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Chemische Reaktionen
•Umwandlung von einem oder mehreren Stoffen in andere Stoffe
•Edukte (Ausgangstoffe) à Produkte (Endstoffe)
•Die neuen Stoffe besitzen dauerhaft andere Eigenschaften


Chemische Reaktionen, Energie & Massengesetz
•Jede chemische Reaktion ist von einem Energieumsatz begleitet
•Bei der Umwandlung von Stoffen wird Energie freigesetzt (exotherm) oder aufgenommen (endotherm)
•Bei einer chemischen Reaktion gilt das Gesetz der Massenerhaltung


Chemische Reaktion – ja oder nein?
Wo handelt es sich um eine chemische Reaktion?
•Brennen einer Kerze
•Schmelzen von Eis
•Salz in Wasser auflösen
•Wasserkocher entkalken
•Kochen von einem Ei
•Verdauung von Essen
Ja
nein
nein
ja
ja
ja
Synthese und Analyse Reaktionen


Verbrennungen
Chemische Reaktionen (Stoffumwandlungen), bei denen Licht und Wärme freigesetzt werden und energieärmere, stabilere (hitzebeständigere) Bindungen entstehen
Flamme: Verbrennung erfolgt in der Gasphase
Glühen: feste Stoffe (z.B. Kohle) verglühen ohne Flamme
vollständigen Verbrennung:
•H-Atomen → Wasser
•C-Atomen → Kohlenstoffdioxid
•z.B. Alkohol (C2H5OH) & O2 verbrennen mit einer kaum sichtbaren bläulichen Flamme zu CO2 und H2O
In Realität erfolgen Verbrennungen oft unvollständig.
Dabei entsteht Russ (elementarer Kohlenstoff C) & Kohlenmonoxid (CO). Durch die glühenden Kohlenstoffeinheiten ist die Flamme gelb.


Verbrennungen
Zellatmung liefert Betriebsenergie vieler Lebewesen.


Bunsenbrenner
Der Bunsenbrenner ist ein Gerät, mit dem man Gase wie Erdgas oder Biogas (CH4) vollständig verbrennen kann.
Wenn Flammen bei einer Verbrennung entstehen, dann müssen gasförmige Stoffe entstehen. Somit müssen sich durch die Hitze bei der Verbrennung von Holz Gase bilden.
Da die gelben Flammen gut sichtbar sind, erfolgt die Verbrennung unvollständig. Es bildet sich auch Russ, der vom Kaminfeger dann entfernt werden muss.

Energie in Zusammenhang mit chemischen Reaktionen


Spaltung und Bildung von Bindungen
Werden Bindungen getrennt, ist dies mit Energieaufwand verbunden.
Bei jeder chemischen Reaktion werden bestehende Bindungen gespalten (endotherm, Energieaufnahme) und neue Bindungen gebildet (exotherm, Energieabgabe)
Je nachdem, ob für die Bindungsspaltung mehr oder weniger Energie aufgenommen werden muss als bei der Bildung der neuen Bindungen freigesetzt wird, ist der Gesamtvorgang endo- oder exotherm.
Da alle Energieformen zu 100% in Wärme überführt werden können, werden Energieveränderung bei chemischen Reaktionen meist durch Wärmemessung bestimmt:
Exotherm: Wärmeenergie fliesst nach aussen
Endotherm: Wärmeenergie fliesst nach innen

Exotherme & Endotherme Reaktionen
•Exotherm: Energieabgabe erkennbar an Leuchten, Wärmeabgabe, Lärm usw.
•Endotherm: Energieaufnahme erkennbar an Abkühlung, ständiger Zufuhr von Energie

Aktivierungsenergie
•Chemische Reaktionen laufen nur ab, wenn Aktivierungsenergie zugeführt wurde.
•Die Aktivierungsenergie lockert bestehende Bindungen auf (endotherm), so dass neue eingegangen werden können (exotherm).
•Beispiele von Aktivierungsenergien:
•Wärmezufuhr / Zündung
•Zufuhr elektrische Energie
•UV-Einstrahlung
•Radioaktivität
Aktivierungsenergie
Viele exotherme Reaktionen wie das Verbrennen einer Kerze laufen nicht automatisch ab, da Moleküle beständig sind. Die Stoffsysteme müssen zuerst aktiviert werden (Anzünden einer Kerze).
Aktivierungsenergie setzt Reaktion in Gang und spaltet bestehende Bindungen eines kleinen Teils der Edukte. Bei exothermen Reaktionen wird Energie frei, wodurch weitere Stoffe aktiviert werden
Exotherme & Endotherme Reaktionen


Endotherme Reaktion
•Beispiel: Bariumhydroxid und Ammoniumchlorid

Exotherme & Endotherme Reaktionen
Exotherm: Energieabgabe erkennbar an Leuchten, Wärmeabgabe, Lärm usw.
Endotherm: Energieaufnahme erkennbar an Abkühlung, ständiger Zufuhr von Energie

Elektrolyse von Wasser (Analyse) → endotherm


Knallgasreaktion (Synthese) → exotherm


Katalysatoren
Fremdstoffe, die mit den Edukten Zwischenverbindungen bilden und dabei bestehende Bindungen lockern/spalten
→ Reaktionsauslösung ohne zusätzliche Wärmezufuhr
liegen nach der Reaktion unverbraucht vor
Enzyme (=Biokatalysatoren) in Lebewesen ermöglichen alle Stoffwechselvorgänge bei Körpertemperatur
bei ca. 37 Grad (z.B. Verdauungsenzyme)

Schmelz- und Verdampfungsenergie
Die Energiemenge, die beim Schmelzen für die Aggregatzustandsänderung von flüssig nach fest benötigt wird, heisst Schmelzwärme (oder Schmelzenthalpie).
Diese Energie wird für die Überwindung der Gitterkräfte benötigt.
Die Energiemenge, die beim Verdampfen für die Aggregatzustandsänderung von flüssig nach gasförmig benötigt wird, heisst Verdampfungswärme (-enthalpie). Hier müssen die Kohäsionskräfte überwunden werden.
Die Verdampfungswärme ist in der Regel grösser als die Schmelzwärme.

Schmelz- und Verdampfungsenergie
Feuerlöschmittel Wasser
Das Verdampfen von Wasser benötigt viel Energie, da die Verdampfungswärme dieses Stoffes sehr gross ist.
Somit wird beim Löschen mit Wasser dem Brandherd sehr viel Energie entzogen.
Zusätzlich verdrängen die Wassermoleküle noch die Sauerstoffmoleküle vom Brandherd, was das Löschen weiter begünstigt.

Schmelz- und Verdampfungsenergie
Aggregatzustandsänderungen:
Endotherm: Schmelzen & Verdampfen → Energiezufuhr
Exotherm: Erstarren & Kondensieren → Energieentzug
Wüsten → kühle Nächte & heisse Tag
Orte mit hoher Luftfeuchtigkeit à heizen weniger schnell auf und kühlen in der Nacht weniger ab
-Ein Teil der Sonnenenergie wird für die Verdampfung von Wasser verbraucht → weniger starke Aufheizung
-In der Nacht kondensiert die Luftfeuchtigkeit → Kondensationsenergie wird frei, Nacht kühlt sich weniger stark ab

Gasexpansion
Lässt man ein Gas ausströmen, das unter Druck steht, so stellt man eine Abkühlung fest.
•Es muss sich also um einen endothermen Vorgang handeln → «Es wird kalt»
•Die anziehenden Kräfte zwischen den zusammengepressten Molekülen müssen überwunden werden.
•Die Bindungskräfte zwischen den Molekülen werden kleiner, weil sich die Abstände vergrössern.
Gaskompression = exotherm
•Mit dieser Methode lassen sich die Gase der Luft verflüssigen.
•Luft verflüssigen: Stickstoff erst bei -196°C flüssig, von Raumtemperatur 20°C aus → (Kühlung um 220 Grad).
Freiwillig verlaufende Reaktionen
Viele exotherme Reaktionen (zum Teil erst nach einer Zündung) laufen freiwilligab. Z.B. Verbrennungen. Ursache ist hier die Entstehung stabilerer Bindungen
Es gibt aber auch endotherme Reaktionen, welche freiwillig ablaufen.
Ich denke da an das Verdunsten von Wasser.
Hier muss also noch eine zweite Grösse eine Rolle spielen. Beim Verdunsten wechseln die Teilchen vom flüssigen in den gasförmigen Aggregatzustand.
Die Unordnung der Teilchen nimmt also zu.
Diese «Unordnung» kann man mit einer neuen Grösse messen, der sogenannten Entropie.
Unordnung entsteht von alleine, Ordnung erfordert einen grossen Energieaufwand.
2 Faktoren entscheiden, ob Reaktion freiwillig verlaufen: Bindungskräfte & Eigenbewegung der Stoffteilchen
Massenerhaltung – Was ist das?


Chemische Gleichungen
•Wie vorzugehen?
•Anzahl Atome vor und nach dem Pfeil gleich!
•Neue Koeffizienten nur vor die Stoffe
•Kleinste gemeinsame Vielfache
•Kontrollieren
Massenerhaltung: Links und Rechts MUSS die Menge an Atomen gleich sein!

Reaktionsgleichungen
Beispiel einer Reaktionsgleichung: Vollständige Verbrennung von Hexan zu Kohlenstoffdioxid und Wasser.
1. Schritt : Reaktionsgleichung in Worten aufstellen mit den Formeln dazu.
Hexan (C6H14) + Sauerstoff (O2) à Kohlenstoffdioxid (CO2) + Wasser (H2O)
2. Schritt: Kohlenstoff angleichen. Links sind 6 C-Atome vorhanden, dies ergibt rechts der Gleichung auch 6 CO2-Moleküle.
C6H14 + O2 à 6CO2 + H2O
3. Schritt: Wasserstoff angleichen. Links sind 14 H-Atome vorhanden, dies ergibt halb so viele Wassermoleküle (1 H2O-Molekül enthält 2 H-Atome).
C6H14 + O2 à 6CO2 + 7H2O
4. Schritt: Sauerstoff angleichen. Rechts hat es 6*2 + 7*1 = 19 O-Atome oder 9.5
Sauerstoffmoleküle.
C6H14 + 9.5O2 à 6CO2 + 7H2O
5. Schritt: Gleichung verdoppeln, da es keine halben Moleküle gibt (9.5 O2)
2C6H14 + 19O2 à 12CO2 + 14H2O