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Vokabelkarten zu den Themen Nationalismus im 19. Jahrhundert, deutsche und italienische Einigung sowie innere Konflikte und Strukturen der Habsburgermonarchie (Österreich-Ungarn).
Nationalismus
Im 19. Jahrhundert aufgekommene Idee, dass in einem Staat nur Menschen mit einer gemeinsamen Geschichte, Sprache und Kultur leben sollten; hebt Leistungen der eigenen Nation hervor und wertet fremde Nationen ab.
Deutscher Bund (1815–1866)
Staatenbündnis aus zahlreichen deutschen Fürstentümern sowie Österreich nach dem Sieg über Napoleon; wurde 1866 infolge des Krieges zwischen Preußen und Österreich aufgelöst.
Otto von Bismarck
Preußischer Regierungschef, unter dessen Führung Preußen 1866 die Vorherrschaft gegen die Habsburger gewann und zum mächtigsten Staat im deutschen Raum aufstieg.
Wilhelm I.
König von Preußen, der nach dem Sieg über Frankreich 1871 im Spiegelsaal des Schlosses Versailles zum ersten deutschen Kaiser ausgerufen wurde.
Spiegelsaal von Versailles
Prunksaal der französischen Könige, dessen Nutzung zur Ausrufung des deutschen Kaiserreiches 1871 für Frankreich eine Demütigung bedeutete und die deutsch-französische Feindschaft verstärkte.
Graf Cavour
Ministerpräsident des Königreichs Sardinien, der sich zusammen mit König Viktor Emanuel an die Spitze der italienischen Einigungsbewegung setzte.
Giuseppe Garibaldi
Italienischer Nationalist und ehemaliger Offizier, der 1860 mit den sogenannten „Rothemden“ die Bourbonen aus Sizilien und Süditalien vertrieb und zum Nationalhelden wurde.
Rothemden
Bezeichnung für das Freiwilligenheer von Giuseppe Garibaldi, das 1860 erfolgreich im Königreich beider Sizilien kämpfte.
Viktor Emanuel
König von Sardinien, der die Einigung Italiens anführte und am 17. März 1861 zum König von Italien ausgerufen wurde.
František Palacký (1798–1876)
Bedeutender Historiker und Politiker, der sich für die tschechische Nation, Sprache und Kultur einsetzte und die Magyarisierungspolitik der ungarischen Regierung bekämpfte.
Vielvölkerstaat
Reich im 19. Jahrhundert, in dem Menschen mit unterschiedlichen Sprachen und Kulturen unter einem Herrscher zusammenlebten (z. B. das Russische Reich, das Osmanische Reich und das Habsburgerreich).
Ausgleich von 1867
Vertrag, der Ungarn weitgehende Selbstständigkeit einräumte, die Habsburgermonarchie in die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn umwandelte und nur Außenpolitik, Heer und Finanzen als gemeinsame Angelegenheiten beließ.
Doppelmonarchie
Bezeichnung für das Herrschaftsgebiet der Habsburger ab 1867 („Österreich-Ungarn“), da es aus dem österreichischen Kaiserreich und dem ungarischen Königreich bestand.
k. u. k.
Abkürzung für „kaiserlich und königlich“, die seit dem Ausgleich von 1867 für das gemeinsame Heer, das Außenministerium und das Finanzministerium Österreich-Ungarns galt.
Kaiser Franz Joseph I.
Herrscher der Habsburgermonarchie (Kaiser von Österreich und König von Ungarn), dessen Person durch Feste, Büsten und Bilder zur Festigung des Reiches verehrt wurde.
Analphabetenrate
Der prozentuale Anteil der Personen über sechs Jahren an der Gesamtbevölkerung, die nicht lesen und schreiben können.
„Völkerkerker“
Kritische Bezeichnung von Gegnerinnen und Gegnern der Habsburgermonarchie für das Reich, weil nationale Minderheiten keine Selbstständigkeit erhielten und unterdrückt wurden.
Ghetto
Abgegrenzter Stadtteil, in dem jüdische Menschen seit dem Mittelalter im christlichen Europa getrennt von der übrigen Bevölkerung leben mussten.
Antisemitismus
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstandener Begriff für Feindschaft und Hass gegenüber jüdischen Menschen, denen vorgeworfen wurde, die Wirtschaft zu schädigen und ein eigenes Volk zu bilden.
Kronprinz Rudolf
Einziger Sohn von Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth, der liberale Ansichten vertrat, von Regierungsgeschäften ausgeschlossen war und 1889 nach der Tötung von Mary Vetsera Suizid beging.
Mary Vetsera
Geliebte von Kronprinz Rudolf, die 1889 vor dessen Selbstmord von ihm getötet wurde.