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Die Instanzen der Persönlichkeit,
Was sind die Instanzen der Persönlichkeit?
ein theoretisches Konstrukt zur Erklärung menschlichen Erlebens & Verhaltens
Es gibt 3 Instanzen (Es, Ich, Über-Ich)
Sie entwickeln sich nacheinander in der Kindheit
Was ist das Es ? und welchem Prinzip folgt es?
Das Es ist die Instanz der Triebe, der Wünsche und Bedürfnisse
vom ersten Lebenstag an vorhanden = elementraste Schicht
Gesetze der Logik, Wertungen, Moral etc. haben hier keine Bedeutung
Das Es folgt zielgerichtet dem Streben nach Befriedigung der Triebe, Bedürfnisse und Wünsche
Es folgt dem Lustprinzip
Was ist das Ich? und welchem Prinzip folgt es?
Das Ich ist die Instanz, welche die bewusste Auseinandersetzung mit der Realität leistet (Die Instanz der Vernunft)
Bewusstes Erleben und Wahrnehmen, Denken, Handeln, Planen, Wählen, Fühlen, Urteilen, Werten…
Aus der Auseinandersetzung mit der Außenwelt, welche einer sofortigen Bedürfnisbefriedigung im Weg steht bildet sich das Ich aus dem Es heraus
zum Ich gehören z.B. die Erfahrungen des Kindes mit dem Wort Nein
Das Ich kann vernunftorientiert Handeln
Es sucht einen Weg zwischen den lustorientierten Ansprüchen des ES und den Anforderungen der Außenwelt
Es folgt dem Realitätsprinzip
Was ist das Über-Ich? und welchem Prinzip folgt es?
Das Über-Ich ist die Instanz, welche die Werte- und Normvorstellungen umfasst, das Verhalten des Ichs im Sinne der geltenden Moral führt und eine weitgehende Vervollkommung zum Ziel hat
Es vertritt die Moralvorstellungen einer Gesellschaft bzw. einer Gruppe
es stellt ein Ich-Ideal dar, an welchem sich das Ich misst
Es umfasst Werte- und Normvorstellungen, welche das Ich in seinem Handeln entlang einer geltenden Moral führen
Es folgt dem Moralitätsprinzip
—> es bewertet inwiefern die Triebwünsche zugelassen werden oder nicht
Was ist die Dynamik der Persönlichkeit?
Die Dynamik der Persönlichkeit beschreibt, dass alle 3 Instanzen in ständiger Wechselwirkung miteinander stehen und dabei verschiedene Funktionen erfüllen:
Das Es fordert die Erfüllung von Wünschen & Bedürfnissen
Das Über-Ich bewertet die Wünsche & Bedürfnisse, es vermittelt dem Ich, ob Wünsche/Bedürfnisse zulässig sind oder nicht
Das Ich vermittelt zwischen dem Es und Über-Ich und überprüft die Realität inwiefern eine Bedürfnisbefriedigung möglich ist, (es wägt ab zwischen den Wert- und Normvorstellungen des Über-Ichs und der Stärke der Gefühle des Es), (Zugelassene Ansprüche werden vom Ich gesteuert und realisiert und nicht zugelassene Wünsche werden vom Ich abgewehrt)
Was ist die Ich-Stärke?
Die Aufgabe des Ichs ist: es versucht den Ansprüchen des Es und des Über-Ichs sowie der Realität gerecht zu werden. Konflikte sind unvermeidbar
Wenn das Ich in der Lage ist diese in Einklang zu bringen, kann es sich gegen die beiden anderen Instanzen & der Realität behaupten und dies durchsetzen
—> Ich-Stärke
Bei der Ich-Stärke ist immer ein Gleichgewicht zwischen den einzelnen Instanzen und der Realität vorhanden.
Was ist die Ich-Schwäche?
es gelingt dem Ich nicht zwischen den Anforderungen der anderen Instanzen zu vermitteln
Eine der beiden Instanzen kann einer anderen oder der Realität unterliegen
—> Ich-Schwäche
Bei einer Ich-Schwäche besteht ein Ungleichgewicht zwischen den einzelnen Instanzen und der Realität.
Welche 3 Möglichkeiten der Ich-Schwäche gibt es?
Das Über-Ich siegt über das Ich = Ein stark ausgebildetes Über-Ich dominiert das Ich. Wünsche & Bedürfnisse des Es werden unterdrückt
Das Es siegt über das Ich = Ist das Über-Ich zu schwach, kann sich das Es mit seinen Anforderungen durchsetzen (Triebgesteuert)
Die Realität siegt über das Ich = Das Ich wird von den Forderungen der Realität dominiert und kann sich nicht durchsetzen