1/31
Fachbegriffe und theologische Definitionen aus der Kurzfassung des Werkes Tashīl al-Wuṣūl über die drei Grundlagen des Islam: die Erkenntnis Allahs, der Religion des Islam und des Propheten Muhammad.
Die vier Pflicht-Angelegenheiten
Vier Dinge, die jeder Mensch lernen muss: 1. Wissen (Allah, Seinen Propheten und die Religion des Islam anhand von Beweisen kennen), 2. Nach diesem Wissen handeln, 3. Dazu aufrufen, 4. Geduldig sein gegenüber dem Leid, das einem dabei begegnet.
Aussage von aš-Šāfiʿī zu Sūrah al-ʿAṣr
„Hätte Allah außer dieser Sūrah keinen anderen Beleg für seine Geschöpfe hinabgesandt, so wäre dies vollkommen ausreichend gewesen für sie.“
Priorität des Wissens vor Aussage und Handlung
Der Grundsatz, dass das Wissen vor dem Sprechen und Handeln kommt, wie al-Buḫārī festhielt und durch Sūrah Muḥammad (47:19) belegt wird.
Die drei Angelegenheiten zur Umsetzung
Al-Ḥanīfiyyah
Die Religion Ibrāhīms: dass du Allah allein anbetest und Ihm die Religion aufrichtig widmest, wozu Er alle Menschen verpflichtet und erschaffen hat.
Zweck der Erschaffung („damit sie Mir dienen“)
Die Bedeutung aus Adh-Dhāriyāt 51:56: Dass die Dschinn und Menschen Allah allein anbeten (Ihn zum Einzigen erklären), verbunden mit Seinen Befehlen und Verboten.
Der Tauḥīd
Das größte Gebot Allahs: Allah allein in der Anbetung zu vereinzeln; Seine Eigenschaften zu bestätigen, wie Er und Sein Gesandter Ihn beschrieben haben; und Ihn von Mängeln, Entstehung und Ähnlichkeit mit den Geschöpfen freizusprechen.
Der Schirk
Das Größte, was Allah verboten hat: Einen anderen neben Allah anzurufen und Ihm in der Anbetung einen Partner beizugesellen, obwohl Er einen erschaffen hat.
Die drei Grundlagen (Al-Uṣūl aṯ-Ṯalāṯah)
Die drei grundlegenden Kenntnisse, die jeder Diener besitzen muss: die Erkenntnis über seinen Herrn (Rabb), über seine Religion (Islam) und über seinen Propheten Muḥammad.
Rabb (Herr)
Herr, Besitzer und derjenige, der aus dem Nichtsein ins Dasein hervorbringt; Er allein ist der Schöpfer, dem die Anbetung zusteht.
Erkenntnis des Herrn durch Zeichen und Geschöpfe
Das Erkennen Allahs anhand Seiner Zeichen (wie Nacht, Tag, Sonne und Mond) und Seiner Geschöpfe (wie die sieben Himmel, die sieben Erden und alles darin).
Anbetung (ʿIbādah)
Die äußerste Unterwerfung und Demut, verbunden mit äußerster Liebe und Hingabe; ein umfassender Begriff für alle äußeren und inneren Handlungen, die Allah liebt und mit denen Er zufrieden ist.
Arten der Anbetung
Handlungen, die einzig Allah gebühren: Islam, Īmān, Iḥsān, Bittgebet, Furcht, Hoffnung, Gottvertrauen, Verlangen, Ehrfurcht, Demut, Gottesfurcht, reuevolle Hinwendung, Bitte um Hilfe, Zufluchtsuchen, Hilferuf, Schlachten und Gelübde.
Urteil über die Beigesellung in der Anbetung
Wer irgendeinen Teil der Anbetung einem anderen als Allah widmet, gilt nach islamischer Lehre als Muschrik und Ungläubiger.
Die Religion des Islam
Die Ergebung gegenüber Allah durch den Tauḥīd, die Unterwerfung unter Ihn durch Gehorsam und die Lossagung vom Schirk und dessen Anhängern.
Stufen der Religion
Die drei Stufen des Islam, die jeweils eigene Säulen besitzen: 1. Islam, 2. Īmān (Glaube), 3. Iḥsān (Vollkommenheit im Gottesdienst).
Die fünf Säulen des Islam
Bedeutung von „Lā ilāha illā Allāh“
„Niemand wird zu Recht angebetet außer Allah allein.“ Es enthält eine Verneinung aller falschen Götzen („Lā ilāha“) und eine Bestätigung der Anbetung einzig für Allah („illā Allāh“).
Bedeutung des Zeugnisses „Muhammadur Rasūlullāh“
Dem Propheten in dem zu gehorchen, was er befiehlt; für wahr zu halten, was er berichtet; zu meiden, was er verbietet; und Allah nur so anzubeten, wie Er es vorgeschrieben hat.
Al-Īmān (Glaube)
Die zweite Stufe der Religion; umfasst über siebzig Zweige (höchster: das Glaubensbekenntnis; niedrigster: Beseitigung von Schädlichem vom Weg) und stützt sich auf sechs Säulen.
Die sechs Säulen des Īmān
Der Glaube an: 1. Allah, 2. Seine Engel, 3. Seine Bücher, 4. Seine Gesandten, 5. den Jüngsten Tag, 6. die Vorherbestimmung (al-Qadar) mit ihrem Guten und ihrem Schlechten.
Al-Iḥsān
Die höchste Stufe der Religion mit einer einzigen Säule: Dass du Allah anbetest, als würdest du Ihn sehen; denn auch wenn du Ihn nicht siehst, so sieht Er dich doch.
Hadith von Gabriel (Ǧibrīl)
Der durch ʿUmar ibn al-Ḫaṭṭāb überlieferte Hadith, in dem der Engel Gabriel als Mann in weißer Kleidung erscheint und den Propheten über Islam, Īmān, Iḥsān und die Stunde befragt, um die Gefährten ihre Religion zu lehren.
Prophet Muhammad (Abstammung und Alter)
Muhammad ibn ʿAbdullāh ibn ʿAbd al-Muṭṭalib ibn Hāšim (aus dem Stamm Quraisch, von den Arabern aus der Nachkommenschaft Ismāʿīls). Er wurde 63 Jahre alt (40 Jahre vor der Sendung, 23 als Prophet und Gesandter).
Berufung zum Propheten und Gesandten
Er wurde durch den Befehl „Lies!“ (Iqraʾ) zum Propheten berufen und durch Sūrah al-Muddaththir („O du Bedeckter!“) als Gesandter mit der Warnung vor Schirk und dem Aufruf zum Tauḥīd entsandt.
„Meide das Unheil“ (Al-Muddaththir 74:5)
Bezieht sich auf die Götzen: Sie zu meiden bedeutet, sie und ihre Anhänger zu verlassen und sich gänzlich von ihnen loszusagen.
Al-Hiǧrah (Die Auswanderung)
Der Wechsel von einem Land des Schirk in ein Land des Islam oder von einem Land der Neuerung in ein Land der Sunnah; bleibt als Pflicht bestehen, bis die Sonne im Westen aufgeht.
Universalität der Botschaft Muhammads
Die Entsendung des Propheten Muhammad an alle Menschen und Dschinn gleichermaßen, verbunden mit der Pflicht für die gesamte Schöpfung, ihm zu gehorchen.
Al-Baʿṯ (Die Auferstehung)
Die leibliche Wiedererweckung der Menschen aus der Erde nach ihrem Tod, gefolgt von Rechenschaft und Ververgeltung; das Leugnen der Auferstehung gilt als Unglaube.
Nūḥ (Noah)
Der erste Gesandte, den Allah zur Menschheit schickte, um sie nach dem Abirren zum Götzendienst wieder zur reinen Anbetung Allahs aufzurufen.
Der Ṭāġūt
Alles, womit der Diener seine Grenzen überschreitet: sei es etwas, das angebetet wird, dem gefolgt wird oder dem gehorcht wird (außerhalb der Gebote Allahs).
Die fünf führenden Ṭāġūts