Basiswissen Epik, Literatur und Literaturepochen (Renaissance & Reformation)

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Vokabel-Karteikarten zu den Grundlagen der Epik (Erzählperspektiven, Erzählzeit, Aufbau), literarischen Gattungen sowie literarhistorischen Epochen (Griechische Antike, Renaissance, Humanismus und Reformation).

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Epik

Erzählende literarische Gattung, bei der das Geschehen im Gegensatz zum Drama mittelbar über eine Erzählstimme vermittelt wird; meist in Prosa verfasst und fiktional.

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Mittelbarkeit

Das wichtigste Merkmal der Epik; bezeichnet die Vermittlung der Handlung durch eine Erzählinstanz anstelle des direkten Agierens von Figuren auf einer Bühne.

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Prosa

Die ungebundene, nicht gereimte Sprache in Texten.

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Autor/in vs. Erzählstimme

Die Autorin/der Autor ist die reale Person, die den Text verfasst hat; die Erzählstimme (Erzählinstanz) ist eine erfundene Figur bzw. Instanz im Text, deren Ansichten nicht mit denen der Autorenschaft gleichzusetzen sind.

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Erzählform

Die grammatische Form der Vermittlung: In der Ich-Form erzählt eine Figur selbst von sich, in der Er-/Sie-Form berichtet die Erzählinstanz über andere Figuren.

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Auktoriale Erzählperspektive

„Allwissende“ Erzählstimme mit Überblick über Figuren, Raum und Zeit; kennt Gedanken aller Figuren, kommentiert, bewertet, spricht die Leserschaft an und deutet Ereignisse voraus.

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Personale Erzählperspektive

Erzählweise aus dem Blickwinkel einer bestimmten Figur; gewährt nur in diese Figur Innensicht, besitzt einen eingeschränkten Wissensstand und nutzt oft erlebte Rede sowie den inneren Monolog.

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Neutrale Erzählperspektive

Erzählstimme wie ein „Kamera-Auge“; bietet ausschließlich Außensicht ohne Einblick in Gefühle oder Gedanken, verzichtet auf Wertungen und verwendet viel wörtliche Rede.

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Erzählzeit

Die reale Zeitspanne, die man zum Lesen eines Textes benötigt.

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Erzählte Zeit

Der fiktive Zeitraum, über den sich die Handlung einer Erzählung erstreckt (z. B. ein Nachmittag oder ein ganzes Leben).

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Prolepse (Vorgriff)

Ein Durchbrechen der chronologischen Abfolge, bei dem ein zukünftiges Ereignis der Handlung vorweggenommen oder angedeutet wird.

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Analepse (Rückblick)

Ein Durchbrechen der Chronologie, bei dem ein zeitlich zurückliegendes Ereignis nachträglich berichtet wird.

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Ellipse (Lücke)

Das Auslassen eines zeitlichen Zeitraums in der Handlung (z. B. „Drei Jahre später …“).

14
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Zeitdehnung

Erzähltempo, bei dem die Erzählzeit größer als die erzählte Zeit ist (Erza¨hlzeit>erza¨hlte Zeit\text{Erzählzeit} > \text{erzählte Zeit}); ein kurzer Augenblick wird ausführlich mit Details und Gedanken dargestellt, um Spannung zu steigern.

15
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Zeitdeckung

Erzähltempo, bei dem die Erzählzeit etwa gleich lang wie die erzählte Zeit ist (Erza¨hlzeit=erza¨hlte Zeit\text{Erzählzeit} = \text{erzählte Zeit}); typisch für Dialogszenen.

16
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Zeitraffung

Erzähltempo, bei dem die Erzählzeit kürzer als die erzählte Zeit ist (Erza¨hlzeit<erza¨hlte Zeit\text{Erzählzeit} < \text{erzählte Zeit}); größere Zeitabschnitte werden gerafft und knapp zusammengefasst.

17
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Klassischer Aufbau (nach Aristoteles)

Traditioneller Handlungsbogen mit klarer Gliederung: Einleitung (Exposition), Hauptteil (steigende Handlung/Konfliktentstehung), Höhepunkt (oft Wendepunkt) und Schluss (Konfliktlösung/geschlossenes Ende).

18
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In medias res

Erzähltechnischer Einstieg moderner Texte direkt mitten im Geschehen ohne vorausgehende erklärende Einleitung.

19
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Erzählung (Textsorte)

Epische Textform mit fiktionalem Charakter, meist chronologischem und einsträngigem Handlungsverlauf, wenigen handelnden Figuren und klassischem Aufbau nach Aristoteles.

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Sachtext

Nicht-fiktionale Textform, die vorrangig der objektiven Wissensvermittlung dient (z. B. Zeitungsbericht, Kommentar).

21
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Gebrauchstext

Nicht-fiktionale Textform, die der praktischen Anwendung im Alltag dient (z. B. Anleitungen, Formulare, Bewerbungsschreiben).

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Lyrik

Literarische Gattung der Gedichte, in denen ein lyrisches Ich spricht; geprägt von verdichteter Sprache, rhythmisch-melodischer Gestaltung und festen Formen (z. B. Sonett).

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Dramatik

Literarische Gattung von Theaterstücken, bei der Handlungen durch Schauspieler auf einer Bühne in Monologen und Dialogen sowie über Gestik und Mimik vermittelt werden.

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Tragödie

Dramenform, in der die Heldenfigur im schicksalhaften Konflikt scheitert; endet meist mit einer Katastrophe oder dem Tod der Hauptfigur.

25
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Komödie

Dramenform mit heiterem Inhalt, in der Figuren in lösbare, ungefährliche Konflikte geraten und die mit einem glücklichen Ausgang (Happy End) schließt.

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Tragikomödie

Dramatische Mischform; heiteres Theaterstück, das jedoch einen tragischen bzw. tödlichen Ausgang nimmt.

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Renaissance

Kulturelle Epoche zwischen ca. 1350 und Beginn des 16. Jahrhunderts (Beginn der Neuzeit); französischer Begriff für „Wiedergeburt“, gekennzeichnet durch die Wiederbelebung der griechisch-römischen Antike.

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Humanismus

Vom lateinischen Begriff für Menschlichkeit abgeleitete Denkbewegung der Renaissance, welche Bildung, freie geistige Entfaltung und menschliche Würde ins Zentrum stellte (historisch fokussiert auf wohlhabende männliche Individuen).

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Homo universale

Renaissance-Ideal des umfassend gebildeten, wissbegierigen Universalmenschen mit Fähigkeiten in Wissenschaft, Kunst und Philosophie.

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Mittelalterliches Feudalsystem

Hierarchisch gestufte Ständeordnung (König – Vasallen/Ritter – niedere Ritter – unfreie Bauern/Leibeigene), bei der Land („Lehen“ bzw. „feudum“) vom König zur Nutzung zugeteilt statt vererbt wurde.

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Fall von Konstantinopel (1453)

Eroberung von Konstantinopel durch die Osmanen/Türken, die das Ende des Oströmischen Reiches bedeutete und byzantinische Gelehrte samt antiker Schriften zur Flucht nach Oberitalien veranlasste.

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Reformation

Religiöse Bewegung des 16. Jahrhunderts zur Reform der katholischen Kirche, ausgelöst durch Martin Luthers 95 Thesen gegen den Ablasshandel (1517), begründet in der zunehmenden Verweltlichung (Säkularisierung) der Kirche.

33
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Vogelfrei

Rechtsstatus im Heiligen Römischen Reich: Eine geächtete Person verlor alle rechtlichen Schutzansprüche und durfte von jedermann straffrei getötet werden.

34
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Drei Einheiten des Dramas (Aristoteles)

Klassische Regeln für die Tragödie: Einheit des Ortes (ein einziger Schauplatz), Einheit der Zeit (Handlung innerhalb von 24 Stunden) und Einheit der Handlung (ein einziger durchgängiger Handlungsstrang).

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Kothurne

Schuhe mit dicken Sohlen bzw. Stelzen, auf denen Schauspieler im antiken griechischen Theater auftraten.

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Synthetisches Drama (Entfaltungsdrama)

Dramenform, bei der sich die Handlung zeitlich chronologisch von der Vorgeschichte über den Konflikt bis zum Höhepunkt und Ende vor dem Publikum entwickelt.

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Analytisches Drama (Enthüllungsdrama)

Dramenform, die kurz vor dem Höhepunkt/Ende einsetzt und die verhängnisvolle Vorgeschichte antichronologisch aufdeckt (z. B. Sophokles’ „König Ödipus“).

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Schwank

Volkstümliche epische Kurzform der frühen Neuzeit, die einen listigen Streich oder einen humorvollen Einfall zum Thema hat (z. B. Geschichten über Till Eulenspiegel).

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Meistersang

Bürgerliche Lieddichtung des 15. und 16. Jahrhunderts, die aus Spruchdichtung und Minnesang hervorging und in streng geregelten Meistersinger-Schulen betrieben wurde (bedeutendster Vertreter: Hans Sachs).

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Fastnachtspiel

Frühe komödiantische Theaterform im 15./16. Jahrhundert, die zur Fastnacht aufgeführt wurde und oft den Bauernstand oder alltägliche Schwächen verspottete.