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Akustische und hörphysiologische Grundlagen

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Was sind die Funktionen der Cochlea?

  • Schalleintritt

Gehörknöchelchen (Hammer, Amboss, Steigbügel) übertragen Schwingungen des Trommelfells über ovale Fenster direkt in Flüssigkeit der Hörschnecke

  • Druckwellen

Bewegung erzeugt: Druckwelle, die durch flüssigkeitsgefüllte Gänge Schnecke läuft

  • Reizumwandlung (Corti-Organ)

Flüssigkeitsbewegung bringt Basilarmembran + aaraufliegende Corti-Organ zum Schwingen

  • Haarzellen

auf Membran sitzen winzige Sinneszellen mit Härchen (Haarzellen), durch Wellenknickung der Härchen öffnet sich Zelle für Ionen und elektrischer Nervenreiz entsteht

  • Tonotopie (Frequentverteilung)

hohe Töne regen Haarzellen am Anfang der Schnecke an, tiefe Töne wandern weiter bis Schneckenspitze

  • Weiterleitung

angekoppelter Hörnerv leitet elektrischen Signale direkt an Gehirn


2
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Welche Funktionen haben äußere Haarzellen?

  • aktiver kochleärer Verstärker:

verändern ihre Länge aktiv durch Spannungsveränderungen (Elektromortalität, vermittelt durch Motorprotein Prestin)

  • Schwingungsverstärkung und Feinabstimmung:

durch ihre Kontraktion + Dehnung verstärken sie Wanderwelle auf der Basilarmembran bei leisen Tönen um bis zu ca. 50dB + verbessern Frequenzauktion

  • Otoakustische Emissionen (OAE):

erzeugen mechanische Rückwirkungen, die als OAE messbar sind

  • Innervation:

werden überwiegend efferent (vom Gehirn kommend) gesteuert, um Verstärkung zu regulieren


3
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Welche Funktionen haben innere Haarzellen?

  • eigentliche Hörsinneszellen:

sind primären Rezeptoren, die die mechanische Flüssigkeitsbewegung und Schwingungen in elektrische Signale übersetzen (Transduktion

  • Signalübertragung an das Gehirn

durch einströmen von Kalium- und Claciumionen schütten sie Neurotransmitter Glutamat aus ➤ dadurch Aktionspotentiale im Hörnerv (N. vestibulocochlearis) ausgelöst, die an Gehirn weitergeleitet werden

  • Innervation

sind zu 95% afferent verschaltet + leiten die eigentliche akustische Info zum Gehirn


4
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Was bedeutet Recruitment in der Audiologie?

➤ abnorm steiler Anstieg subjektiven Lautheit mit zunehmendem Schallpegel

➤ Phänomen des Innenohr bzw. der äußeren Haarzellen


5
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Wodurch wird Recruitment bewirkt?

  • äußere Haarzellen zerstört ➤ wegfallen der Schalldämpfung zum Schutz des Innenohrs (Unbehaglichkeitsschwelle sinkt) + Schallverstärkung zum besseren Verständnis (Hörschwelle schlechter)

➤ Spanne zwischen Hörschwelle + Unbehaglichkeitsschwelle wird geringer: leise Töne werden schwerer gehört + laute Töne werden schneller als laut empfunden


6
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Wie werden Hörstörungen anatomisch- funktionell eingeteilt?

Periphere Hörstörungen: (Hörorgan nicht intakt)

  • Außenohr, Mittelohr, Innenohr

  • Schallleitungsschwerhörigkeit (SLS)

  • Schallempfindungsschwerhörigkeit (SES)

  • kombinierte Schwerhörigkeit


Zentrale Hörstörungen: (Hörorgan intakt)

  • AVWS ➤ gestörte Weiterverarbeitung gehörter Infos


7
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In welcher Region liegt die jeweilige Ursache?

SLS:

  • äußeres Ohr oder Mittelohr


SES:

  • Innenohr, Hörnerv oder Hörbahn im Gehirn


kombinierte Schwerhörigkeit:

  • äußeres Ohr, Mittelohr, Innenohr, Hörnerv oder Hörbahn im Gehirn


AVWS:

  • Zentralhirn, Hörbahn, auditiver Cortex (Großhirnrinde)


8
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Was ist eine psychogene Hörstörung?

➤ funktionelle Schwerhörigkeit: eine Hörminderung, für die sich keine organische oder körperliche Ursache finden lässt

  • Gehörorgan sowie Hörnerv + Hörbahn im Gehirn intakt

  • dennoch nimmt P Töne oder Sprache subjektiv schlechter oder garnicht mehr wahr

  • keine Simulation!


9
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Hörprüfmethoden bei Kindern und Erwachsenen

Kriterium

Kinder (v.a. Säuglinge/Kleinkinder)

Erwachsene

Primärer Ansatz

Objektive Verfahren (OAE, BERA) + spielerische Verhaltensbeobachtung

Subjektive Verfahren (Tonschwellen- und Sprachaudiometrie)

Hörschwelle

Wird meist elektrophysiologisch geschätzt (BERA)

Wird exakt durch die aktive Rückmeldung des Patienten bestimmt

Mittelohrprüfung

Sehr häufig (Tympanometrie wegen hoher Frequenz von Paukenergüssen)

Routinemäßig zur Differenzialdiagnose

Sprachtests

Bildbasiert, einfache kindgerechte Begriffe

Standardisierte Wort- und Zahlenreihen


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Apparative Versorgung von Menschen mit einer Hörbehinderung

  • konventionelle Hörgeräte

Hinter dem Ohr Geräte

  • implantierbare Hörsysteme

CI

  • ergänzende Hilfsmittel und Signalanlagen

Licht- und Vibrationsanlagen