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Personalfreisetzung

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Was ist die Personalfreisetzung?

Personalfreisetzung versteht man alle Maßnahmen zum Abbau einer personellen Überdeckung in quantitativer, qualitativer, zeitlicher und örtlicher Hinsicht. Es geht dabei nicht nur um Kündigungen, sondern darum, zu viel Arbeitskapazität anzupassen oder umzustrukturieren.

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Begriffe rund um Personalfreisetzung:

  • Personalfreisetzung (Oberbegriff): Maßnahmen, um Personalüberhänge zu verringern.

  • Personalfreistellung: Mitarbeitende werden zeitweise oder dauerhaft von der Arbeit entbunden.

  • Personalanpassung: Umstrukturierungen, Versetzungen oder Änderungen der Arbeitszeit.

  • Personalabbau: Reduzierung der Anzahl der Beschäftigten.

  • Personaleinsparung/-einschränkung: Reduzierung der Kosten oder des

    Arbeitsumfangs.

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Welche Ursachen für eine Freisetzung gibt es?

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Welche internen und externen Faktoren wirken sich auf den Personal- freisetzungsbedarf aus?

Interne Faktoren (unternehmensintern):

  • Organisationsänderungen (z. B. Reorganisation, Fusionen)

  • Technologischer Wandel (Automatisierung, Digitalisierung)

  • Produktions- oder Absatzrückgang

  • Outsourcing oder Verlagerung von Aufgaben

  • Rationalisierungsmaßnahmen

  • Änderung der Arbeitsabläufe

  • Fehlplanung im Personalbereich (z. B. Überbesetzung)

    Externe Faktoren (außerhalb des Unternehmens):

  • Konjunkturelle Schwankungen

  • Marktveränderungen (Nachfrage- oder Wettbewerbsveränderungen)

  • Gesetzliche/regulatorische Änderungen (z. B. neue Arbeitszeitgesetze)

  • Politische Entscheidungen (z. B. Subventionskürzungen)

  • Soziale & demografische Entwicklungen (z. B. Fachkräftemangel oder

    Überangebot)

  • Naturkatastrophen oder globale Krisen (z. B. Pandemien)

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Geben Sie einen Überblick über die Maßnahmen der Personalfreisetzung.

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Welche zwei Vorgehensweisen gibt es in bei der Personalfreisetzung?

Es gibt zwei Vorgehensweisen:

  • Anhebung des Soll- Personalbestands: Arbeitsleistung durch arbeitserhaltende & arbeitsbeschaffende Maßnahmen erhöhen, Personalbedarf decken: Differenz Soll-/Ist-Bestand

  • Senkung des Ist-Personalbestands: Verfügung stehende Arbeitsleistung wird nach unten angepasst auf indirektem Wege oder durch direkte quantitative und qualitative Maßnahmen

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Welcher Zusammenhang besteht zwischen Personal-Istbestand bzw. Personal- Sollbestand und der Personalfreisetzung?

Wenn ein Unternehmen mehr Mitarbeitende hat, als es tatsächlich braucht (also der Ist- Bestand größer ist als der Soll-Bestand), bedeutet das: Es wird weniger Arbeitsleistung benötigt als zuvor – nicht automatisch, dass sofort Menschen entlassen werden müssen.

• Netto-Personalbedarf gesunken → Das Unternehmen braucht weniger Arbeitskraft.

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Von welchen Kriterien hängt die Auswahl der Freisetzungsmaßnahmen ab?

  • Auswirkungen auf die Leistungserstellung

  • Dringlichkeit und Dauer der Maßnahmen

  • Finanzielle Folgen wie Abfindungen

  • Rechtliche Einschränkungen (z. B. Kündigungsschutz)

  • Auswirkungen auf Mitarbeitermotivation und Fluktuation

  • Folgen für das Unternehmensimage

  • Veränderungen in der Personalstruktur

  • Soziale und materielle Folgen für die Betroffenen

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Was versteht man unter arbeitserhaltenden und arbeitsbeschaffenden Maßnahmen im Zusammenhang mit der Personalfreisetzung?

Arbeitserhaltende und arbeitsbeschaffende Maßnahmen dienen dazu, Personalabbau zu vermeiden oder zu verringern. Sie sichern bestehende Arbeitsplätze oder schaffen gezielt zusätzliche Beschäftigung, um Überkapazitäten zu vermeiden. Dabei unterscheidet man zwischen vorbeugenden Maßnahmen (langfristig wirkend) und reaktiven Maßnahmen (kurzfristig wirkend).

Maßnahmen:

  1. Flexibilisierung des Produktionsprogramms: Produktion an saisonale oder konjunkturelle Schwankungen anpassen

  2. Flexibilisierung des Arbeitseinsatzes: Vielseitige Einsatzmöglichkeiten durch Job Enlargement/ Enrichment

  3. PersonelleUnterdeckung:Kernteamkleinhalten,Lückenfüllenmitbefristeten Kräften

  4. Abbaureservenschaffen:PufferimRandpersonal,nichtimStammpersonal

  5. ErweiterteLagerhaltung:VorräteaufbauenbeiNachfragerückgang

  6. RücknahmevonFremdaufträgen:ExterneAufträgewiederinternbearbeiten

  7. Insourcing:FremdarbeitdauerhaftinsUnternehmenholen

  8. Vorziehen von Wartung/ Reparatur: Geplante Arbeiten früher durchführen, Beschäftigung sichern

  9. Produktdiversifikation: Andere Produkte herstellen, neue Märkte bedienen

  10. Intensivierung des Marketings: Absatz steigern, mehr Arbeit schaffen

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Welche indirekten Maßnahmen der Personalfreisetzung kennen Sie?

Definition: Indirekte Personalfreisetzung bedeutet, dass das Unternehmen auf aktive Abbaumaßnahmen verzichtet und die Personalüberdeckung z. B. durch Einstellungsstopp oder natürliche Fluktuation ausgleicht – sinnvoll bei geringer, absehbarer Überdeckung.

Maßnahmen:

  • Verzicht auf Einstellungen (Einstellungsstopp): Verzicht auf Neueinstellungen, genereller Einstellungsstopp, genereller Einstellungsstopp, qualifizierter Einstellungsstopp, modifizierten Einstellungsstopp

  • Verzicht auf Aushilfen, Praktikanten und Werkstudenten: modifizierten Einstellungsstopp, wird mit vorhandenen Mitarbeitern erfüllt

  • Verzicht auf Verlängerung von befristeten Arbeitsverträgen und Verzicht auf Personal-Leasing: MitdemAuslaufendesVertragsfälltdueArbeitsleistung dieser Person weg

  • Verzicht auf Übernahme von Auszubildenden: Im Unternehmen wird die Ausbildung beendet, Jung gut qualifizierte und flexible Menschen verlassen das Unternehmen

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Weshalb ist der Abbau von Überstunden eine Personalfreisetzungsmaßnahme?

1. Örtliche Maßnahmen (Versetzungen):

  • Horizontale Versetzung: neue Stelle auf gleicher Ebene

  • Vertikale Versetzung: Auf- oder Abstieg

  • Änderungskündigung: neuer Vertrag mit geänderten Bedingungen

  • Problem: mögliche Motivationsverluste, Qualifikationslücken, Entgeltverluste

  • 2. ZeitlicheMaßnahmen(Arbeitszeitveränderung): Kurzfristig:

• Abbau von Überstunden: Sofort wirksam, schnell umsetzbar, Verrechnung über Zeitkonten, Betriebsrat muss informiert werden

  • Betriebsferien oder Urlaubsverschiebung: Saisonale Schwankungen abfangen, Urlaub in schwache Zeiten legen, Sabbaticals möglich, flexibel einsetzbar

  • Kurzarbeit (mit Kurzarbeitergeld bei Erfüllung gesetzlicher Voraussetzungen): Arbeitszeit verringert, Weniger Entgelt, Kurzarbeitergeld vom Staat, nur mit rechtlicher Grundlage möglich

    Langfristig:

  • Teilzeitförderung: freiwillige Arbeitszeitreduktion, Vertraglich vereinbart, Reduzierte Arbeitszeit, Finanzielle Anreize möglich,

  • Kürzung der regulären Arbeitszeit: tariflich oder gesetzlich geregelt, Betrifft alle Vollzeitkräfte, Meist mit Lohnkürzung

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Was bedeutet die externe Freisetzungsmaßnahme?

Definition: Externe Freisetzungsmaßnahmen führen zum Ausscheiden von Mitarbeitenden und damit oft zu einem Verlust von Know-how. Sie unterliegen rechtlichen Vorgaben und können dem Unternehmensimage schaden.

Maßnahmen:

  • Förderung freiwilliges Ausscheiden: Abfindung, Bewerbungshilfe, Risiko Know-how-Verlust

  • Aufhebungsvertrag: Einvernehmliche Trennung, Abfindung, gezielte Steuerung

  • Vorzeitige Pensionierung: Frühverrentung, Ausgleichszahlung, Altersstruktur

  • Kündigung durch Arbeitgeber: Existenzrisiko, Kündigungsschutz, soziale

    Folgen

  • Massenentlassung: Große Anzahl, gesetzliche Vorgaben, Imageverlust

  • Outplacement: Externe Beratung, neue Jobsuche, soziale Abfederung

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Was versteht man unter Outplacement?

Outplacement ist eine vom Unternehmen finanzierte Maßnahme zur Unterstützung ausscheidender Mitarbeiter bei der beruflichen Neuorientierung. Ziel ist es, die negativen Folgen der Trennung zu minimieren – für beide Seiten. Es umfasst Beratung, Bewerbungshilfe und psychologische Unterstützung, häufig durch externe Berater. Besonders verbreitet ist es bei Führungskräften und qualifizierten Fachkräften. Gruppen-Outplacements werden bei einfachen Tätigkeiten eingesetzt. Das Instrument wird zunehmend auch im Mittelstand genutzt.

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Beschreiben Sie das Zusammenwirken der am Outplacement Beteiligten.

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Welche Phasen des Einzel-Outplacements gibt es?

  • Entscheidung seitens des Unternehmens, sich vom Mitarbeiter zu trennen

  • Vorbereitung und Durchführung des Trennungsgesprächs

  • Beratung des freigesetzten Mitarbeiters: Erstellung eines Stärken-

    Schwächen-Profils, Marketing-Strategie für die Neupositionierung

  • Feedback-Phase

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Welche Vorteile bietet das Outplacement für Unternehmen und Mitarbeiter?

Unternehmen:

  • Verkürzung des Trennungsprozesses

  • Vermeidung arbeitsrechtlicher Auseinandersetzungen

  • psychische Entlastung der Personalverantwortlichen

  • erleichterte Korrektur von Fehlbesetzungen

  • Verringerung der Trennungskosten

Mitarbeiter:

  • Vermeidung bzw. Verkürzung der Arbeitslosigkeit

  • Hilfestellung bei der Bewältigung sozialer und psychischer Probleme

  • professionelle Beratung hinsichtlich der beruflichen Perspektiven

  • Hilfestellung bei der Auswahl und dem Aufbau von Kontakten

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Warum kann Personalentwicklung eine Maßnahme der Personalfreisetzung sein?

Personalentwicklung kann bei der Personalfreisetzung helfen, weil durch Weiterbildung die Mitarbeiter neue Fähigkeiten bekommen. So können sie in anderen Bereichen eingesetzt werden, wo gerade mehr gebraucht wird. Das reduziert die Zahl der Mitarbeiter, die nicht mehr gebraucht werden. Außerdem gibt es spezielle Firmen (Transfergesellschaften), in denen Mitarbeiter weiterlernen und sich auf neue Jobs vorbereiten können, anstatt direkt entlassen zu werden. So werden Entlassungen weniger und die Firma bleibt flexibler.

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Was versteht unter einer Transfergesellschaft?

Auch Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft genannt – ist eine Art Übergangslösung für Mitarbeiter, die ihren Arbeitsplatz verlieren, weil das Unternehmen sie dauerhaft nicht mehr beschäftigen kann. Es ist also eine soziale Brückenlösung, die Mitarbeitern hilft, nicht sofort arbeitslos zu werden, sondern neue Chancen durch Qualifikation zu erhalten – und dem Unternehmen hilft, den Personalabbau sozialverträglich zu gestalten.

Ziel: Die Mitarbeiter sollen weitergebildet und fit für einen neuen Job gemacht werden – entweder in einem anderen Unternehmen oder in einem anderen Berufsfeld.

Während dieser Zeit:

  • erhalten sie Weiterbildungen oder Qualifizierungen,

  • sind sie sozialversichert (also weiterhin kranken-, renten- und

    arbeitslosenversichert),

  • haben Urlaubsanspruch,

  • müssen sich im Krankheitsfall wie gewohnt krankmelden.

    Vorteile für das Unternehmen:

  • Es kann Entlassungen in großer Zahl vermeiden oder zumindest hinauszögern.

  • Es spart oft Abfindungen und vermeidet Kündigungsschutzklagen.

  • Es zeigt soziale Verantwortung, was Mitarbeitermotivation stärkt und

    Imageverlust gegenüber Kunden oder der Öffentlichkeit verhindert.

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Ordnen Sie Transfergesellschaften in die Personalfreisetzung ein.

Transfergesellschaften zählen zu den qualitativen Maßnahmen der Personalfreisetzung, da sie nicht nur den Personalabbau sozialverträglich gestalten, sondern die betroffenen Mitarbeiter durch Beratung, Bewerbungstraining und begrenzte Qualifizierungsmaßnahmen auf neue Beschäftigungsmöglichkeiten vorbereiten.

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Was versteht man unter Dequalifizierung im Zusammenhang mit Transfer- gesellschaften?

Dequalifizierung bedeutet, dass Mitarbeiter in einer Transfergesellschaft nach und nach ihre fachlichen Kenntnisse verlieren, weil sie kaum weitergebildet werden. Statt echte Qualifikationen zu erwerben, bekommen sie oft nur Bewerbungstrainings. Dadurch wird ihr Wissen veraltet, sie gelten als weniger qualifiziert und haben es später schwerer, einen neuen Job zu finden. Ihr beruflicher Wert – das sogenannte Humankapital – sinkt also.

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Welche Ziele hat das Austrittsinterview?

  • Ermittlung der Austrittsursache

  • Erkennen betrieblicher Schwachstellen, die zu Austritten führen

  • Abbau von Aversionen gegenüber dem Unternehmen

  • wertschätzende Verabschiedung des Mitarbeiters und Danksagung verbunden

    mit guten Wünschen für die Zukunft

  • Informationen für zukünftige bessere Mitarbeiterbindung