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Vokabel-Lernkarten zu den literarischen und sprachgeschichtlichen Epochen von der Entstehung der deutschen Einheitssprache über die Aufklärung bis hin zur Empfindsamkeit.
Bibelübersetzung (1522)
Von Martin Luther durchgeführte Übersetzung der Bibel ins Deutsche, die die Abkehr vom Lateinischen und die Entstehung einer überregionalen deutschen Schrift- und Verkehrssprache maßgeblich vorantrieb.
Buchdruck (1450)
Technische Erfindung um das Jahr 1450, welche die massenhafte Verbreitung und Vereinheitlichung der deutschen Schriftsprache ermöglichte.
Sprachgesellschaften
Im Zuge des französischen Einflusses auf Adel und Bürgertum gegründete Vereinigungen mit dem Ziel, eine einheitliche deutsche Sprache zu pflegen und zu etablieren.
Aufklärung (1680–1800)
Geistige Epoche, die die Vernunft (ratio) als oberstes Prinzip des Denkens und Handelns definierte, den Menschen ins Zentrum stellte und eine freiheitliche Gesellschaft mit gleichen Rechten und Pflichten forderte.
Gotthold Ephraim Lessing (1729–1781)
In Kamenz geborener freier Schriftsteller, Theologe und Philosoph, der als Erfinder des modernen deutschen Theaters und Begründer des bürgerlichen Trauerspiels gilt.
Bürgerliches Trauerspiel
Von Lessing begründetes Theatergenre (bekanntes Werk: „Emilia Galotti“), das Bürgerliche statt ausschließlich adelige Figuren ins Zentrum tragischer Handlungen rückte.
Nathan der Weise
Aufklärerisches Drama von Lessing, das im 12. Jahrhundert während der Kreuzzüge spielt und die Toleranz zwischen den drei Weltreligionen (Islam, Christentum, Judentum) behandelt.
Ringparabel
Berühmte Parabel in Lessings „Nathan der Weise“, die veranschaulicht, dass keine der drei monotheistischen Religionen ihren ausschließlichen Wahrheitsanspruch beweisen kann und humanes Handeln entscheidet.
Empfindsamkeit (1740–1790)
Parallelepoche zur Aufklärung, die den rationalen Verstand durch die bewusste Betonung von Gefühlen, Innerlichkeit und persönlicher Frömmigkeit ergänzte.
Pietismus
Strömung des evangelischen Glaubens, die eine innige, persönliche Frömmigkeit und die vertiefte Hinwendung zum eigenen Seelenleben in der Epoche der Empfindsamkeit prägte.
Gefühlsbetontheit (Empfindsamkeit)
Ideal der Empfindsamkeit, bei dem überschwängliche Gefühle wie Rührung und Mitleid nicht als Schwäche, sondern als Kennzeichen eines moralischen Menschen angesehen wurden.
Naturgebundenheit (Empfindsamkeit)
Konzept, bei dem die unberührte Natur als Rückzugsort diente und als Spiegelbild der eigenen emotionalen Innenwelt verstanden wurde.
Privatleben statt Pomp
Lebenshaltung der Empfindsamkeit, die sich vom höfischen Absolutismus abwandte und Erfüllung sowie Glück im privaten Kreis von Familie und Freundschaft suchte.
Der Messias (1748/73)
Biblisches Epos von Friedrich Gottlieb Klopstock, einem bedeutenden Vertreter der literarischen Empfindsamkeit.
Sophie von La Roche
Erste deutsche Schriftstellerin, die 1771 mit „Geschichte des Fräulein von Sternheim“ einen maßgeblichen Frauen-Briefroman der Empfindsamkeit verfasste.
Matthias Claudius
Schriftsteller der Empfindsamkeit, der insbesondere für seine gefühlvolle Lyrik wie das Werk „Abendlied“ bekannt ist.