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Vokabel- und Begriffskarten zur Vorbereitung auf die Geschichts-LEK (Oktober 2026) über die Ausbreitung des Islam, den Ersten Kreuzzug, das jüdische Leben im Mittelalter und Methoden der Quellenarbeit.
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Hidschra (622)
Die Auswanderung bzw. Flucht Mohammeds von Mekka nach Medina im Jahr 622, die den Beginn der islamischen Zeitrechnung markiert.
Dschihad
Wörtlich „Anstrengung“ oder „Bemühung auf dem Weg Gottes“. Bezeichnet das persönliche Bemühen nach den Regeln des Islam, die Verteidigung der islamischen Gemeinschaft oder historisch militärischen Kampf (bedeutet nicht automatisch Terrorismus).
Schriftbesitzer
Bezeichnung unter muslimischer Herrschaft für Jüdinnen und Christinnen, die an einen Gott glauben und eine heilige Schrift besitzen. Sie durften ihre Religion behalten, besaßen aber keine volle Gleichberechtigung.
Dschizya
Eine Sondersteuer, die geschützte Nichtmuslime (Schriftbesitzer wie Jüdinnen und Christinnen) unter muslimischer Herrschaft entrichten mussten.
Konzil von Clermont (1095)
Versammlung im Jahr 1095, auf der Papst Urban II. zum Ersten Kreuzzug aufrief, den Kreuzzug als religiöse Pflicht darstellte und Vergebung der Sünden versprach.
Bauernkreuzzug (1096)
Ein schlecht ausgerüsteter und unerfahrener Zug einfacher Menschen vor dem Ritterheer, der Pogrome an jüdischen Gemeinden im Rheinland verübte und in Kleinasien von den Seldschuken besiegt wurde.
Ritterkreuzzug (1096–1099)
Ein gut ausgerüstetes und militärisch organisiertes Heer europäischer Ritter, das 1099 Jerusalem eroberte, zahlreiche muslimische und jüdische Bewohner tötete und Kreuzfahrerstaaten gründete.
Pogrom
Ein gewaltsamer, meist gegen eine bestimmte Bevölkerungsgruppe gerichteter Angriff durch eine Menschenmenge, häufig verbunden mit Morden, Plünderungen und Zerstörung jüdischer Gemeinden.
Ritualmordlegende
Der falsche und feindselige Vorwurf gegen Jüd*innen, sie würden christliche Kinder ermorden, um deren Blut für religiöse Zwecke zu verwenden.
Hostienschändung
Die unbegründete Anschuldigung, Jüd*innen würden geweihte christliche Abendmahlshostien mutwillig verletzen oder zerstören.
Brunnenvergiftung (1348/49)
Die falsche Beschuldigung während der großen Pestepidemie 1348/49, Jüd*innen hätten Brunnen vergiftet, wodurch sie zu Sündenböcken gemacht und gewaltsam verfolgt wurden.
Kammerknechte
Rechtlicher Status der Jüd*innen im Heiligen Römischen Reich: Sie standen gegen die Zahlung von Steuern und Abgaben unter dem persönlichen, oft unsicheren Schutz der weltlichen Obrigkeit.
Kirchliches Zinsverbot
Verbot der christlichen Kirche, für geliehenes Geld Zinsen zu verlangen; dies führte dazu, dass viele Jüd*innen gezwungenermaßen im Geldverleih und Pfandgeschäft tätig wurden.
Vertreibung der Jüd*innen
Die systematische Ausweisung jüdischer Menschen aus mittelalterlichen Städten und Gebieten infolge von religiösem Hass, wirtschaftlichem Neid oder Schulden von Herrschern, meist mit Flucht nach Osteuropa (z. B. Polen).
Quellenkontextualisierung
Methode der Geschichtswissenschaft, bei der ein historischer Text in seine Zeit, die herrschenden politischen/religiösen Konflikte und die Absichten des Verfassers eingeordnet wird.