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Anerkannte Therapieverfahren
Psychoanalytische Therapie
Verhaltenstherapie
Gesprächspsychotherapie
Systemische Therapie
Grundannahmen psychoanalytische Therapie
Vorstellung, dass psychische Störungen durch unbewusste Konflikte entstehen, die in kindlichen Entwicklungsphasen nicht ausreichend bewältigt werden konnten, durch aktuelle Lebensereignisse wiederbelebt werden und zu krankhaftem Erleben und Verhalten führen. In der Interaktion mit dem Therapeuten oder der Therapeutin sollen diese Konflikte aufgedeckt und bearbeitet werden.
Arten psychoanalytische Therapie
Psychoanalyse (Ursprung, entwickelt von Sigmund Freud, Grundlage für viele verschiedene Therapieschulen)
Tiefenpsychologisch orientierte Therapie (modifiziert, weniger zeitintensiv)
Individualpsychologie (Alfred Adler)
Analytische Psychologie (Carl Gustav Jung)
Existenzanalyse (Viktor Frankl)
Neopsychoanalyse (Erich Fromm, Harry Stack Sullivan)
Psychoanalyse für Kinder/Jugendliche (Margaret Mahler)
Übertragungsfokussierte Psychotherapie (Otto Friedmann Kernberg, TFP)
Von Freud entwickelte Theorien
Phasen der kindlichen Entwicklung
Instanzenmodell
Abwehrmechanismen
Freuds Phasen der kindlichen psychosexuellen Entwicklung
Orale Phase (0-1,5 Jahre): Lustvolles Empfinden beim Saugen und bei der Nahrungsaufnahme → Bildung von Urvertrauen
Anale Phase (1,5-3 Jahre): Lustvolles Erleben der Ausscheidungsfunktionen sowie Lust an der Selbstbestimmung → Erlernen von Fremd- und Selbstbestimmung, Integration sich widerstrebender Gefühle
Phallische/Ödipale Phase (4-6 Jahre): Lustvolles Erleben der eigenen Geschlechtsorgane, Wahrnehmen der Geschlechtsunterschiede mit Werben und Konkurrenz → Erleben der sexuellen Unterschiede, sexuelle Identifikation
Latenzphase (6-12 Jahre): Mehr Aufmerksamkeit für die soziale Umwelt und die Entwicklung intellektueller Fähigkeiten → Ausbildung von Ich und Über-Ich
Genitale Phase (ab Pubertät): Selbstfindung durch Abgrenzung gegenüber der Welt der Erwachsenen, verstärkte Identifikation mit der eigenen sexuellen Identität → Autonomie, weitere Ausbildung der Identität
Libido
Sexualtrieb, Streben nach sexueller Lust, Lebenstrieb
Regression
Bei nicht gelungen abgeschlossener psychosexueller Entwicklungsphase, können Entwicklungsschritte auf einer bestimmten Stufe fixiert werden, d.h. in späteren Krisensituationen fällt die betroffene Person wieder auf eine frühere Entwicklungsstufe mit den dazugehörigen Verhaltensmustern zurück.
Modell der Objektbeziehungen
nach Winnicott, Klein, Balint und anderen
Weiterentwicklung von Freuds Phasenmodell
Objekt: entscheidende Bezugsperson in der frühkindlichen Entwicklung
Selbstrepräsentanz (Vorstellung von sich selbst) ist eng an die Wahrnehmung und die Vorstellung des Objekts (Objektrepräsentanz) geknüpft
Reaktion der Bezugsperson auf Bedürfnisse und Gefühle beeinflusst die Entwicklung einer realistischen Vorstellung mit einem gesunden Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl von sich selbst
Misslingen führt zu psychischen Störungen
Instanzenmodell nach Freud
Es gibt drei intrapsychische Instanzen (Es, Ich, Über-Ich), die das Denken und Handeln einer Person beeinflussen und deren Zusammenwirken man als Psychodynamik bezeichnet
Es
Triebhaftes Denken (ererbte Triebe und Instinkte), Meist unbewusst, Lust-Unlust-Prinzip: Triebe, Impulse, Instinkte, Strebungen, Bedürfnisse
Ich
Logisches, realistisches Denken (Vernunft); vermittelnde Instanz zwischen Es und Über-Ich, meist bewusst; Realitätsprinzip: Wahrnehmung, Entscheidung, Verhalten, Reflexion
Über-Ich
Verbote, Normen und Regeln (erworbenes Gewissen), unbewusst und bewusst, Moralitätsprinzip: soziale Normen, Gewissen, Regeln
Abwehrmechanismen
Viele Konflikte lassen sich nur durch das Annehmen von Unlustgefühlen lösen, die entweder aus Nicht-Befriedigung von Trieben oder von Verletzungen des Moralgefühls herrühren (Angst, Schmerz vs. Schuldgefühl)
Um sich diesen Unlustgefühlen nicht aussetzen zu müssen und die Psyche zu entlasten, verschiebt das Ich den Konflikt ins Unbewusste (Verdrängung)
Abwehrmechanismen sind Reaktionen, mit denen diese Konflikte neutralisiert werden
Verdrängung, Verleugnung (affektbesetzte Konflikte, Gedanken oder Triebimpulse werden aus dem Bewusstsein verdrängt)
Projektion (Die Schwachstellen, die jemand an sich selbst nicht akzeptieren kann, werden einer anderen Person zugeschrieben, auf sie übertragen (projiziert) und dann an ihr kritisiert.)
Identifikation/Introjektion (Eigenschaften einer anderen Person werden übernommen, um eigene unerwünschte Triebe und Bedürfnisse abzuwehren)
Reaktionsbildung (nicht akzeptierte Erlebnisinhalte werden ins Gegenteil verkehrt und damit kompensiert)
Regression (Rückkehr zu unreifen frühkindlichen Verhaltensweisen. Dadurch wird der Betroffene seiner Verantwortung oder Entscheidung enthoben.)
Verschiebung (Wenn Triebspannungen an Ersatzobjekten abreagiert werden, weil die Bedürfnisbefriedigung am eigentlichen Objekt nicht möglich, sozial nicht akzeptiert, zu gefährlich oder unerreichbar ist)
Isolierung/Abspaltung (unangenehme oder unerwünschte Gefühle werden vom Erlebten getrennt)
Sublimierung (Befriedigung triebhafter Bedürfnisse durch gesellschaftlich anerkannte Ersatzhandlungen)
Rationalisierung (Befriedigung triebhafter Bedürfnisse durch gesellschaftlich anerkannte Ersatzhandlungen)
Konversion (ein ungelöster Konflikt findet einen körperlichen Ausdruck)