1/23
Karteikarten zu den Grundbegriffen der Erziehungswissenschaft (Sozialisation, Enkulturation, Persönlichkeit nach Hurrelmann) und den Phasen der psychosozialen Entwicklung nach Erik H. Erikson.
Name | Mastery | Learn | Test | Matching | Spaced | Call with Kai | Chat |
|---|
No analytics yet
Send a link to your students to track their progress

Entwicklungstreppe (Gerd Arntz, 1955)
Eine bildliche Darstellung von Entwicklung als lebenslangem, individuellem und nicht-geradlinigem Prozess, der von Fort- und Rückschritten geprägt ist sowie vom Umfeld und anderen Menschen beeinflusst wird.
Sozialisation
Der lebenslange Prozess der Bildung eines Menschen zu einer sozial handlungsfähigen Persönlichkeit durch die Aneignung von und Auseinandersetzung mit der inneren und äußeren Realität.
Innere Realität
Nach Klaus Hurrelmann die körperlichen und psychischen Grundmerkmale sowie die natürlichen biologischen Anlagen eines Menschen.
Äußere Realität
Nach Klaus Hurrelmann die soziale und physikalische Umwelt, mit der sich ein Mensch im Lebenslauf auseinandersetzt.
Enkulturation
Ein Unterbegriff der Sozialisation; der teils bewusste, teils unbewusste Prozess, über den ein Mensch von Geburt an die kulturellen Überlieferungen, Werte und die Sprache einer Gesellschaft erlernt.
Mitgliedschaftsentwürfe
Von einer Kultur bereitgestellte Vorstellungen, Wünsche, Erwartungen und Normen, die für eine aktive Teilnahme an der Gesellschaft als erforderlich erachtet werden.
Persönlichkeit
Das unverwechselbare Gefüge von Merkmalen, Eigenschaften, Einstellungen und Handlungskompetenzen eines Menschen auf Basis seiner biologischen Ausstattung und als Ergebnis der Bewältigung von Lebensaufgaben.
Persönlichkeitsentwicklung
Die Veränderung wesentlicher Elemente des Gefüges individueller Merkmalsbesonderheiten im Verlauf des Lebens.
Ontogenese
Der in der biologischen und anthropologischen Forschung verwendete Begriff für die Entwicklung der Persönlichkeit im Lebenslauf.
Psychogenese
Der in der psychologischen Forschung verwendete Begriff für die Persönlichkeitsentwicklung im Lebenslauf.
Biografie
Synonym für die eigene Lebensgeschichte eines Menschen, die durch Verarbeitungsstrategien von Herausforderungen geprägt wird.
Epigenetisches Prinzip
Das Konzept nach Erikson, dass alles Wachstum einem Grundplan folgt, bei dem einzelne Teile eine kritische Phase der Dominanz durchlaufen, bis ein funktionierendes Ganzes entsteht.
Innere Entwicklungsgesetze
Nach Erikson die Reifungsgesetze, denen ein Kind gehorcht und die eine zeitlich abgestimmte Stufenfolge von Wechselwirkungen zwischen dem Kind und seinen Bezugspersonen ermöglichen.
Krise / kritische Phase
Eine notwendige Herausforderung im Entwicklungsprozess nach Erikson, bei der das Wachstum einer Teilfunktion das Individuum verletzlich macht und aus deren Bewältigung gestärkte Ich-Qualitäten hervorgehen.
Vertrauen vs. Misstrauen (Phase 1)
Die erste psychosoziale Phase im 1. Lebensjahr; das Säugling muss Verlässlichkeit und Zuwendung erfahren, um Urvertrauen aufzubauen, sonst entsteht Urmisstrauen.
Autonomie vs. Selbstzweifel (Phase 2)
Die Phase im 1. bis 3. Lebensjahr; das Kind entwickelt Selbstständigkeit und Willenskontrolle. Fehlende Unabhängigkeit führt zu Selbstzweifeln und Resignation.
Initiative vs. Schuldgefühl (Phase 3)
Die Phase im Vorschulalter (3. bis 6. Lebensjahr); durch Kontakte mit Gleichaltrigen bilden sich bei positiver Entwicklung Initiative und Kompetenz aus.
Werksinn vs. Minderwertigkeit (Phase 4)
Die Entwicklungsphase in den Grundschuljahren; Ziel ist das Verwirklichung eigener Pläne und Aufbau des Werksinns. Mangelnde Anerkennung führt zu Gefühlen der Inkompetenz und Unterlegenheit.
Werksinn
Ein positives Kompetenzgefühl, das Vertrauen in die eigene Schaffenskraft sowie die Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit anderen in den Grundschuljahren.
Identität vs. Rollendiffusion (Phase 5)
Die Phase der Adoleszenz; Entwicklungsaufgabe ist die Identitätssuche und das Zusammenfügen aller Personenaspekte zu einem widerspruchsfreien Selbstbild.
Rollendiffusion
Die Fehlentwicklung bzw. Identitätsverwirrung in der 5. Phase nach Erikson, bei der Jugendliche ratlos bezüglich ihres künftigen Lebenswegs und unfähig zu wichtigen Entscheidungen sind.
Intimität vs. Isolation (Phase 6)
Die Phase im 3. Lebensjahrzehnt; erfordert eine gefestigte Identität, um dauerhafte intime Liebesbeziehungen einzugehen, statt in emotionaler/sozialer Isolation zu verharren.
Generativität vs. Stagnation (Phase 7)
Die Phase im mittleren Erwachsenenalter; bezeichnet das Interesse an der Zeugung, Erziehung und Weitergabe von Werten an nachfolgende Generationen.
Integrität vs. Verzweiflung (Phase 8)
Die Phase ab etwa 60 Jahren; beim Rückblick auf das eigene Leben führt das Erkennen von Lebenssinn zu Zufriedenheit und Integrität, während Ablehnung Verzweiflung auslöst.