03. Teaching Vocabulary (Issues in TEFL)

0.0(0)
Studied by 0 people
call kaiCall Kai
learnLearn
examPractice Test
spaced repetitionSpaced Repetition
heart puzzleMatch
flashcardsFlashcards
GameKnowt Play
Card Sorting

1/9

encourage image

There's no tags or description

Looks like no tags are added yet.

10 Terms

1
New cards

What does it mean to 'know a word'?

Ein Wort zu „kennen" ist komplex. Lexikalisches Wissen umfasst:

  • Form: Schreibung, Aussprache (inkl. Varianten)

  • Bedeutung: Grundbedeutung, metaphorische Bedeutungen, semantische Reichweite

  • Wortklasse und grammatische Eigenschaften

  • Verwendung: Register, Kollokationen, Konnotationen, Synonyme/Antonyme

  • Kultureller Kontext

Das mentale Lexikon ist dabei viel reichhaltiger als ein Wörterbuch – es ist dynamisch und ständig in Flux (McCarthy 1990).

2
New cards

Das mentale Lexikon (Mental Lexicon)

Das mentale Lexikon ist der interne „Wortspeicher" im Gehirn. Es ist hochgradig systematisch organisiert, nicht zufällig.

Organisationsprinzipien (Schmitt 2000):

  • Semantisch verwandte Wörter werden zusammen gespeichert (Synonymie, Antonymie, Hyponymie)

  • Kollokationen (häufig zusammen auftretende Wörter) bilden paradigmatische Verbindungen

  • Klang-ähnliche Wörter (clang associations) werden ebenfalls verknüpft

  • Das Word-frequency effect: Je mehr ein Wort gelernt wird, desto leichter lassen sich neue Wörter integrieren

Belege für die Struktur (Evidence):

  • Versprecher / Speech errors: z.B. „Easter" statt „Christmas", Verschmelzungen wie „toffible" (terrible + horrible) → zeigen phonologische und semantische Vernetzung

  • Wortassoziationstests: z.B. „hammer" → „nail", „salt" → „pepper" → Menschen wählen Wörter aus demselben semantischen Feld, oft den zugehörigen Partner, immer dieselbe Wortklasse


3
New cards

Das mentale Lexikon (Mental Lexicon):

Hypothesen zur L1/L2-Speicherung, Semantische Netzwerke & Chunks

Hypothese

Beschreibung

Extended System

L1 & L2 in einem gemeinsamen Speicher

Dual System

zwei getrennte, unabhängige Speicher

Tripartite System

Kognaten in gemeinsamem Speicher, Rest getrennt

Subset Hypothesis (favorisiert)

zwei Subsysteme, eng verbunden – erklärt Code-Switching und Interferenzen

Semantische Netzwerke & Chunks:

  • Wörter werden nicht isoliert, sondern in Netzwerken gespeichert

  • Chunks = feste Mehrworteinheiten (Idiome, Kollokationen, Phrasal Verbs), die wie ein Wort gespeichert werden (Lewis 2008)

  • Häufige Kollokationstypen: Verb+Nomen, Adjektiv+Nomen, Nomen+Präposition+Nomen, Adverb+Adjektiv etc.


4
New cards

Challenges for Language Learners

EFL-Lernende haben ein grundlegend anderes mentales Lexikon als Muttersprachler:

  • Semantische Merkmale werden oft unvollständig gelernt (z.B. metaphorische Bedeutungen ignoriert)

  • Semantische Reichweite schwer zu bestimmen: z.B. to cry vs. to weep, dt. „groß" = big/tall/great/vast je nach Kontext

  • L1-Interferenz: dt. „Salat" = lettuce oder salad; dt. „Nebel/Dunst" ≠ haze/mist/fog; dt. „machen" ≠ to do/to make

  • Kollokationsfehler: fast food ✓ aber fast car ✓ – quick food ✗, quick car ✗

  • Register schwer einzuschätzen: pretty (informal) vs. fairly/somewhat (formal)

  • Aufbau semantischer Netzwerke in der L2 ist deutlich schwieriger als in der L1


5
New cards

Implications for Teaching: 10 allgemeine Prinzipien (Hutz)

  1. Verankerung im mentalen Lexikon ist das Hauptziel

  1. Hierarchische, syntagmatische und paradigmatische Relationen helfen beim Speichern und Abrufen

  2. Kontextualisierung ist essenziell – isolierte Wortlisten sind wenig hilfreich

  3. Neue Wörter mit bekannten verbinden stärkt das Netzwerk

  4. Wortauswahl nach Frequenz, Lernbarkeit und semantischer Reichweite

  5. Wiederholung ist unabdingbar – Wörter müssen viele Male gehört und verarbeitet werden

  6. Multimodale Repräsentation (visuell, auditiv, motorisch) verbessert den Abruf

  7. L1/L2-Gleichsetzung vermeiden – direkte Verbindungen in der Zielsprache bevorzugen

  8. Kultureller Kontext beim Lernen einbeziehen

  9. Vokabelaktivitäten sollen Organisationsprinzipien des mentalen Lexikons widerspiegeln (Wortfelder, Kollokationen, semantische Netze)


6
New cards

Implications for Teaching: Einführung neuer Wörter: P-M-S-C (Quetz 2007)

Schritt

Inhalt

P – Pronunciation

Aussprache mehrfach üben (Lehrer → Klasse → Einzelne)

M – Meaning

Bedeutung erklären, Synonyme/Umschreibungen einfordern

S – Spelling

Wort an die Tafel schreiben

C – Context & Collocation

Kollokationen und Verwendungskontexte geben


7
New cards

Implications for Teaching: Lexikalische Aktivitäten (Hutz)

  • Word-ladders: Assoziationsketten, Geschichten schreiben

  • Word-spiders: visuelle Vernetzung im Wortfeld

  • Word thieves: Wörter aus gehörtem Text einem Thema zuordnen

  • Guessing the category: Oberbegriff aus Liste erraten

  • Categorizing items: Wörter nach Kategorien sortieren (Nomen, Verben, Adjektive…)

  • Antonyms: Antonyme in verschiedenen Kontexten finden

  • Bubble diagrams: Kollokationen visualisieren

  • Word-forks: to do vs. to make – ähnliche Wörter differenzieren

  • Finding collocations / Collocation research projects: Korpusarbeit, Google-Recherche


8
New cards

The Bigger Picture: Four Strands (Nation 2007)

Ein ausgewogener Vokabelkurs braucht je ~25% aus allen vier Bereichen:

Strand

Beschreibung

Meaning-focused Input

Extensive Reading/Listening – beiläufiges Lernen durch verständliche Texte

Meaning-focused Output

Sprechen und Schreiben – Vokabular aktiv verwenden

Language-focused Learning

Bewusstes Vokabellernen: Karteikarten, intensive Lektüre, Wortteile

Fluency Development

Flüssigkeit trainieren mit bereits bekanntem Vokabular (Speed Reading, 4-3-2-Aktivität, Free Writing)

Zur Bedeutung von Extensive Reading:

  • Elley & Mangubhai (1981): Kinder in Fiji mit 3h/Woche Extensive Reading erzielten in 9 Monaten den Fortschritt von 15 Monaten

  • Waring & Takaki (2003): Nur wenige Wörter werden beim einmaligen Lesen tief gelernt, viele aber teilweise – wiederholte Begegnungen nötig

Karteikarten (Word Cards) – effektiv wenn:

  • Wort auf einer Seite, L1-Übersetzung auf der anderen

  • Kleine Pakete (~15–20 Wörter) zu Beginn

  • Spaced Repetition: nach wenigen Minuten, dann 1h, dann 1 Tag, dann 1 Woche

  • Semantisch ähnliche Wörter nicht zusammen lernen (Interferenz!)

  • Wörter laut sagen, Kollokationen mitnotieren


9
New cards

Die vier Hauptaufgaben der Vokabellehrperson (Nation)

Priorität

Aufgabe

1 (wichtigste)

Planning – ausgewogenen Kurs planen, richtiges Vokabular für Niveau

2

Training – Lernstrategien trainieren (Kontexterschließung, Karteikarten, Wortteile, Wörterbuch)

3

Testing – Vocabulary Levels Test, Vocabulary Size Test

4

Teaching – direkte Wortschatzvermittlung (besonders wichtig bei kleinem Wortschatz)

High-frequency vs. Low-frequency Vocabulary:

  • Ca. 2000 High-frequency Words decken 80–90% aller Texte ab (Michael West's General Service List, 1953)

  • Academic Word List (Coxhead 2000): 570 Wortfamilien, 10% akademischer Texte

  • Low-frequency words: tausende Wörter – kein Klassenraumunterricht, sondern Strategietraining zum Umgang damit


10
New cards

Zusammenfassung

Ein Wort zu kennen ist weit mehr als seine Übersetzung zu wissen – es geht um Form, Bedeutung, Verwendung, Register und kulturellen Kontext. Das mentale Lexikon speichert Wörter nicht isoliert, sondern in semantischen Netzwerken und Chunks. EFL-Lernende kämpfen besonders mit semantischer Reichweite, L1-Interferenz und Kollokationen.

Für den Unterricht bedeutet das: Wörter müssen kontextualisiert, vernetzt und multimodal eingeführt werden (P-M-S-C). Wiederholung und Spaced Repetition sind entscheidend. Ein guter Vokabelkurs ist ausgewogen über die vier Strandsverteilt (Nation) und legt den Schwerpunkt auf Planung, Strategietraining und Bewusstmachung. Die direkteste Vermittlung von Vokabeln ist die am wenigsten wichtige der vier Lehraufgaben – viel entscheidender sind ein guter Plan und das Training selbstständiger Lernstrategien.