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Woche 3: Sie können⊠⹠âŠerklĂ€ren, welche Faktoren Arbeitsleistung beeinflussen. âą âŠerlĂ€utern, wie Arbeitsleistung bzw. produktives Verhalten erfasst werden können und welche Aspekte dabei wichtig sind. âą âŠerklĂ€ren, was kontraproduktives Verhalten ist und welche Faktoren es begĂŒnstigen.
Wie kann man Arbeitsleistung messen?
â Arbeitsleistung bzw. Arbeitsverhalten ist die wichtigste abhĂ€ngige Variable in der A & O
Campbell et al. unterscheidet zwischenâŠ
Performance (Leistungsverhalten)
tatsÀchliches Verhalten, das zur Erreichung der Organisationsziele relevant ist (= produktives Verhalten)
vollstÀndig unter der Kontrolle der Mitarbeitenden
Effectiveness (Arbeitsergebnis bzw. Bewertung dieses Ergebnisses)
Folge des Leistungsverhaltens
Ergebnisse der Mitarbeitenden bzgl. Erreichung der Organisationsziele
nicht unter vollstÀndiger Kontrolle
Productivity (ProduktivitÀt)
Verhalten zwischen Arbeitsergebnissen (= Output) und Kosten (= Input)
Wie gut gelingt die Messung von Arbeitsleistung?
Kriteriumskontamination, -defizienz und -relevanz

Erfassen subjektive und objektive Indikatoren Leistungsergebnisse gleich gut?
Subjektive Indikatoren
i.d.R. Ratings der Ergebnisse
viele mögliche objektive Indikatoren fĂŒr die Erfassung von Leistungsergebnissen:
Umsatz, bearbeitete StĂŒckzahl, Anzahl Fehler,âŠ
Metaanalytische Korrelation zwischen subjektiven und objektiven Leistungsindikatoren
betrÀgt nur r=.32
höhere Korrelation fĂŒr QuantitĂ€ts- als fĂŒr QualitĂ€tsindikatoren
etwas höhere Korrelation im Vertriebsbereich
Welche Determinanten fĂŒr Leistungsverhalten gibt es?
Campbell et al. Theorie beruflicher Leistung

LÀsst sich Arbeitsleistung tatsÀchlich multiplakativ vorhersagen?
Problem it der Gleichung: wenn zB Motivation = 0 ist dann ist alles auch gleich 0 (weil egal was man mit 0 multipliziert, es ergibt immer 0. aber nur weil jemand 0 Motivation hat, heiĂt das ja nicht zwangsweise, dass sie gar keine Leistung erbringenâŠ)
Metanalyse von van Iddeking et al.
Vergleich, wie gut Arbeitsleistung vorhergesagt werden kann durch
separate BerĂŒcksichtigung von FĂ€higkeiten und Motivation
zusĂ€tzliche BerĂŒcksichtigung der Interaktion FĂ€higkeit x Motivation
Eergebnisse:
FÀhigkeit & Motivation sind ungefÀhr Àhnlich wichtig
Interaktion FĂ€higkeit x Motivation verbessert die Vorhersage kaum im Vergleich zu einer additiven VerknĂŒpfung
Gefundene interaktive Effekte haben nicht immer die vorhergesagte Form
Typische vs. maximale Leistung - Ausgangssituation
â unterschiedliche Indikatoren von Leistung bzw. Leistungsergebnissen korrelieren oft nur niedrig miteinander
Warum? :
Leistungsunterschiede innerhalb einer Person
Endpunkt des Leistungskontinuums
typische Leistung
maximale Leistung
Typsiche vs Max. Leistung - Beispielstudie: Kassiererinnen
typische Leistung:
Items pro Min
Korrekturen pro Schicht
ĂŒber vier 1-Wochen zeitrĂ€umen
Maximale Leistung:
Zeitdauer
Fehler
fĂŒr 4-6 StandardeinkĂ€ufe mit jeweils 25 Produkten
bei Intelligenztests: Speedtest vs. Wissenstests
=> niedrige Korrelation zwischen MaĂen fĂŒr typische & fĂŒr max Leistung
selbst wenn beide Geschwindigkeit oder beide Genauigkeit erfassen
zB bei neu eingestellten Kassiererinnen r = .14 fĂŒr Korrelation
typische Leistung: Anzahl der getippten Artikel ĂŒber lĂ€ngere Zeit
max. Leistung: Zeit fĂŒr Eintippen eines Mustereinkaufs
Unterschiedliche PrÀdiktoren:
Max Leistung lÀsst isch besser durch Intelligenz vorhersagen
bei Vorhersage typische Leistung wird Persönlichkeit ebenfalls wichtig
typische Leistung
Merkmale:
LĂ€ngerer Zeitraum
keine expliziten ANweisung, starke Leistung zu zeigen
kein Beurteilungskontext
â Interindividuelle Unterschiede in der Motivation, Leistung zu zeigen = âwill doâ-MaĂ (d.hurensohn. Motivation abhĂ€ngig)
Maximale Leistung
Merkmale:
relativ kurzer Zeitraum
explizite Anweisung, starke Leistung zu zeigen
Beurteilungskontext
â hohe Motivation aller Personen, gute Leistung zu zeigen = âcan doâ-MaĂ (d.hurensohn. von FĂ€higkeiten abhĂ€ngig)
Organizational Citizenship Behavior
â was, wenn jmd mehr als nur âDienst nach Vorschriftâ macht?
Unterscheidung:
Arbeitsbezigene Leistung (Task Performance, in-Role Behavior)
Leistung bzgl. der ErfĂŒllung der eigentlichen Aufgabe
in der TĂ€tigkeitsbeschreibung vorgegebene, erwartete Leistung
Organizational Citizenship Behavior (OCB)
freiwilliges VerhĂ€lten, geht ĂŒber TĂ€tigekistbeschreibung hinaus
positive Wirkung auf FunktionsfÀhigkeit der Organisation
keine direkte oder explizite BerĂŒcksichtigung im Rahmen des formalen Anreizsystems
andere Bezeichnungen mit Àhnlicher Bedeutung: Conatextual Performance, Extra-Role-Behavior, freiwilliges Arbeitsengagement
Welche Dimensionen gehören zum OCB?
Altruismus
Gewissenhaftigkeit
Arbeitsrelevante Höflichkeit (Courtesy)
Unkompliziertheit (Sportsmanship)
BĂŒrgertugenden (Civic Virtuelle)
⊠seither zahlreiche weitere VorschlÀge
Welche alternative Konzeption zum COB gibt es? (William & Anderson)
Kategorisierung von OCB-Verhalten je nach Ziel des Verhaltens:
OCB-I
Verhalten zum Wohl anderer Individuen
zB Altruismus, arbeitsrelevante Höflichkeit
OCB-O
Verhalten zum Wohl der Organisation
zB Gewissenhaftigkeit, Sportsmanship, BĂŒrgertugenden,âŠ
Welche Konsequenzen hat OCB?
FĂŒr das Individuum:
bessere Leistungsbeurteilung
gröĂeres AusmaĂ an Belohnungen durch Vorgesetzte
FĂŒr das Unternehmen:
auf Ebene der Arbeitsgruppe/-einheit bessere ProduktivitÀt u.À.
höhere Kundenzufriedenheit
weniger KĂŒndigungen
Wie hÀngen OCB und aufagbenbezogene Leistung zusammen?
Sehr hohe Korrelation von OCB mit aufgabenbezogener Leistung
Aber: OCB und aufgabenbezogene LeistungâŠ
tragen jeweils einen eigenen Anteil bzgl. der Vorhersage von Karriereerfolg bei
erklÀren eigenstÀndige Anteile der Varianz von Leistungsbeurteilungen
Unterschiedliche PrÀdiktoren:
OCB: zT besser vorhergesagt durch einstellungsbezogene Variablen und Persöncihkeit
aufgabenbezogene Leistung: zT besser vorhergesagt durch Erfahrung und FĂ€higkeiten
Wann zeigen Mitarbeiter OCB?
bei gröĂerer UnterstĂŒtzung durch Vorgesetzen
wenn ihre TÀtigkeit mehr Autonomie zulÀsst
wenn sie gewissenhafter sind
wenn sie zufriedener mit ihrer Arbeit sind
wenn sie fair behandelt werden
wenn sie eine lÀngere zeitliche Perspektive im Unternehmen haben
Macht Helfen glĂŒcklich?
Studie zu OCB und Happiness:
=> Helfen macht glĂŒcklich, aber nur wenn man sich mit der eigenen Arbeit identifiziert, sonst kann es sogar belasten
Produktives vs kontraproduktives Verhalten
Produktives Verhalten:
Verhalten, das die Ziele der Organisation unterstĂŒtzt
Kontraproduktives Verhalten:
= Counterproductive Work Behavior (CWB)
Verhalten, das die legitimen Interessen einer Organisation schÀdigt
Kann einzelne Mitglieder oder die ganze Organisation als ganzes Treffen
Formen kontraproduktiven Verhaltens
Diebstahl und verwandtes Verhalten
⹠BeschÀdigung von Firmeneigentum
âą Missbrauch von Informationen
âą Missbrauch von Arbeitszeit und Ressourcen
⹠Die Sicherheit vernachlÀssigendes Verhalten
⹠UnzuverlÀssige Anwesenheit
⹠Geringe ArbeitsqualitÀt
âą Alkoholmissbrauch
âą Drogenvergehen
âą Unangemessenes verbales Verhalten
âą Unangemessene physische Handlungen
CWB - KlassifikationsvorschlÀge Sackett & DeVore

CWB - KlassifikationsvorschlÀge Robinson & Bennett

Kosten von CWB
Direkte Kosten:
Reparatur beschÀdigter Vermögenswerte
Lohnfortzahlung bei motivatonalem Absentismus (zB Blue Monday)
Indirekte Kosten:
Erhöhung VersicherungsprÀmien
schlechteres Betriebsklima
ProduktionsausfÀlle
Wie hÀngen CWB und OCB zusammen?
Korrelation zwischen CWB und OCB r=-.32
Ă€hnliche begĂŒnstigte Faktoren fĂŒr CWB und OCB
aber: ZusammenhĂ€nge dieser Faktoren ZT gröĂer fĂŒr CWB
zB Arbeitsunzufriedenheit, Commitment
=> dh. CWB und OCB sind nicht unterschiedliche Endpunkte eines Kontinuums, sind aber auch nicht ganz unabhÀngig von einander
Welche Faktoren beeinflussen das Auftreten von CWB?
Umfeld:
niedriger wahrgenommener Gerechtigkeit
schlechter FĂŒhrungskraft
Persönlichkeit:
niedriger Gewissenhaftigkeit und niedriger VertrÀglichkeit
niedriger IntegritÀt bzw Ehrlichkeit-Bescheidenheit
hohe AusprÀgung der dunklen Triade der Persönlichkeit
niedrige Selbstkontrolle
Arbeitsbezogene Einstellungen:
niedriger Arbeitszufriedenheit
niedrigem Commitment
die dunkle Triade als Einflussfaktor
hohe Werte der dunklen Triade gehen einher mitâŠ.
unsozialen Verhalten
AggressivitÀt und Delinquenz
riskantem bzw unangemessenem Sexualverhalten
â Insbesondere Psychopathie ist fĂŒr die Vorhersage dieser Kriterien relevant

Wodurch können Unternehmen CWB vermeiden?
Personalauswahl
Erfassung relevanter Persönlichkeitsmerkmale
Einholung relevanter Hintergrundinformationen zu vergangenem kontraproduktivem Verhalten
Training, zB
Umgang mit Konflikten oder Aggressionen
Stressmanagement
FĂŒhrung
faire Behandlung aller Mitarbeitenden und gerechte Verteilung von Ressourcen
Organisation
Betriebsvereinbarungen (zB bzgl. Sanktionen bei aggressivem oder sexuell belÀstigendem Verhalten)
Vermeidung von Gehaltssystemen, die als unfair empfunden werden
Take Home Messages
Verschiedene AnsÀtze zur Erfassung von Arbeitsleistung messen unter -UmstÀnden sehr unterschiedliche Dinge
âą Arbeitsleistung ist mehr als nur der Dienst nach Vorschrift
âą Praktische Konsequenzen fĂŒr die Messung von Arbeitsleistung?
⹠Verwenden Sie mehrere Indikatoren, die untersch. Aspekte von Arbeitsleistung erfassen, so dass Defizienz oder Kontamination eines Indikators durch andere Indikatoren ggf. ausgeglichen werden können
âą Praktische Konsequenzen fĂŒr die Steigerung von produktivem Verhalten und die Vermeidung von kontraproduktivem Verhalten?
âą Auf gute Arbeitsbedingungen und faire Behandlung von Mitarbeitenden achten
âą Bei der Personalauswahl Personen mit gĂŒnstigen Eigenschaften (z. B. hoher Gewissenhaftigkeit) auswĂ€hlen