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Warum zahlen vernünftige Menschen extreme Preise? (Tulpenbsp.)
Gier, ohne Arbeit reich werden.
Warum dauert der Aufbau lange, das Platzen aber nur kurz? (Tulpenbsp.)
Die Leute sprachen über Blasen, sie wussten, dass es eine Blase ist. Darum waren sie nervös, und sie ist so schnell geplatzt.
Wo gibt es das heute?(Tulpenbsp.)
Krypto (theoretisch weniger wert als eine Zwiebel), Aktien, KI-Bubble.
Wie wird eine Finanzkrise zur Wirtschaftskrise?
Die geplatzte Blase wird zur Finanzkrise und dann zur Wirtschaftskrise (Rezession in der Realwirtschaft: Hungersnot, Arbeitslosigkeit usw.).
Erkläre das «Prinzip der sich selbst erfüllenden Erwartungen» am Beispiel der Tulpenzwiebeln.
Wenn alle glauben, Tulpen seien wertvoll, sind sie wertvoll. Dasselbe gilt für Geldscheine.
Was ist eine Spekulationsblase?
Eine «Seifenblase», die nicht mit Luft, sondern mit Geld gefüllt ist. Die Preise steigen über das realwirtschaftlich Gerechtfertigte hinaus.
Was versteht man unter «Realwirtschaft»?
Die Wirtschaft ohne Finanzbereich, z. B. Bäckereien oder Schreiner.
Warum dauert der Aufbau einer Blase lange, das Platzen aber nur kurz?
Der Aufbau dauert (ca. 20 Jahre). Die Leute wissen, dass es eine Blase ist, und sind nervös. Beim Platzen verkaufen alle in Panik, weil der Wert nicht mehr steigt.

Beschreibe die drei Phasen einer Spekulationsblase.
1: In Europa eingeführt (Zwiebeln vom Ausland), Leute (Fürsten etc.) haben die gepflanzt, Preise sind gestiegen (Preise kommen in Versteigerungen zustande)
Übergang Grün zu Blau: Kauft, lagert sie, verkauft sie weiter
2: Gewöhnliche Leute kaufen Zwiebel, im Trend, alle Sprechen von Tulpen und Tulpenpreise
Höhepunkt: Es waren fast alle am Tulpenmarkt engagiert (Ganze Bevölkerung), Aufbau braucht eine Weile (ca. 20 Jahre), man ist nervös (weiss das Zwiebel nicht 2 Million Wert)
3: Blase platzt (geht sehr schnell), Preis sinkt abrupt -> nichts mehr Wert, niemand kaufte sondern verkaufte weil Wert der Zwiebel nicht mehr gestiegen ist (Panik)
Call-Option (Rechnen): Eine Call-Option auf 1 Tonne Weizen kostet 20 Franken, der Strike liegt bei 270 Franken. Wie hoch ist Gewinn oder Verlust bei einem Kurs von 310 Franken am Verfalltag? Und bei 260 Franken?
310 − 270 − 20 = +20 Franken. Bei 260 wird die Option nicht ausgeübt, der Verlust ist die Prämie: −20 Franken.
Put-Option (Rechnen): Put auf 1 Tonne Weizen, Strike 250, Prämie 30. Gewinn oder Verlust bei einem Kurs von 200? Bei 280?
Bei 200: 250 − 200 − 30 = +20. Bei 280 wird nicht ausgeübt: −30 (Prämie).
Wie unterscheiden sich Call- und Put-Option? Wann kauft man welche?
Call = Recht, zu einem heute abgemachten Preis zu kaufen (Absicherung gegen steigende Preise, Spekulation auf steigende Kurse).
Put = Recht, zu verkaufen (Absicherung gegen sinkende Preise, Spekulation auf fallende Kurse, auch «Short gehen»).
Warum nennt man Derivate «volkswirtschaftlich steril»?
Es sind Wetten auf Kursverläufe: Eine Partei gewinnt, die andere verliert, es entsteht keine reale Produktion.
Was ist der Unterschied zwischen Primär- und Sekundärmarkt?
Primärmarkt: Das Geld fliesst in die Kassen der Unternehmen (Investition, bei Neugründung oder Kapitalerhöhung).
Sekundärmarkt: Das Geld fliesst an den Verkäufer am Markt (Spekulation).
Nenne drei Merkmale einer Aktie.
Zeitlich unbefristetes Beteiligungspapier
Anspruch auf Dividende und Mitgliedschaftsrechte
Wert aus den abdiskontierten Gewinnerwartungen
Riskanter als Obligationen
Was sagt die Zinshöhe einer Obligation aus? Weshalb kann ihr Kurs sinken?
Die Zinshöhe weist auf die Bonität des Schuldners hin. Der Kurs sinkt bei schlechter Bonität oder wegen der relativen Attraktivität im Zeitablauf.
Erkläre den Begriff «Benchmark» im Zusammenhang mit aktiv gemanagten Fonds.
Referenzpunkt, an dem die Performance des Fonds gemessen wird (z. B. S&P 500). Wer sie nicht übertrifft, ist gegenüber einem passiven Indexfonds im Nachteil.
Was sind ETFs, und weshalb sind sie kostengünstig?
Exchange Traded Funds, deren Anteile öffentlich gehandelt werden. Es sind passive Produkte, die einen Index nachbilden.
Wie funktioniert ein Schneeballsystem?
Betrügerisches Geschäftsmodell. Hohe Renditen werden versprochen, Gewinne der alten Investoren werden mit dem Geld neuer Investoren bezahlt. Das System kollabiert, wenn nicht genug neue Investoren kommen.
Weshalb spricht man vom Risiko «Keine Rendite ohne Risiko»? Was bedeutet das genauer?
Je höher die versprochene Rendite, desto grösser das Risiko.
Was ist die Finanzierungsregel bei Hypotheken?
Die Bank übernimmt maximal 80 % der bankeigenen Schätzung, die meist tiefer ist als der Kaufpreis. Es ist eine Faustregel, kein Gesetz.
Was ist die Tragbarkeitsregel bei Hypotheken?
Wohnkosten (5% Zinsen + Unterhalt, 1% des Immobilienwertes) max. 1/3 des Einkommens → Immer so
Wie berechnet eine Versicherung die Prämie?
Schadenswahrscheinlichkeit * Schadenssumme + Anteil für die Versicherung.
Was versteht man unter «Regress»?
Die Versicherung zahlt den Schaden zuerst und nimmt dann Rückgriff auf den Verursacher, wenn dieser absichtlich oder fahrlässig gehandelt hat.
Wie hängt die KI-Revolution mit dem Alterslastquotienten zusammen?
Steigt die Produktivität weiter, ist es kein Problem, dass sich der ALQ verschlechtert.
Nenne zwei Fälle, in denen man die 2. Säule oder die Säule 3a vorzeitig beziehen darf.
Kauf von Wohneigentum
Auswanderung
Gründung eines Unternehmens
(Erreichen des Pensionsalters)
Bankgeheimnis
Wie steht es um das Bankgeheimnis in der Schweiz? Wie ist die Situation für Menschen mit Wohnsitz im Inland, wie für jene im Ausland?
Inland (2 P.): Das Bankgeheimnis bleibt weitgehend intakt, der Staat darf nur bei Verdacht auf strafbare Handlungen Einsicht nehmen. Der Unterschied zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug gilt weiterhin.
Ausland (2 P.): Die Schweiz nimmt am Automatischen Informationsaustausch (AIA) teil, die Banken müssen Informationen über ausländische Kontoinhaber an deren Heimatländer weitergeben.
Wie ist der Einlegerschutz in der Schweiz organisiert? Weshalb nützt er bei einer allgemeinen Bankenkrise wenig?
100'000 CHF pro Kunde und Bankbeziehung, gesichert durch esisuisse, einen Fonds, der von den Banken selber gespiesen wird. Vergleich: 12 Mrd. CHF Liquidität und ca. 500 Mrd. CHF Anspruch auf Wertschriften gegenüber einer Bilanzsumme der Schweizer Banken von ca. 3'000 Mrd. CHF.
Was ist eine Staatsgarantie bei Kantonalbanken, und welches Problem besteht dabei?
Viele Kantone (ausser Bern und Waadt) sichern jeden Franken Einlage über ihre Steuerkassen. Das ist eine Wettbewerbsverzerrung. Das Versprechen ist kaum haltbar, Beispiel Zürich: Bilanzsumme der ZKB ca. 200 Mrd., Erträge des Kantons ca. 9 Mrd. pro Jahr. Je grösser das Versprechen, desto kleiner die Wahrscheinlichkeit, dass es gehalten wird.
Pensionskasse
Erkläre den Unterschied zwischen obligatorischem und überobligatorischem Teil und die Folgen für den Umwandlungssatz.
Der gesetzliche Mindest-Umwandlungssatz (2026: 6,8 %) gilt nur für den obligatorischen Teil. Im überobligatorischen Teil darf die PK einen beliebig tieferen Satz anwenden, die tatsächlichen Sätze sind viel tiefer (Schnitt 2025: 5,4 %). Das führt zu einer Umverteilung von jung zu alt und von reich zu arm, was dem Gedanken der 2. Säule widerspricht.
Beschreibe die drei Säulen (Art der Versicherung, Finanzierung) und nenne zwei Probleme.
1. Säule AHV (obligatorisch, Lohnprozente je 5,3 %, Umlageverfahren, Solidaritätseffekt).
2. Säule PK (Zwangssparen, Kapitaldeckung, Arbeitgeber trägt mindestens 50 %).
3. Säule (freiwilliges Sparen, 3a steuerbegünstigt).
Probleme:
Alterslastquotient verschlechtert sich, die Rentensicherung hängt von der Produktivität ab.
Kapitaldeckung hat fast zehn Mal höhere Verwaltungskosten.
Umverteilung im Überobligatorium.
Korruptionsanfälligkeit der PK.
Krankenversicherung
Weshalb steigen die Prämien ständig (Fehlanreize)? Weshalb gibt es einen Risikoausgleich?
Leistungserbringer und Patient haben den Anreiz, die teuerste Behandlung zu wählen, es gibt viele unnötige Leistungen, und die Versicherungen müssen alles zahlen. Der Risikoausgleich zwischen den Versicherern besteht wegen der Adversen Selektion, weil in der Grundversicherung niemand abgelehnt werden darf.
Versicherung als Geschäftsmodell
Du arbeitest bei einer Versicherung. Janine Weber (29) möchte eine Versicherung für Lohnausfall bei einer Geburt. Wie berechnest du die Prämie? Welche Probleme entstehen? (Beispiel 3 im Skript)
Prämie = Schadenswahrscheinlichkeit * Schadenssumme (+ Anteil für die Versicherung)
Sicherer Schaden
Adverse Selektion: Es kommen nur schlechte Risiken
Frau ist fast garantiert Schwanger weil sonst würde man das nicht abschliessen
Lösung bei Adverse Selektion ist ein Obligatorium, auch Männer zahlen die Prämie
Insidergeschäfte
Erkläre den Begriff, und nenne, weshalb er strafbar ist.
Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten (z. B. Derivaten) unter Nutzung nicht öffentlicher, kurserheblicher Informationen. Strafbar, da es das Vertrauen in faire Finanzmärkte zerstört. Der Begriff gibt 1 Punkt, die Erklärung 2 Punkte.
Wenn man eine beliebige Aktie an der Börse kauft, ist es eine «Primärmarkt»-Aktie.
Falsch (Sekundärmarkt)
Die Aktienmärkte sind für die Finanzierung der Realwirtschaft wichtiger als die Obligationenmärkte.
Falsch
Der SMI besteht etwa zur Hälfte aus drei Firmen.
Wahr (Novartis, Roche, Nestlé zusammen 45,25 %, also etwa die Hälfte)
Der Käufer einer Call-Option hat ein begrenztes Verlustrisiko und unbegrenzte Gewinnchancen.
Wahr
Aktive Fonds bilden einen Index nach.
Falsch (das tun passive Fonds)
Dank esisuisse sind Kundengelder auch bei einer grossen Bankenkrise jederzeit sicher.
Falsch
Der überobligatorische Teil des Pensionskassenguthabens wird zu einem höheren Satz umgewandelt als der obligatorische.
Falsch (zu einem beliebig tieferen)
Ehepaare erhalten zwei volle AHV-Renten.
Falsch (1,5)
Die Krankentaggeldversicherung ist obligatorisch.
Falsch (freiwillig)
In der Grundversicherung dürfen die Krankenkassen Personen ablehnen.
Falsch
Alle Kantone geben ihren Kantonalbanken eine Staatsgarantie.
Falsch (Ausnahmen Bern und Waadt)
Das Kapitaldeckungsverfahren hat tiefere Verwaltungskosten als das Umlageverfahren.
Falsch (fast zehn Mal höhere)
Hypothek:
Kaufpreis Haus 1,5 Mio., Bankschätzung 1,2 Mio. Wir nehmen 1,5 Mio. als Immobilienwert.
Wie viel Eigenkapital muss die Käuferschaft aufbringen? (2 P.)
Wie hoch muss das Einkommen mindestens sein? (2 P.)
80 % von 1,2 Mio. = 960'000 Hypothek
1'500'000 − 960'000 = 540'000
Zinsen 5 % von 960'000 = 48'000
Unterhalt 1 % von 1,5 Mio. = 15'000
Wohnkosten 63'000
Maximal 1/3 des Einkommens: 63'000 * 3 = 189'000
Rente und Kapital:
3. Eine Person hat 500'000 Fr. obligatorisches PK-Kapital. Wie hoch ist die jährliche Rente beim Mindest-Umwandlungssatz 2026? (2 P.)
4. Ein Unternehmen macht 200'000 Fr. Gewinn pro Jahr. Was ist es bei einem Zinssatz von 5 % wert? (2 P.)
5. Wie viel kostet es (in Franken pro Jahr), wenn ein Ehepaar die AHV-Maximalrente erhält? (2 P.)
500'000 × 6,8 % = 34'000 Fr.
Rente / Zinssatz = 200'000 / 0,05 = 4'000'000 Fr.
1,5 × 2'520 = 3'780 Fr. pro Monat
Versicherungsprämie:
6. Die Schadenswahrscheinlichkeit beträgt 1 %, die Schadenssumme 20'000 Fr., der Anteil für die Versicherung 50 Fr. Wie hoch ist die Prämie? (2 P.)
0,01 × 20'000 + 50 = 250 Fr.
AHV-Beitrag:
7. Wie hoch ist der AHV-Beitrag des Arbeitnehmers bei einem Bruttolohn von 80'000 Fr. (2026, je 5,3 %)? (2 P.)
80'000 × 5,3 % = 4'240 Fr.
SMI:
8. Wie viel % machen die drei grössten SMI-Titel zusammen aus? (2 P.)
15,45 + 15,37 + 14,43 = 45,25 %