der die angenommene Richtung von Ursache und Wirkung vertauscht ist (z. B. wenn kränkere Menschen ihren Alkoholkonsum reduzieren und dadurch ein scheinbar positiver Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Gesundheit entsteht).
Selektionsproblem (Selection Bias)
Ein systematischer Fehler, der auftritt, wenn die untersuchte Stichprobe nicht repräsentativ für die Grundgesamtheit ist, da ein unberücksichtigter Faktor sowohl das Resultat als auch die Auswahlwahrscheinlichkeit bestimmt (z. B. Abraham Walds Analyse zurückgekehrter Bomber).
Kausalität ohne Korrelation
Ein Szenario, in dem ein echter kausaler Wirkungszusammenhang zwischen zwei Variablen besteht, deren gemessene Korrelation jedoch null ist, weil ein gegensteuernder dritter Faktor den Effekt neutralisiert (z. B. Betätigung des Gaspedals bei Steigungen zur Konstanthaltung des Tempos).
Zufallsexperiment (Randomized Controlled Trial)
Der methodische Goldstandard zum Kausalitätsnachweis, bei dem Forschende Teilnehmende zufällig einer Behandlungs- oder Kontrollgruppe zuweisen, sodass beide Gruppen im Durchschnitt bezüglich aller potenziellen Störfaktoren identisch sind.
Quasi-Experiment (Natürliches Experiment)
Ein empirischer Untersuchungsansatz, bei dem ein externes Ereignis, eine politische Reform, eine Grenze oder ein Stichtag die Individuen quasi wie durch einen Münzwurf in Behandlungs- und Kontrollgruppe einteilt.
Britische Schulpflichtreform 1947 (Oreopoulos, 2006)
Eine quasi-experimentelle Untersuchung zur Anhebung des Mindestschulalters von 14 auf 15 Jahre im Vereinigten Königreich, die einen Zuwachs von +0,44 Schuljahren, einen Lohnanstieg von +6,5, und eine Bildungsrendite von rund 15, pro zusätzlichem Schuljahr belegt.
Nettonutzen
Der Gesamtnutzen bzw. die Vorteile einer gewählten Handlungsalternative abzüglich sowohl der expliziten monetären Kosten als auch der impliziten Opportunitätskosten.
Optimierung über Gesamtkosten (in Niveaus)
Eine Entscheidungsmethode, bei der alle Kosten und Nutzen sämtlicher Alternativen in eine gemeinsame Einheit (z. B. Dollar pro Monat) umgerechnet werden, um die Alternative mit den geringsten Gesamtkosten bzw. dem höchsten Nettonutzen auszuwählen.
Marginalanalyse (Optimierung am Rand)
Eine Entscheidungstechnik, die sich auf die zusätzlichen Kosten und den zusätzlichen Nutzen eines kleinen Schritts bzw. des Wechsels von einer machbaren Alternative zur nächsten konzentriert.
Grenzkosten
Die zusätzlichen Kosten, die bei der Durchführung eines weiteren Schrittes, der Produktion einer zusätzlichen Einheit oder einer marginalen Ausweitung einer Aktivität anfallen.
Marginales Optimalitätsprinzip
Die fundamentale ökonomische Regel, nach der eine Aktivität genau bis zu dem Punkt ausgeweitet werden sollte, an dem der Grenznutzen den Grenzkosten entspricht (MB=MC) bzw. die erste Ableitung der Zielfunktion gleich null ist.
Räumlicher Mietpreisgradient
Der negative empirische Zusammenhang zwischen der Quadratmetermiete von Wohnungen und der Fahrzeit bzw. Distanz zum Stadtzentrum, der die Opportunitätskosten der Pendelzeit widerspiegelt.
Homeoffice-Effekt auf städtische Mieten
Der strukturelle Wandel, bei dem selteneres Pendeln die Gesamtreisekosten senkt, das Kostenminimum nach außen in die Peripherie verschiebt und den Mietgradienten abflacht (z. B. Steigungsänderung in 50 Großstadtregionen von −0,012 im Jahr 2019 auf −0,009 im Jahr 2024).