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Eisen (Ferrum / Fe)
Essentielles Spurenelement; Zentralatom des Hämoglobins und Myoglobins, unverzichtbar für Sauerstofftransport und mitochondriale Atmungskette.
Hämeisen (zweiwertiges Eisen / Fe2+)
Gebunden an Porphyrinring (in Fleisch, Fisch). Hat eine exzellente Bioverfügbarkeit von bis zu 25-30% und ist unabhängig von pflanzlichen Hemmern.
Nicht-Hämeisen (dreiwertiges Eisen / Fe3+)
Vorwiegend in pflanzlichen Lebensmitteln (Getreide, Hülsenfrüchte). Schlechte Bioverfügbarkeit (2-5%), muss erst zu Fe2+ reduziert werden.
Divalent Metal Transporter 1 (DMT1)
Das Haupt-Transportprotein an der Darmwand, das zweiwertiges Eisen (Fe2+) aus dem Darmlumen in die Schleimhautzelle schleust.
Duodenale Cytochrom-B (DCYTB)
Enzym an der Darmwand, das dreiwertiges Eisen (Fe3+) in die resorbierbare zweiwertige Form (Fe2+) reduziert.
Ferroportin
Das einzige bekannte exportierende Transportprotein, das Eisen aus den Darmzellen (und Speichern) ins Blut abgibt.
Hepcidin
Das "Master-Hormon" des Eisenstoffwechsels (gebildet in der Leber). Blockiert Ferroportin, stoppt die Eisenabgabe ins Blut und senkt die Resorption bei Entzündungen.
Ferritin
Das primäre intrazelluläre Speicherprotein für Eisen. Befindet sich in Leber, Milz und Muskeln. Spiegelt die langfristigen Eisenspeicher des Körpers wider.
Serumferritin
Blutwert zur Bestimmung des Eisenstatus. Ein niedriger Wert zeigt leere Eisenspeicher an (latenter Eisenmangel), noch bevor Anämie auftritt.
Transferrin
Das wichtigste Transportprotein für Eisen im Blutplasma. Bindet je zwei Eisenionen und transportiert sie zum Knochenmark.
Transferrinsättigung (TFES)
Der prozentuale Anteil des Transferrins, der tatsächlich mit Eisen beladen ist. Norm: ca. 20-50%. Unter 16% herrscht Eisenmangel!
Hämoglobin (Hb)
Der rote Blutfarbstoff in den Erythrozyten (enthält Eisen). Transportiert Sauerstoff von der Lunge zu den aktiven Muskeln.
Myoglobin
Das sauerstoffbindende Häm-Protein im Skelettmuskel. Speichert Sauerstoff kurzfristig in der Zelle und leitet ihn an die Mitochondrien weiter.
Eisenmangelanämie
Fortgeschrittener Eisenmangel mit Absinken des Hämoglobins (Hb); führt zu massiver Leistungsminderung, Blässe und Luftnot (Sauerstoffkollaps).
Latenter Eisenmangel
Zustand, bei dem die Eisenspeicher (Ferritin) leer sind, aber das Hämoglobin im Blut noch im Normbereich liegt (oft Leistungsabfall bei Sportlern).
Hämosiderin
Unlösliches, langfristiges Langzeitspeicherprotein für Eisen; entsteht bei Eisenüberschuss in den Zellen.
Erythropoese
Die Bildung roter Blutkörperchen im roten Knochenmark; benötigt in riesigen Mengen Eisen, Vitamin B12 und Folsäure.
Erythropoetin (EPO)
Hormon der Niere, das bei Sauerstoffmangel (Hypoxie) ausgeschüttet wird und die Erythropoese im Knochenmark maximal ankurbelt.
Haptoglobin
Blutprotein, das freigesetztes Hämoglobin (nach Erythrozytenzerstörung durch mechanische Belastung beim Laufen) bindet, um Nierenschäden zu verhindern.
Footstrike-Hämolyse
Zerstörung roter Blutkörperchen in den Kapillaren der Fußsohlen bei harten Laufbelastungen auf Asphalt, führt zu erhöhtem Eisenverlust.
Gastrointestinale Mikrourinblutungen
Mini-Blutungen im Magen-Darm-Trakt bei extremen Ausdauerbelastungen (z.B. Marathon), die den Eisenverlust verstärken.
Vitamin C als Eisen-Enhancer
Ascorbinsäure reduziert dreiwertiges Eisen (Fe3+) in die gut aufnehmbare zweiwertige Form (Fe2+) und steigert die pflanzliche Eisenresorption drastisch.
Tannine und Phytate als Eisen-Inhibitoren
Inhaltsstoffe in Kaffee, schwarzem Tee, Kakao und Getreide, die Eisen im Darm fest binden und die Aufnahme blockieren.
Calcium-Konkurrenz bei Eisen
Hohe Dosen von Calcium behindern die Eisenaufnahme im Darm, da sie um dieselben Transportwege konkurrieren (zeitlicher Abstand sinnvoll).
Eisen-Verlust über den Schweiß
Auch über den Schweiß scheidet der Körper geringe Mengen Eisen aus; bei extremem Schwitzen summieren sich diese Verluste.
Hepcidin-Anstieg nach hartem Training
Akuter, intensiver Sport (besonders mit hoher Entzündungslast) schüttet Interleukin-6 (IL-6) aus, was Hepcidin kurzzeitig hochfährt und die Eisenaufnahme blockiert.
Sideroblastische Anämie
Form der Blutarmut, bei der Eisen in den Mitochondrien der Vorläuferzellen falsch eingebaut wird (Eisenverwertungsstörung).
Hämochromatose
Erbliche Eisenspeicherkrankheit, bei der zu viel Eisen unkontrolliert im Darm resorbiert wird und Organe (Leber, Herz) vergiftet (Gegenteil von Mangel).
Aderlass
Therapeutische Entnahme von Blut bei Hämochromatose, um die überschüssigen Eisenspeicher im Körper künstlich zu senken.
Eisensubstitution
Gezielte Zufuhr von Eisenpräparaten (z.B. Eisen-II-sulfat oder Bisglycinat) zur Behebung eines nachgewiesenen Mangels.
Nebenwirkungen von Eisensupplementen
Häufig Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit, Verstopfung oder dunkler Stuhl, da nicht resorbiertes Eisen im Darm oxidativ wirkt.
Eisen-Bisglycinat
Eine organische Eisenverbindung (Chelat), die sehr magenschonend ist und eine hohe Bioverfügbarkeit aufweist.
Soluble Transferrin Receptor (sTfR)
Ein im Blut messbarer Rezeptor; steigt bei Eisenmangel an, da die Zellen verzweifelt mehr Eisen einfangen wollen (hilft bei der Diagnostik).
Enzyme der Atmungskette (Cytochrome)
Eisenabhängige Proteine in den Mitochondrien; ohne Eisen bricht die ATP-Gewinnung in der oxidativen Phosphorylierung zusammen.
Katalase und Peroxidase
Eisenhaltige Enzyme in Zellen, die giftige Wasserstoffperoxide abbauen und oxidativen Stress im Training neutralisieren.
Eisenmangel und Schilddrüse
Eisen ist Kofaktor für das Enzym Thyreoperoxidase (TPO); ein Eisenmangel blockiert daher indirekt auch die Schilddrüsenhormonbildung.
Restless-Legs-Syndrom (RLS)
Neurologische Unruhe in den Beinen; wird klinisch sehr häufig durch einen versteckten Eisenmangel (niedriges Ferritin im Gehirn) ausgelöst.
Eisenbedarf im Ausdauersport
Durch erhöhten Turnover und Verluste liegt der tägliche Bedarf von Leistungssportlern oft 30-70% über dem Wert von Nicht-Sportlern.
Menstrueller Eisenverlust
Frauen verlieren durch die Monatsblutung monatlich signifikante Mengen Eisen, weshalb sie ein massiv höheres Risiko für Eisenmangel haben.
Häm-Eisen-Transporter (HCP1)
Spezifischer Transporter an der Darmwand, der intakte Häm-Moleküle (aus Fleisch) direkt in die Zelle aufnimmt.
Eisen-Speicherung in der Leber
Die Leber ist das Hauptorgan zur Pufferung von überschüssigem Eisen in Form von Ferritin.
Transport von Eisen im retikuloendothelialen System
Makrophagen bauen alte Erythrozyten ab und recyceln das Eisen direkt über Ferroportin zurück in den Blutkreislauf.
Akute-Phase-Reaktion und Eisen
Bei Infekten oder Entzündungen versteckt der Körper das Eisen in den Speichern (Ferritin hoch, Eisen im Blut niedrig), um Bakterien den Nährstoff zu entziehen (Hypoferrämie).
Eisen und kognitive Leistungsfähigkeit
Eisenmangel führt zu Konzentrationsschwäche, mentaler Erschöpfung und verlangsamter Informationsverarbeitung im Sport.
Eisen-Toxizität
Freie Eisenionen (Fe2+) sind extrem reaktiv (Fenton-Reaktion) und erzeugen zellschädigende freie Radikale; deshalb ist Eisen im Körper immer streng proteingebunden.
Fenton-Reaktion
Chemischer Prozess, bei dem freies Eisen mit Wasserstoffperoxid hochaggressive Hydroxyl-Radikale bildet, die Zellstrukturen zerstören.
Lactoferrin
Eisenbindendes Protein in Milch und Schleimhäuten; bindet Eisen weg, schützt vor Infektionen und moduliert die Entzündungsreaktion.
Eisenstatus-Diagnostik im Sport
Eine vollständige Diagnostik erfordert immer die Kombination aus Hämoglobin, Serumferritin UND der Transferrinsättigung!
Eisen-Resorptionsfenster nach dem Training
Da Hepcidin nach dem Training für einige Stunden ansteigt, sollte die Eiseneinnahme nicht direkt unmittelbar nach dem harten Workout erfolgen.
Ausdauerkapazität und VO2max
Ein niedriger Hämoglobinwert durch Eisenmangel senkt die maximale Sauerstofftransportkapazität (VO2max) sofort messbar ab.