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Lernkartei zu den Grundlagen der Nephrologie und Urologie: Diagnostik, Miktionsstörungen, Nierenersatztherapie, Laborwerte bei Dialyse und Wirkmechanismus von ACE-Hemmern.
Anurie
Fast vollständiges Ausbleiben der Harnausscheidung mit einer Urinmenge von <100ml beim Erwachsenen bzw. <50ml beim 3-Jährigen pro Tag.
Oligurie
Stark verminderte Harnausscheidung mit einer Urinmenge von <500ml beim Erwachsenen bzw. <120ml beim 3-Jährigen pro Tag.
Polyurie
Krankhaft vermehrte Harnausscheidung von mehr als >2500ml beim Erwachsenen (in Extremfällen bis zu 20l) bzw. >900ml beim 3-Jährigen.
Pollakisurie
Häufiges Wasserlassen in jeweils kleinen Harnmengen (z. B. bei HWI) bei insgesamt normaler 24-Stunden-Gesamtharnmenge.
Dysurie
Erschwertes und schmerzhaftes Wasserlassen, meist verbunden mit Brennen (z. B. im Rahmen eines Harnwegsinfekts).
Nykturie
Vermehrtes nächtliches Wasserlassen mit Unterbrechung des Schlafs.
Mikrohämaturie
Ausscheidung von roten Blutkörperchen im Urin, die makroskopisch nicht sichtbar ist und über Urinteststreifen (U-Stix) nachgewiesen wird.
Makrohämaturie
Bereits mit bloßem Auge sichtbar blutiger Urin, eventuell mit Koageln (Blutgerinnseln).
Restharn
Urinmenge, die nach einer erfolgten Miktion in der Harnblase verbleibt (pathologisch ab >100ml).
Harnverhalt (Harnretention)
Unvermögen zur Blasenentleerung trotz prall gefüllter Harnblase; kann zur Entwicklung einer Überlaufblase (Überlaufinkontinenz) führen.
Enuresis
Unbeabsichtigte Blasenentleerung bzw. Einnässen nach Vollendung des 5. Lebensjahres.
Primäre Enuresis nocturna
Nächtliches Einnässen ohne vorherige Trockenphase bei ca. 10% aller 7-Jährigen, oft im Zusammenhang mit dem ADH-Rhythmus; besitzt eine gute Prognose als reine Reifungssache.
Uringewinnung (Methoden)
Verfahren zur Gewinnung von Untersuchungsmaterial: Spontanurin (bevorzugt Mittelstrahlurin!), Katheterurin oder Blasenpunktionsurin.
Urindiagnostik (Labor)
Diagnostische Basisuntersuchungen des Urins, bestehend aus Streifenschnelltest, Urinsediment und Urinkultur.
Nierenrelevante Blutwerte
Laborparameter zur Beurteilung der Nierenfunktion: Kreatinin, GFR, Harnstoff, Elektrolyte (insbesondere Kalium), Gesamteiweiß, Hb und Harnsäure.
Intravenöses Urogramm (i.v.-Py)
Auch Ausscheidungsurografie genannt; radiologische Kontrastmitteldarstellung der Nieren und ableitenden Harnwege.
Zystoskopie
Endoskopische Spiegelung der Harnblase, bei der gegebenenfalls eine PE (Probeexzision) entnommen werden kann.
Hämodialyse
Extrakorporales Nierenersatzverfahren, bei dem das Blut über einen Gefäßzugang (Arterie und Vene) mittels Blutpumpe durch einen externen Hämofilter (Kapillaren) geleitet und von harnpflichtigen Substanzen gereinigt wird.
Peritonealdialyse
Intrakorporales Nierenersatzverfahren, bei dem das Peritoneum (Bauchfell) über ein Kathetersystem als körpereigene semipermeable Filtermembran genutzt wird.
Tenckhoff-Katheter
Spezieller, operativ implantierter Bauchdeckenkatheter, der als dauerhafter Körperzugang für den Ein- und Auslauf bei der Peritonealdialyse dient.
Renale Hyperkaliämie
Gefährliche Erhöhung des Serumkaliumspiegels (z. B. auf Werte wie 7,09mmol/l bei einer Dialysereferenz von 3,60–5,10mmol/l) infolge unzureichender renaler Ausscheidung.
Sekundärer Hyperparathyreoidismus (renale Genese)
Reaktive Überfunktion der Nebenschilddrüsen bei dialysepflichtiger Niereninsuffizienz, erkennbar an einem stark erhöhten intakten Parathormon (z. B. 122pg/ml bei einer Referenz von 15–65pg/ml).
Renin
In der Niere produziertes Enzym, welches Angiotensinogen in Angiotensin I spaltet.
Angiotensin-Converting-Enzym (ACE)
Enzym, das die Umwandlung von inaktivem Angiotensin I in das gefäßaktive Angiotensin II katalysiert.
ACE-Hemmer
Medikamentenklasse, die das Angiotensin-Converting-Enzym hemmt; dies blockiert die Bildung von Angiotensin II und verhindert dessen Wirkung an den AT1- und AT2-Rezeptoren.