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Umfassende Vokabel-Lernkarten zu den grundlegenden betriebswirtschaftlichen Begriffen, Instrumenten, Modellen und Kennzahlen der Vorlesung Management Basics an der FOM Hochschule.
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Entrepreneurship
Das systematische Ausnutzen unternehmerischer Gelegenheiten sowie der kreative und gestalterische unternehmerische Prozess in einer Organisation bzw. in einer Phase unternehmerischen Wandels.
Intrapreneurship
Das unternehmerische Denken und Handeln von angestellten Mitarbeitenden innerhalb eines bereits bestehenden Unternehmens.
Existenzgründung
Die unternehmerische Realisierung einer beruflichen Selbstständigkeit durch den Aufbau einer neuen wirtschaftlichen Existenz.
Umsatz (Erlöse)
Der Gegenwert der verkauften Produkte oder Dienstleistungen, berechnet als: Umsatz=Absatzmenge×Nettoverkaufspreis.
Kosten
Der monetär (in Geldeinheiten) bewertete Faktorverzehr von Gütern und Dienstleistungen zur Erstellung und zum Absatz einer betrieblichen Leistung in einer Periode.
Break-Even-Point
Die Gewinnschwelle, an der Gesamterlöse und Gesamtkosten exakt gleich hoch sind (Erlo¨se=Kosten), sodass weder Gewinn noch Verlust entsteht.
Fixkosten
Kosten, die unabhängig vom Auslastungsgrad bzw. der Beschäftigung über einen bestimmten Zeitraum in konstanter Höhe anfallen (z. B. Miete, Zinsaufwendungen).
Variable Kosten
Kosten, deren Gesamthöhe sich in Abhängigkeit vom Auslastungsgrad bzw. der produzierten Ausbringungsmenge verändert (z. B. Rohstoff- oder Materialaufwand).
Fixkostendegression
Das Phänomen, dass die fixen Stückkosten (kfix) mit steigender Produktions- und Absatzmenge kontinuierlich sinken, da sich die konstanten Gesamtkosten (Kfix) auf mehr Einheiten verteilen.
Methode 635
Eine intuitive Brainwriting-Technik, bei der 6 Teilnehmende jeweils 3 Ideen formulieren, die auf einem Formular 5 Mal an den nächsten Teilnehmenden zur Weiterentwicklung weitergereicht werden.
Morphologischer Kasten
Eine systematisch-analytische Kreativitätstechnik, bei der ein Problem in seine wesentlichen Parameter zerlegt wird, um durch Kombination verschiedener Ausprägungen neue Lösungen zu generieren.
Scoring-Verfahren
Ein quantitatives Bewertungs- und Auswahlverfahren, bei dem definierte Kriterien gewichtet und mit dem jeweiligen Realisierungspotenzial multipliziert werden, um eine Gesamtpunktzahl für eine Handlungsalternative zu ermitteln.
Innerer Kreis (Gründungsteam)
Zwei oder mehr Personen, die eine neue Organisation unmittelbar gründen, Eigenkapitalanteile halten und aktiv die wesentliche operative und strategische Verantwortung tragen.
Äußerer Kreis (Gründungsteam)
Gründer und Teammitglieder sowie Schlüsselkräfte, die erst zu einem späteren Zeitpunkt des Gründungsprozesses zur Organisation hinzustoßen.
Business-Plan
Ein schriftliches Dokument, welches das Gesamtkonzept eines neu zu gründenden Unternehmens darstellt; er dient intern als planerischer Fahrplan für die Gründer und extern als Beteiligungsangebot für Investoren.
Management Summary
Die maximal zweiseitige, verdichtete Zusammenfassung des Business-Plans (Geschäftsidee, Branche, Kapitalbedarf, Finanzierungsphase), anhand derer Dritte schnell über die Sinnhaftigkeit einer detaillierten Prüfung entscheiden.
SMART-Kriterien
Leitfaden zur Operationalisierung von Zielen: Specific (spezifisch), Measurable (messbar), Achievable (erreichbar), Relevant (relevant) und Timely (zielgerichtet und zeitlich terminiert).
MoMiG
Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (seit 01.11.2008), welches unter anderem die Gründung der haftungsbeschränkten Unternehmergesellschaft (UG) mit einem Mindeststammkapital von 1Euro ermöglichte.
Unique Selling Proposition (USP)
Das herausragende Alleinstellungsmerkmal eines Produkts oder einer Dienstleistung, durch das sich ein Angebot signifikant von Wettbewerbern abhebt und einen überlegenen Kundennutzen stiftet.
Deckungsbeitrag 1 (DB1)
Der Überschuss der Umsatzerlöse über die variablen Kosten (DB1=Umsatzerlo¨se−variable Kosten), der zur Deckung der fixen Kosten beiträgt.
Kurzfristige Preisuntergrenze
Der Verkaufspreis, bei dem lediglich die variablen Stückkosten gedeckt werden (DB1=0); die Fixkosten bleiben ungedeckt, weshalb dieser Preis nur temporär zur Kapazitätsauslastung akzeptabel ist.

Marktpotenzial, Marktvolumen und Marktanteil
Marktpotenzial ist die maximale Aufnahmefähigkeit eines Marktes. Marktvolumen ist die von allen Anbietern realisierte Absatzmenge. Der absolute Marktanteil ist der prozentuale Anteil eines Anbieters am Marktvolumen.
Market-based-View
Ein strategischer Ansatz (Outside-in-Perspektive nach Michael Porter), der besagt, dass der Unternehmenserfolg primär durch die Marktstruktur und das externe Branchenumfeld determiniert wird (Structure-Conduct-Performance).
Resource-based-View
Ein strategischer Ansatz (Inside-out-Perspektive), der besagt, dass nachhaltige Wettbewerbsvorteile auf der Qualität, Einzigartigkeit und schweren Imitierbarkeit unternehmensinterner Ressourcen (tangible, intangible und Human Resources) beruhen.

Branchenstrukturanalyse (Five Forces)
Analyserahmen nach Michael Porter zur Bestimmung der Branchenattraktivität anhand von fünf Wettbewerbskräften: Bedrohung durch neue Anbieter, Verhandlungsstärke der Abnehmer, Bedrohung durch Ersatzprodukte, Verhandlungsstärke der Lieferanten und Rivalität unter den bestehenden Wettbewerbern.
Wertkette (Value Chain)
Konzept nach Michael Porter zur Identifikation von Kostenvorteilen und Differenzierungspotenzialen, unterteilt in Primäraktivitäten (Eingangslogistik, Produktion, Ausgangslogistik, Marketing & Vertrieb, Kundenservice) und unterstützende Sekundäraktivitäten (Infrastruktur, Personalwirtschaft, Technologieentwicklung, Beschaffung).

SWOT-Analyse
Strategisches Instrument zur Verknüpfung der internen Unternehmensanalyse (Strengths, Weaknesses) mit der externen Umweltanalyse (Opportunities, Threats) zur Ableitung von SO-, ST-, WO- und WT-Strategien.
Kostenführerstrategie
Eine generische Wettbewerbsstrategie nach Porter, bei der ein Unternehmen durch rigorose Kostensenkungen (Fixkostendegression, Standardisierung, Lernkurveneffekte) zum preisgünstigsten Anbieter im Gesamtmarkt wird.
Differenzierungsstrategie
Eine Wettbewerbsstrategie nach Porter, bei der sich Produkte durch besondere Qualität, Markenimage oder Service so von Konkurrenzprodukten abheben, dass die Preiselastizität sinkt und ein monopolistischer Spielraum entsteht.
Nischenstrategie
Eine Wettbewerbsstrategie nach Porter, die auf ein eng abgegrenztes Teilmarktsegment mit spezifischer Bedürfnisstruktur fokussiert ist (z. B. Luxusuhren von Patek Philippe oder Ferrari-Sportwagen).
Marketing-Mix (4 Ps)
Die vier klassischen absatzpolitischen Instrumente: Product (Produktpolitik), Price (Preispolitik), Place (Distributionspolitik) und Promotion (Kommunikationspolitik).
7 Ps des Dienstleistungs-Marketings
Erweiterung des klassischen 4-P-Marketing-Mix um drei dienstleistungsspezifische Dimensionen: People (Personal), Physical Environment/Facilities (physisches Umfeld) und Process (Prozessgestaltung).

Einliniensystem
Eine Organisationsform, bei der jede untergeordnete Stelle genau einen direkten Vorgesetzten hat, wodurch eindeutige Dienst- und Berichtswege gewährleistet werden.

Mehrliniensystem
Eine Organisationsform nach dem Funktionsmeisterprinzip, bei der eine Stelle Weisungen von mehreren spezialisierten Vorgesetzten erhalten kann (Mehrfachunterstellung).

Stabliniensystem
Ein Einliniensystem, das um weisungsfreie, beratende Stabsstellen zur Entlastung der Leitungsinstanzen erweitert ist.

Spartenorganisation
Eine divisionale Organisationsstruktur, bei der die Unternehmenseinheiten auf zweiter Führungsebene nach Objekten (Produkten, Kundengruppen oder Regionen) gegliedert sind.

Matrixorganisation
Eine mehrdimensionale Struktur, bei der funktionale Zuständigkeiten (z. B. Beschaffung, Produktion) mit objektbezogenen Dimensionen (z. B. Produktgruppen) gleichberechtigt überlagert werden.
Liquidität 2. Grades (Quick Ratio)
Kennzahl zur kurzfristigen Zahlungsfähigkeit: Liquidita¨t 2. Grades=kurzfristiges FremdkapitalLiquide Mittel+kurzfristige Forderungen×100%. Ein Richtwert von etwa 100% gilt als erstrebenswert.
Window-Dressing
Gezielte bilanzpolitische Maßnahmen unmittelbar vor dem Bilanzstichtag (z. B. kurzfristige Kreditaufnahme zur Bilanzverlängerung), um Kennzahlen optisch vorteilhafter darzustellen.
Goldene Finanzierungsregel
Der Grundsatz der Fristenkongruenz, nach dem die Fristigkeit des bereitgestellten Kapitals der Bindungsdauer der damit finanzierten Vermögenswerte entsprechen muss.
Cashflow
Eine zahlungsstromorientierte Kennzahl, die den Nettozufluss liquider Mittel aus der laufenden Geschäftstätigkeit misst; berechnet als Jahresüberschuss bereinigt um nicht zahlungswirksame Aufwendungen (z. B. Abschreibungen) und Erträge.
Rückstellungen (§ 249 HGB)
Fremdkapitalpositionen in der Bilanz für ungewisse Verbindlichkeiten gegenüber Dritten oder drohende Verluste, deren Entstehen wahrscheinlich, deren Höhe oder Fälligkeit am Stichtag jedoch noch unbestimmt ist.
Rücklagen (§ 58 AktG)
Bestandteile des bilanziellen Eigenkapitals von Kapitalgesellschaften, die aus einbehaltenen Gewinnen (Gewinnrücklagen) oder Zuzahlungen der Gesellschafter (Kapitalrücklagen) zur Stärkung der Eigenkapitalbasis gebildet werden.
Eigenkapitalrentabilität
Die Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals: Eigenkapitalrentabilita¨t=Eigenkapital+(stille Reserven)Jahresergebnis×100%.
Gesamtkapitalrentabilität
Die Ertragskraft des gesamten im Unternehmen gebundenen Kapitals: Gesamtkapitalrentabilita¨t=Gesamtkapital+(stille Reserven)Jahresergebnis+Zinsaufwand×100%.
Betriebsrentabilität
Kennzahl für die operative Ertragskraft bezogen auf das durchschnittlich eingesetzte betriebsnotwendige Vermögen (Capital Employed): Betriebsrentabilita¨t=betriebsnotwendiges Vermo¨gen(ordentlicher) Betriebserfolg×100%.
Finanzwirtschaftliches Entscheidungsdreieck
Das Zielsystem der betrieblichen Finanzwirtschaft, welches im permanenten Spannungsverhältnis zwischen Liquidität, Sicherheit und Rentabilität (ergänzt um Unabhängigkeit) steht.
Avalkredit
Eine Kreditleihe, bei der ein Kreditinstitut kein Bargeld auszahlt, sondern seine Bonität in Form einer Bürgschaft oder Garantie zur Verfügung stellt (beim Institut als Eventualverbindlichkeit geführt).
Factoring
Der fortlaufende Ankauf von Geldforderungen eines Unternehmens durch ein Factoring-Institut; umfasst die Finanzierungsfunktion (Liquidität), die Dienstleistungsfunktion (Debitorenbuchhaltung) und die Delkrederefunktion (Übernahme des Ausfallrisikos).
Leasing
Ein entgeltlicher Nutzungsüberlassungsvertrag nach Mietrecht (§ 535 BGB) über mobile oder immobile Wirtschaftsgüter; unterschieden in direktes Leasing (durch den Hersteller) und indirektes Leasing (über Leasinggesellschaften).