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Afferent → [GFR] → Efferent
Eingang enger → weniger Druck im Glomerulus → ↓ GFR
Eingang weiter → mehr Druck → ↑ GFR
Ausgang enger → Druck staut sich → ↑ GFR
Ausgang weiter → Druck fällt ab → ↓ GFR
In der Niere finden vier wichtige Prozesse statt
Glomeruläre Filtration
Das Blut wird im Glomerulus filtriert. Wasser und kleine Moleküle gelangen in die Bowman-Kapsel → es entsteht der Primärharn.
Rückresorption
Nützliche Stoffe werden aus dem Tubulus zurück ins Blut aufgenommen.
Zum Beispiel: Glukose, Aminosäuren, Na⁺ und Wasser.
Tubuläre Sekretion
Bestimmte Stoffe werden aus dem Blut in den Tubulus abgegeben, um über den Urin ausgeschieden zu werden.
Zum Beispiel: H⁺, K⁺, Kreatinin und bestimmte Medikamente.
Exkretion (Ausscheidung)
Die im Tubulus verbleibenden Stoffe werden als Endharn aus dem Körper ausgeschieden.
Nieren Anatomie und Physiologie

Urinanalyse und Nierenfunktion
URINANALYSE
1. 🟡 Makroskopische Urinuntersuchung („mit bloßem Auge“)
Farbe (gelb, rot, dunkel)
Klarheit (klar vs. trüb)
Geruch
Menge
2. 🧪 Chemische Analyse (Urin-Stix) Das ist der bekannte Teststreifen:
Blut
Leukozyten
Nitrit
Protein
Glukose
Ketone
pH
Bilirubin
3. 🔬 Mikroskopische Urinsedimentanalyse - Hier wird der Urin zentrifugiert und das Sediment untersucht:
🩸 Zellen
Erythrozyten → Blutung / Glomerulonephritis
Leukozyten → Infekt / Entzündung
Epithelzellen → Tubulusschaden
🧬 Zylinder
🦠 Bakterien / Kristalle
Bakterien → HWI
Kristalle:
Urat → Gicht
Oxalat → Nierensteine
Struvit → Infektsteine
🧠 4. Ergänzende Urindiagnostik (je nach Frage)
Urinkultur (Keimnachweis + Antibiogramm)
Albumin/Kreatinin-Quotient
NIERENFUNKTION
🟦 1. Glomeruläre Filtrationsfunktion (GFR = Hauptfunktiion) - Das ist die wichtigste Funktion der Niere: Blut filtern
eGFR (estimated Glomerular Filtration Rate) – wird meistens anhand des Serum-Kreatinins mit der CKD-EPI-Formel berechnet.
Andere;
Cystatin C
Kreatinin-Clearance
🟨 2. Tubuläre Funktion (Rückresorption / Sekretion) 👉 Hier wird geprüft, ob die Tubuli richtig arbeiten
Urin-Dichte (Konzentrationsfähigkeit)
Elektrolyte im Urin (Na⁺, K⁺)
fraktionelle Natriumausscheidung (FENa)
🟩 3. Hormonelle Nierenfunktion - Niere als endokrines Organ
Renin (RAAS-System)
Erythropoetin (EPO)
Calcitriol (Vitamin-D-Aktivierung indirekt)
Kann man bei sehr hohen Kreatininwerten die glomeruläre Filtrationsrate zuverlässig berechnen?
Bei sehr hohen bzw. stark ansteigenden Serum-Kreatininwerten ist die aus Kreatinin berechnete eGFR nicht zuverlässig, besonders bei einer akuten Nierenschädigung (AKI).
Warum?
Die eGFR-Formeln (z. B. CKD-EPI) denkt das es gibt ein stabilen Kreatininspiegel .
Bei einer akuten Nierenschädigung: GFR ↓ → Kreatinin steigt im Blut → aber Kreatinin hat noch keinen stabilen Gleichgewichtszustand erreicht.
SHQIP
Në AKI, kreatinina është e dobishme për të zbuluar dhe ndjekur dëmtimin renal, por nuk mund të përdoret mirë për të llogaritur GFR-në në atë moment.
Pse?
GFR bie → kreatinina rritet me vonesë → kreatinina nuk është në steady state → formula eGFR del jo e saktë.
Franktionierte Natriumausscheidung / FENa
Diagnostisches Mittel zur Differenzierung zwischen prärenalem und intrarenalem Nierenversagen. Wie viel glomerulär filtriertes Natrium tatsächlich ausgeschieden wird. Ein Ergebnis:
o Wert <1% spricht für eine prärenale (funktionstüchtige Tubuli, bei Volumenmangel kommt es zur Aldosteronausschüttung mit Natrium- und Wasserrückresoption)
o Wert >1% für eine intrarenale Genese des akuten Nierenversagens (Tubulusnekrose, Tubuli können Natrium nicht rückresorbieren)
Bei Diuretikatherapie ist FENa oft nicht zuverlässig, weil Diuretika die Natriumausscheidung erhöhen. Dann verwendet man häufig die fraktionelle Harnstoffexkretion (FEHarnstoff)
Albuminurie – Messung
Am einfachsten misst man die Albuminurie mit dem Albumin-Kreatinin-Quotienten (ACR) aus einer Spontanurinprobe, bevorzugt Morgenurin.
Warum Kreatinin?
Die Kreatininausscheidung ist relativ konstant → dadurch wird die Albuminmenge auf die Urinkonzentration normiert.
Was bedeutet mg/g?
mg/g = Milligramm Albumin pro Gramm Kreatinin im Urin.
Beispiel: ACR = 100 mg/g → auf 1 g ausgeschiedenes Kreatinin kommen 100 mg Albumin.
Stadien der Albuminurie:

Kann wenig Kreatinin im Urin auf eine Nierenfunktionsstörung hindeuten?
Nein, ein niedriges Kreatinin in einer einzelnen Urinprobe ist kein zuverlässiger Hinweis auf eine Nierenfunktionsstörung.
Das Urin-Kreatinin hängt unter anderem von der Muskelmasse und der Urinkonzentration ab. Ein niedriger Wert kann beispielsweise einfach durch verdünnten Urin entstehen.
Für die Nierenfunktion beurteilen wir deshalb primär:
Serum-Kreatinin
eGFR
ggf. Cystatin C
und für Nierenschäden zusätzlich Albuminurie/ACR
Ist das Urin‑Natrium beim hepatorenalen Syndrom eher hoch oder niedrig – und Warum?
hepatorenalen Syndrom (HRS) ist das Urin-Natrium typischerweise niedrig.
Beim HRS liegt eine funktionelle Niereninsuffizienz vor: Die Nieren selbst sind strukturell zunächst weitgehend intakt.
Leberzirrhose → portale Hypertension → Vasodilatation im Splanchnikusgebiet → effektives arterielles Blutvolumen ↓ → RAAS + Sympathikus + ADH ↑ → starke Natrium- und Wasserretention.
➡ Die Niere versucht, Natrium und Wasser zurückzuhalten. → Deshalb wird wenig Natrium mit dem Urin ausgeschieden.
Typisch:
Urin-Natrium < 20 mmol/L
häufig sogar < 10 mmol/L
FENa < 1 %, beim HRS oft sehr niedrig
hepatorenale Syndrom
Das hepatorenale Syndrom ist eine schwere Komplikation einer fortgeschrittenen Leberzirrhose, bei der es zu einer funktionellen Niereninsuffizienz kommt, obwohl die Nieren zunächst strukturell weitgehend intakt sind.
Wie diagnostiziert man es?
Heute unterscheidet man vor allem HRS-AKI und HRS-CKD/AKD. HRS-AKI ist besonders wichtig.
Diagnose HRS-AKI:
Zirrhose + Aszites
Akute Nierenschädigung → Anstieg des Serum-Kreatinins um ≥0,3 mg/dl innerhalb von 48 h oder ≥50 % innerhalb von 7 Tagen.
Keine Besserung nach Volumenexpansion mit Albumin und Absetzen auslösender Faktoren.
Keine alternative Ursache für die Nierenschädigung, z. B. Schock, Nephrotoxine oder strukturelle Nierenerkrankung.
Typische Befunde
Kreatinin ↑
eGFR ↓ – bei AKI allerdings nicht zuverlässig aus Kreatinin abzuschätzen
Urin-Natrium niedrig
FENa niedrig
Urinsediment meist unauffällig, keine ausgeprägte Proteinurie oder Hämaturie
Kardiorenales Syndrom
Das kardiorenale Syndrom (KRS) bezeichnet eine wechselseitige Verschlechterung von Herz- und Nierenfunktion: Eine akute oder chronische Erkrankung des Herzens führt zu einer Nierenschädigung oder umgekehrt.
Es gibt 5 typen.
Herzinsuffizienz → Herzzeitvolumen ↓ + venöser Rückstau ↑ → renale Perfusion ↓ → Aktivierung von RAAS, Sympathikus und ADH → Natrium- und Wasserretention → Volumenüberlastung → Herzinsuffizienz verschlechtert sich weiter.
➡ Es entsteht ein Teufelskreis zwischen Herz und Niere.
AKI vs Akutes Nuerenversagen
Akute Nierenschädigung (AKI) = moderner, umfassender Begriff. Es reicht bereits eine leichte akute Verschlechterung der Nierenfunktion.
Akutes Nierenversagen = eher der ältere Begriff und suggeriert eine schwere Funktionsstörung.
AKI Diagnosekriterien
AKI liegt vor, wenn mindestens eines dieser Kriterien erfüllt ist-
Kreatininanstieg ≥ 0,3 mg/dl innerhalb von 48 Stunden
Kreatininanstieg auf ≥ 1,5-fachen Ausgangswert innerhalb von 7 Tagen
Urinausscheidung < 0,5 ml/kg/h für mindestens 6 Stunden
AKI Ursache/Klassifikation nach ursache
1. Prärenal – zu wenig Blut kommt zur Niere → renale Hypoperfusion 60%
Hypovolämie → Blutverlust, Erbrechen, Durchfall, Verbrennungen
Hypotonie/Schock → septisch, kardiogen, anaphylaktisch
Herzinsuffizienz → vermindertes Herzzeitvolumen
Leberzirrhose → effektives zirkulierendes Volumen ↓
Medikamente
2. Renal/intrarenal – Schädigung des Nierengewebes 35%
Akute Tubulusnekrose 85%
Akute interstitielle Nephritis → häufig Medikamente
Glomerular: rapid progressive GN, minimal change GN etc.
Vaskuläre Ursachen → z. B. Thrombosen, Vaskulitiden, DIC , HUS
Pigment nephropathie → rhabdomyolyse, hömolyse, leichtketen
3. Postrenal – Abflussbehinderung 5%
Prostatahyperplasie/-karzinom
Harnsteine
Tumoren im Harntrakt
Blutkoagel
bilaterale Ureterobstruktion
Nephrotoxische Medikamente – welche? Wirkmechanismus?
• Aminoglykoside (Gentamicin, Tobramycin), vkomycin → Akkumulation in proximalen Tubuluszellen → direkte Zytotoxizität + Vasokonstriktion
Cisplatin, Methotrexat: direkte Tubuluszell-Schädigung
• NSAR: Hemmung der Prostaglandin-Synthese → Vasokonstriktion der Vas afferens → GFR ↓ (besonders bei Vorschädigung/Herzinsuffizienz)
• ACE-Hemmer/AT1-Blocker: Vasodilatation der Vas efferens → GFR ↓ (bei Nierenarterienstenose kontraindiziert!)
• Kontrastmittel: direkte Tubulustoxizität + Vasokonstriktion → Kontrastvermittelte Nephropathie
Direkte Tubulustoxizität: Amphotericin B
Interstitielle Nephritis: Antibiotika, PPI, Diuretika
GFR-Anpassung bei Antikoagulantien
• Heparin (UFH): renale Ausscheidung minimal → keine Anpassung nötig, auch bei dialysepflichtiger Niereninsuffizienz
• Niedermolekulare Heparine (NMH, z.B. Enoxaparin): renale Ausscheidung! → GFR < 30 ml/min: UFH bevorzugen oder Dosisreduktion + Anti-Xa-Spiegel-Kontrolle
• Fondaparinux: ABSOLUT kontraindiziert bei GFR < 20 ml/min!
• Dabigatran (Pradaxa): 80% renal! → KI bei GFR < 30 ml/min
• Rivaroxaban (Xarelto): 35% renal → Vorsicht bei GFR < 30 ml/min, KI bei < 15 ml/min
• Apixaban (Eliquis): 27% renal → günstigstes Profil bei CKD, Vorsicht bei GFR < 25 ml/min
• Warfarin/Phenprocoumon: hepatische Metabolisierung → keine Dosisanpassung nötig, aber INR-Schwankungen bei Urämie
Prärenale VS renale VS postrenle AKI
1. Sono: Harnstau → postrenal → Blasenkatheter oder Nephrostomie
• 2. Volumenbeurteilung: Turgordruck, Schleimhäute, ZVD → prärenal → Volumengabe
• 3. FENa (fraktionelle Natriumexkretion):• FENa = (Urin-Na × Plasma-Krea) / (Plasma-Na × Urin-Krea) × 100
• < 1% → prärenal (Niere spart Natrium)
• > 2% → renal/intrinsisch (Tubulus dysfunktional)
• 4. Urinsediment: Erythrozyten-Zylinder → GN; granuläre Zylinder → ATN; Leukozyten → interstitiell
• 5. Vorherige Laborwerte: akut vs. chronisch?
!!!Im Fall: Sonographie zeigte gestaute rechte Niere → postrenale Obstruktion → Blasenkatheter oder Nephrostomie

Überwässerung KU
Körperliche Untersuchung
1. Allgemein
Gewichtszunahme
rasche Zunahme des Körpergewichts durch Flüssigkeitseinlagerung
Zeichen der urämie (foetor euaemicus)
Palpation:bimanuelle palpation - linke hande dorsal, rechte hand ventral. Normal nieren nicht tastbar- nur rechte bei schlanken personen
2. Haut/Extremitäten
periphere Ödeme, besonders an Unterschenkeln und Knöcheln
pitting edema: eindrückbare Ödeme
3. Lunge
basale feinblasige Rasselgeräusche → Hinweis auf pulmonale Stauung/Lungenödem
bei ausgeprägtem Lungenödem: Dyspnoe, Orthopnoe, Tachypnoe
ggf. schaumiger Auswurf
4. Herz/Kreislauf
erhöhter Jugularvenendruck
ggf. positive hepatojuguläre Refluxreaktion
bei kardialer Ursache ggf. Tachykardie
5. Abdomen
ggf. Aszites
ggf. Hepatomegalie bei Rechtsherzinsuffizienz
AKI Verlauf
1. Asymptomatisch: Verlauf der Grunderkrankung
2. Anurisches/ oligurisches Stadium - verminderte Ausscheidung harnpflichtiger Stoffe: hyperkaliämie, metabolische Atidose, Urämie!!
3. Polyurisches Stadium (die Glomeruli erholen sich schneller als Tubuli mit großer Filtration aber gestörte Rückresorption 2000ml/d Elektrolytverlust mit Hypokaliämie.
4. Regenerationsstadium: Normalisierung der Nierenfunktion
Die akute Nierenschädigung (AKI) wird nach KDIGO in 3 Stadien klassifiziert. Maßgeblich sind Serumkreatinin und Urinausscheidung:

AKI vs Akute Nierenkrankheit
Akute Nierenfunktionseinschränkung: Akut einsetzende, potenziell reversible Abnahme der Nierenfunktion für max. 7 Tage/ Acute Kidney Injury (AKI).
Akute Nierenkrankheit: Potenziell noch reversible Abnahme der Nierenfunktion für >7 Tage bis ≤3 Monate / Acute Kidney Disease (AKD).
Diagnosekriterien der akuten Nierenkrankheit (nach KDIGO): Vorliegen von mind. 1 Kriterium
GFR <60 mL/min/1,73 m2
GFR↓ ≥35%
Serumkreatinin↑ >50%
Weitere Marker einer Nierenschädigung (bspw. Proteinurie, Hämaturie)
Retentionsparameter in AKI
1. Kreatinin ↑
2. Kalium ↑ → wegen verminderter renaler Ausscheidung. Bei starker Hyperkaliämie besteht Arrhythmiegefahr.
3. H⁺ ↑ → metabolische Azidose → die Niere kann H⁺ schlechter ausscheiden und Bikarbonat schlechter regenerieren.
4. Phosphat ↑ und Calcium ↓ → Phosphat wird schlechter ausgeschieden; dadurch kann ionisiertes Calcium sinken.
5. Harnstoff ↑
6. Diurese ↓
→ Oligurie: <0,5 ml/kg/h.
→ Anurie: praktisch keine Urinproduktion.
Ganz wichtig: Eine AKI kann auch ohne Oligurie auftreten – die Diurese kann normal oder sogar erhöht sein (z. B. in der polyurischen Phase).

Cystatin C
Cystatin C ist ein körpereigenes Protein, das von fast allen kernhaltigen Zellen relativ konstant produziert wird und zur Beurteilung der Nierenfunktion verwendet wird. Wenn die GFR sinkt, steigt Cystatin C im Blut.
frei im Glomerulus filtriert
im proximalen Tubulus vollständig rückresorbiert und abgebaut
praktisch nicht renal sezerniert
Vorteil gegenüber Kreatinin : Cystatin C wird weniger von Muskelmasse, Alter und Ernährung beeinflusst als Kreatinin.
Deshalb kann Cystatin C eine frühere bzw. genauere Schätzung der GFR ermöglichen, besonders bei Menschen mit sehr geringer oder sehr hoher Muskelmasse. Cystatin C = empfindlicher Marker der Nierenfiltration.
Diagnostik der akute Nierenschädigung
Labor: Retentionsparameter, elektrolyte, bga (metabolische azidose)
FENa
Urin: sediment
Zunächst Sonografie: Mittel der Wahl zur Diagnostik bei postrenaler Genese (besonders hei Harnstau) → Nierengröße, Harnsteinen , Stauung mögliche Befunde: Vergrößerte Nieren mit verschwommener Mark-Rinden-Grenze, Hydronephrose, gestaute V. cava inferior, Pleuraergüsse

Therapie der akute Nierenfunktionsseinschränkung
Allgemein
• Meiden bzw. Absetzen nephrotoxischer Medikamente
• Kontrolle des Wasser-, pH-, und Elektrolythaushalts:
Balancierte Volumengabe bei Oligurie/Anurie
Management bei Überwässerung : Schleifendiuretika (nicht bei postrenale ursache!!!)
Elektrolytmanagment:hyperkaliämie behandeln
Bikarbonat bei schwere azidose
Ggf.dialyse (bei dialyse indikationen)
Bei renale Ursache Behandlung der jeweiligen Ursache
Bei postrenale Ursache: Entfernung des Abflusshindernisses ggf. Blasenkathether, Doppel-J-Katheter (Harnleiterschiene) oder perkutane nephrostomie.


Harnableitung
Blasenkatheter | Doppel-J-Katheter (DJ-Stent) | Nephrostomie | |
Lage | Harnröhre → Blase | Nierenbecken → Harnleiter → Blase | Haut → direkt ins Nierenbecken |
Funktion | Entleerung der Blase | Hält den Harnleiter offen und leitet Urin zur Blase | Leitet Urin direkt aus der Niere nach außen |
Bei Obstruktion | Abflussbehinderung unterhalb der Blase | Obstruktion des Harnleiters überbrücken | Ureterobstruktion umgehen, wenn DJ nicht möglich/ausreichend ist |
Einlage | Durch die Harnröhre in die Blase | Endoskopisch über die Blase in den Harnleiter | Perkutan durch die Haut in das Nierenbecken |
Urinableitung | Blase → Katheter → Urinbeutel | Niere → Harnleiter → Blase | Niere → Katheter → Urinbeutel |
Typisches Beispiel | Harnverhalt bei Prostatahyperplasie | Ureterstein mit Harnstau | Starke Ureterobstruktion, bei der ein DJ-Stent nicht möglich ist |
Mono-J = ein J → ein Ende kann nach außen führen.
Doppel-J = zwei J → beide Enden bleiben in Niere und Blase.

Chronische Nierenerkrankung Definition
Irreversible Abnahme der exkretorischen (glomerulären, tubulären ) und inkretorischen (endokrinen ) Nierenfunktion
Kriterien: NI > 3 Monaten + 1 folgende Befunde
- Albuminurie A2- Elektrolytverschiebungen
- GFR <60ml/min/1,73m2
- Auffällige Histologie
- Zn. Nierentranplantation
- Pathologische Befunde im Urinsediment
Pathophysiologie der chronischen Nierenerkrankung (CKD)
1. Primäre Nierenschädigung
z. B. Diabetes mellitus, arterielle Hypertonie, Glomerulonephritis → GFR sinkt
2. Kompensation der verbleibenden Nephrone
Die noch vorhandenen Nephrone übernehmen mehr Arbeit. → Hyperfiltration und Drucksteigerung in den Glomeruli
→ zunächst kann die Gesamt-GFR teilweise aufrechterhalten werden.
3. Glomeruläre Schädigung
Der erhöhte intraglomeruläre Druck schädigt die glomeruläre Filtrationsbarriere (Durch die Hyperfiltration und den erhöhten Druck im Glomerulus wird diese Filterbarriere geschädigt.) → Proteinurie/Albuminurie → Proteinbelastung des Tubulus fördert zusätzlich Entzündung und Fibrose.
4. Progression
Durch Entzündung und Aktivierung profibrotischer Mechanismen kommt es zu:
Glomerulosklerose
tubulointerstitieller Fibrose
→ GFR sinkt weiter
5. Folgen des GFR-Abfalls (exkretorische und inkretorische Funktionsstörung)
↓ Ausscheidung von Wasser und Elektrolyten → Flüssigkeitsretention, Hyperkaliämie
↓ Ausscheidung von Säuren → metabolische Azidose
↓ Ausscheidung harnpflichtiger Substanzen → Kreatinin, β2- Mikroglobulin sowie Urämie → urämischer Enzephalopathie, Perikarditis oder Pleuritis , Neigung zu Gicht
↓ Erythropoetinproduktion → renale Anämie (normochrome normozytäre Anämie)
↓ Aktivierung von Vitamin D + Phosphatretention → sekundärer Hyperparathyreoidismus / CKD-MBD (mineral und bone disorder) → renale Osteopathie (z.B. Osteoporose, Osteomalazie)
Aktivierung des RAAS: Bei verminderter Nierenfunktion wird das RAAS aktiviert, was den Blutdruck erhöht und zur Natrium- und Wasserretention beiträgt.
Lipidstoffwechselstörungen → ↓ Lipoproteinlipase-Aktivität ( urämische Stoffe und Stoffwechselveränderungen hemmen die LPL-Aktivität) → (Abbau von Triglyceriden ↓) und erhöhte Produktion von VLDL (Very Low-Density Lipoprotein) → Hyperlipidämie
CKD Symptomatik und Diagnostik
Anfangs: oft asymptomatisch.
Allgemein: Müdigkeit, Leistungsminderung, Schwäche.
Flüssigkeitsretention: Ödeme, v. a. an Beinen/Knöcheln, Gewichtszunahme.
Hypertonie durch Salz- und Wasserretention.
Urämie: Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Pruritus, urämischer Foetor. → Urämische Enzephalopathie : kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, später Verwirrtheit, krmpfanfälle
Anämie: Blässe, Müdigkeit, Dyspnoe.
Knochenstoffwechsel: renale Osteodystrophie → Knochenschmerzen/Frakturen.
Elektrolyte: z. B. Hyperkaliämie und metabolische Azidose im fortgeschrittenen Stadium.
Diagnostik
KU
• Urinausscheidung (24St Bilanzierung)
• Volumenstatus (Hautturgor, Schleimhäute, Blutdruck) oder • Periphere Ödeme (insb. an Beinen, Knöcheln und periorbital)
• Auskultation der Lunge (Pleuraergüsse mit basal gedämpfte Klopfschall) Und der Herz (Urämie: Perikarditis mit Perikardreiben)
• Neurologische Untersuchung
Labor:
• Retentionsparameter:
- GFR
- Kreatinin: Muskelabbauprodukt, indirektes Maß für GFR (erst erhöht bei Abfall der GFR >50% also GFR <60mL/min) falsch positiv bei muskulöse.
- Cystatin C: schon bei GFR < 80mL/min abnormal
- Harnstoff
- Harnsäure
• Elektrolyten: Kalium , Phosphat ,Kalzium
• BGA: metabolische Azidose
• Vitamin D; Parathormon
• Normochrome, normozytäre Anämie, erniedrigte , Erythropoetin ( Ferritin und Transferrinsättigung sind Normal)
• Urinuntersuchung: Urinstreifentest, Urinsediment, Proteinurie/ Albuminurie, Urinbakteriologie mit Antibiogramm.
Apparativ: Sonografie: DD Akut (normal große oder vergrößerte Niere) vs chronisch (verkleinerte Niere wegen fibrotisches Umbaues „Schrumpfniere“)
GFR Messung
GFR= Gesamtvolumen des Primärharns in mL pro Minute, die gefiltert wird.
Normalwerte nach Geschlecht (Erwachsene bis ca.30 Jahre. Danach Abfall 10mL/min jede 10J)
• Männer: Ca. 110mL/min/1,73m2
• Frauen: Ca. 95mL/min/1,73m2
GFR-Messung – die wichtigen Methoden - GFR WIRD VON KREATININ IM BLUT GEMESSEN!!!
eGFR
Blutabnahme → Serum-Kreatinin → Kreatinin wird in eine GFR-Formel eingesetzt. → Heute verwendet man vor allem die CKD-EPI-Formel.
Ergebnis: eGFR in ml/min/1,73 m²
Man kann zusätzlich Cystatin C bestimmen und damit die eGFR berechnen; Kreatinin + Cystatin C ist genauer als Kreatinin allein.
➡ Das ist die Standardmethode im Alltag.
Kreatinin-Clearance – tatsächlich gemessene Clearance. Man braucht:
24-Stunden-Urin
Kreatinin im Urin
Kreatinin im Serum
Urinvolumen pro Zeit
Problem: Kreatinin wird nicht nur filtriert, sondern auch etwas tubulär sezerniert → Kreatinin-Clearance überschätzt die echte GFR etwas !!!!!
GFR mit exogenem Filtrationsmarker – genaueste Methode
Hier gibt man dem Patienten einen Stoff . Zum Beispiel: Inulin (idealen Filtrationsmarkers). Dann bestimmt man seine Clearance. ➡ Das entspricht sehr genau der tatsächlichen GFR.

CKD Einteilung nach Stadien
Zur Stadieneinteilung der chronischen Nierenkrankheit werden die Buchstaben- und Ziffernkombinationen von GFR-Reduktion und Albuminurie zusammengesetzt.
1. GFR-Kategorie (G)
G1: ≥ 90
G2: 60–89
G3a: 45–59
G3b: 30–44
G4: 15–29
G5: < 15 ml/min/1,73 m²
2. Albuminurie-Kategorie (A)
A1: < 30 mg/g (24h)
A2: 30–300 mg/g
A3: > 300 mg/g
➡ Deshalb sagt man z. B.: CKD G3b A2.
CKD Therapie
1.NEPHROPROTEKTION
Blutdruck einstellen: meist ACE-Hemmer oder AT₁-Blocker, besonders bei Albuminurie.
Diabetes gut einstellen: individuell, ggf. zusätzlich GLP-1-Rezeptoragonisten.
Hyperlipidämie behandeln: meist Statintherapie.
SGLT2-Hemmer: bei geeigneten Patienten zur Nephroprotektion,( besonders bei Albuminurie und/oder Herzinsuffizienz/Diabetes)
Lebensstil: Rauchstopp, Bewegung, Gewichtsnormalisierung, Salzreduktion, Proteinrestriktion, Nephrotoxische Medikamente vermeiden
2.CKD-Komplikationen behandeln:
Anämie → Eisenmangel korrigieren, ggf. ESA I.V (Erythropoiesis-Stimulating Agents)
Hyperkaliämie → Kaliumzufuhr/auslösende Medikamente prüfen, ggf. Kaliumbinder oder phosphatebinder
CKD-MBD → Phosphat, Calcium, Vitamin D und PTH kontrollieren und entsprechend behandeln. Bei hyperphosphatämie : Diätische Phosphatrestriktion (z.B. Fleisch- und Wurstwaren, Milchprodukten, Eigelb und Nüssen), Phosphatbinder: Calciumacetat, Calciumcarbonat, Substitution des aktiven 1,25(OH) Vitamin D3: Calcitriol, !!! Bei Therapierefraktärität: Operative Entfernung der Nebenschilddrüsen.
metabolische Azidose → ggf. Bicarbonat
Ödeme → Diuretika (furosemid auch bei gfr <30ml/min wirksam)
3.Fortgeschrittene CKD (terminale Niereninsuffizienz stadium 5) - Vorbereitung auf Nierenersatztherapie → Hämodialyse, Peritonealdialyse oder Nierentransplantation.
EPO/ESA i.v NW
EPO/ESA i.v. (z. B. bei renaler Anämie) sind die wichtigsten Nebenwirkungen:
Hypertonie – sehr wichtig; durch den Hb-Anstieg und ↑ Blutviskosität.
Thromboembolien – Risiko für Thrombosen/Embolien steigt, besonders bei zu hohem Hb - Mi oder Schlaganfall risiko
Infekte der Harnwege Ätiologie und Klassifikation
Klassifikation:
Nach lokalisation
Nach dringlichkeit
Ätiologie:
Häufigste Erreger: E. coli (80%), Proteus, Klebsiellen; nosokomiale Erreger: Pseudomonas, Staphylokokken
Urethritis: Chlamydien (25%), Mykoplasmen (20%), Gonorrhö (Tripper 20%)
95% aszendier4nde Infektion
5% führt zu Bakteriämie
Prädisponierende Faktoren: häufig durch Abflussbehinderungen des Urins.
Komplizierte HWI
▪ Funktionele oder anatomische Anomalien
▪ Nierenfunktionsstörung
▪ Begleiterkrankungen, die eine HWI bzw Komplikation begünstigen
▪ Männer (wegen der Prostata… BPH?)
HWI Klinik
Unterer Harnwegsinfekt – Zystitis - Typisch sind Miktionsbeschwerden:
Dysurie/Algurie → Brennen/Schmerzen beim Wasserlassen
Pollakisurie → häufiges Wasserlassen, aber kleine Mengen
Schmerzen/Druck suprapubisch
evtl. Hämaturie
Normalerweise kein hohes Fieber und keine Flankenschmerzen
Bei urethritis: urethrale/vaginaler Abfluss, jucken beim Wasserlassen
Oberer Harnwegsinfekt – Pyelonephritis - Hier kommen systemische und Nierensymptome dazu:
Fieber, häufig mit Schüttelfrost
Flankenschmerzen
Klopfschmerz über der Nierenloge (positives Nierenlagerklopfen)
Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit
Übelkeit/Erbrechen
zusätzlich können Dysurie, Pollakisurie und Harndrang bestehen.
HWI diagnostik
KU:
Zystitis → suprapubischer Druckschmerz.
Pyelonephritis → Nierenlagerklopfschmerz + Fieber
Urinuntersuchung:
urinstreifentest
- Bakteriurie
– Leukozytenzahl ≥ 10 Leukozyten / μl Urin
– Nitrit (Cave: nicht alle Bakterien produzieren Nitrit)
– ± Erythrozyturie, ± Proteinurie
Urinkultur: signifikante Bakteriurie ab 10 nfuqi t 5 KBE/mL (Koloniebildende Einheiten pro ml) gewonnener Katheterurin ist bei jeder Bakteriurie auffällig!
Falls Urosepsis: Blutkultur.
Blut: BB, CRP, BSG, Kreatinin
Harnröhrenabstrich → Erregernachweis bei Urethritis/STI
Apparative
1.Nierensonografie- Ausschluss von Harnstau, Lithiasis und Abszess!!
Typische Befunde: Ödematös, verbreiterte Parenchym, unscharf Mark-Rinden-Trennung
2.CT mit KM
3.miktionszystourogramm (vesikoureterales reflux)

Nitrit positive bakterien bei Urinanalysis
Typische Nitrit-bildende Bakterien sind vor allem gramnegative Enterobakterien:
E. coli – am häufigsten
Klebsiella
Proteus
Enterobacter
Warum? Nitrat im Urin → bakterielle Nitratreduktase → Nitrit
Komplikationen der HWI
Urosepsis: kündigt sich durch zunehmende Tachykardie und Hypotonie an. Kann innerhalb weniger Stunden zum septischen Schock führen
• Chronifizierung mit chronische Niereninsuffizienz
• aHT
• Hydronephrose: bei persistierender Harnabflussbehinderung
• Pyonephrose, Abszess
• Bildung von Infektionssteinen: Typisch sind magnesium- und phosphathaltige Struvitsteine.
• Tubuläre renale Funktionsstörungen: z.B. fehlende Konzentrierungsfähigkeit, Na+ oder K+ -verlust, RTA (ren.tub.azidose)
HWI therapie
!!!!Asymptomatische Bakteriurien werden i. d. R. nicht therapiert. Ausnahmen: Gravidität (keine Tetrazykline, Fluorchinolone oder Aminoglykoside), Harnabflussstörungen, immunkompromittierte Patienten, präoperativ
• bei anwesender Symptomatik:
– ↑ ↑ Flüssigkeitszufuhr
– Metamizol
– Spasmolytika
–Antibiotika bei:
1.Urethritis:
- Wegen Chlamydien: Doxycyclin 100mg p.o. 1-0-1 x 7-10 Tage.
- Gegen Neisseria gonorreae: Ceftriaxone 1g i.m. + Azithromycin 1,5g p.o. beide Einmaldosis
2.Zystitis: erste Wahl Fosfomycin-Granulat 3g p.o. als einmalig. Schwangerschaft: Cefuroxim 250mg p.o. 1-0-1 x3 Tage.
Kompliziert (Männer immer kompliziert): ciprofloxacin 500 mg p.o. 1-0-1 x 10 Tag.
Erste Wahl ist weder Penizillin noch Fluorchinolone indiziert, da diese ein Risiko für eine Clostridium-difficile-assoziierte Kolitis sowie Multiresistenz haben.
3.Pyelonephritis:
- Bei leichtem klinischem Verlauf: p.o. Fluorochinolon (Ciprofloxacin oder Levofloxacin) oder eines Cephalosporin der 3. Generation (Cefpodoxin, Cefixim)
- Bei schwerem Verlauf (fieberhafter Verlauf), Schwanger oder komplizierte untere HWI: Chinolonen für 10 Tage (manchmal sogar 14 Tage) oder Ceftriaxon 1-2g i.v. 1-0-0 x 10-14 Tage stationäre Behandlung!
Urosepsis: Piperacilin/ Tazobactam i.v.
Urolithiasis arten von steinen und symptomatik
Harnsteine:
- Calciumoxalatsteine: häufigste (75%) wegen Hyperkalzämie, Oxalatreiche Ernährung (Kaffee, Kakao, Nüsse)
- Struvitsteine (ca. 10%) wegen einer Harnwegsinfektion durch Urease-bildende Keime (V.a. Proteus- Infektionen, selten Klebsiella, Pseudomonas)
- Harnsäuresteine (ca 5-10%) wegen Hyperurikämie
- Calciumphosphatsteine wegen Hyperparathyreoidismus, Tumorlyse Syndrom
Symptomatik:
- Unruhiger Patient
- Ggf. Makrohämaturie
- Fieber, Dysurie, ggf. Schüttelfrost→ Verdacht auf komplizierte Harnwegsinfektion!
- Kolikartige Schmerzen (Flanke und Abdomen): mögliche Ausstrahlung in Unterbauch, Leiste, Labien oder Hoden → NIERENKOLIK
- Ggf. Klopfschmerzhafte Nierenlager !!!! Wen es gibt Abflusshinderung
- Übelkeit und Erbrechen
- Paralytischer Subileus möglich

Urolithiasis Diagnostik
Urinuntersuchung:
- Urinstreifentest
-Urin-pH-Tagesprofil (Dauerhaft saurer Urin → begünstigt Harnsäuresteine , Dauerhaft alkalischer Urin → begünstigt Struvitsteine und Calciumphosphatsteine . Der Patient misst den Urin-pH mehrmals täglich,
- Ein Harnstein geht häufig mit einer Harnwegsinfektion einher, deswegen ist ein Urinkultur wichtig
- Urinsediment: mikroskopische Beurteilung nach Steinekristallen
Blutprobe: Ca++, Harnsäure im Serum, Retentionsparameter, Entzündungsparameter
Bildgebung:
- Sonografie (1. Wahl): Darstellung von Konkrementen und sekundäre Stauung (nur Nierensteine Sichtbar als Echoreich, echofreier Schallschatten, Harnleitersteine meist nicht sichtbar jedoch indirekte Hinweise wie Stauung)
- Nativ-CT: weiterführende Diagnostik, Konkremente nahezu aller Abschnitten (insb. Harnleiter) darstellbar Verdacht auf Harnleitersteine mit unklaren Befunden in Sonografie.
- Röntgen: nur positiv bei Calciumhaltige Steine.

Gradeinteilung der Hydronephrose
Grad | Befund |
|---|---|
I |
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II |
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III |
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IV |
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Therapie der Urolithiasis
Akuttherapie
Allgemeine Maßnahmen: suffiziente Analgesie (Metamizol oder Diclofenac) !! Kein Pethidin !! , Tamsulosin (Alphablocker-Off-Label-Therapie) + Erhöhung der Trinkmenge + körperliche Bewegung.
Steinabgang
o Konservativ (Bei Uretersteinen ≤5 mm) abwarten bis spontan Steinabgang
o Interventionelle Therapie:
▪ Harnableitung - bei frustrane konservative Therapie, hochgradige Obstruktion mit Harnstauungsniere oder postrenalem Nierenversagen, infizierte Harnstauungsniere.
▪ Steinentfernung - Sowohl nach konservativer als auch nach operativer Therapie sind radiologische Verlaufskontrollen indiziert!
Sekundärprophylaxe: das Rezidivrisko von Harnsteinen ist hoch (60% in 10 Jahren)
Reichlich Flüssigkeitszufuhr: Mindestens 2,5 L pro Tag .
Ernährung kochsalzarm, ausgewogen und ballaststoffreich
Oxalatreiche Lebensmittel sollten gemieden werden (Spinat, Kakao, Schockolade)
Kalziumarme Diät ist nicht indiziert (Calcium + Oxalat → Calciumoxalat → bleibt im Darm → wird mit dem Stuhl ausgeschieden)
• Ca++ und phosphathaltigen Steinen sollte ein Hyperparathyreoidismus ausgeschlossen werden
Steinentfernung Methoden
Bei Urolithiasis hängt die Methode der Steinentfernung vor allem von Steingröße, Lage und Symptomen ab.
ESWL – extrakorporale Stoßwellenlithotripsie
Stoßwellen zertrümmern den Stein von außen.
Die Fragmente werden anschließend mit dem Urin ausgeschieden.
Besonders bei kleineren/mittleren Nieren- oder Uretersteinen.
URS – Ureterorenoskopie
Endoskop wird über Urethra → Blase → Ureter eingeführt.
Stein wird z. B. mit Laser zertrümmert und/oder geborgen.
Sehr häufig bei Uretersteinen.
PCNL – perkutane Nephrolithotomie
Zugang durch die Haut direkt zur Niere.
Stein wird endoskopisch entfernt/zertrümmert.
Besonders bei großen Nierensteinen, insb. >2cm
Offene/laparoskopische Operation
Heute selten.
Nur bei besonderen Situationen, wenn endourologische Verfahren nicht geeignet oder erfolglos sind.
Urolithiasis Ddx
• Renal:
o Pyelonephritis, Nierenabszess: Fieber, und erhöhte Entzündungsparameter
o Nierenzellkarzinom
• GI: Appendizitis (Appendizitiszeichen, Konkardezeichen), Divertikulitis (walzenförmige Resistenz tastbar),
Ileus, Gallenkolik (Murphy), Cholezystitis, Pankreatitis, inkarzerierte Leistenhernie (Vorwölbung in der Leiste)
• Muskuloskelettal: vertebragene Schmerzen, Coxitis
• Gynäkologisch: Extrauteringravidität (ausbleibende Menstruationsblutung, ß-HCG), stielgedrehte Ovarialzyste,
Adnexitis (vermehrte Ausfluss), Dysmenorrhö (einige Stunden vor Einsetzen der Regelblutung)
• Sonstige: Herpes Zoster, Aortenaneurysma, Hodentorsion
Pathophysiologie des nephrotischen Syndroms
Schädigung der glomerulären Filterbarriere
→ Die Glomeruli werden durchlässiger für Proteine, besonders Albumin.
Massive Proteinurie
→ Viel Albumin geht über den Urin verloren (> 3,5 g/24 h).
Hypoalbuminämie
→ Der Albuminspiegel im Blut sinkt.
Hypoproteinämie → verlust an Antithrombin 3 → thromboembolieneigung und verlust von Ig → Infektanfälligkeit
↓ kolloidosmotischer Druck
→ Albumin hält normalerweise Wasser im Gefäß. Bei Albuminmangel tritt Flüssigkeit aus den Gefäßen ins Gewebe über.
→ Ödeme entstehen.
Aktivierung von RAAS und ADH
→ Durch das verringerte effektive Blutvolumen hält der Körper Natrium und Wasser zurück.
→ Dadurch werden die Ödeme zusätzlich verstärkt.
Hyperlipidämie
→ Die Leber versucht, den Proteinverlust zu kompensieren und steigert auch die Lipoproteinsynthese.
→ Dadurch entstehen Hyperlipidämie und teilweise Lipidurie.
Ätiologie der nephrotisches syndrom
In 75% der Fälle ist einer primär glomeruläre Erkrankung
Glomerulonephritis (GN)
Minimal-Change-Glomerulonephritis (MCG): Häufigste Ursache im Kindesalter, verläuft mit einer Glomerulopathie mit Podozytenschädigung. Meist idiopathisch.
Membranöse Glomerulonephritis (MGN): Häufigste Ursache im Erwachsenenalter, Häufig idiopathisch. Verläuft mit Podozytenschädigung durch Autoantikörper und Entstehung von Immunkomplexen
Fokal-segmentale Glomerulonephritis: zweihäufigste Ursache im Erwachsenalter
- Sekundäre glomeruläre Erkrankung machen die restliche 25% und sind zahlreiche: Diabetische Nephropathie, Membranöse Lupusnephritis, Amyloidose, Infektionen (HCV), Neoplasien (Multiples Myelom), Medikamente (Rifampicin), selten angeborene Erkrankungen (Alport-Syndrom).
Diagnose der Nephrotisches syndrom
Blutuntersuchung:
Erniedrigte Gesamteiweiß, Albumin, Immunglobuline, Antithrombin-III.
Erhöhte Cholesterin, Triglyzeride, ggf. Retentionsparameter.
Serumelektrophorese:
Erniedrigung der Albumin und y-Fraktion (wegen Proteinurie) erhöhung alpha- und B-Globulinzacken
Serologien zum Ausschluss von Hepatitis B und C, Syphilis, HIV, SLE
Urinuntersuchung: Proteinurie
Urinstreifentest
24-Stunden-Sammelurin oder Schätzung mittels Albumin-/Protein-Kreatinin-Quotient
Urinelektrophorese: kann zwischen eine selektive und unselektive Proteinurie differenzieren.
Sonographie: Schrumpfnieren bei CNE; Ggf. leicht vergrößerte Nieren bei Glomerulonephritis
Nierenpunktion und Biopsie

Therapie der Nephrotisches Syndrom
Verringerung der Proteinurie durch Gabe von ACE-Hemmern (alternativ AT1-Rezeptor-Blocker)
Keine strenge Eiweißrestriktion; keine intravenöse Albumin-Gabe (sinnlos, wird ausgeschieden)
Therapie der Ödeme
Kochsalzarme Diät: <2 g/d
I.d.R. keine Trinkmengenbeschränkun
Schleifendiuretikum (i.d.R. Furosemid oder Torasemid) 4 Therapieresistenz: zus. Thiazide (+Spironolacton um K* zu vermeiden)
Reduktion des Thromboserisikos: bei Serumalbumin <2g/L - Phenprocoumon (Mittel der 1. Wahl aufgrund Antithrombin-unabhängiger Wirkung)
Lipidsenkung: Statine
Infektionsprophylaxe: Pneumokokkenimpfung, Jahrliche Grippeimpfung
Substitution eines Vitamin-D-Mangels.
Nephritisches Syndrom
Definition :
Mikrohämaturie + Erythrozytenzylinder
Oligurie → aHT Azotämie
Geringe bis moderate Proteinurie (<3,5 g/Tag)
Hypervolämie-bedingte Ödeme
Typisch für
GN mit endothelialem und mesangialem Schaden
Postinfektiöse GN (PIGN)
IgA-Nephropathie (IGAN)
Lupus-Nephritis
ANCA-assoziierte GN
Membranoproliferative GN (MPGN)
Glomerulonephritis
Die Glomerulonephritis umfasst eine Gruppe von Erkrankungen, die mit einer nicht-infektiösen Entzündung der Glomeruli verläuft, meist durch immunologische Prozesse verursacht (z. B. Immunkomplexe). |
Indikationen und Kontraindikationen für eine Nierenbiopsie in Bezug auf Glomerulonephritis

Tubulointerstitielle Nephritis (TIN) – Was ist das? Ursachen? Therapie?
Eine Entzündung des Niereninterstitiums und der Nierentubuli.
Interstitium = Gewebe zwischen den Nierentubuli.
Tubuli = Nierenkanälchen, die den Urin weiterverarbeiten.
Die Entzündung führt zu einer Nierenfunktionsstörung, häufig zu einem akuten Nierenversagen (AKI).
Ursachen
1. Medikamente – häufigste Ursache NSAR (Ibuprofen, Diclofenac)
Antibiotika, z. B. Penicillin, Cotrimoxazol
Protonenpumpenhemmer (PPI), z. B. Pantoprazol
Diuretika
2. Infektionen
Bakterien, Viren
3. Autoimmunerkrankungen
Sjögren-Syndrom
Sarkoidose
SLE
Symptome
Kreatinin ↑ → Nierenfunktion ↓
Müdigkeit, Übelkeit
Flankenschmerzen möglich
Fieber, Hautausschlag
Eosinophilie möglich
Leukozyturie, manchmal Leukozytenzylinder
Leichte Proteinurie
Merke: Die klassische Trias aus Fieber, Hautausschlag und Eosinophilie ist möglich, aber nicht immer vorhanden.
Diagnose
Anamnese: neue Medikamente?
Blut: Kreatinin, Harnstoff, Blutbild
Urin: Leukozyturie, Proteinurie
Nierensonografie zum Ausschluss einer Obstruktion
Nierenbiopsie bei unklarer Diagnose oder fehlender Besserung
Therapie
1. Auslösendes Medikament absetzen!
Das ist die wichtigste Maßnahme.
2. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr, falls kein Volumenüberschuss besteht.
3. Kortikosteroide, z. B. Prednisolon, bei schwerer oder persistierender TIN nach Ausschluss anderer Ursachen und ggf. nach Biopsie.
4. Dialyse, wenn eine schwere Niereninsuffizienz mit Dialyseindikation vorliegt.
Ödem Physiopathogenese
Physiopathogenese
• Zunahme des intravasalen hydrostatischen Drucks: bspw. Bei Herzinsuffizienz, venöser Thrombose
• Abnahme des kolloidosmotischen Drucks: wenn Serumalbumin <2,5g/dL. Bei nephrotischem Syndrom, Leberzirrhose, Malnutrition.
• Zunahme der Gefäßpermeabilität: Entzündung, Verbrennung, allergische Reaktion, Trauma
• Behinderung des Lymphabflusses: lymphödem, nach einer OP, Erysipel.
• Myxödem: Einlagerung von Glykosaminoglykane. Hypothyreose (generalisiert), Hyperthyreose (typischerweise prätibial) mit dem großen Unterschied, dass nicht wegdrückbar ist!
Generalisierte vs Lokalisierte Ödem

Was bedeutet es, wenn die Leber heller ist als die Niere? Und umgekehrt?
Leber heller als Niere
Normalerweise ist die rechte Niere etwas echoärmer (dunkler) als die Leber.
Wenn die Leber deutlich heller als die Nierenrinde erscheint, spricht das für eine erhöhte Echogenität der Leber, klassisch bei:
Fettleber (Steatosis hepatis) → häufigste Ursache
Niere heller als Leber
Wenn dagegen die Nierenrinde deutlich echoreicher (heller) als die Leber ist, spricht das für eine erhöhte renale Echogenität.
Das kann auf eine Nierenerkrankung des Parenchyms hinweisen, z. B.:
chronische Nierenerkrankung
Glomerulonephritis
akute Tubulusschädigung
Besonders wichtig ist der Vergleich mit der Leber, weil die Echogenität der Nierenrinde normalerweise gleich oder etwas geringer als die der Leber ist.
Welche nephrologisch wichtigen Nebenwirkungen von Antikoagulanzien gibt es.
1. Antikoagulanzien-induzierte Nephropathie
Besonders bei Warfarin, aber auch unter anderen Antikoagulanzien möglich.
Mechanismus:
Überantikoagulation → glomeruläre Blutungen → Erythrozyten gelangen in die Tubuli → bilden dort Zylinder → Tubulusobstruktion und akute Nierenschädigung.
Typisch: plötzlicher Kreatininanstieg bei stark erhöhtem INR.
2. Blutungen bei eingeschränkter Nierenfunktion
Viele Antikoagulanzien werden zumindest teilweise renal eliminiert. Bei niedriger GFR können sie sich anreichern → Blutungsrisiko steigt.
Besonders relevant bei DOAKs.
3. Heparin
Unfraktioniertes Heparin: kaum relevante renale Elimination → bei schwerer Niereninsuffizienz oft besser steuerbar.
Niedermolekulare Heparine: stärker renal eliminiert → bei schwerer Niereninsuffizienz Akkumulation und Blutungsgefahr.
4. HIT
Heparin-induzierte Thrombozytopenie (HIT Typ II) → Thrombozyten ↓ + paradoxe Thrombosen.
Das ist zwar keine direkte Nierentoxizität, aber nephrologisch relevant, weil beispielsweise Nierengefäßthrombosen auftreten können.
Prostatakarzinom und HBP
20-30 mL normal volume
Jährliche dru ab 45 jahre alt
Diagnose:
Digitale rektale Untersuchung (DRU) • PSA Bestimmung quantitativ • Stanzbiopsie (Wenn folgende Bedingungen erfüllt sind):
Die Stanzbiopsie soll unter transrektal-sonographischer Kontrolle und unter Antibiotikaschutz erfolgen. In der Regel sollen 10 bis 12 Gewebezylinder entnommen werden |
HBP
Diagnose
Pressen bei der Miktion
Anamnese (Beschwerden)
Digitale rektale Untersuchung
PSA-wertes (1,6 - 3,2 ist hoch)
Ultraschalluntersuchung der Blase mit Harnmessung und Bestimmung des Resturins
Behandlung:
Medikamentös
Allgemein: Alkohol und Kaffee reduzieren/vermeiden.
α1-Blocker → 1. Wahl
Tamsulosin, Alfuzosin, Silodosin etc.
→ entspannen die glatte Muskulatur von Prostata + Blasenhals
5-α-Reduktasehemmer
→ dihydrotestosteron ↓ → Prostatavolumen ↓
Nebenwirkungen: Libido ↓, Erektions-/Ejakulationsstörungen
PDE-5-Hemmer (phosphodiesterase hemmer)
Tadalafil
→ glatte Muskulatur entspannt → Speicher- und Entleerungsstörungen ↓
🔪 Operativ
TURP (transurethrale Prostataresektion):
Prostatagewebe wird endoskopisch durch die Harnröhre mit Elektroschlinge entfernt.
Prostatakapsel bleibt erhalten.
TUIP (transurethrale Prostatainzision):
Prostata wird eingeschnitten, nicht großflächig entfernt.
Alternative zur TURP, besonders bei kleinerer Prostata.
Suprapubische Enuklearion (SPE) -transuretral endoskopisch
Rhabdomyolyse
Definition: Zerfall quergestreifter Muskulatur mit Freisetzung von Zellinhalten (v.a. CK, Myoglobin, Elektrolyte) in den Blutkreislauf. Gefahr von akutem Nierenversagen durch Myoglobinablagerung in den Nierentubuli und Volumenverschiebung.
Häufige Ursachen:
• Trauma (Crush-Syndrom, Kompression)
• Langanhaltende Immobilisation
• Ischämie (Kompartmentsyndrom, Gefäßverschluss)
• Medikamente/Toxine (Statine, Alkohol, Drogen wie Kokain, Neuroleptika bei malignem neuroleptischem Syndrom)
• Krampfanfälle, Hitzschlag
• Metabolische / paraneoplastische Ursachen (z.B. Tumorerkrankungen)
Klinik:
Myalgien, Muskelschwäche, Schwellung der Muskulatur, dunkel verfärbter Urin („cola-farben“), ggf.
Allgemeinsymptome wie Übelkeit, Fieber. Komplikationen: Hyperkaliämie, Arrhythmien, Schock, akutes Nierenversagen.
Diagnostik:
• Deutlich erhöhte CK (oft > 5.000–10.000 U/l)
• Erhöhtes Serum-Myoglobin,
-Myoglobinurie (Urin-Stix positiv auf Blut ohne Erythrozyten im Sediment)- brauner coca cola urin.
• Elektrolyte (v.a. Kalium), hyperphosphatämie, hyperkalzämie
-BGA
• Sonographie bei Verdacht auf Kompartmentsyndrom eher klinisch, ggf. weitere Bildgebung abhängig von Ursache
Therapie:
• Sofortige großzügige Volumentherapie mit balancierten Kristalloidlösungen !!! Nicht ringer laktat bei hyperkaliämie.. ziel:urinausscheidung 200-300ml/h, urin pH >6.5
-urinkanalisierung mit natriumbikarbonat
• Engmaschige Überwachung von Diurese, Elektrolyten und Nierenfunktion
• Meiden/Absetzen potenziell myotoxischer Medikamente
• Behandlung der zugrunde liegenden Ursache (Trauma, Intoxikation, Tumor etc.) und der hyperkliämie
• Bei therapierefraktärem akutem Nierenversagen ggf. Dialyse
Pathophysiologie (ganz kurz):
Durch Muskelschädigung kommt es zum Zerfall der Zellmembran. Myoglobin und Elektrolyte (v.a. Kalium) treten ins Blut über. Myoglobin kann in den Nierentubuli ausfallen, besonders bei Volumenmangel und saurem Urin, und so ein akutes Nierenversagen verursachen. Gleichzeitig führt der Flüssigkeitsverlust in das geschädigte Muskelgewebe zu einem effektiven Volumenmangel und Kreislaufinstabilität
Rhabdomyolyse und Nierenschädigung
Warum schädigt Rhabdomyolyse die Niere?
Bei Muskelzerfall werden große Mengen Myoglobin aus den Muskelzellen freigesetzt:
Muskelzerfall → Myoglobin ↑ im Blut → Myoglobin wird glomerulär filtriert → Niere
Dann entstehen mehrere Mechanismen:
Myoglobin-induzierte Tubulusschädigung
Myoglobin wird im proximalen Tubulus aufgenommen.
Das Häm-Eisen erzeugt freie Radikale → oxidativer Schaden → akute Tubulusschädigung.
Tubuläre Obstruktion
Myoglobin bildet zusammen mit Tamm-Horsfall-Protein Zylinder.
→ Verlegung der Tubuli → ↓ GFR.
Renale Vasokonstriktion
Durch Volumenmangel und vasoaktive Mechanismen kommt es zu einer Minderdurchblutung der Niere.
→ zusätzliche prärenale Komponente.
Typische Laborbefunde
CK massiv erhöht → wichtigster Laborparameter
Myoglobin ↑ im Blut/Urin
K⁺ ↑ → gefährliche Hyperkaliämie
Phosphat ↑
Ca²⁺ ↓ initial
Kreatinin ↑ bei AKI
AST/ALT können ebenfalls erhöht sein
Urin: oft positiver Blutnachweis im Teststreifen, aber kaum/keine Erythrozyten im Sediment → Hinweis auf Myoglobinurie.
Therapieprinzip
Das Wichtigste ist eine frühzeitige aggressive Volumentherapie mit i.v. Kristalloiden, sofern keine Kontraindikation besteht, um die renale Perfusion und Myoglobinausscheidung zu verbessern.
Welche Antibiotika bei Niereninsuffizienz Dosisreduktion?
• Dosisreduktion obligat: Aminoglykoside (Gentamicin, Tobramycin), Vancomycin, Penicilline (Ampicillin, Piperacillin), Carbapeneme, Cephalosporine (außer Ceftriaxon)
• Keine Dosisanpassung nötig: Ceftriaxon (biliäre Ausscheidung), Rifampicin, Clindamycin, Metronidazol, Moxifloxacin
• Kontraindiziert bei schwerer Niereninsuffizienz: Nitrofurantoin (GFR < 30), Tetracycline (außer Doxycyclin)
Goodpasture syndrom
Das Goodpasture-Syndrom ist eine Autoimmunerkrankung, bei der der Körper Antikörper gegen die Basalmembran bildet, genauer gegen Kollagen Typ IV.
🎯 Betroffen sind vor allem:
🫁 Lunge + 🫘 Niere
Was passiert?
Die Anti-GBM-Antikörper greifen die Basalmembran an:
Niere → Glomerulonephritis
→ Hämaturie, Proteinurie, Kreatinin ↑ → rasch progrediente Glomerulonephritis
Lunge → alveoläre Blutung
→ Hämoptysen, Dyspnoe, Anämie
Typisches Bild
Junger Patient + Hämoptysen + Hämaturie → an Goodpasture denken.
Diagnostik
Anti-GBM-Antikörper im Blut ↑
Urin: Erythrozyten, Protein
Nierenwerte: Kreatinin ↑
CT Thorax: diffuse bilaterale Verschattungen bei alveolärer Blutung
Nierenbiopsie:
lineare IgG-Ablagerungen entlang der glomerulären Basalmembran bei Immunfluoreszenz.
Therapie
Schnell behandeln!
Plasmapherese → Antikörper entfernen
Glukokortikoide
Cyclophosphamid → Immunsuppression