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Vokabel-Karteikarten zur Vorlesung Angewandte Hygiene und Infektionslehre von Karin Bauer, MSc MSc.
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Hygiene
Prophylaktische Maßnahmen zur Gesunderhaltung (Gesundheitslehre und Gesundheitspflege), um körperliche, soziale und seelische Störungen fernzuhalten.
Krankenhaushygiene
Eine interdisziplinäre Aufgabe im Gesundheitswesen, deren Maßnahmen umfassend, lückenlos und permanent durchgeführt werden müssen.
Infektion
Das Eindringen und die Vermehrung von Krankheitserregern im menschlichen Organismus.
Infektionskrankheit
Das Eindringen und die Vermehrung von Krankheitserregern im Organismus zusammen mit der darauf folgenden Reaktion des Wirtsorganismus.
Kontamination
Die Verunreinigung oder Verschmutzung von Flächen, Händen, Instrumenten oder Gegenständen mit Mikroorganismen.
Asepsis
Zustand vollständiger Keimfreiheit zur Vermeidung einer Infektion oder Kontamination.
Aseptisches Arbeiten
Eine Arbeitsweise (unter anderem sterile Schutzkleidung, Händedesinfektion und Non-Touch-Technik), die verhindert, dass Krankheitserreger auf Haut, Schleimhaut, in Körperhöhlen oder Wunden von Patient*innen gelangen.
Antisepsis
Die gezielte Bekämpfung (Hemmung oder Vernichtung) von Infektionserregern durch antiseptische Maßnahmen wie Desinfektion und Sterilisation.
Sepsis (Septikämie)
Eine oft letal verlaufende Systemerkrankung durch die Ausstreuung von Krankheitserregern aus lokalen Infektionsquellen über die Blutbahn in verschiedene Organe.
Hygieneteam
Team bestehend aus Krankenhaushygieniker*in (FÄ/FA für Hygiene und Mikrobiologie) und/oder Hygienebeauftragte/r Ärztin/Arzt sowie Hygienefachkraft (diplomierte Pflegeperson mit entsprechender Spezialisierung).
Hygienekommission
Gremium bestehend aus Hygieneteam, Kollegialer Führung und betroffenen Leitungen, das über Bauvorhaben, Beschaffung, Richtlinien und Vorgangsweisen bei Infektionshäufungen entscheidet.
Hygienekontaktpersonen
Laufend geschulte Ansprechpersonen für das Hygieneteam in allen Organisationseinheiten (Stationen, Ambulanzen, OP), die ihr Hygienewissen an das eigene Team weitergeben.
Hospitalismus
Alle negativen körperlichen und psychischen Schäden, die durch einen längeren Krankenhausaufenthalt oder mangelnde emotionale Zuwendung entstehen (unterteilt in psychisch, physisch und infektiös).
Nosokomiale Infektion (HCAI / HAI)
Infektionen, die im Zuge eines Aufenthalts oder einer Behandlung in einem Krankenhaus oder einer sonstigen Gesundheitseinrichtung erworben werden (Healthcare-associated infections).
Pathogenität
Die grundsätzliche Fähigkeit eines Mikroorganismus, in einem Wirt eine Erkrankung hervorzurufen.
Virulenz
Die Gesamtheit und der Ausprägungsgrad der krankmachenden Eigenschaften eines Infektionserregers in einem Wirt.
Disposition
Die Veranlagung, Krankheitsbereitschaft bzw. Empfänglichkeit des Körpers für die Entstehung von Krankheiten.
Resistenz (des Organismus)
Die unspezifische Widerstandsfähigkeit eines lebenden Organismus gegenüber den krankmachenden Eigenschaften von Erregern.
Immunität
Die spezifische Unempfänglichkeit des Organismus gegenüber einer bestimmten Infektion.
Dauerausscheider
Personen, die eine Infektionskrankheit überstanden haben und nach ihrer Genesung länger als 3Monate weiterhin Erreger ausscheiden.
Keimträger
Personen mit inapparenter Infektion, die ohne eigene Krankheitszeichen Erreger beherbergen und unbemerkt ausscheiden.
Inkubationszeit
Die Zeitspanne, die zwischen der Infektion mit einem Krankheitserreger und dem Auftreten der ersten Symptome vergeht.
Rekonvaleszenz
Die Phase der schrittweisen Wiederherstellung der Gesundheit, in welcher die Krankheitssymptome nach und nach verschwinden.
Residente Hautflora
Die hauteigene Keimbesiedlung (Standortflora), welche physiologisch vorhanden ist und die Haut vor fremden Erregern schützt.
Transiente Hautflora
Hautfremde Anflugs- und Kontaktkeime, die sich vorübergehend auf der Haut ansiedeln und durch Händehygiene leicht entfernt werden können.
Bereichskleidung
Spezielle Dienstkleidung, die nur in festgelegten Funktionsbereichen (z. B. OP, Intensivstation, Zentralsterilisation) getragen werden darf und diese Bereiche nicht verlassen darf.
FFP-Masken
Partikelfiltrierende Atemschutzmasken (Filtering Face Piece; Typ 1, 2 oder 3), die Träger*innen vor lungengängigem Staub, Rauch und Aerosolen schützen.
Strenge Isolierung
Schutzmaßnahme im Einzelzimmer für Patient*innen mit hochinfektiösen Erregern (Übertragung per Kontakt und/oder Respirationstrakt), bei der das Zimmer nicht verlassen werden darf.
Kontaktisolierung
Isolierungsform bei Patient*innen mit Erregern, die über Kontakt übertragen werden (z. B. MRE, infizierte Wunden), bei der das Zimmer bei gut abgedeckter Wunde verlassen werden darf.
Hygienische Händedesinfektion
Einreiben der trockenen Hände mit 3 bis 5ml alkoholischem Desinfektionsmittel über mindestens 30Sekunden zur gezielten Ausschaltung der transienten Flora.

Die 5 Momente der Händedesinfektion (WHO)
Indikationsschema der WHO: 1. Vor Patientenkontakt, 2. Vor einer aseptischen Tätigkeit, 3. Nach Kontakt mit potentiell infektiösem Material, 4. Nach Patientenkontakt, 5. Nach Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung.
Chirurgische Händedesinfektion
Präoperatives Verfahren für das OP-Team über mindestens 2Minuten (Unterarme mind. 30Sekunden, Hände mind. 1,5Minuten) zur Beseitigung der transienten und Reduktion der residenten Hautflora.
Non-touch-Technik
Arbeitsweise unter Verwendung von sterilen Instrumenten (wie Pinzetten, Klemmen oder Stieltupfern), die ein direktes Berühren mit den Händen verhindert.
Reinigung
Die mechanische Entfernung von Verschmutzungen mit Wasser und reinigungsverstärkenden Zusätzen, die eine Keimreduktion von 50% bis 80% bewirkt (ohne gezielte Keimabtötung).
Dampfsterilisation (Autoklavieren)
Sterilisationsverfahren für thermostabile Güter mit gesättigtem, gespanntem Wasserdampf (Standardprogramm: 134∘C bei 2bar über 5Minuten; Chargendauer ca. 80Minuten).
Gassterilisation
Chemisch-physikalisches Sterilisationsverfahren bei niedriger Temperatur (ca. 60∘C) mittels Formaldehyd oder Ethylenoxid für thermolabile Güter wie flexible Endoskope.
Klipping
Elektrisches Kürzen von Haaren im Operationsbereich unmittelbar bzw. maximal 2Stunden vor dem Eingriff zur Verringerung von Hautläsionen und Infektionsrisiken.
Schlussdesinfektion
Maßnahmen zur vollständigen Wischdesinfektion und Aufbereitung der patientennahen Flächen und Gegenstände nach Entlassung, Transferierung oder Versterben eines/einer Patient*in.

Antibiogramm
Mikrobiologisches Laborergebnis zur Bestimmung der Empfindlichkeit oder Resistenz isolierter Bakterien gegen verschiedene Antibiotika anhand von Hemmhöfen.
Uricult
Eintauchnährboden mit verschiedenen Agarmedien (z. B. CLED- und MacConkey-Agar) zur semiquantitativen mikrobiologischen Bestimmung von Keimen im Harn.