Attribution

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1
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Attributionstheorie

= Annahme darüber, wie Menschen zu Erklärungen für ihr eigenes Verhalten & Verhalten anderer gelangen

  • Mensch=naiver Wissenschaftler, bringt beobachtetes Verhalten & nicht-beobachtbare Ursachen in Zsmhang

  • Ziel von Attribution: Erkenntnis über Dispositionen anderer Menschen

  • Disposition = überdauernde charakteristische Merkmale

  • Situative Faktoren weitgehend ignoriert —> subjektive Verzerrungen

  • Korrespondenzverzerrung: Neigung, aus einem beobachteten Verhalten auf eine Disposition zu schließen, die dem Verhalten entspricht, selbst wenn Verhalten durch Situation bestimmt war

  • Beobachter

  • Handelnder

  • Selbstattribution: Beobachter & Handelnder sind dieselben Person, man selbst

  • Entität = Objekt, Mensch, Gegenstand, ggü. dem sich ein Handelnder auf eine best. Weise verhält

  • Sozialer Kontext

2
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Kovariationstheorie

  • Kelley (1967, 1973): Menschen erklären sich Ursachen des Handelns durch Beobachtung vergleichbarer Fälle & Sammeln von Daten

  • Annahme:

    • Beobachter ziehen kausale Schlüsse über Verhalten, indem sie Daten über vergleichbare Fälle sammeln

    • Verhaltensursache laut Beobachter ist die, die mit beobachtetem Effekt übereinstimmt

  • 3 Verhaltensursachen:

    • Person, von der Konsensusinformation gewonnen wird

      • —> Verhalten anderer ggü. Entität

    • Situation, von der Konsistenzinformation gewonnen wird

      • —> Verhalten gleicher Person in versch. Kontexten ggü. Entität

    • Objekt, von dem Distinktinformation gewonnen wird

      • —> Verhalten gleicher Person ggü. anderen Entitäten

3
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Kausale Schemata

  • Nachteil Kovariationsmodell: Infos sind meist unvollständig

  • Infos werden durch kausale Schemata aktiv hinzugefügt:

    • Abwertungsprinzip: Rolle der Ursache einer Handlung verliert an Bedeutung, wenn andere plausible Ursachen vorhanden sind

    • Aufwertungsprinzip: Rolle best. Ursache gewinnt an Bedeutung, wenn Effekt trotz hemmender Ursache auftritt

4
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Attribution von Erfolg & Misserfolg

  • Weiner (1979, 1985): Schlussfolgerungen über Ursachen von Erfolg & Misserfolg —> unmittelbarer Einfluss auf künftige Erwartungen, Motivationen & Emotionen

  • Bsp.: Noten, sportl. Leistungen, …

  • 3 Klassifikationen:

    • Lokalisation/Lokation: internal/external

    • Stabilität: Ursachen eher stabil/instabil

    • Kontrollierbarkeit: Möglichkeit des Einflusses

  • Attribution dienen nicht nur Verständnis eigener/fremder Handlungen, sondern bestimmen auch (Leistungs-) Erwartungen, Emotionen & Motivation

5
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Attributionsverzerrungen: Fundamentaler Attributionsfehler

Experiment von Jonas & Harris, 1967

  • Studierende lesen Aufsätze von Mitstudierenden: Pro / contra Fidel Castro

  • Gesamtbevölkerung in USA eher negativ eingestellt zu Fidel Castro

  • UV: Wahlfreiheit der Autoren

    • Bedingung A: „Autor hat freiwillig Meinung geschrieben“

    • Bedingung B: „Autor hatte Meinung in Rollenspiel zu vertreten“

  • Frage an Teilnehmende: was ist tatsächliche Meinung des Autors?

  • Ergebnisse:

    • Freie positive Entscheidung: hohe wahrgenommene positive Einstellung —> logisch erwartet

    • Keine freie pos. Entscheidung: hohe wahrgenommene positive Einstellung —> fundamentaler Attributionsfehler, weil Situation nicht beachtet

    • —> Menschen neigen dazu, Dispositionen zu überschätzen & situative Faktoren zu unterschätzen

6
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Attributionsverzerrungen: Actor-Observer-Effekt

Unterschiede zw. Handelndem & Beobachter

  • Attributionsmuster bzw. allgemeine Neigung:

    • Menschen erklären eigenes Verhalten stärker mit Situation

    • Aber Verhalten anderer stärker mit Disposition

  • Erklärungen:

    • Verfügbarkeit von konträren Infos: Zugang zu deutlich mehr Infos über Motive/Ursachen für eigenes Handeln

    • Richtung der Aufmerksamkeit „perzeptuelle Salienz“: beim Erklären des Verhaltens anderer ist Aufmerksamkeit bereits auf andere Person gerichtet

7
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Attributionsverzerrungen: Selbstwertdienliche Verzerrungen

  • Tendenz, eigene Erfolge auf interne Ursachen zu attributieren

  • Tendenz, eigenes Versagen auf externe Ursachen zu attributieren

  • Erklärung:

    • Erhaltung positives Selbstbild

8
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Theorie der gelernten Hilflosigkeit (Seligmann, 1975)

  • Seligmann: inkonsistente Bestrafung von Versuchstieren (Stromschläge)

  • Erleben: Belohnungen & Bestrafungen weisen keinen Zsmhang mit dem Handeln auf

  • Folgen für:

    • Motivation: Lethargie

    • Lernen: erlahmendes Kontingenzlernen

    • Emotion: Depression

9
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Abramson et al. (1978): Kognitive Bewertung der Bestrafung

  • internale Ursache

  • Stabil

  • Unkontrollierbar

  • Globalisiert

Modell zur Entstehung von Depressionen:

  • Objektive Nichtkontingenz: nichts ändert sich, egal was getan wird

  • —> wahrgenommene Nichtkontingenz: Person merkt, dass sich nichts ändert

  • —> Attribution: Nichtkontingenz wird auf innere, stabile & globale Faktoren attributiert

  • —> Erwartung der Nichtkontingenz: Person kommt zu Schluss, dass künftige Handlungen nix ändern

  • —> Symptome der Hilflosigkeit: Depression verbunden mit mangelnder Motivation

Bespiel: Schulische Hilflosigkeit