8. F & ER - ErbR (Erbschaftserwerb (§§1942 ff. BGB))-Karteikarten | Quizlet

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Grundsatz (§1942 BGB) - Vonselbsterwerb

- Erwerb (Anfall) d. Erbenstellung erfolgt von selbst, unabhängig von d. Kenntnis d. Erben

- Annahme (§1943 BGB) ist wegen Vonselbstanfall NICHT konstitutiv (§1942 I BGB) → Zweck: Wegfall d. Ausschlagungsrechts (§1943 I BGB)

--> Frühester Zeitpunkt: §1946 BGB (Anfall)

--> NICHT empfangsbedürftig, formlos, häufig konkludent

--> KEINE wirksame Annahme bei Irrtum über d. Berufungsgrund (§1949 I BGB)

--> (P): Anfechtung d. Annahme (& Ausschlagung) (§§1954 ff. BGB)

2
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Erbschaftserwerb - VSS

(1) Berufungsgrund

--> Gesetzliche / gewillkürte Erbfolge

(2) Erbfähigkeit

--> Existenz zur Zeit d. Erbfalls / nasciturus (§1923 BGB)

(3) KEIN Erbverzicht

--> Erbverzicht ist ein VERTRAG, d. VOR Tod d. Erblassers geschlossen wird, um zukünftige Erbansprüche zu regeln & oft gegen eine Abfindung zu verzichten

(4) KEINE Ausschlagung (§§1943 ff. BGB)

(5) KEINE Erbunwürdigkeit (§2339 BGB)

--> Verhindert nicht Erbschaftserwerb

--> Geltendmachung durch Gestaltungsklage (§2340 BGB: Anfechtung d. Erbschaftserwerbs)

--> Wirkungs: ex tunc Wegfall d. Erbenstellung (§2344 I BGB) ⇒ Rückwirkender Anfall an d. Nächstberufenen (§23 II BGB)

3
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KEINE Ausschlagung (§§1943 ff. BGB)

- Erbausschlagung ist eine EINSEITIGE Erklärung NACH d. Erbfall, um ein bereits angefallenes, oft verschuldetes Erbe abzulehnen

--> Zweck: Wahung d. Privatautonomie d. Erben als Korrektiv für d. Vonselbsterwerb

- Ausschlagungsberechtigt ist JEDER Erbe ohne Rücksicht auf d. Berufungsgrund

-->AUSNAHME: Fiskus als gesetzlicher Erbe (§1942 II BGB) → ABER: Haftungsobergenze für Fiskus

- Zeitpunkt: Frühestens mit Erbfall (§1946 BGB) → Spätestens bis zur Frist (§1943 Hs. 2 BGB)

--> Frist: 6 Wochen ab Kenntnis (§1944 I, II BGB) → 6 Monate bei Auslandsbezug (§1944 III BGB)

--> Fristversäumnis gilt als Annahme (§1943 BGB) → möglicher Gegenstand einer Anfechtung (§1956 BGB)

4
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KEINE Ausschlagung (§§1943 ff. BGB) - Vornahme

- Bei Erbfolge: Amtsempfangsbedürftige WE (s. §130 III BGB für Zugangserfordernis)

--> Empfänger: Nachlassgericht (§1945 BGB)

--> Form: Zur Niederschrift / öff. beglaubigt (§1945 BGB)

- Bei Vermächtnis: empfangsbedürftige WE

--> Empfänger: Beschwerter (§2180 II BGB)

--> Formfrei

- Ausschlagung ist bedingungsfeindlich (§1947)

- KEINE Teilausschlagung möglich (§1950 BGB) → ABER: §1951 BGB beachten

- Stellvertretung ist grds. möglich

--> ABER: §1945 III BGB für Form d. Vollmacht beachten

--> ABER: bei gesetzlicher Vertretung §§1643, 1851 Nr. 1 BGB betreuungsgerichtliche Genehmigung nötig

5
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KEINE Ausschlagung (§§1943 ff. BGB) - Wirkung

- Anfall an d. Nächstberufenen (§1953 II BGB) → Vorsterbensfiktion (KEINE Ausschlagung für d. gesamten Stamm)

- Bereits erteilter Erbschein ist von Amts wegen als unrichtig einzuziehen (§2361 BGB)

6
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(P): Anfechtung d. Annahme & Ausschlagung (§§1954 ff. BGB)

(1) Gegenstand

--> Annahme einschl. Annahmefiktion (§1956 BGB)

--> Ausschlagung

(2) Anfechtungserklärung

--> Erklärung ggü. Nachlassgericht (§§1955, 1945 BGB)

(3) Anfechtungsgrund (§§119, 120, 123 BGB)

--> Praktisch wichtig: Abgrenzung von §119 II BGB zum irrelevanten Motivirrtum / Rechtsfolgenirrtum gem. §119 I BGB

--> KEINE Anfechtung gem. §119 II BGB bei Irrtum über Wert d. (bekannten) Nachlasses → KEINE verkehrswesentliche Eigenschaft iSv §119 II BGB

--> ABER: Anfechtung bei Irrtum über Zusammensetzung d. Nachlasses möglich → wichtig bei Anfechtung wegen Überschuldung

(4) KEIN Ausschluss

--> Form (§§1955, 1945 BGB)

--> Frist (§1954 BGB)

(5) Wirkung (1957 BGB)

--> Anfechtung d. Annahme gilt als Ausschlagung

--> Anfechtung d. Ausschlagung gilt als Annahme

7
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Rechtsstellung d. vorläufigen Erben (§§1958 ff. BGB)

- Verfügungen d. Erben:

--> Ist dinglich berechtigt wegen §§1922 I, 1942 I BGB

--> Nach Ausschlagung ex tunc Nichtberechtigter (§1953 BGB)

--> Dritte können daher NUR gutgläubig erwerben (bei bewegl. Sachen gem. §932 BGB) → kein Abhandenkommen iSv §935 BGB (trotz §857 BGB)

--> Guter Glaube bezieht sich dann auf Endgültigkeit d. Erbenstellung

--> Anders bei "Notverfügungen" (§1959 II BGB) → zB Veräußerung verderblicher Sachen

- Rechtshandlungen ggü. d. vorläufigen Erben: bleiben wirksam (§1959 II BGB)

- Inanspruchnahme für Nachlassverbindlichkeit

--> Keine gerichtliche Geltendmachung vor Annahme (§1958 BGB)

- Verhältnis zum späteren endgültigen Erben:

--> (Rechtsfolgen-)Verweis auf GoA (§1959 I BGB) → insb. §§681, 667 & §§683, 670 BGB