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Lernkartei mit zentralen Fachbegriffen, Konzepten und historischen Fakten zum Thema Utilitarismus nach Jeremy Bentham und John Stuart Mill.

Jeremy Bentham (1748–1832)
Englischer Jurist, Philosoph und Politiker sowie Begründer des klassischen Utilitarismus, der sich selbst als „Bacon“ der Moralforschung stilisierte und einen empiristischen, rein quantitativen Ansatz vertrat.
Francis Bacon (1561–1626)
Philosoph, der im Werk „Novum Organon“ eine neue empiristische Methodik der Naturforschung formulierte und Bentham als Vorbild für dessen empiristische Moralforschung diente.
Hedonismus (im Utilitarismus)
Auf dem griechischen Wort „hēdonē“ (Lust) basierender Ansatz, der den sicht- und spürbaren Effekten des Handelns – Lust/Freude (pleasure) und Unlust/Leid (pain) – den Primat zuschreibt.
Disappointment-prevention
Nach Jeremy Bentham das oberste Interesse und handlungsleitende Ziel des Menschen innerhalb seines mechanistischen Menschenbildes, gerichtet auf die Vermeidung von Enttäuschung und Leid.
Naturalistischer Fehlschluss (bei Bentham)
Kritikpunkt an Benthams Philosophie, da er unzulässig vom empirischen Sein aufs moralische Sollen schließt (weil Freude und Leid dominieren, sollen sie laut Bentham auch dominieren).
Principle of utility (Nutzenprinzip)
Grundlegendes Kriterium Benthams („the greatest happiness of the greatest number“), nach dem jede private Handlung und jede Maßnahme der Regierung danach bewertet wird, ob sie das Glück der Betroffenen vermehrt oder vermindert.
Konsequentialismus
Ethischer Ansatz, nach dem Handlungen ausschließlich nach der Summe ihrer Folgen bzw. Handlungskonsequenzen (Differenz zwischen guten und bösen Ergebnissen) beurteilt werden.
„Push-pin is as good as poetry“
Aussage von Jeremy Bentham, die ausdrückt, dass es kein qualitatives Kriterium für Moral oder Lust gibt, solange die quantitative Glücksbilanz identisch ist.

John Stuart Mill (1806–1873)
Englischer Philosoph, Mitarbeiter der East India Company (1823–1858) und Schüler Benthams, der den Utilitarismus reformierte und versuchte, dessen innere Widersprüche durch qualitative Differenzierungen aufzulösen.
Kontinuität zwischen Bentham und Mill
Die drei gemeinsamen Grundlagen beider Denker: (1) der empiristische Ansatz, (2) der konsequentialistische Ansatz und (3) das Nutzenprinzip als oberstes Prinzip der Moral.
Higher faculties (Mill)
Höhere geistige Fähigkeiten des Menschen (wie Kunst und Wissenschaft), deren Betätigung laut John Stuart Mill eine qualitativ höherwertige Lust erzeugt als rein körperliche Freuden.
Glück (happiness) vs. Zufriedenheit (content)
Unterscheidung bei Mill („besser ein unzufriedener Sokrates als ein zufriedener Narr“); echtes Glück stellt sich nur bei geistigen Beschäftigungen ein, während Zufriedenheit bloß elementare Bedürfnisse betrifft.
Soziale Nützlichkeit (Mill)
Das utilitaristische Prinzip, wonach die moralische Norm nicht das größte Glück des Handelnden selbst, sondern das größte Glück insgesamt ist, wofür auch persönliche Nachteile akzeptiert werden müssen.
Gerechtigkeit (nach Mill)
Aus der sozialen Nützlichkeit abgeleitetes Prinzip, das besagt, dass alle Menschen ein Recht auf gleiche Behandlung haben, außer ein anerkanntes Gemeinschaftsinteresse erfordert das Gegenteil.
Deontologische Momente bei Mill
Elemente einer kategorischen Verpflichtung, die Mill in Benthams folge-orientierte Ethik einbaut, wodurch er den rein empirischen und rein Lust-/Unlust-orientierten Ansatz des Ur-Utilitarismus verlässt.