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Lernkartei im Karteikartenstil mit zentralen Fachbegriffen zu den Themen Schweizer Parteienlandschaft, Lobbyismus, Staatsaufbau, Gewalten, direkte Demokratie und US-Midterm-Wahlen.
Aufgaben von Parteien
Funktionen im demokratischen System zur Meinungsbildung, Rekrutierung und Unterstützung von Kandidierenden für politische Ämter, Mobilisierung der Stimmberechtigten sowie Lancierung von Volksinitiativen und Referenden.
Parteienfinanzierung (Modell Schweiz)
Finanzierungsform, die primär auf privaten Beiträgen beruht (Mitgliederbeiträge, Spenden und Abgaben von Mandatsträgern); der Staat gewährt lediglich finanzielle Beiträge an die Fraktionen im Bundeshaus.
Parteienfinanzierung (Modell Deutschland)
Mischsystem aus privaten Mitteln und staatlicher Teilfinanzierung (45 Cent pro eingenommenem Euro sowie ca. 1 Euro pro Wählerstimme ab mindestens 0,5% Wähleranteil, gedeckelt auf maximal 230 Mio. Euro und maximal in Höhe der selbst erwirtschafteten Einnahmen).
Political Action Committees (PAC)
Unabhängige Organisationen in den USA, die Spendenbeiträge – insbesondere von Grossspendern – bündeln, um Parteien, Kandidierende oder Kampagnen finanziell zu unterstützen.

Smartspider
Grafische Profildarstellung (Spinnendiagramm) von politischen Positionen von Parteien oder Kandidierenden anhand von acht thematischen Achsen (u. a. offene Aussenpolitik, liberale Wirtschaftspolitik, ausgebauter Sozialstaat und Law & Order).
Lobbyismus
Die gezielte Beeinflussung von politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern (in Parlament, Regierung oder Verwaltung) durch Interessengruppen mittels Fachinformationen, Gesetzesentwürfen oder politischem Druck.
Lobbywatch
Eine zivilgesellschaftliche Plattform in der Schweiz, die die Interessenbindungen, bezahlten und unbezahlten Mandate sowie die finanziellen Verflechtungen von Parlamentsmitgliedern öffentlich dokumentiert und analysiert.
Interessenbindung
Die formelle Verknüpfung von Politikerinnen und Politikern mit Verbänden, Unternehmen oder Organisationen (z. B. über Verwaltungsratsmandate oder Ehrenämter), die zu potenziellen Interessenkonflikten bei politischen Beratungen führen kann.
Grundpfeiler des Rechtsstaates
Die fünf fundamentalen Elemente des schweizerischen Rechtsstaates: Gewaltentrennung, Legalitätsprinzip, Grundrechte, unabhängige Gerichte und Demokratie.
Legalitätsprinzip
Verfassungsrechtlicher Grundsatz, wonach staatliche Organe ausschliesslich auf der Grundlage und im Rahmen des geltenden Gesetzes handeln dürfen; schützt die Bürgerinnen und Bürger vor staatlicher Willkür.
Föderalismus (Schweiz)
Politisches Ordnungsprinzip, bei dem die Staatsgewalt auf drei Ebenen verteilt ist: Bund (1), Kantone (26) und Gemeinden (2110 per 2026), wobei jede Ebene eigene Kompetenzen, Finanzen und politische Organe besitzt.
Nationaler Finanzausgleich (NFA)
Solidarisches Umverteilungsinstrument in der Schweiz, bei dem der Bund und finanzstarke Kantone (Geberkantone) Gelder an ressourcenschwächere Kantone (Nehmerkantone) überweisen, um regionale Disparitäten abzubauen.
Volksinitiative (Schweiz)
Instrument der direkten Demokratie, mit dem Stimmberechtigte eine Verfassungsänderung verlangen können; benötigt 100′000 gültige Unterschriften innerhalb von 18 Monaten und zur Annahme das doppelte Mehr von Volk und Ständen.
Fakultatives Referendum (Schweiz)
Recht des Volkes, eine Abstimmung über ein vom Parlament beschlossenes Bundesgesetz oder völkerrechtliche Verträge zu verlangen; benötigt 50′000 Unterschriften in 100 Tagen oder den Antrag von 8 Kantonen (einfaches Volksmehr genügt).
Obligatorisches Referendum
Verfassungsrechtlich vorgeschriebene Volksabstimmung über alle Verfassungsänderungen sowie über den Beitritt zu Organisationen für kollektive Sicherheit oder supranationalen Gemeinschaften; erfordert das doppelte Mehr.
Doppeltes Mehr
Erforderliche Mehrheit bei Verfassungsabstimmungen in der Schweiz, bestehend aus der Mehrheit der gültig abstimmenden Stimmbürgerinnen und Stimmbürger (Volksmehr) sowie der Mehrheit der zustimmenden Kantone (Ständemehr).
Petition
Ein an eine Behörde gerichtetes Begehren, eine Bitte oder Beschwerde, die von jeder Person (auch Minderjährigen und Personen ohne Schweizer Bürgerrecht) ohne Unterschriftenquorum eingereicht werden darf.
Zweikammersystem (Bundesversammlung)
Die Legislative der Eidgenossenschaft, bestehend aus zwei gleichberechtigten Kammern: dem Nationalrat (200 Sitze, Vertretung des Volkes) und dem Ständerat (46 Sitze, Vertretung der Kantone).
Milizparlament
Parlamentssystem, in dem die Abgeordneten ihr politisches Mandat nebenberuflich oder teilzeitlich ausüben, um Praxisnähe und berufliches Fachwissen in die Gesetzgebung einzubringen.
Fraktion (Schweizer Parlament)
Parlamentarische Gruppierung aus mindestens fünf Ratsmitgliedern derselben oder gleichgesinnter Parteien, die als Vorberatungs- und Meinungsbildungsgremium dient und im Nationalrat Voraussetzung für Sitze in Kommissionen ist.
Vereinigte Bundesversammlung
Gemeinsame Versammlung von Nationalrat und Ständerat unter dem Vorsitz des Nationalratspräsidenten; zuständig für Wahlen (Bundesrat, Bundesrichter, Bundeskanzler, Bundesanwalt sowie im Kriegsfall den General).
Differenzbereinigung
Parlamentarisches Verfahren zum Ausräumen von Meinungsverschiedenheiten zwischen National- und Ständerat über Gesetzesvorlagen durch wechselseitige Beratungen (maximal drei Runden plus Einigungskonferenz).
Motion
Verbindlicher parlamentarischer Vorstoss, der den Bundesrat verpflichtet, einen Entwurf zu einem Gesetz oder einer Verordnung vorzulegen oder eine Massnahme zu treffen; bedarf der Annahme beider Räte.
Postulat
Parlamentarischer Prüfauftrag an den Bundesrat, der abklären soll, ob ein Gesetzesentwurf vorzulegen oder eine Massnahme zu ergreifen ist; bedarf der Zustimmung nur einer Parlamentskammer.
Kollegialitätsprinzip
Arbeitsweise des Bundesrats, wonach alle sieben Mitglieder gleichberechtigt sind, Beschlüsse gemeinsam fällen und diese nach aussen geschlossen und loyal vertreten, selbst bei persönlicher Gegenhaltung.
Konkordanz
Politisches Prinzip zur Einbindung aller grossen politischen Kräfte, Sprachregionen und Kulturkreise in die Regierung, um eine möglichst breite Abstützung und konsensorientierte Politik zu gewährleisten.
Zauberformel
Die informelle Vereinbarung über die parteipolitische Zusammensetzung des Bundesrats im Verhältnis 2:2:2:1 (seit 2003: 2 SVP, 2 SP, 2 FDP, 1 Die Mitte), welche die wählerstärksten Parteien abbildet.
Schuldenbremse (Schweiz)
Verfassungsrechtliche Regelung für die Bundesfinanzen, die vorschreibt, dass Ausgaben und Einnahmen über einen Konjunkturzyklus hinweg im Gleichgewicht gehalten werden müssen.
Bundesgericht (Schweiz)
Das oberste rechtsprechende Organ der Schweiz mit Standorten in Lausanne und Luzern (40 ordentliche Richterinnen und Richter), das in letzter Instanz über Entscheide kantonaler Gerichte und Vorinstanzen des Bundes urteilt.
Bundesstrafgericht
Erstinstanzliches Gericht des Bundes mit Sitz in Bellinzona, zuständig für Straftaten mit besonderer Bedeutung für die Eidgenossenschaft (z. B. Sprengstoffdelikte, Terrorismus, Spionage und organisierte Kriminalität).
Bundesverwaltungsgericht
Eidgenössisches Gericht mit Sitz in St. Gallen, das Beschwerden gegen Verfügungen der Bundesverwaltung (z. B. Asyl-, Zoll- und Personalwesen) beurteilt und den Sachverhalt selbstständig abklärt.
Bundespatentgericht
Das kleinste eidgenössische Fachgericht mit Sitz in St. Gallen, das erstinstanzlich über Zivilstreitigkeiten im Bereich des Patentrechts entscheidet und technische Fachrichter einsetzt.
Midterm Elections (USA)
Zwischenwahlen in den USA alle vier Jahre zur Mitte einer Präsidentschaft, bei denen das gesamte Repräsentantenhaus (435 Sitze) und etwa ein Drittel des US-Senats neu gewählt werden.

Impeachment (Amtsenthebungsverfahren)
Formales Verfahren zur Amtsenthebung des US-Präsidenten wegen Hochverrats, Bestechlichkeit oder schwerer Vergehen; Einleitung durch das Repräsentantenhaus (51%), Verurteilung durch den Senat (≥67%).

Gerrymandering
Die bewusste und parteipolitisch motivierte Manipulation der Grenzen von Wahlbezirken in Mehrheitswahlsystemen, um der regierenden Partei strukturelle Sitzgewinne zu verschaffen.
Packing und Cracking
Taktiken des Gerrymandering: «Packing» konzentriert gegnerische Wähler übermässig in wenigen Wahlbezirken; «Cracking» zersplittert sie auf viele Bezirke, damit sie nirgends eine Mehrheit erzielen.
Battleground States
US-Bundesstaaten («Swing States»), in denen bei Wahlen kein klarer Vorrang für Republikaner oder Demokraten besteht und deren Ausgang für Mehrheitsverhältnisse entscheidend ist.
Save America Act
Eine in den USA vor den Midterms 2026 diskutierte Wahlrechtsreform, die restriktive Bestimmungen vorsieht und unter anderem verlangt, dass Bürger bei der Wahlregistrierung ihre US-Staatsbürgerschaft belegen müssen.