Datenbanken und Literaturrecherche

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Wissenschaftliches Arbeiten

Literaturrecherche ist zentrale Kernkompetenz der Klassischen Philologie.

Ziele:

  • Primärtexte finden

  • kritische Editionen identifizieren

  • Sekundärliteratur systematisch erfassen

  • bibliographische Angaben korrekt verstehen

  • Kategorien unterscheiden (Monographie, Aufsatz etc.)


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Fachinformationen der UB Mainz

Zentrale Einstiegsseite:

UB Mainz – Klassische Philologie
DBIS (Datenbank-Infosystem)

→ Überblick über relevante Datenbanken
→ Filter nach Fachgebiet
→ Zugang über Uninetz / VPN

Wichtig:
Nicht Google, sondern Fachportale benutzen.

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Textdatenbanken (Primärtexte)

1. Vorsichtige Nutzung

Viele Online-Textdatenbanken:

  • enthalten keinen textkritischen Apparat

  • bieten keine gesicherte Editionsgrundlage

  • sind nicht zitierfähig

Beispiel:

The Latin Library
→ keine Editionsangabe
→ Druckfehler möglich
→ nur zum schnellen Nachschlagen

2. Bessere Textdatenbanken Perseus Digital Library

  • lateinische und griechische Texte

  • häufig Loeb-Ausgaben

  • Wortsuche

  • Morphologie-Tools

Achtung:
Kein kritischer Apparat.

Packard Humanities Institute (PHI)

  • Latin Texts

  • meist Oxford- oder Teubner-Ausgaben

  • Suchfunktion

  • Konkordanz

Trotzdem:
Keine vollständige kritische Edition.

3. Hochwertige digitale Editionen

Bibliotheca Teubneriana Latina (BTL)
Thesaurus Linguae Graecae (TLG)
Library of Latin Texts (Brepols)

Diese sind wissenschaftlich zitierfähig.

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Inschriften-Datenbanken

Griechisch: Inscriptiones Graecae (IG)

Systematische Ordnung nach Regionen:

  • IG I–III: Attika

  • IG IV–XV: übrige Regionen

Chronologische Differenzierung (z. B. vor/nach Archon Euklid).

Latein: Corpus Inscriptionum Latinarum (CIL)

Bände nach geographischer Ordnung:

  • CIL VI: Rom

  • CIL XIII: Gallien & Germanien

  • CIL XVI: Militärdiplome

Epigraphik ist eigenständige Hilfswissenschaft.

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Wörterbücher

Griechisch:

Liddell-Scott-Jones (LSJ)

Latein:

Thesaurus Linguae Latinae (TLL)
Lewis & Short
Georges / Neuer Georges

Wichtig:

  • Bedeutungsfelder prüfen

  • Belegstellen analysieren

  • diachrone Entwicklung beachten


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Sekundärliteratur-Datenbanken

1. Gnomon Bibliographische Datenbank

Spezialisiert auf Altertumswissenschaft.

→ sehr differenzierte Schlagwortsuche
→ Rezensionen erfasst
→ deutschsprachige Forschung stark vertreten

2. Année Philologique (APh)

Internationale Fachbibliographie.

→ wichtigste globale Datenbank
→ systematische Schlagwortstruktur
→ Zeitschriftenaufsätze, Monographien, Rezensionen

3. Elektronische Zeitschriftenbibliothek (EZB)

Zugriff auf:

  • Fachzeitschriften

  • Byzantinistik

  • Mittellatein

  • Neugriechisch


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Literaturangaben korrekt einordnen

Kategorien:

  1. Monographie

  2. Monographie in Reihe

  3. Aufsatz in Sammelband

  4. Zeitschriftenartikel

  5. Lexikonartikel

  6. Rezension


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Abkürzungsverzeichnisse

Wichtige Hilfsmittel:

  • Der Neue Pauly (Abkürzungsverzeichnis)

  • APh-Abkürzungen

  • Zeitschriftenabkürzungen

Unbedingt lernen:

  • ANRW

  • AJPh

  • Historia

  • Gnomon

  • RAC


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Praktische Recherchekompetenz

  • Schlagwortsuche strukturieren

  • Autorensuche durchführen

  • Rezensionen identifizieren

  • Monographien von Aufsätzen unterscheiden

  • Zitation korrekt lesen

  • Editionsangaben überprüfen


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Typische Fehler vermeiden

  • Nutzung unkritischer Online-Texte

  • Fehlende Editionsangabe

  • Verwechslung von Sammelband und Zeitschrift

  • Zitieren ohne Seitenangabe

  • Nichtbeachtung von Rezensionen


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Essenz der Sitzung

Literaturrecherche ist:

  • methodisch

  • systematisch

  • datenbankgestützt

  • editionsbewusst

  • quellenkritisch

Klassische Philologie ist ohne bibliographische Kompetenz nicht möglich.