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Die Mutter engagiert sich gegen Rassismus und für Gleichberechtigung. Ihr Engagement betrifft auch ihren Mann und ihre Kinder, die selbst Ausgrenzung erleben. Als weisse Frau macht sie andere Erfahrungen als sie. Deshalb bedeutet ihr Einsatz nicht automatisch, dass sie die Gefühle des Vaters vollständig versteht.
Allah steht für den Glauben des Vaters und seine Verbindung zu seiner Herkunft. In seiner Krise sucht er durch die erneute Hinwendung zu Allah Halt und Zugehörigkeit. Margret und der Vater finden über den Glauben einen gemeinsamen Bezugspunkt. Innerhalb der Familie werden die unterschiedlichen religiösen Überzeugungen zunehmend zu einer Trennungslinie.
Durch die Arbeitslosigkeit des Vaters gerät die Familie zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten. Die Mutter übernimmt die Rolle der Geldverdienerin. Für den Vater bedeutet dies zusätzlich einen Verlust von Anerkennung und seiner bisherigen Rolle als Ernährer. Finanzielle Sorgen, Scham und Spannungen belasten das Familienleben.
Die Vorbemerkung bereitet wie ein Beipackzettel auf rassistische Sprache vor und erklärt, warum sie vorkommt. «Schwarz» ist eine Selbstbezeichnung, die gemeinsame Rassismuserfahrungen sichtbar macht. «weiss» wird klein und kursiv geschrieben und bezeichnet eine privilegierte gesellschaftliche Position. (S. 5)
Der Vater schreibt, dass er gehen musste, um sich selbst und seinen Glauben wiederzufinden. Er hatte Angst, dass die Mutter ihn verlässt und die Kinder mitnimmt. Aus Angst, seine Familie zu verlieren, verlässt er sie selbst. In einem Antwortbrief könnte die Tochter ausdrücken, dass sie ihn vermisst und sein Weggehen sie verletzt. (S. 133)
Carmelina ist die beste Freundin der Erzählerin. Ihre Mutter verlangt, dass sie zu Hause bleibt und kochen und backen lernt, weil sie später heiraten und Kinder bekommen soll. Carmelina will dagegen Fussballerin werden und um die Welt reisen. (S. 21)
Swahili verbindet den Vater mit seiner Herkunft und seiner inneren Welt. Die Erzählerin möchte seine Sprache sprechen, um ihn besser zu verstehen. Dass der Pfarrer den Vater auf Hochdeutsch begrüsst, hebt ihn von den anderen ab. (S. 24–27)
Die Erzählerin vermutet, dass die Mutter die Herkunft des Vaters besonders findet. Sie denkt dabei an die Kokosnüsse in der Migros, die auffallen, weil sie hier nicht wachsen. Was als exotisch gilt, hängt also von der Umgebung ab.
Geldsorgen, Streit und fehlende Gespräche treiben die Eltern auseinander. Dass der Vater auf dem Sofa schläft, zeigt ihre wachsende Distanz. Schliesslich verlässt er die Familie während des Ferienlagers. (S. 90, 113–116)
Der Vater hofft, im Ausland weniger als Fremder wahrgenommen zu werden. Für die Schwester ist die Schweiz ihr vertrautes Zuhause, auch wenn sie sich hier schon manchmal fremd fühlt. Sie fürchtet, nach einem Umzug wieder «die Andere» zu sein. (S. 84–85)
Der Vater erkennt einzelne Gewürze am Geruch. Die Düfte aus seiner Küche machen Sansibar für seine Töchter vorstellbar. Im Traum der Erzählerin riecht die Erde in Sansibar wie der Himmel. (S. 10–13, 115)
Der Vater erklärt, dass Allah für ihn wie Gott für seine Tochter ist. Sie stellt sich die beiden zunächst als verschieden vor und bittet Gott, mit Allah zu reden, damit ihr Vater wieder zu ihnen zurückfindet. (S. 94, 112)
Der Vater sieht sich als Ernährer und wehrt sich gegen die Rolle als Hausmann. Als er den Haushalt übernimmt, merkt er, wie viel Arbeit die Mutter vorher geleistet hat. Auch Carmelinas Fussballtraum widerspricht den Erwartungen ihrer Mutter. (S. 21, 81–83)
Die Erzählerin vergleicht ihre Hautfarbe mit einem Gefängnis, weil andere sie wegen ihres Aussehens immer wieder als fremd wahrnehmen. Das zeigt sich an Fragen nach ihrer Herkunft und an der Überraschung darüber, dass sie Schweizerdeutsch spricht. (S. 40–41)
Die Erzählerin versucht, ihre Haare zu glätten, weil sie Frisuren wie die anderen Mädchen möchte. Andere kommentieren ihre Haare oder fassen sie ungefragt an. Sogar ihre Lehrerin greift ihr ins Haar und vergleicht es mit Wolle. (S. 37–38, 129)
Der Vater verbindet Heimat mit Sansibar, seiner Sprache und dem Kochen. Für die Erzählerin ist auch der Vater selbst ein Stück Heimat. Als er geht, fühlt es sich für sie an, als hätte er ihr Land mitgenommen. (S. 11, 121–122)
Sansibar ist die echte Insel, von der der Vater stammt. Die Insel mitten in der Schweiz steht für seine innere Welt, in die er sich zurückzieht. Seine Tochter möchte seine Sprache sprechen, um ihm näherzukommen. (S. 24–25)
Die Erzählerin trägt Afrika und Europa in sich. Weil sie sich schwer in eine einzige Kategorie einordnen kann, fühlt sie sich manchmal «immer halb und nie ganz». Am Ende bezeichnet sie sich weiterhin als Tochter ihres Vaters. (S. 54, 110, 136)
Wir erleben die Geschichte so, wie die Erzählerin sie als Kind wahrnimmt und sich erklärt. Sie stellt sich zum Beispiel vor, dass der Bauch des Vaters wächst, weil er seine unausgesprochenen Sorgen hinunterschluckt. (S. 69)
Wenn seine Töchter traurig sind, röstet der Vater ihnen Goldnüsse und erzählt eine Geschichte aus Sansibar. So zeigt er durch Kochen und Erzählen seine Zuneigung und gibt Erinnerungen an seine Heimat weiter. (S. 16–17)
Der Vater geht nicht mehr mit in die Kirche, weil er sich dort fremd fühlt. Auf der Kirchenbank spürt die Erzählerin den leeren Platz neben sich und fühlt sich nun selbst besonders auffällig. (S. 77–78)
Die Erzählerin stellt sich ihren Vater als Mohnblume vor, die sie pflegen und wieder einpflanzen möchte. Die Stelle berührt mich, weil sie zeigt, wie verletzlich sie ihn wahrnimmt und wie gerne sie ihm helfen würde. (S. 108)
Wiederkehrende Sätze wirken wie Refrains und verbinden verschiedene Szenen. Der Satz über die Insel betont zum Beispiel den Rückzug des Vaters. Wenn ein Satz allein auf einer Seite steht, fällt er besonders auf. (S. 25, 32, 68, 111)
Margret ist eine alte Bekannte des Vaters und spricht seine Sprache. Beim Besuch erwartet die Tochter Essen. Margret holt aber den Koran und zeigt dem Vater die Waschung vor dem Lesen. So wird seine Rückkehr zum Glauben für die Familie sichtbar. (S. 89–93)
Die Erzählerin hält ihre Familie zunächst für normal, weil sie mit ihr aufwächst. Später lädt sie Carmelina ungern ein, weil der Vater zu Hause Kangas statt Hosen trägt und sie fürchtet, Carmelina könnte das seltsam finden. (S. 18, 70)
Die Erzählerin stellt sich den Vater als Mohnblume vor, die sie ins Wasser stellen und später wieder einpflanzen möchte. Das Bild zeigt ihre Hoffnung, dass er sich erholt und in der Schweiz wieder Halt findet. (S. 108)
Rassismus, der Jobverlust und die Scham gegenüber seiner Familie in Sansibar belasten den Vater. Irgendwann öffnet er die Antworten auf seine Bewerbungen gar nicht mehr, weil er ohnehin mit Absagen rechnet. (S. 60, 67, 87)
Ungefragtes Anfassen der Haare zeigt Alltagsrassismus. Die Bemerkung des Chefs bei der Entlassung ist offene rassistische Abwertung. Bei der Polizeikontrolle am Zürcher Bahnhof erlebt der Vater Ausgrenzung durch Amtspersonen. (S. 37–38, 60, 80)
Sansibar ist die Herkunft des Vaters und bleibt durch Sprache, Essen und Geschichten in der Schweiz präsent. Im Traum der Erzählerin ist es der Ort, an dem ihr Vater ihr seine ganze Geschichte erzählt. (S. 10–17, 115)
Der Roman verbindet kurze Sätze, Aufzählungen, Wiederholungen und bildhafte Sprache. Die lange Aufzählung der Hausarbeit macht zum Beispiel spürbar, wie viel der Vater auf einmal erledigen muss. (S. 82)
Das Theaterspektakel fühlt sich für die Familie wie ein kurzer Urlaub an. Auf der Bühne sieht die Erzählerin Sarafina, die gegen die Unterdrückung Schwarzer Menschen in Südafrika kämpft. Die Erzählerin erkennt sich in ihr wieder. (S. 63–64)
Eine Utopie ist die Vorstellung einer besseren Welt. Die Erzählerin träumt von einer Welt, in der braune Haut selbstverständlich ist. Der Vater träumt von einem eigenen Restaurant, in dem er frei kochen kann. (S. 19, 73–75, 136)
Der Vater ist ein begabter Koch, der seinen Töchtern mit Essen und Geschichten Zuneigung zeigt. Nach rassistischen Erfahrungen und dem Jobverlust zieht er sich zunehmend zurück. Er verlässt die Familie auf der Suche nach Halt und Zugehörigkeit. (S. 16–17, 60, 133)
Frau Tobler macht Ausländer pauschal für Arbeitslosigkeit verantwortlich. Auch Mamo denkt in Klischees, als sie meint, ein Afrikaner könne in der Schweiz nicht draussen arbeiten, weil ihm kalt werde. (S. 45, 125)
Der Vater reisst seine Wurzeln in Sansibar heraus und pflanzt sie in der Schweiz wieder ein. Das steht für seinen Versuch, in der Schweiz heimisch zu werden. Die Schwester sagt, es komme auch auf die Erde an. Damit meint sie, dass auch die Umgebung beeinflusst, ob man sich zu Hause fühlt.
Die Erzählerin vergleicht die Wahrheit mit einer kleinen Erbse in einer erfundenen Geschichte. Nach dem Verschwinden des Vaters erfindet sie eine Geschäftsreise. Ihr Stolz auf sein Kochtalent und ihr Wunsch, dass er zurückkommt, sind echt. (S. 76, 125)
Xenophobie ist die Ablehnung von Menschen, die als fremd wahrgenommen werden. Als ein Junge der Erzählerin zuruft, sie solle in ihre Heimat zurückgehen, behandelt er sie so, als gehöre sie hier nicht dazu. (S. 32)
Während der Fussball-WM fühlt sich der Vater zugehörig, weil er mit anderen etwas zu besprechen hat. Für die Erzählerin entsteht Zugehörigkeit auch durch ihre Beziehung zum Vater. Am Schluss sagt sie, dass sie trotz seines Weggehens seine Tochter bleibt. (S. 19, 136)