1.2.3 Familie und Pluralisierung der Lebensformen

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Eheliche Kernfamilie

Das traditionelle Modell der 1950er/60er Jahre (Ehepaar, Vater als Ernährer, Mutter als Hausfrau, leibliche Kinder).

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Eltern-Kind-Gemeinschaft

Die moderne, weitere Definition von Familie im deutschsprachigen Raum.

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Familienkonstellationen

Lebensformen

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Pluralisierung der Lebensformen

Die Vielfalt an verschiedenen Arten des Zusammenlebens (neben der traditionellen Kernfamilie).

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Wandelbarkeit der Familie

Die Familie ist ein 'moving target', da sie sich historisch und kulturell ständig verändert.

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Funktionen der Familie

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Diese Funktionen der Familie sind in nahezu allen Gesellschaften und Kulturen gleich, auch wenn Familienformen von Gesellschaft zu Gesellschaft variieren und einem historischen Wandel unterliegen.

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  • Die Familie übernimmt die Befriedigung emotionaler Bedürfnisse durch Schutz und Geborgenheit sowie die Ausbildung des Selbstwertge-fühls;

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  • Die Familie regelt die biologische Reproduktion einer Gesellschaft und ermöglicht als primäre Sozialisationsinstanz, dass die Kinder den sozialen Ansprüchen und Erwartungen der Gesellschaft gerecht werden;

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Reproduktionsfunktion

Sicherung des biologischen Fortbestands der Gesellschaft.

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Sozialisationsinstanz

Erziehung der Kinder und Vermittlung von Werten und sozialen Rollen.

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Regenerationsfunktion

Schutz, Geborgenheit und Ausbildung des Selbstwertgefühls.

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Solidaritätsfunktion

Unterstützung zwischen den Generationen (Jung und Alt).

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Platzierungsfunktion

Die Familie bestimmt maßgeblich die soziale Position eines Menschen in der Gesellschaft.

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Der Wandel von familiären und anderen Lebensformen

Geburtenrückgang

veränderte Rolle der Ehe

Pluralisierung der Lebensformen

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Die Zunahme der nichtehelichen Lebensgemeinschaften muss aber auch im Zusammenhang mit strukturellen Veränderungen gesehen werden: Die Ausbildungszeiten insbesondere der Akademiker sind lang, der Arbeitsmarkt fordert immer mehr Mobilität, was die gemeinsame Lebensführung deutlich erschwert und häufig zu Wochenendbeziehungen führt.

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Der Anstieg der Frauenerwerbstätigkeit seit dem Ende der 1960er Jahre hat Millionen von Frauen die finanzielle Unabhängigkeit gebracht und ist auch Ausdruck eines tiefgreifenden gesellschaftlichen Wertewandels, der die Einstellung zur Familie deutlich verändert hat. Die Familie ist ein Ort, der partnerschaftliche Beziehungen, Unabhängigkeit und Selbstentfaltung ermöglichen soll und die Selbstaufopferung der Frau für die Familie i.d.R. abgeschafft hat.

18
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Pluralisierung der Lebensformen

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Patchwork-Familien

Zusammengesetzte Familien mit Kindern aus früheren Beziehungen (Stief- oder Fortsetzungsfamilien).

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Regenbogenfamilien

Familien, in denen Kinder bei gleichgeschlechtlichen Paaren leben.

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Einpersonenhaushalte (Singles)

Menschen, die allein leben (2016 bereits 41 % aller Haushalte in Deutschland).

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Alleinerziehende

Mütter oder Väter, die ihre Kinder ohne Partner im Haushalt erziehen.

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Nichtheheliche Lebensgemeinschaften

Paare, die zusammenleben und oft Kinder haben, aber nicht verheiratet sind.

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Wochenendbeziehungen

Paare, die aufgrund von beruflicher Mobilität nur am Wochenende zusammen sind.

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Multilokale Mehrgenerationenfamilie

Familienmitglieder wohnen nicht im selben Haus, aber in erreichbarer Nähe, um sich gegenseitig zu helfen.

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Abweichungen vom traditionellen Modell der Kernfamilie finden sich überdurchschnittlich häufig in Großstädten und in höheren Bildungs-schichten.

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Geburtenrückgang

Weniger Kinder pro Familie.

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Steigende Scheidungsrate

Mehr als jede dritte Ehe wird heute geschieden.

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Anstieg der Frauenerwerbstätigkeit

Finanzielle Unabhängigkeit der Frauen und Veränderung der Rollenbilder.

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Wertewandel

Fokus auf Selbstentfaltung, Unabhängigkeit und partnerschaftliche Beziehungen statt Selbstaufopferung.

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Strukturelle Veränderungen

Lange Ausbildungszeiten und die Forderung nach hoher Mobilität am Arbeitsmarkt erschweren die Familiengründung.

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Eingetragene Lebenspartnerschaft (2001)

Rechtliche Absicherung für gleichgeschlechtliche Paare (mit weniger Rechten als die Ehe).

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Sukzessive Adoption (2013)

Das Recht für gleichgeschlechtliche Partner, bereits adoptierte oder leibliche Kinder des Partners nachfolgend zu adoptieren.

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Ehe für alle (2017)

Vollständige rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare (inklusive Adoptionsrecht, Erb- und Steuerrecht).

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Durch diese „Ehe für alle", die es zuvor bereits in 14 europäischen Staaten gab, wurden homosexuelle Paare heterosexuellen rechtlich gleichgestellt. Das bedeutet, dass sie im Erb- und Steuerrecht, bei Unterhaltsregelungen oder auch der Adoption die gleichen Rechte besit-zen. Die „Ehe für alle" ist trotz der großen gesellschaftlichen Akzeptanz (bei einer Befragung im Jahr 2016 sprachen sich 83% der Bevölkerung dafür aus) nicht unumstritten. Ihre Gegner berufen sich darauf, dass die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau eine lange Tradition habe.

Die „Ehe für alle" widerspreche auch der christlichen Auffassung, wonach die Fortpflanzung Ziel der Ehe sei.