Biotechnologie: Grundlagen, Methoden und Zellbiologie

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Vokabelkarten zu den Grundlagen der Biotechnologie, ihren Teildisziplinen, gentechnischen Methoden, der Proteinbiosynthese und mikroskopischen Verfahren.

34 Terms

1
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Biotechnologie

Die Umsetzung von Erkenntnissen aus der Biologie, Biochemie und Gentechnik in technische oder technisch nutzbare Elemente und Produkte unter Verwendung lebender Zellen.

2
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Weiße Biotechnologie

Industrielle Biotechnologie; nutzt nachwachsende Rohstoffe und Verfahren wie Biokatalyse, Biotransformation oder Fermentation zur Ablösung klassischer chemischer Synthesen (z. B. Entwicklung von Waschmitteln mit optimierten Enzymsystemen).

3
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Rote Biotechnologie

Medizinische Biotechnologie; befasst sich mit der biotechnologischen Herstellung von Produkten für die Humanmedizin (z. B. Insulin, Impfstoffe).

4
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Grüne Biotechnologie

Landwirtschaftliche Biotechnologie; umfasst z. B. die Erzeugung schädlingsresistenter Nutzpflanzen, die Steigerung des Protein- oder Vitamingehalts in Nahrungsmitteln sowie die Gewinnung pflanzlicher Fasern für industrielle Anwendungen.

5
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Blaue Biotechnologie

Aquatische Biotechnologie; fokussiert sich auf die technische Nutzung von Prozessen und Organismen der marinen Biologie (z. B. Gewinnung hitzestabiler Enzyme aus Bakterien von Tiefseeschloten und Tiefseequellen).

6
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Graue Biotechnologie

Umweltbiotechnologie; umfasst biotechnologische Verfahren zur Trinkwasser- und Abwasseraufbereitung, zur Sanierung kontaminierter Böden, zum Müllrecycling sowie zur Abluft- und Abgasreinigung.

7
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Gelbe Biotechnologie

Lebensmittelbiotechnologie; Einsatz von Mikroorganismen in der Lebensmittelherstellung (z. B. Hefe für Bier, Brot und Wein; Milchsäurebakterien/Lactobazillen für Sauerkraut, Joghurt und Käse).

8
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Biokatalyse

Die enzymatisch gesteuerte Beschleunigung von biochemischen bzw. chemischen Reaktionsabläufen.

9
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Biotransformation

Die enzym- oder zellkatalysierte Umsetzung definierter chemischer Reinsubstanzen zu definierten Produkten.

10
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Fermentation

Die fermentative Herstellung von Chemikalien durch die Umsetzung nachwachsender Rohstoffe (z. B. Zucker) mittels lebender Mikroorganismen.

11
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Thermophil

Hitzeliebend; Bezeichnung für Organismen oder Enzyme, die an hohe Umgebungstemperaturen angepasst sind.

12
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Thermophob

Kälteliebend; Bezeichnung für Organismen, die tiefere Temperaturen bevorzugen und hitzeempfindlich sind.

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Amphiphil

Eigenschaft von Stoffen (z. B. Tenside, Ethanol), deren Moleküle sowohl einen polaren (hydrophilen) Teil als auch einen unpolaren (lipophilen) Teil besitzen und somit in beide Lösungsmittelarten eintauchen können.

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Zellatmung (aerobe Dissimilation)

Stoffwechselprozess zum Abbau von Glucose unter Sauerstoffverbrauch (C6H12O6+6 O2→6 CO2+6 H2OC_6H_{12}O_6 + 6\,O_2 \rightarrow 6\,CO_2 + 6\,H_2O), bei dem Energie zu 38 %38\,\% in Form von ATP und zu 62 %62\,\% als Wärme (zur Aufrechterhaltung der Körperkerntemperatur von 37 ∘C37\,^\circ\text{C}) freigesetzt wird.

15
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Gentechnik

Teilgebiet der Biotechnologie; liefert theoretische Grundlagen und praktische Methoden zur Analyse, gezielten Veränderung und Neukombination von Genen und genetischen Signalstrukturen (Genmanipulation).

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Bakterielle Transformation (mittels Hitzeschock)

Verfahren zur Einschleusung fremder Plasmid-DNA in Bakterienzellen; Calciumchlorid macht die Zellen kompetent, woraufhin ein Hitzeschock (42 ∘C42\,^\circ\text{C} für 2 Minuten2\,\text{Minuten}) vorübergehend Poren in der Zellmembran erzeugt.

17
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Kompetente Zelle

Bakterienzelle, deren Zellmembran (z. B. durch Behandlung mit hoher Salzkonzentration wie Calciumchlorid) für die Anlagerung und Aufnahme von Fremd-DNA durchlässig gemacht wurde.

18
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Restriktionsenzym (Restriktionsendonuklease)

Enzym, das doppelsträngige DNA an spezifischen Nukleotidsequenzen schneidet; dient Bakterien natürlich zur Abwehr von Phagen-DNA und in der Gentechnik zur gezielten DNA-Spaltung.

19
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<p>Bakterielle Phagenabwehr (Komponenten 1, 2, 3)</p>

Bakterielle Phagenabwehr (Komponenten 1, 2, 3)

1: Restriktionsenzym (zerschneidet fremde Phagen-DNA in Fragmente); 2: Abgebaute Phagen-DNA; 3: Methylgruppe (schützt bakterieneigene Wirts-DNA durch Methylierung vor dem Abbau).

20
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DNA-Ligase

Enzym, das kovalente Bindungen zwischen DNA-Strängen knüpft und dadurch Fremd-DNA-Fragmente (Inserts) in geöffnete Vektoren kovalent einbaut.

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Vektor

Ein molekulares Transportsystem (häufig ein ringförmiges bakterielles Plasmid), das zur Aufnahme, Klonierung und Einschleusung von Fremd-DNA in Empfängerzellen dient.

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In-vitro-Mutagenese

Methode zur gezielten künstlichen Veränderung der Basenabfolge von DNA-Molekülen außerhalb lebender Zellen (z. B. durch die Genschere CRISPR/Cas).

23
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Polymerase-Kettenreaktion (PCR)

Molekularbiologische Methode zur enzymatischen In-vitro-Vervielfältigung spezifischer DNA-Fragmente.

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Genomische Bibliothek (Genbibliothek)

Sammlung von Klonen, die das vollständige Genom eines Organismus in geeigneten Vektoren kloniert enthält.

25
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cDNA-Bibliothek (Expressionsbibliothek)

Sammlung klonierter DNA-Fragmente, die aus einer isolierten zellulären mRNA-Population synthetisiert wurden und somit ausschließlich exprimierte Gene repräsentieren.

26
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Bakteriophage (Phage)

Ein Virus, das spezifisch Bakterienzellen befällt und sich in ihnen vermehrt.

27
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Transkription

Erster Schritt der Proteinbiosynthese im Zellkern; die RNA-Polymerase bindet an die DNA, entspiralisiert sie und erzeugt anhand des Vorlagestrangs eine komplementäre RNA-Kopie (prä-mRNA) in den Phasen Initiation, Elongation und Termination.

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Prozessierung

Reifung der prä-mRNA im Zellkern zur fertigen mRNA, bei der nicht-codierende Introns herausgeschnitten und codierende Exons miteinander verbunden werden.

29
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Translation

Schritt der Proteinbiosynthese an den Ribosomen im Zellplasma, bei dem die Nukleotidfolge der mRNA in eine spezifische Aminosäurekette (Polypeptid) übersetzt wird.

30
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Codon

Gruppe aus drei aufeinanderfolgenden Nukleotidbasen (Basentriplett) auf der mRNA, die für eine bestimmte Aminosäure oder ein Start- bzw. Stoppsignal codiert.

31
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Methanogene Bakterien

Anaerobe Mikroorganismen im Darm, die von anderen Bakterien freigesetzten Wasserstoff (H2H_2) und Kohlenstoffdioxid (CO2CO_2) zu Methan umsetzen (4 H2+CO2→CH4+2 H2O4\,H_2 + CO_2 \rightarrow CH_4 + 2\,H_2O).

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Auflösungsvermögen (Mikroskopie)

Maß für die Deutlichkeit einer optischen Abbildung; bezeichnet den Mindestabstand zweier Punkte, bei dem sie noch als getrennte Objekte wahrnehmbar sind (Lichtmikroskop: ca. 0,2 μm0{,}2\,\mu\text{m} bzw. 200 nm200\,\text{nm}).

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Transmissionselektronenmikroskop (TEM)

Durchstrahlungselektronenmikroskop, bei dem ein hochenergetischer Elektronenstrahl im Hochvakuum das dünne Präparat durchdringt; wird in der Zellbiologie zur detaillierten Untersuchung innerer Zellstrukturen und Organellen genutzt.

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Rasterelektronenmikroskop (REM)

Elektronenmikroskop zur Untersuchung von Oberflächenstrukturen mit hoher Tiefenschärfe; ein gebündelter Primärelektronenstrahl tastet die metallbedampfte Probe zeilenweise ab und regt Sekundärelektronen an.