6b Antibiotika I

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1
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Welche vier Gruppen gehören zu den Betalaktam-Antibiotika? [Folie 3]

  • Penicilline

  • Cephalosporine

  • Carbapeneme

  • Monobactame


2
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Welche Antibiotika hemmen die Zellwandsynthese? [Folie 3]

  • Betalaktame

  • Glykopeptide

  • Fosfomycin


3
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Welche Antibiotika greifen die bakterielle Zellmembran an? [Folie 3]
Daptomycin (Lipopeptid) und Colistin (Polymyxin).
4
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Welche Antibiotikagruppen hemmen die bakterielle Proteinsynthese? [Folie 3]
Aminoglykoside, Tetracycline, Makrolide, Lincosamide und Oxazolidinone.
5
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Welche Wirkstoffe sind typische Vertreter der Proteinsynthesehemmer? [Folie 3]
Aminoglykoside: Gentamicin, Tobramycin, Amikacin; Tetracycline: Doxycyclin; Makrolide: Clarithromycin, Azithromycin; Lincosamide: Clindamycin; Oxazolidinone: Linezolid.
6
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Welche Antibiotika greifen an DNA bzw. RNA-Polymerase an? [Folie 3]
DNA-Struktur/-Funktion: Fluorochinolone und Nitroimidazole; RNA-Polymerase: Rifampicin und Fidaxomicin. Nitrofurantoin beeinträchtigt unter anderem DNA und Proteinsynthese.
7
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Welche drei Komponenten bestimmen den Erfolg einer Antibiotikatherapie? [Folie 5]

Wirt, Keim und Antibiotikum: Immunabwehr und Infektionsort;

Empfindlichkeit und Virulenz;

Wirkmechanismus, Pharmakokinetik und Penetration.

8
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Wie können Bakterien Resistenzgene horizontal übertragen? [Folie 5]
Transduktion: Übertragung durch Phagen; Konjugation: direkter Transfer über Zellkontakt/Sexpilus; Transformation: Aufnahme freier DNA.
9
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Was sind Bakterien und welche Rolle spielen sie beim Menschen? [Folie 6]
Einzellige Prokaryonten ohne membranumhüllten Zellkern; sie können Teil der physiologischen Flora oder Krankheitserreger sein.
10
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Was bedeutet antibakterielle Chemotherapie? [Folie 6]
Behandlung vermehrungsfähiger pathogener Bakterien mit selektiv wirksamen Substanzen.
11
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Warum eignen sich bakterielle Ribosomen als selektives Angriffsziel? [Folie 6]
Bakterien besitzen 70S-Ribosomen, eukaryotische Zellen im Zytoplasma 80S-Ribosomen.
12
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An welchen ribosomalen Untereinheiten greifen Tetracycline, Aminoglykoside, Makrolide und Clindamycin an? [Folie 7]
Tetracycline und Aminoglykoside: 30S; Makrolide und Clindamycin: 50S.
13
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Was bezeichnet das Wirkspektrum eines Antibiotikums? [Folie 8]
Die Erreger, gegen die es bei therapeutisch erreichbaren Konzentrationen bakteriostatisch oder bakterizid wirkt.
14
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Was bedeutet bakteriostatisch? [Folie 8]
Reversible Hemmung der Bakterienvermehrung; die Erregerelimination ist wesentlich auf eine funktionierende Immunabwehr angewiesen.
15
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Was bedeutet bakterizid? [Folie 8]
Irreversible Schädigung und Abtötung von Bakterien.
16
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Was ist die minimale Hemmkonzentration (MHK/MIC)? [Folie 8]
Die niedrigste Antibiotikakonzentration, die in vitro sichtbares Bakterienwachstum hemmt.
17
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Was ist die minimale bakterizide Konzentration (MBK/MBC)? [Folie 8]
Die niedrigste Antibiotikakonzentration, die in vitro mindestens 99,9 % der Bakterien abtötet; entsprechend einer Reduktion um 3 log10.
18
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Kann dasselbe Antibiotikum bakteriostatisch und bakterizid wirken? [Folie 8]
Ja. Die Wirkung hängt unter anderem von Erreger, Konzentration und Expositionsdauer ab.
19
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Was bedeutet zeitabhängige Antibiotikawirkung und welcher Parameter ist dafür wichtig? [Folie 9]
Die Wirkung hängt von der Zeit oberhalb der MHK ab: T > MIC bzw. Anteil des Dosierungsintervalls oberhalb der MHK. Typisches Beispiel: Betalaktame.
20
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Welche Parameter beschreiben eine konzentrations- bzw. expositionsabhängige Antibiotikawirkung? [Folie 9]
Cmax/MIC oder AUC/MIC. Beispiele der Vorlesung: Aminoglykoside, Fluorochinolone, Daptomycin, Colistin und Metronidazol.
21
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Welche groben Unterschiede im Wirkspektrum zeigt die Übersichtstabelle? [Folie 10]
Penicillin G wirkt vor allem gegen empfindliche grampositive Erreger; Amoxicillin erweitert das gramnegative Spektrum, Clavulansäure schützt vor bestimmten Betalaktamasen. Vancomycin wirkt gegen grampositive Erreger einschließlich empfindlicher MRSA. Makrolide/Doxycyclin erfassen atypische Erreger. Pseudomonas benötigt gezielt wirksame Substanzen. Die Tabelle ist vereinfacht: tatsächliche Empfindlichkeit und substanzspezifische Ausnahmen beachten.
22
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Ist Fieber allein eine Indikation für Antibiotika? [Folie 11]
Nein. Bei immunkompetenten Patienten ohne Hinweise auf eine bakterielle Infektion besteht dadurch allein keine Indikation.
23
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Welche Patientenfaktoren müssen bei der Antibiotikawahl berücksichtigt werden? [Folie 11]
Alter, Schwangerschaft, Allergien, Nieren- und Leberfunktion, Immunstatus, Infektionsort und Ausbreitung, Fremdmaterial sowie ambulanter oder nosokomialer Erwerb.
24
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Welche zwei Massnahmen können die Kosten einer Antibiotikatherapie senken? [Folie 11]
Bei gleicher Eignung ältere, günstigere Wirkstoffe wählen und frühzeitig von intravenöser auf orale Behandlung umstellen.
25
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Was bedeutet empirische Antibiotikatherapie? [Folie 12]
Behandlung anhand des klinischen Syndroms und der wahrscheinlichen Erreger, bevor ein konkreter Erregernachweis vorliegt.
26
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Wann sollen bei einer schweren oder komplexen Infektion Kulturen abgenommen werden? [Folie 12]
Möglichst vor Beginn der Antibiotikatherapie.
27
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Was soll nach Vorliegen von Kulturergebnissen und Empfindlichkeitstest geschehen? [Folie 12]
Die empirische Therapie erregerspezifisch anpassen und das Spektrum wenn möglich einengen.
28
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Welche Ursachen kommen bei fehlendem Ansprechen nach 2–3 Tagen infrage? [Folie 12]
Resistenter Erreger, ungenügende Penetration oder Abszess, Fremdkörper, unzureichende Immunabwehr oder eine nichtbakterielle Ursache.
29
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Warum sind Antibiotika bei unkomplizierten Infekten der oberen Atemwege meist nicht sinnvoll? [Folie 13, 30]
Die Ursache ist meist viral und die Erkrankung heilt häufig spontan aus; Antibiotika wirken nicht gegen Viren.
30
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Ist eine Stauungsdermatitis oder ein Mitralklappenprolaps allein eine Antibiotikaindikation? [Folie 13]
Nein. Stauungsdermatitis ist keine bakterielle Infektion; ein Mitralklappenprolaps allein rechtfertigt keine Antibiotikaprophylaxe.
31
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Welche Ausnahme von der Nichtbehandlung einer asymptomatischen Bakteriurie nennt die Vorlesung? [Folie 13]
Schwangerschaft, zur Verringerung des Pyelonephritisrisikos. Die Folie nennt nicht sämtliche klinischen Ausnahmen.
32
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Warum wird bei vielen Infektionen eine kürzere wirksame Behandlungsdauer angestrebt? [Folie 14]
Um unnötigen antibiotischen Selektionsdruck und damit Resistenzentwicklung zu vermindern.
33
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Wovon hängt die notwendige Antibiotikatherapiedauer ab? [Folie 14]
Infektionsart, Komplikationen und klinischem Ansprechen; Osteomyelitis und Fremdkörperinfektionen benötigen häufig längere Behandlung.
34
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Was bedeutet bakterielle Resistenz im vereinfachten Modell der Vorlesung? [Folie 15]
Die MHK liegt über der am Infektionsort erreichbaren und verträglichen Wirkstoffkonzentration.
35
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Welche drei Hauptmechanismen verursachen Antibiotikaresistenz? [Folie 15, 16]
Verminderte Aufnahme oder verstärkter Efflux; Veränderung der Zielstruktur; enzymatische Inaktivierung des Antibiotikums.
36
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Wie unterscheiden sich primäre und sekundäre Resistenz? [Folie 15]
Primär: bereits vor Therapiebeginn vorhanden; sekundär: Entwicklung während der Behandlung.
37
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Was bedeutet Persistenz im Sinne der Vorlesung? [Folie 15]
Überleben eigentlich empfindlicher Keime wegen ungünstiger lokaler Bedingungen, etwa tiefem pH, anaerober Umgebung oder schlechter Durchblutung.
38
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Wie tragen Porinverlust und Effluxpumpen zur Resistenz bei? [Folie 16]
Porinverlust vermindert den Eintritt des Antibiotikums; Effluxpumpen transportieren es verstärkt aus der Bakterienzelle.
39
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Welche anamnestischen Faktoren erhöhen den Verdacht auf resistente Erreger? [Folie 17]
Antibiotikatherapie oder Hospitalisation innerhalb der letzten drei Monate sowie Reisen in Regionen mit hoher Resistenzprävalenz.
40
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Wofür steht ESBL? [Folie 17]
Extended-Spectrum-Betalaktamasen: bakterielle Enzyme, die zahlreiche Betalaktam-Antibiotika inaktivieren können.
41
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Warum gefährdet unkritischer Fluorochinoloneinsatz auch spätere Behandlungen? [Folie 17]
Er selektiert resistente Erreger, sodass Fluorochinolone später bei schweren Infektionen unwirksam sein können.
42
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Welche Erreger umfasst das Akronym ESKAPE? [Folie 18]
Enterococcus faecium, Staphylococcus aureus, Klebsiella pneumoniae, Acinetobacter baumannii, Pseudomonas aeruginosa und Enterobacter-Arten.
43
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Wofür stehen MRSA, VRE und CRAB? [Folie 18]
MRSA: Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus; VRE: Vancomycin-resistente Enterokokken; CRAB: Carbapenem-resistenter Acinetobacter baumannii.
44
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Was ist die Kernaussage der Europakarte zu Vancomycin-resistentem Enterococcus faecium? [Folie 19]
Die Resistenzhäufigkeit unterscheidet sich deutlich zwischen Ländern; regionale Resistenzdaten sind für die empirische Therapie relevant.
45
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Woraus besteht Peptidoglykan bzw. Murein? [Folie 20]
Aus Zuckerketten mit N-Acetylglucosamin (NAG) und N-Acetylmuraminsäure (NAM), die durch Peptidseitenketten quervernetzt sind.
46
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Warum ist Peptidoglykan ein Ziel bei grampositiven und gramnegativen Bakterien? [Folie 20]
Beide besitzen Peptidoglykan mit grundsätzlich gleichem Syntheseprinzip, obwohl ihre Zellhüllen unterschiedlich aufgebaut sind.
47
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Wie unterscheiden sich grampositive und gramnegative Zellhüllen? [Folie 21, 22]
Grampositive: dicke Peptidoglykanschicht mit Teichonsäuren, keine äussere Membran. Gramnegative: dünne Peptidoglykanschicht im Periplasma und zusätzliche äussere Membran mit Lipopolysacchariden und Porinen.
48
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Warum wirken Zellwandsynthesehemmer meist bakterizid? [Folie 23]
Die Zellwand verliert ihre Stabilität; durch den osmotischen Druck kann die Bakterienzelle lysieren.
49
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Welche Aussage zeigt das T > MIC-Modell mit Pneumokokken? [Folie 24]
Im gezeigten Maus-Pneumoniemodell war die Wirkung bei T > MIC von mindestens etwa 40 % am besten; das ist kein universeller Zielwert für alle Antibiotika und Infektionen.
50
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Welche gemeinsame Grundstruktur besitzen Betalaktam-Antibiotika? [Folie 25]
Einen viergliedrigen Betalaktamring.
51
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Wie wirken Betalaktame auf molekularer Ebene? [Folie 25–27]
Sie binden an penicillinbindende Proteine, insbesondere Transpeptidasen, und hemmen diese irreversibel; dadurch wird die Quervernetzung des Peptidoglykans gestört.
52
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Welche Funktion haben Transpeptidasen beim Zellwandaufbau? [Folie 26]
Sie verknüpfen Peptidseitenketten; dabei wird das terminale D-Alanin abgespalten.
53
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Warum wirken Penicilline besonders auf sich teilende Bakterien? [Folie 27]
Bei der Zellteilung muss neue Zellwand aufgebaut werden; die Hemmung dieser Synthese führt zur bakteriziden Wirkung.
54
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Welche zwei wichtigen Resistenzmechanismen betreffen Penicilline? [Folie 27]
Veränderte penicillinbindende Proteine und Bildung von Betalaktamasen.
55
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Welche Erreger erfasst Penicillin G typischerweise? [Folie 27]
Vor allem empfindliche grampositive Keime und Treponema pallidum; Staphylococcus aureus ist wegen häufiger Penicillinasebildung meist nicht empfindlich.
56
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Warum wird Penicillin G parenteral, Penicillin V dagegen oral gegeben? [Folie 28]
Penicillin G ist nicht säurestabil; Penicillin V ist für die orale Anwendung geeignet.
57
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Wie sind Halbwertszeit und Liquorpenetration von Penicillin V bzw. Penicillinen einzuordnen? [Folie 28]
Penicillin V hat eine kurze Halbwertszeit von etwa 30–40 Minuten; die Liquorpenetration von Penicillinen ist grundsätzlich begrenzt.
58
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Welche wichtigen unerwünschten Wirkungen können Penicilline verursachen? [Folie 28]
Übelkeit/Diarrhö, Exanthem, Anaphylaxie, interstitielle Nephritis, Coombs-positive hämolytische Anämie und bei hoher Exposition Krampfanfälle.
59
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Welche Elektrolytstörungen nennt die Vorlesung bei extrem hohen Penicillindosen? [Folie 28]
Hypernatriämie und Hypokaliämie.
60
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Welche zwei klassischen Penicillinindikationen werden bildlich gezeigt? [Folie 29]
Erysipel und Syphilis.
61
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Welche Strategie nennt die Vorlesung bei unkomplizierten oberen Atemwegsinfekten? [Folie 30]
Engmaschige Beobachtung, gute Erreichbarkeit und erneute Beurteilung bei Verschlechterung.
62
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Zu welcher Penicillingruppe gehört Amoxicillin? [Folie 31]
Zu den säurestabilen Aminopenicillinen.
63
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Wie unterscheidet sich das Spektrum von Amoxicillin von Penicillin G? [Folie 31]
Amoxicillin hat ein erweitertes gramnegatives Spektrum, bleibt aber gegenüber vielen Betalaktamasen empfindlich.
64
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Wie wird Amoxicillin hauptsächlich ausgeschieden und wie lang ist seine Halbwertszeit? [Folie 31]
Überwiegend unverändert renal; Halbwertszeit etwa 1,2 Stunden.
65
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Welche Faktoren begünstigen ein Amoxicillinexanthem? [Folie 31]
Insbesondere EBV-Infektion, gleichzeitiges Allopurinol und höhere Dosen.
66
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Welche Aufgabe hat Clavulansäure in der Kombination mit Amoxicillin? [Folie 32]
Sie hemmt bestimmte Betalaktamasen und schützt damit Amoxicillin; sie besitzt selbst keine relevante antibakterielle Wirkung.
67
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Gegen welche betalaktamasebildenden Erreger kann Clavulansäure das Spektrum erweitern? [Folie 32]
Beispielsweise Haemophilus influenzae, Moraxella catarrhalis, empfindliche Staphylococcus-aureus-Stämme und Bacteroides fragilis; abhängig von der jeweiligen Betalaktamase.
68
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Welche unerwünschten Wirkungen sind für Amoxicillin/Clavulansäure besonders wichtig? [Folie 32]
Häufiger Diarrhö als unter Amoxicillin allein sowie cholestatischer oder gemischter Leberschaden, selten mit Gallengangsverlust.
69
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Welche Funktionen haben Piperacillin und Tazobactam? [Folie 34]
Piperacillin hemmt als Betalaktam die Zellwandsynthese; Tazobactam hemmt bestimmte Betalaktamasen und schützt Piperacillin.
70
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Welches Spektrum zeichnet Piperacillin/Tazobactam aus? [Folie 34]
Breites Spektrum gegen viele aerobe und anaerobe grampositive und gramnegative Erreger, darunter empfindliche Enterococcus-faecalis- und Pseudomonas-aeruginosa-Stämme.
71
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Bei welchen Infektionen wird Piperacillin/Tazobactam laut Vorlesung eingesetzt? [Folie 34]
Schwere Atemwegs-, Harnwegs-, intraabdominelle, gynäkologische sowie Haut-/Weichteilinfektionen und Fieber bei Neutropenie.
72
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Welcher Organfunktion muss die Dosierung von Piperacillin/Tazobactam angepasst werden? [Folie 34]
Der Nierenfunktion.
73
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Wann beginnt eine Penicillinallergie vom Soforttyp typischerweise? [Folie 35]
Innerhalb von etwa zwei Stunden nach der Gabe.
74
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Welche Symptome kennzeichnen eine Penicillin-Soforttypreaktion? [Folie 35, 36]
Pruritus, Urtikaria, Angioödem, Bronchospasmus bis zum anaphylaktischen Schock; Hautzeichen können fehlen.
75
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Welcher Immunmechanismus liegt der Penicillin-Soforttypreaktion zugrunde? [Folie 35]
Eine IgE-vermittelte allergische Reaktion.
76
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Wann kann eine Penicillin-Spättypreaktion auftreten? [Folie 37]
Nach Stunden bis Tagen; bei bereits bestehender Sensibilisierung laut Vorlesung teilweise schon nach 4–8 Stunden.
77
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Welche Manifestationen kann eine Penicillin-Spättypreaktion haben? [Folie 37]
Makulopapulöses Exanthem, Fieber und mögliche Organbeteiligung wie Hepatitis, Nephritis oder Pneumonitis; schwere Hautreaktionen sind möglich.
78
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Welcher Immunmechanismus liegt der Penicillin-Spättypreaktion zugrunde? [Folie 37]
T-Zell-vermittelte Immunreaktionen; bestimmte Reaktionen sind mit HLA-Varianten assoziiert.
79
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Beweist jedes Exanthem unter Penicillin eine echte Allergie? [Folie 38, 40]
Nein. Nicht jedes Exanthem ist allergisch; eine sorgfältige Anamnese und gegebenenfalls allergologische Abklärung sind erforderlich.
80
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Wie werden SJS, SJS/TEN-Überlappung und TEN nach Hautablösung unterschieden? [Folie 39]
SJS: unter 10 % der Körperoberfläche; Überlappung: 10–30 %; TEN: über 30 %. Korrektur der missverständlichen Folienüberschrift. Quelle: https://rarediseases.info.nih.gov/diseases/7700/stevens-johnson-syndrome
81
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Warum muss eine vermutete Penicillinallergie genauer abgeklärt werden? [Folie 40]
Viele dokumentierte Allergien sind andere unerwünschte Wirkungen; Reaktionstyp und mögliche Kreuzreaktionen bestimmen die sichere Antibiotikawahl.
82
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Welche Antibiotikagruppen nennt die Vorlesung als mögliche Alternativen bei gesicherter Penicillinallergie? [Folie 40]
Je nach Infektion und Empfindlichkeit Makrolide, Clindamycin, Doxycyclin oder Fluorochinolone; keine pauschal austauschbaren Alternativen.
83
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Was unterscheidet Flucloxacillin von gewöhnlichen Penicillinen? [Folie 41]
Es ist ein penicillinasefestes, säurestabiles Antistaphylokokken-Penicillin.
84
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Wirkt Flucloxacillin gegen MRSA? [Folie 41, 42]
Nein. Seine typische Zielgruppe sind methicillinempfindliche, auch penicillinasebildende Staphylokokken.
85
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Welche pharmakokinetischen Eigenschaften von Flucloxacillin sind wichtig? [Folie 41]
Orale Bioverfügbarkeit etwa 55 %, durch Nahrung vermindert; hohe Proteinbindung etwa 95 %; kurze Halbwertszeit etwa eine Stunde; schlechte Liquorpenetration.
86
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Welche wichtigen Indikationen hat Flucloxacillin? [Folie 42]
Durch empfindliche Staphylokokken verursachte Osteomyelitis, Endokarditis und Hautinfektionen.
87
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Welche charakteristischen schweren UAW kann Flucloxacillin auslösen? [Folie 42]
Cholestatischen Leberschaden bis zum Gallengangsverlust sowie Enzephalopathie oder Krämpfe bei hoher Exposition, besonders bei Niereninsuffizienz.
88
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Welche peripheren Zeichen einer Endokarditis zeigt die Vorlesung? [Folie 43]
Splitterblutungen, Osler-Knötchen und Petechien.
89
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Welche Betalaktame stehen besonders mit cholestatischem Leberschaden in Zusammenhang? [Folie 44]
Amoxicillin/Clavulansäure und Flucloxacillin.
90
New cards
Wann tritt betalaktamassoziierter Leberschaden typischerweise auf? [Folie 44]
Meist 2–4 Wochen nach Therapiebeginn; er kann auch erst nach Absetzen auftreten, laut Vorlesung bis zu zwei Monate nach der letzten Dosis.
91
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Wie verläuft betalaktamassoziierter Leberschaden meistens und was ist eine seltene Komplikation? [Folie 44, 45]
Meist reversibel über Wochen bis Monate; selten fortschreitender Gallengangsverlust als Vanishing-bile-duct-Syndrom.
92
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Welche Risikofaktoren für betalaktamassoziierten Leberschaden nennt die Vorlesung? [Folie 46]
Höheres Alter, weibliches Geschlecht, lange Therapiedauer, hohe Dosen und wiederholte Behandlung.
93
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Welche Befunde sprechen für einen immunologischen Mechanismus des Leberschadens? [Folie 46]
Verkürzte Latenz bei Reexposition, Eosinophilie, positive Lymphozytenstimulation und HLA-Assoziationen.
94
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Mit welchem HLA-Allel ist Flucloxacillin-induzierter Leberschaden stark assoziiert? [Folie 47]
HLA-B*57:01.
95
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Wie wirken Cephalosporine? [Folie 49]
Sie binden an Transpeptidasen, hemmen die Zellwandsynthese sich teilender Bakterien und wirken bakterizid.
96
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Welches Spektrum hat die erste Cephalosporingeneration, beispielsweise Cefazolin? [Folie 49]
Gute Wirkung gegen viele grampositive Erreger, jedoch nicht MRSA oder Enterokokken; begrenztes gramnegatives Spektrum, etwa empfindliche E. coli, Klebsiellen und Proteus.
97
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Was kennzeichnet die zweite Cephalosporingeneration, beispielsweise Cefuroxim? [Folie 49]
Gegenüber der ersten Generation erweitertes gramnegatives Spektrum, unter anderem gegen empfindliche Haemophilus influenzae; keine verlässliche MRSA- oder Enterokokkenwirkung.
98
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Was kennzeichnet die dritte Cephalosporingeneration? [Folie 50]
Erweitertes gramnegatives Spektrum; gegenüber Staphylococcus aureus schwächer als frühe Generationen. Pseudomonaswirkung ist substanzabhängig: Ceftazidim ja, Ceftriaxon nein.
99
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Welches Cephalosporin der vierten Generation wird genannt und welche Eigenschaft ist wichtig? [Folie 50]
Cefepim; breites gramnegatives Spektrum einschliesslich empfindlicher Pseudomonas aeruginosa.
100
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Welches genannte Cephalosporin besitzt MRSA-Aktivität? [Folie 50, 54]
Ceftarolin. Die MRSA-Wirkung darf nicht pauschal auf alle neueren Cephalosporine übertragen werden. Quelle: https://www.ema.europa.eu/en/medicines/human/EPAR/zinforo