Sprachdidaktik und Mündlichkeits-, Schreib- und Inklusionsdidaktik

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Vokabel-Karteikarten zu allen 5 Vorlesungssitzungen der Sprachdidaktik (Gegenstandsbereiche, Mündlichkeit, Schreiben, Sprachreflexion und Sprachliche Heterogenität/Inklusion).

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28 Terms

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Zerdehnte Sprechsituation

Ein von Konrad Ehlich (1984) geprägter Begriff für schriftliche Kommunikation, bei der Produktion und Rezeption zeitlich und räumlich getrennt sind, im Gegensatz zur simultanen Face-to-face-Interaktion im gemeinsamen Wahrnehmungsraum.

2
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Sprachförderung vs. Sprachbildung

Nach Becker-Mrotzek & Roth (2017b) bezeichnet Sprachbildung alle durch das Bildungssystem systematisch angeregten Sprachentwicklungsprozesse, während Sprachförderung gezielte Maßnahmen meint, die sich an Kinder mit diagnostizierten sprachlichen Verzögerungen oder Auffälligkeiten richten.

3
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Bildungssprache

Eine Varietät des sozial-funktionalen Kontexts „Schule“ bzw. „Bildung“ (Aguado 2015), die als spezifisches Sprachregister typisch für den differenzierten Fachunterricht ist und der institutionellen Wissenskonstruktion sowie -vermittlung dient (Morek & Heller 2012).

4
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Orate vs. Literate Strukturen

Im Sprachausbaumodell von Utz Maas sind orate Strukturen interaktiv ausgerichtet, kontextgebunden und situationsverankert; literate Strukturen sind kontextfrei interpretierbar, auf ein generalisiertes Gegenüber orientiert und weisen Nähe zur Schriftlichkeit auf.

5
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Sprachliche Basisqualifikationen (Ehlich)

Nach Konrad Ehlich ein Fächer zusammenhängender Teilkompetenzen für das sprachliche Handeln: phonische, pragmatische (I), semantische, morphologisch-syntaktische, diskursive, pragmatische (II), literale (I) und literale (II) Basisqualifikation.

6
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Diskurspraktiken im schulischen Kontext

Sozial geteilte kommunikative Lösungsverfahren in Lehr-Lern-Interaktionen (wie Verstehend Zuhören, Erzählen, Zusammenfassen, Erklären, Argumentieren, Präsentieren), mittels derer Zusammenhänge versprachlicht und Wissen (ko-)konstruiert werden (Morek & Heller 2023).

7
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Zuhörkompetenz

Ein aktiver, komplexer Prozess der Informationsverarbeitung im Rahmen selbstregulierten Verhaltens (Imhof 2010), untergliedert in die Dimensionen auditive Wahrnehmung, Hörverstehen und interaktive Zuhörkompetenz (Behrens 2013, Stude & Fekete 2018).

8
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Diskurskompetenz

Linguistisch die individuelle sprachlich-kommunikative Fähigkeit, längere zusammenhängende Äußerungen (Erzählungen, Erklärungen, Argumentationen) zu formulieren und zu verstehen, eng verknüpft mit der Kontextualisierungskompetenz (Quasthoff 2024).

9
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Fordern und Fördern

Ein diskurserwerbsförderliches Interaktionsmuster (Hausendorf & Quasthoff 2005, Heller & Morek 2015), bei dem Lehrende kommunikative Anforderungen etablieren und Lernende interaktiv dabei unterstützen, diese zu bewältigen.

10
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<p>Modell von Koch &amp; Oesterreicher (1985, 1994)</p>

Modell von Koch & Oesterreicher (1985, 1994)

Ein Modell zur Unterscheidung zwischen medialer Mündlichkeit/Schriftlichkeit (phonisch vs. graphisch) und konzeptioneller Mündlichkeit/Schriftlichkeit (Sprache der Nähe vs. Sprache der Distanz) entlang eines Kontinuums von Versprachlichungsstrategien.

11
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Verschriften vs. Vertexten

Nach Bachmann & Becker-Mrotzek (2017) betrifft das hierarchieniedrige Verschriften basale graphomotorische und orthographische Schreibfertigkeiten, während das hierarchiehohe Vertexten soziale, kognitive, sprachliche und mediale Aspekte der Textproduktion umfasst.

12
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<p>Schreibprozessmodell nach Hayes &amp; Flower (1980)</p>

Schreibprozessmodell nach Hayes & Flower (1980)

Ein kognitives Modell, das Schreiben als Problemlöseprozess begreift und in die Teilkomponenten Langzeitgedächtnis, Aufgabenumfeld sowie die Schreibprozesse Planen (Generieren, Strukturieren, Ziele setzen), Formulieren, Überprüfen (Lesen, Revidieren) und Monitor untergliedert.

13
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Prä-Text-Modell

Von Alena Nußbaum (2023) konzeptualisierte individuelle mentale Modelle bzw. prospektive Textvorstellungen zu Beginn des Schreibprozesses, die als Handlungsziel das zielorientierte Schreibhandeln anstoßen.

14
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Stufen der narrativen Schreibentwicklung

Nach Boueke et al. (1995) und Augst (2010) vier Entwicklungsstufen beim schriftlichen Erzählen: Stufe 1 (enumerativ), Stufe 2 (sequenzierend), Stufe 3 (kontrastierend) und Stufe 4 (narrativ strukturiert).

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<p>GPT-Modell der Schreibdidaktik</p>

GPT-Modell der Schreibdidaktik

Ein Modell von Steinhoff & Lehnen (2025) zur Differenzierung von KI-Rollen im Schreibprozess (Ghost, Partner, Tutor) und zugehörigen Chatpraktiken: Chat-to-Generate (KI: Ghost / Mensch: Client), Chat-to-Chat (KI: Partner / Mensch: Explorer) und Chat-to-Create (KI: Tutor / Mensch: Learner).

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<p>Schreibarrangements</p>

Schreibarrangements

Nach Torsten Steinhoff (2018) komplexe Schreiblernsettings mit einem spezifischen Schreibkompetenzziel, einer funktionsspezifischen Situierung, einem sequenzierten Schreibprozess, einer konstruktiven Rückmeldung und einer sinnstiftenden Textform.

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Textprozeduren

Nach Helmuth Feilke (2014) sprachliche Verfahren zur Textkonstitution mit wiederkehrenden Konstellationen von Elementen (Formulierungshilfen), die als stabile Werkzeuge des Schreibens das Bindeglied zwischen Prozess und Produkt bilden.

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Deautomatisierung

Nach Ursula Bredel (2007) das gezielte Lenken der Aufmerksamkeitszuwendung hin zur Sprache als eigener Gegenstand (Sprachbetrachtung), abweichend vom gewohnten automatisierten Sprachgebrauch als Medium.

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Metalinguistische Bewusstheit

Die Fähigkeit zur reflexiven Distanzierung von der Sprache, die laut der Studie von Claudia Maria Riehl (2021) bei mehrsprachigen Jugendlichen positiv mit der Textkompetenz in Erst- und Zweitsprache korreliert.

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Teilfelder schulischer Sprachreflexion

Nach Budde et al. (2011) die Systematisierung in „Sprache als System“ (strukturbezogene/grammatische und bedeutungsbezogene/semantische Reflexion) sowie „Sprache im Gebrauch“ (handlungsbezogene/pragmatische Reflexion).

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Metasprache vs. Metakommunikation

Nach Bredel (2007) und Stude (2013) bezieht sich Metasprache auf sprachliche Einheiten als Gegenstand der Reflexion, während sich Metakommunikation auf kommunikative Handlungen, Gesprächsverläufe und Gesprächsregeln bezieht.

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Spracherwerbstypen bei Mehrsprachigkeit

Differenzierung nach Bickes & Pauli (2009): Monolingualer Erstspracherwerb, Bilingualer Erstspracherwerb (simultan ab Geburt / < 2-3 Jahre), Frühkindlicher Zweitspracherwerb (> 2-3 Jahre), Später Zweitspracherwerb (> 7-10 Jahre) und gesteuerter Fremdspracherwerb.

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Translanguaging

Die dynamische und flexible Nutzung des gesamten sprachlichen Repertoires mehrsprachiger Lernender (García & Wei 2014, Melchior 2020), die alle Sprachen als wertvolle Ressourcen im Unterricht produktiv aufgreift.

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Enge vs. weite Inklusionsdefinition

Nach Naujok (2014) fokussiert die enge Definition die spezifische Förderung von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf, während die weite Definition Lehr-Lern-Arrangements für alle Personen unter der Prämisse von Diversität als Normalität versteht.

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<p>Modell von Exklusion, Separation, Integration und Inklusion</p>

Modell von Exklusion, Separation, Integration und Inklusion

Vier Stufen gesellschaftlicher und schulischer Teilhabe: Exklusion (Ausschluss), Separation (Aussonderung in Sondereinrichtungen), Integration (Eingliederung in bestehende Systeme) und Inklusion (gemeinsames System für alle Lernenden).

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Profilanalyse nach Grießhaber (2013)

Ein qualitatives, materialungebundenes Diagnoseinstrument zur Ermittlung des syntaktischen Sprachprofils und der Erwerbsstufe (Stufe 0 bis 6) beim DaZ-Erwerb anhand der Stellung des finiten Verbs (angelehnt an Clahsen 1985).

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Primäre vs. sekundäre Sprachentwicklungsstörungen

Nach Hannelore Grimm (2003) sind primäre Störungen solche ohne offenkundige Ursache (z. B. spezifische Sprachentwicklungsstörung / Dysgrammatismus), während sekundäre Störungen als Folge anderer Beeinträchtigungen auftreten (z. B. sensorische, neurologische, mentale oder pervasive Störungen).

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LuKo 2.0 (Ludwigsburger Aufsatzkorpus)

Eine Pilotstudie von Anskeit et al. (2025) zum diachronen und digitalen Wandel, die zeigte, dass analog verfasste Texte von 2023 kürzer und schlechter bewertet wurden als 1998, digital geschriebene Texte von 2023 jedoch ein vergleichbares Qualitätsniveau wie 1998 erreichten und deutlich umfangreicher waren.