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Was sind die übergeordneten Ziele der Balanced Scorecard und des EFQM-Excellence-Modells?
sollen die Unternehmensperformance verbessern
unterstützen das Management bei der Steuerung und Verbesserung der Unternehmensleistung
unterscheiden sich in ihrem Ansatz und ihren konkreten Schwerpunkten
Was ist der grundlegende Unterschied zwischen der Balanced Scorecard und dem EFQM-Excellence-Modell?
BSC: bewertet die strategische Leistungsfähigkeit und unterstützt die Umsetzung der Unternehmensstrategie.
EFQM: bewertet die Qualität der Unternehmensprozesse und fördert bewährte Verfahren (Best Practices).
Die BSC fokussiert auf strategische Ziele,
EFQM auf die systematische Bewertung und Verbesserung von Prozessen.
Was bedeutet, dass die BSC präskriptiv und fokussiert ist?
Präskriptiv: Die BSC legt fest, welche strategischen Prioritäten verfolgt werden sollen.
Fokussiert: Sie konzentriert sich auf wenige zentrale Erfolgsfaktoren.
Das Management leitet daraus konkrete strategische Ziele und Maßnahmen ab.
Was bedeutet, dass EFQM deskriptiv und umfassend ist?
Deskriptiv: EFQM beschreibt und bewertet, wie Prozesse im Unternehmen gestaltet und umgesetzt werden.
Umfassend: Es betrachtet die Prozesse und Managementaktivitäten anhand festgelegter Kriterien.
Es gibt keine automatische Priorisierung der Aktivitäten nach ihrer strategischen Bedeutung.
Was bedeutet, dass die BSC hypothesengeleitet und subjektiv ist?
Sie beruht auf Annahmen und Werturteilen des Managements.
Das Management formuliert Hypothesen darüber, wie bestimmte Maßnahmen zur Erreichung strategischer Ziele beitragen.
Die angenommenen Ursache-Wirkungs-Beziehungen können sich als richtig oder falsch erweisen.
Was bedeutet, dass EFQM faktenbasiert und objektiv ist?
Die Bewertung basiert auf gesammelten Fakten und Daten sowie festgelegten Kriterien.
Prozesse werden anhand objektiver Informationsquellen beurteilt.
Einheitliche Kriterien erleichtern den Vergleich zwischen Unternehmen.
Die Selbstbewertung kann dennoch subjektive Einflüsse enthalten.
Was bedeutet, dass die BSC kontextspezifisch ist?
Die BSC wird individuell an die Vision, Strategie und Situation eines Unternehmens angepasst.
Ziele und Kennzahlen sind unternehmensspezifisch.
Sie berücksichtigt beispielsweise die Marktposition, Wettbewerbssituation und individuellen Herausforderungen des Unternehmens.
Was bedeutet, dass EFQM eher kontextunabhängig ist?
Die Selbstbewertung erfolgt anhand vordefinierter Kriterien.
Die Kriterien ermöglichen eine systematische Bewertung und einen Vergleich zwischen Unternehmen.
Unternehmensspezifische strategische Vorteile stehen nicht im Mittelpunkt.
Branche und Sektor können die Interpretation der Ergebnisse beeinflussen.
Was bedeutet die To-be-View der BSC?
Die BSC orientiert sich am gewünschten zukünftigen Zustand des Unternehmens.
Ausgangspunkt ist die Vision, die typischerweise einen Zeitraum von zwei bis fünf Jahren umfasst.
Von diesem Ziel aus werden rückwärts die notwendigen Schritte, Maßnahmen und Ressourcen abgeleitet.
Die BSC identifiziert die Lücke zwischen dem aktuellen und dem gewünschten Zustand.
Was bedeutet die As-is-View von EFQM?
EFQM untersucht den aktuellen Zustand der Unternehmensprozesse.
Die Selbstbewertung identifiziert Stärken und Verbesserungsbereiche.
Die Ergebnisse zeigen, wo Prozesse verbessert werden können.
EFQM bewertet nicht automatisch, welche Verbesserungen für die zukünftige Strategie am wichtigsten sind (keine Priorisierung).
Wie unterscheiden sich BSC und EFQM hinsichtlich ihrer Ursache-Wirkungs-Modelle?
BSC – explizit: Ursache-Wirkungs-Beziehungen zwischen strategischen Zielen werden ausdrücklich dargestellt.
Beispiel:
bessere Mitarbeiterqualifikation → bessere Prozesse → höhere Kundenzufriedenheit → bessere finanzielle Ergebnisse.
EFQM – implizit: Befähiger (Enablers) und Ergebnisse sind logisch miteinander verbunden.
Die konkreten Beziehungen zwischen einzelnen Befähigern und bestimmten Ergebnissen werden nicht ausdrücklich dargestellt.
Wie berücksichtigen BSC und EFQM externe Faktoren?
BSC: berücksichtigt externe Faktoren nicht systematisch. Sie werden insbesondere dann berücksichtigt, wenn sie strategisch relevant sind.
EFQM: berücksichtigt externe Faktoren systematischer.
Die Gesellschaft und der Vergleich mit Wettbewerbern und Best Practices sind wichtige Bestandteile des EFQM-Ansatzes.
Warum eignet sich EFQM besonders für Benchmarking?
EFQM verwendet standardisierte Kriterien zur Bewertung von Unternehmensprozessen.
Die einheitlichen Kriterien erleichtern den Vergleich zwischen Unternehmen.
Unternehmen können ihre Prozesse mit Wettbewerbern oder Best Practices vergleichen.
Dadurch lassen sich Verbesserungspotenziale erkennen.
Welchen zusätzlichen Nutzen bietet EFQM, wenn ein Unternehmen bereits die BSC verwendet?
Die BSC identifiziert und priorisiert strategisch wichtige Ziele.
EFQM bewertet die Qualität der Prozesse und identifiziert Schwachstellen.
Dadurch kann das Unternehmen erkennen, welche Prozessverbesserungen die Strategieumsetzung unterstützen.
Beide Modelle ergänzen sich, weil sie unterschiedliche Fragestellungen beantworten.
Wie können BSC und EFQM gemeinsam eingesetzt werden, um Ressourcen gezielt zu nutzen?
Zunächst werden mit der BSC strategische Ziele und wichtige Maßnahmen festgelegt.
Anschließend hilft EFQM dabei, die Qualität der relevanten Prozesse zu bewerten.
Die Ergebnisse zeigen, wo Verbesserungen notwendig sind.
Ressourcen können gezielt auf Schwachstellen konzentriert werden, die für die strategischen Ziele besonders wichtig sind.
Dadurch wird vermieden, alle Schwächen unabhängig von ihrer Bedeutung gleich stark zu behandeln.
Warum sollten BSC und EFQM nicht einfach zu einem einzigen Modell verschmolzen werden?
Beide Modelle erfüllen unterschiedliche Funktionen.
Eine Verschmelzung kann ihre jeweiligen Vorteile und Schwerpunkte verwischen.
Der gemeinsame Ansatz kann unnötig komplex und aufwendig werden.
Sinnvoller ist es, beide Modelle gezielt zu kombinieren und ihre Eigenständigkeit zu erhalten.
Welche Risiken und Herausforderungen entstehen bei der Implementation eines Performance-Management-Systems?
Hohe Komplexität und Ressourcenbedarf
Kontraproduktive Effekte: Behinderung statt Steigerung der Unternehmensleistung
Was bedeutet Informationsüberladung?
Zu große Informationsmengen für das Management
Gefahr: „Paralysis by analysis“ – Analyse lähmt Entscheidungen
Maßstab: Beitrag zur Erreichung strategischer Ziele
Was ist bei der Auswahl und Anpassung von KPIs zu beachten?
Unternehmensindividuell; an Mission und Zielen ausrichten
Entscheidende Erfolgsfaktoren messen, keine unpassenden Standardindikatoren
Langfristige Kontinuität; Änderung bei veränderten Zielen oder erreichten Meilensteinen
Welche Gefahren bergen kontraproduktive Anreize?
KPI-Verknüpfung mit Boni kann kurzfristiges statt langfristiges Verhalten fördern
Nicht abgestimmte KPIs können sich gegenseitig untergraben
→ KPIs gemeinsam prüfen, bevor Anreiz- und Bonussysteme festgelegt werden
Welche Kostenrisiken entstehen durch Performance Measurement?
Kosten für Messung, Implementierung und Wartung
Zusätzliche KPIs können Effizienz senken und Mehrkosten verursachen
→ KPIs ohne ausreichenden strategischen Nutzen und mit zusätzlichem Aufwand eliminieren
Wie entsteht kultureller Widerstand bei der Einführung eines Performance-Management-Systems?
Zu viele Kennzahlen: hoher administrativer Aufwand → Gefühl von Bürokratie und Widerstand der Mitarbeitenden
Zurückgehaltene Informationen: Führungskräfte geben vertrauliche Informationen nicht weiter → Misstrauen gegenüber dem System
Fehlende Einflussmöglichkeiten: Mitarbeitende können gesetzte Kennzahlen und Ziele nicht beeinflussen → Frustration und sinkende Arbeitsmoral
→ Gegenmaßnahmen: Mitarbeitende über Kennzahlen und Rahmenbedingungen informieren; notwendiges Wissen vermitteln und Einfluss auf die Zielerreichung ermöglichen
Welche Herausforderungen entstehen durch ein dynamisches Unternehmensumfeld?
Strategieänderungen: KPIs müssen an veränderte Ziele und Rahmenbedingungen angepasst werden
Zu starres System: feste Kennzahlen passen nicht mehr zum Geschäftsumfeld → operative Probleme und dysfunktionale Prozesse
Zu viele unkoordinierte Änderungen: neue KPIs kommen hinzu, alte bleiben trotz veränderter Ziele bestehen → widersprüchliche und inkonsistente Maßnahmen
→ Gegenmaßnahme: Kennzahlen und Performance-Management-System regelmäßig gemeinsam überprüfen und anpassen, damit sie weiterhin zur aktuellen Strategie passen