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Vokabel-Karteikarten zur Vorbereitung auf Prüfungsfragen im Modul SOA41 (Theorien der Sozialen Arbeit).
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Bedürftigkeit (Themenfeld)
Themenfeld der Sozialen Arbeit, das auf Armut und soziale Ungleichheit reagiert und dabei unterstützt, Bedarfe auszugleichen sowie Gerechtigkeit und Teilhabe zu fördern.
Ideale Gesellschaft (Themenfeld)
Themenfeld der Sozialen Arbeit, das sich an Vorstellungen einer gerechten und menschenwürdigen Gesellschaft orientiert und deren ethische Rahmenbedingungen reflektiert.
Verhaltensabweichungen (Themenfeld)
Themenfeld der Sozialen Arbeit, das sich mit Abweichungen von sozialen Normen und Erwartungen beschäftigt und Hilfen sowie Interventionen zur Unterstützung betroffener Menschen entwickelt.
Entwicklungstatsache (Themenfeld)
Themenfeld der Sozialen Arbeit, das auf Anforderungen menschlicher Entwicklung sowie gesellschaftlicher Veränderung reagiert und bei Entwicklungs-, Bildungs- und Bewältigungsaufgaben unterstützt.
Verwissenschaftlichung bzw. Professionalisierung (Themenfeld)
Themenfeld der Sozialen Arbeit, das wissenschaftliche Erkenntnisse, Methoden und Theorien nutzt, um professionelles Handeln zu begründen und weiterzuentwickeln.
Alltags- und Lebensweltorientierung (Themenfeld)
Themenfeld der Sozialen Arbeit, das an den Alltag und die Lebenswelt der Menschen anknüpft und sie bei der Bewältigung ihrer individuellen Lebenssituationen unterstützt.
Sozialbeziehungen und Lebensführung (Themenfeld)
Themenfeld der Sozialen Arbeit, das soziale Teilhabe, soziale Beziehungen und Handlungsmöglichkeiten fördert und Menschen bei einer selbstbestimmten Lebensführung unterstützt.
Life Model of Social Work Practice
Von Carel B. Germain und Alex Gitterman entwickeltes Praxismodell auf ökologischer Grundlage, das sich um die Bewältigung kritischer Lebensereignisse und die Wechselwirkung zwischen Mensch und Umwelt dreht.
Über-lebenswichtige Eigenschaften (Life-Modell)
Die vier Ziel-Eigenschaften im Life-Modell: 1. Kompetenz, 2. Beziehungsfähigkeit, 3. Selbstwertgefühl, 4. Selbststeuerung.
Ethische Prinzipien des Life Models
Die sechs ethischen Prinzipien des Life Models: 1. Schutz des Lebens, 2. Gleichheit und Ungleichheit, 3. Autonomie und Freiheit, 4. geringster Schaden, 5. Lebensqualität, 6. Privatsphäre und Verschwiegenheit.
Person-Umwelt-Passung (Fit)
Konzept im Life-Modell bezüglich der Übereinstimmung zwischen Person und Umwelt; Probleme entstehen, wenn die Anforderungen der Umwelt nicht zu den Möglichkeiten oder Bedürfnissen der Person passen.
Motivationsfähigkeit (Persönliche Ressource)
Sich trotz einer schwierigen Situation dazu motivieren können, etwas zu verändern; sich Ziele setzen; an einer Aufgabe dranbleiben; sich nach einem Rückschlag wieder aufraffen.
Problemlösungs- und Beziehungsfähigkeit (Persönliche Ressource)
Probleme analysieren und nach Lösungen suchen; Entscheidungen treffen; Konflikte ansprechen; Kompromisse finden; Hilfe anbieten und annehmen; tragfähige Beziehungen aufbauen und pflegen.
Hoffnungsvolle Perspektive entwickeln (Persönliche Ressource)
Darauf vertrauen, dass sich eine schwierige Situation wieder verbessern kann; Zukunftspläne entwickeln; auch in Krisen positive Möglichkeiten sehen.
Gute Selbstwertschätzung und Selbststeuerung (Persönliche Ressource)
Eigene Stärken und Erfolge wahrnehmen; Selbstakzeptanz; eigene Bedürfnisse und Grenzen kennen; Emotionsregulation.
Stressorrelevante Informationen identifizieren, antizipieren und positiv nutzen (Persönliche Ressource)
Frühzeitig erkennen, was Stress auslöst; typische Belastungssituationen vorhersehen; eigene Warnsignale wahrnehmen; Strategien zur Bewältigung entwickeln.
Flexibilität und Achtsamkeit mit sich und anderen (Persönliche Ressource)
Sich auf veränderte Situationen einstellen können; verschiedene Lösungswege ausprobieren; sich selbst wahrnehmen; aufmerksam gegenüber Gefühlen und Bedürfnissen anderer sein; die eigene Meinung reflektieren.
Fähigkeit, Umwelt-Ressourcen aufzusuchen (Persönliche Ressource)
Wissen, wann man Unterstützung braucht; diese aktiv suchen bzw. kontaktieren.
Kritisch-emanzipatorische Erziehungswissenschaft (Mollenhauer)
Ansatz von Klaus Mollenhauer, der Erziehung und Bildung als Kultur- und Existenzbedingung des Menschen sieht, die eine Doppelfunktion besitzt: Integration in die Gesellschaft und Emanzipation aus gesellschaftlichen Verhältnissen.
Vier Themenfelder der Jugendarbeit (Mollenhauer)
Die vier Bewältigungsfelder nach Mollenhauer: 1. Generation, 2. Normalitätsbalance, 3. Armut, 4. Interkulturalität.
Lebensweltorientierung (Hans Thiersch)
Von Hans Thiersch begründetes Konzept der Alltagswende, das Probleme ganzheitlich im Alltagskontext betrachtet und durch Dialog ein selbstbestimmtes Leben fördert.
Systemtheoretische Soziale Arbeit (Silvia Staub-Bernasconi)
Theorieansatz, der Menschen als Teil verschiedener Systeme begreift und soziale Probleme auf vier Ebenen verortet: Ausstattungsprobleme, Austauschprobleme, Verknüpfungs-/Machtprobleme sowie Kriterien-/Werteprobleme.
Lebensbewältigungsansatz (Lothar Böhnisch)
Theorieansatz, der das Streben nach subjektiver Handlungsfähigkeit fokussiert und die Wiederherstellung eines psychosozialen Gleichgewichts aus Selbstwert, sozialer Anerkennung und Selbstwirksamkeit anstrebt.
Ideologie
Ein an bestimmte Interessen und Werte gebundenes Gedankensystem mit vier Merkmalen: einseitige Perspektive, Polarisierung, Anspruch auf alleinige Wahrheit und Abwehr von Kritik.
Theorie
Ein nachvollziehbares, begründetes und überprüfbares Erklärungsmodell zur systematischen Beschreibung von Vorgängen, das prinzipiell kritisierbar und offen für Weiterentwicklung ist.
Dialektische Methode
Methode zur Untersuchung komplexer Phänomene aus dem Dreischritt: Hypothese (Ausgangsbehauptung), Antithese (Gegenbehauptung) und Synthese (Aufhebung in eine höhere Entwicklungsstufe).
Anthropologische Grundannahmen (Alice Salomon) 1. Alle Menschen sind verschieden, aber gleichwertig. 2. Der Mensch ist weder gut noch schlecht. 3. Der Mensch ist weder Produkt noch Konstrukteur seiner Verhältnisse. 4. Der Mensch wird erst durch Arbeit zum Menschen 5. Der Mensch kann ohne Gemeinschaft nicht überleben. 6. Gemeinschaft ergibt sich nicht von selbst, sondern wird stets neu hervorgebracht. 7. Gemeinschaft ist daher für jeden Einzelnen auch soziale Verpflichtung. 8. Der Mensch ist zuerst eigennützig, aber zur Hilfe fähig.
Acht grundlegende Annahmen über das Wesen des Menschen und dessen Sozialbezug, die das professionelle Menschenbild und die Haltung in der Sozialen Arbeit begründen.
Soziomaterieller Bereich (Staub-Bernasconi)
Bedürfnisorientierte Kategorie der Lebenswelt bezüglich körperlicher Bedürfnisse und materieller Lebensgrundlagen (z. B. Nahrung, Kleidung, Wohnung, Geld, Gesundheit, Zugang zu Bildung).
Reflexiver Bereich (Staub-Bernasconi)
Bedürfnisorientierte Kategorie der Lebenswelt bezüglich Wahrnehmen, Verstehen und Erkennen der eigenen Situation und Umwelt (z. B. Rechte kennen, Gefühle wahrnehmen).
Ideell-symbolischer Bereich (Staub-Bernasconi)
Bedürfnisorientierte Kategorie der Lebenswelt bezüglich Vorstellungen, Werten, Bedeutungen, Weltbildern und Symbolen (z. B. Religion, kulturelle Identität, persönliche Überzeugungen).
Aktiv-produktiver Bereich (Staub-Bernasconi)
Bedürfnisorientierte Kategorie der Lebenswelt bezüglich selbst aktiv sein, handeln, gestalten und Einfluss nehmen können (z. B. Arbeit, Ausbildung, Hobbys, Entscheidungen treffen).
Bereich sozialer Beziehungen (Staub-Bernasconi)
Bedürfnisorientierte Kategorie der Lebenswelt bezüglich Beziehungen und sozialer Zugehörigkeit (z. B. Familie, Freundschaften, Partnerschaft, Nachbarschaft, Kolleg*innen).
Bereich der Machtquellen (Staub-Bernasconi)
Bedürfnisorientierte Kategorie der Lebenswelt bezüglich der Möglichkeit, über Ressourcen zu verfügen und Einfluss bzw. Kontrolle auszuüben (z. B. Zugang zu Geld, Durchsetzung rechtlicher Ansprüche, politische Beteiligung).