Grundbegriffe der Erziehungswissenschaft und Psychosoziale Entwicklung nach Erikson

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Karteikarten zu den Grundbegriffen der Erziehungswissenschaft (Sozialisation, Enkulturation, Persönlichkeit nach Hurrelmann) und den Phasen der psychosozialen Entwicklung nach Erik H. Erikson.

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<p>Entwicklungstreppe (Gerd Arntz, 1955)</p>

Entwicklungstreppe (Gerd Arntz, 1955)

Eine bildliche Darstellung von Entwicklung als lebenslangem, individuellem und nicht-geradlinigem Prozess, der von Fort- und Rückschritten geprägt ist sowie vom Umfeld und anderen Menschen beeinflusst wird.

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Sozialisation

Der lebenslange Prozess der Bildung eines Menschen zu einer sozial handlungsfähigen Persönlichkeit durch die Aneignung von und Auseinandersetzung mit der inneren und äußeren Realität.

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Innere Realität

Nach Klaus Hurrelmann die körperlichen und psychischen Grundmerkmale sowie die natürlichen biologischen Anlagen eines Menschen.

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Äußere Realität

Nach Klaus Hurrelmann die soziale und physikalische Umwelt, mit der sich ein Mensch im Lebenslauf auseinandersetzt.

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Enkulturation

Ein Unterbegriff der Sozialisation; der teils bewusste, teils unbewusste Prozess, über den ein Mensch von Geburt an die kulturellen Überlieferungen, Werte und die Sprache einer Gesellschaft erlernt.

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Mitgliedschaftsentwürfe

Von einer Kultur bereitgestellte Vorstellungen, Wünsche, Erwartungen und Normen, die für eine aktive Teilnahme an der Gesellschaft als erforderlich erachtet werden.

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Persönlichkeit

Das unverwechselbare Gefüge von Merkmalen, Eigenschaften, Einstellungen und Handlungskompetenzen eines Menschen auf Basis seiner biologischen Ausstattung und als Ergebnis der Bewältigung von Lebensaufgaben.

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Persönlichkeitsentwicklung

Die Veränderung wesentlicher Elemente des Gefüges individueller Merkmalsbesonderheiten im Verlauf des Lebens.

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Ontogenese

Der in der biologischen und anthropologischen Forschung verwendete Begriff für die Entwicklung der Persönlichkeit im Lebenslauf.

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Psychogenese

Der in der psychologischen Forschung verwendete Begriff für die Persönlichkeitsentwicklung im Lebenslauf.

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Biografie

Synonym für die eigene Lebensgeschichte eines Menschen, die durch Verarbeitungsstrategien von Herausforderungen geprägt wird.

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Epigenetisches Prinzip

Das Konzept nach Erikson, dass alles Wachstum einem Grundplan folgt, bei dem einzelne Teile eine kritische Phase der Dominanz durchlaufen, bis ein funktionierendes Ganzes entsteht.

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Innere Entwicklungsgesetze

Nach Erikson die Reifungsgesetze, denen ein Kind gehorcht und die eine zeitlich abgestimmte Stufenfolge von Wechselwirkungen zwischen dem Kind und seinen Bezugspersonen ermöglichen.

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Krise / kritische Phase

Eine notwendige Herausforderung im Entwicklungsprozess nach Erikson, bei der das Wachstum einer Teilfunktion das Individuum verletzlich macht und aus deren Bewältigung gestärkte Ich-Qualitäten hervorgehen.

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Vertrauen vs. Misstrauen (Phase 1)

Die erste psychosoziale Phase im 1. Lebensjahr; das Säugling muss Verlässlichkeit und Zuwendung erfahren, um Urvertrauen aufzubauen, sonst entsteht Urmisstrauen.

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Autonomie vs. Selbstzweifel (Phase 2)

Die Phase im 1. bis 3. Lebensjahr; das Kind entwickelt Selbstständigkeit und Willenskontrolle. Fehlende Unabhängigkeit führt zu Selbstzweifeln und Resignation.

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Initiative vs. Schuldgefühl (Phase 3)

Die Phase im Vorschulalter (3. bis 6. Lebensjahr); durch Kontakte mit Gleichaltrigen bilden sich bei positiver Entwicklung Initiative und Kompetenz aus.

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Werksinn vs. Minderwertigkeit (Phase 4)

Die Entwicklungsphase in den Grundschuljahren; Ziel ist das Verwirklichung eigener Pläne und Aufbau des Werksinns. Mangelnde Anerkennung führt zu Gefühlen der Inkompetenz und Unterlegenheit.

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Werksinn

Ein positives Kompetenzgefühl, das Vertrauen in die eigene Schaffenskraft sowie die Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit anderen in den Grundschuljahren.

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Identität vs. Rollendiffusion (Phase 5)

Die Phase der Adoleszenz; Entwicklungsaufgabe ist die Identitätssuche und das Zusammenfügen aller Personenaspekte zu einem widerspruchsfreien Selbstbild.

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Rollendiffusion

Die Fehlentwicklung bzw. Identitätsverwirrung in der 5. Phase nach Erikson, bei der Jugendliche ratlos bezüglich ihres künftigen Lebenswegs und unfähig zu wichtigen Entscheidungen sind.

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Intimität vs. Isolation (Phase 6)

Die Phase im 3. Lebensjahrzehnt; erfordert eine gefestigte Identität, um dauerhafte intime Liebesbeziehungen einzugehen, statt in emotionaler/sozialer Isolation zu verharren.

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Generativität vs. Stagnation (Phase 7)

Die Phase im mittleren Erwachsenenalter; bezeichnet das Interesse an der Zeugung, Erziehung und Weitergabe von Werten an nachfolgende Generationen.

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Integrität vs. Verzweiflung (Phase 8)

Die Phase ab etwa 60 Jahren; beim Rückblick auf das eigene Leben führt das Erkennen von Lebenssinn zu Zufriedenheit und Integrität, während Ablehnung Verzweiflung auslöst.