Steop: Quellen 2

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26 Terms

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Chronologie

Die historische Hilfswissenschaft und Praxis des Zeitmessens sowie der exakten Datierung und zeitlichen Einordnung vergangener Ereignisse.

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Stolpersteine als historische Quelle

Physische Objekte im Stadtraum, die zugleich materielle Überreste, Denkmale und Medien der Erinnerungskultur darstellen und über Opfer sowie Formen des Erinnerns Auskunft geben.

3
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Mondkalender (Lunarkalender)

Kalendersystem, das rein auf den Mondzyklen basiert (z. B. der islamische Kalender); das Mondjahr ist mit rund 354 Tagen etwa 11 Tage kürzer als das Sonnenjahr.

4
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Sonnenkalender (Solarkalender)

Kalendersystem, das sich am Umlauf der Erde um die Sonne orientiert (z. B. ägyptischer und gregorianischer Kalender), wodurch die Jahreszeiten an feste Kalenderdaten gebunden bleiben.

5
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Lunisolarkalender

Kalendersystem, das Mondmonate durch regelmäßige Schaltmonate an das Sonnenjahr anpasst (z. B. der jüdische und traditionelle chinesische Kalender).

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Ausgangspunkt der jüdischen Zeitrechnung

Das Jahr 3761 v. Chr., das traditionell als Zeitpunkt der biblischen Erschaffung der Welt (Anno Mundi) festgelegt wurde.

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Ausgangspunkt der islamischen Zeitrechnung

Das Jahr 622 n. Chr., das Jahr der Hidschra (Auswanderung des Propheten Mohammed von Mekka nach Medina).

8
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Französischer Revolutionskalender (1793)

Ein auf dem Dezimalsystem basierender, säkularer Neuentwurf der Zeitrechnung ab dem Revolutionsjahr 1792, der den christlichen Wochen- und Feiertagsrhythmus rationalistisch ersetzen sollte.

9
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Sowjetischer Revolutionskalender (1929–1940)

Ein politisch verordnetes Arbeitszeitmodell mit rollierenden Fünf- bzw. Sechs-Tage-Wochen ohne allgemeinen Ruhetag, das auf kontinuierliche industrielle Produktivität ausgerichtet war.

10
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Gregorianische Kalenderreform (1582)

Die von Papst Gregor XIII. dekretiert Korrektur des julianischen Kalenders zur Beseitigung der aufgelaufenen Schalttagsdifferenz, die anfangs in vielen protestantischen und orthodoxen Gebieten auf Widerstand stieß.

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Tagesdifferenz zwischen julianischem und gregorianischem Kalender

16./17. Jahrhundert: +10 Tage; 18. Jahrhundert: +11 Tage; 19. Jahrhundert: +12 Tage; 20. Jahrhundert: +13 Tage.

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Solarzeit (Ortszeit)

Die 'natürliche' Zeiteinteilung nach dem jeweiligen Sonnenstand vor Ort, bei der der höchste Sonnenstand den lokalen Mittag markiert.

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Standardzeit

Eine überregional vereinheitlichte Zeitbasis (z. B. Prager Zeit für die k.k. Eisenbahnen), die durch den Ausbau von Eisenbahnnetzen und Telegrafie zur Vermeidung von Verkehrschaos erforderlich wurde.

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Weltzeit (UTC)

Die 1972 eingeführte, hochpräzise globale Referenzzeit, die primär auf atomaren Zeitstandards (Atomuhren) anstelle von Erdrotationsbeobachtungen beruht.

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Spatial Turn (Räumliche Wende)

Der geistes- und sozialwissenschaftliche Paradigmenwechsel seit den 1980er Jahren, der Raum nicht mehr nur als starre Naturkulisse, sondern als gesellschaftlich produziertes und veränderliches Konstrukt begreift.

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Lange Dauer (longue durée) bezogen auf den Raum

Ein von der französischen Annales-Schule geprägtes Konzept, das beschreibt, wie geographische und naturräumliche Gegebenheiten menschliches Handeln über Jahrhunderte hinweg strukturieren.

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Raum der Wahrnehmung (espace perçu)

Nach Henri Lefebvre der materiell greifbare, physische Raum der gebauten Realität (z. B. Straßen, Plätze und Architektur).

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Raum der Vorstellung (espace conçu)

Nach Henri Lefebvre der konzipierte, gedachte Raum von Planern, Kartografen und Herrschenden, der in Karten, Plänen und städtebaulichen Entwürfen fixiert wird.

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Gelebter Raum (espace vécu)

Nach Henri Lefebvre der von Menschen im Alltag symbolisch angeeignete, mit Erinnerungen, Emotionen und Bedeutungen aufgeladene Erlebnisraum.

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Orientalismus (Edward Said, 1978)

Ein westlicher Wissens- und Herrschaftsdiskurs, der den 'Orient' als exotisches, rückständiges und statisches Gegenbild zu Europa konstruierte, um koloniale Vorherrschaft zu legitimieren.

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Erinnerungsorte (lieux de mémoire)

Von Pierre Nora geprägter Begriff für materielle, symbolische oder funktionale Kristallisationspunkte des kollektiven Gedächtnisses einer Gruppe (z. B. Denkmäler, Feiertage oder Texte).

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Geschichtsregion

Ein historisch und diskursiv abgegrenzter Raum (wie z. B. 'Osteuropa'), der durch spezifische historische, soziale und herrschaftliche Strukturmerkmale definiert wird.

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Linguistische Wende (Linguistic Turn)

Der wissenschaftstheoretische Paradigmenwechsel, der postuliert, dass menschliche Erkenntnis und Realitätswahrnehmung grundlegend durch Sprache konstituiert und vermittelt sind.

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Emplotment (Narratologie in der Geschichtswissenschaft)

Das von Hayden White beschriebene Verknüpfen historischer Ereignisse zu einer zusammenhängenden Erzählstruktur mit bestimmten literarischen Plotmustern (z. B. Tragödie, Komödie, Satire).

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Standortgebundenheit (Johann Martin Chladenius)

Die hermeneutische Erkenntnis, dass jeder Beobachter und Quellenschreiber historische Ereignisse unausweichlich aus einem spezifischen, standortabhängigen 'Sehepunkt' wahrnimmt und darstellt.

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Grenzen des geschichtswissenschaftlichen Relativismus

Das methodische Festhalten an Quellenkritik, Evidenz und überprüfbaren Fakten, um zu verhindern, dass Geschichtsschreibung mit reiner Fiktion oder politischer Propaganda gleichgesetzt wird.