Nephrologie, Urologie und Nierenersatztherapie

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Lernkartei zu den Grundlagen der Nephrologie und Urologie: Diagnostik, Miktionsstörungen, Nierenersatztherapie, Laborwerte bei Dialyse und Wirkmechanismus von ACE-Hemmern.

25 Terms

1
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Anurie

Fast vollständiges Ausbleiben der Harnausscheidung mit einer Urinmenge von <100 ml< 100\,\text{ml} beim Erwachsenen bzw. <50 ml< 50\,\text{ml} beim 3-Jährigen pro Tag.

2
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Oligurie

Stark verminderte Harnausscheidung mit einer Urinmenge von <500 ml< 500\,\text{ml} beim Erwachsenen bzw. <120 ml< 120\,\text{ml} beim 3-Jährigen pro Tag.

3
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Polyurie

Krankhaft vermehrte Harnausscheidung von mehr als >2500 ml> 2500\,\text{ml} beim Erwachsenen (in Extremfällen bis zu 20 l20\,\text{l}) bzw. >900 ml> 900\,\text{ml} beim 3-Jährigen.

4
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Pollakisurie

Häufiges Wasserlassen in jeweils kleinen Harnmengen (z. B. bei HWI) bei insgesamt normaler 24-Stunden-Gesamtharnmenge.

5
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Dysurie

Erschwertes und schmerzhaftes Wasserlassen, meist verbunden mit Brennen (z. B. im Rahmen eines Harnwegsinfekts).

6
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Nykturie

Vermehrtes nächtliches Wasserlassen mit Unterbrechung des Schlafs.

7
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Mikrohämaturie

Ausscheidung von roten Blutkörperchen im Urin, die makroskopisch nicht sichtbar ist und über Urinteststreifen (U-Stix) nachgewiesen wird.

8
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Makrohämaturie

Bereits mit bloßem Auge sichtbar blutiger Urin, eventuell mit Koageln (Blutgerinnseln).

9
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Restharn

Urinmenge, die nach einer erfolgten Miktion in der Harnblase verbleibt (pathologisch ab >100 ml> 100\,\text{ml}).

10
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Harnverhalt (Harnretention)

Unvermögen zur Blasenentleerung trotz prall gefüllter Harnblase; kann zur Entwicklung einer Überlaufblase (Überlaufinkontinenz) führen.

11
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Enuresis

Unbeabsichtigte Blasenentleerung bzw. Einnässen nach Vollendung des 5.5. Lebensjahres.

12
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Primäre Enuresis nocturna

Nächtliches Einnässen ohne vorherige Trockenphase bei ca. 10 %10\,\% aller 7-Jährigen, oft im Zusammenhang mit dem ADH-Rhythmus; besitzt eine gute Prognose als reine Reifungssache.

13
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Uringewinnung (Methoden)

Verfahren zur Gewinnung von Untersuchungsmaterial: Spontanurin (bevorzugt Mittelstrahlurin!), Katheterurin oder Blasenpunktionsurin.

14
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Urindiagnostik (Labor)

Diagnostische Basisuntersuchungen des Urins, bestehend aus Streifenschnelltest, Urinsediment und Urinkultur.

15
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Nierenrelevante Blutwerte

Laborparameter zur Beurteilung der Nierenfunktion: Kreatinin, GFR, Harnstoff, Elektrolyte (insbesondere Kalium), Gesamteiweiß, Hb und Harnsäure.

16
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Intravenöses Urogramm (i.v.-Py)

Auch Ausscheidungsurografie genannt; radiologische Kontrastmitteldarstellung der Nieren und ableitenden Harnwege.

17
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Zystoskopie

Endoskopische Spiegelung der Harnblase, bei der gegebenenfalls eine PE (Probeexzision) entnommen werden kann.

18
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Hämodialyse

Extrakorporales Nierenersatzverfahren, bei dem das Blut über einen Gefäßzugang (Arterie und Vene) mittels Blutpumpe durch einen externen Hämofilter (Kapillaren) geleitet und von harnpflichtigen Substanzen gereinigt wird.

19
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Peritonealdialyse

Intrakorporales Nierenersatzverfahren, bei dem das Peritoneum (Bauchfell) über ein Kathetersystem als körpereigene semipermeable Filtermembran genutzt wird.

20
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Tenckhoff-Katheter

Spezieller, operativ implantierter Bauchdeckenkatheter, der als dauerhafter Körperzugang für den Ein- und Auslauf bei der Peritonealdialyse dient.

21
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Renale Hyperkaliämie

Gefährliche Erhöhung des Serumkaliumspiegels (z. B. auf Werte wie 7,09 mmol/l7{,}09\,\text{mmol/l} bei einer Dialysereferenz von 3,60–5,10 mmol/l3{,}60\text{--}5{,}10\,\text{mmol/l}) infolge unzureichender renaler Ausscheidung.

22
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Sekundärer Hyperparathyreoidismus (renale Genese)

Reaktive Überfunktion der Nebenschilddrüsen bei dialysepflichtiger Niereninsuffizienz, erkennbar an einem stark erhöhten intakten Parathormon (z. B. 122 pg/ml122\,\text{pg/ml} bei einer Referenz von 15–65 pg/ml15\text{--}65\,\text{pg/ml}).

23
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Renin

In der Niere produziertes Enzym, welches Angiotensinogen in Angiotensin I spaltet.

24
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Angiotensin-Converting-Enzym (ACE)

Enzym, das die Umwandlung von inaktivem Angiotensin I in das gefäßaktive Angiotensin II katalysiert.

25
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ACE-Hemmer

Medikamentenklasse, die das Angiotensin-Converting-Enzym hemmt; dies blockiert die Bildung von Angiotensin II und verhindert dessen Wirkung an den AT1\text{AT}_1- und AT2\text{AT}_2-Rezeptoren.