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ab 4. Vorlesung
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Therapieschulen
= Therapieverfahren
“Psychotherapieschulen“ die Entstehung und Behandlung psychischer Störungen auf der Basis der theoretischen Modelle des von ihnen angewandten Psychotherapieverfahrens (Verhaltenstherapie: Veränderung von Verhalten und Kognitionen, Psychodynamische Therapie: Veränderung eines zentralen Konflikts, Systemische Therapie: Veränderung der Kommunikation im System, Humanistische Therapie: Freisetzung der Selbstaktualisierungskräfte
Psychotherapie
Psychotherapie ist ein „bewusster und geplanter interaktioneller Prozess zur Beeinflussung von Verhaltensstörungen und Leidenszuständen, die in einem Konsens (möglichst zwischen Patient, Therapeut und Bezugsgruppe) für behandlungsbedürftig gehalten werden, mit psychologischen Mitteln (d. h. durch Kommunikation) meist verbal aber auch averbal, in Richtung auf ein definiertes, nach Möglichkeit gemeinsam erarbeitetes Ziel … mittels lehrbarer Techniken auf der Basis einer Theorie des normalen und pathologischen Verhaltens“.
Anerkannte Therapieverfahren Schweiz
→ werden von Grundversicherung bezahlt
→ diverser, also mehr als in Deutschland
Allgemeine Wirkfaktoren der Psychotherapie
→ Drei Mechanismen, auf Basis deren Psychotherapie unabhängig vom Verfahren (therapieschulenübergreifend) wirkt:
Beziehung
Generieren von Erwartungen
Durchführen von gesundheitsfördernden Interventionen
(weitere) Allgemeine Wirkfaktoren Psychotherapie
→ Klärungsorientierte Ansätze
Motivationale Klärung
Problembewältigung
Problemaktualisierung
Ressourcenaktivierung
Behandlungssetting
ambulant, teilstationär, stationär, online
einbezogene Personengruppe (Setting)
Einzel- Gruppen-, Famiien-, Paartherapie etc.
Dauer
Krisenintervention, Kurzzeittherapie, Langzeittherapie etc.
Darbietungsform
face-to-face Therapie, ONline-Therapie
Zielgruppe
Babys, Kinder, Erwachsene, Hochbegabte etc.
Narrative Übersichtsarbeiten
Intuitive Zusammenfassung vorliegender Studien zu einem Thema & Ableiten einer Bewertung
→ Nachteil: subjektive Verzerrung, kann nicht generalisiert werden
Box-Score-Methode
“Lösung” für narrative Übersicht
Abzählen signifikanter Effekte
Verfahren bemüht sich um mehr Systematisierung & Quantifizierung
Nachteile:
nur abzählen → untersch. in den Studien werden nicht berücksichtigt
wie Wirksamkeit operationalisiert wurde, diese Info verliert man bei dieser Methode
Meta-Analyse
derzeit objektivste Methode zur Zusammenfassung der Befunden aus versch. Studien
man kann auch Rohdaten nutzen
→ effektstärken werden ausgerechnet → am Schluss zusammengerechnet → globaler Index für Behandlungswirksamkeit
+: Studien mit versch. Erhebungsmassen direkt vergleichbar
- : Ergebnisse nur so gut, wie die methodische Qualität der einzelnen Studien, die darin eingehen (Sitchprobe, Allegianz etc.)
Warum Meta-Analyse in der klinischen Pscyhologie?
momentan objektivste Methode , um befunde aus Einzelfallstudien zusammenzufassen. Zusammenfassen indem man sie in Effektstärken umwandelt & aggregiert. Das erlaubt eine allgemeine Aussage von Wirksamkeit einer Behandlung zu machen. bsp. Angststörung.
Konsensuskonferenzen
Experten fassen das schon zusammengefasste nochmals zusammen
Erstellen dann Leitlinien für Therapeuten
Evidenzkategorien
harte Evidenz
I: systematischer Review, mehrere kontrollierte randomisierte Studien, gute Designs
II: kontrollierte randomisierte Studie, gutes Design, angemessene Grösse
Evidenz
III: nicht-randomisierte Studien, gute Designs, prä-post Evaluationen, Kohortenstudie, Fallserien, Fall-Kontroll-Studie
IV: nicht-experimentelle Studien, gute Designs, mehr als eine Forschergruppe
Meinungen
V: Expertenmeinungen (keine Forschung vorhanden)

Stufen der Psychotherapieforschung
Bild
Wirksamkeitsstudie
Welche Effekte hat die Behandlung im Vergleich zur Nichtbehandlung/alternative Behandlung?
Moderatorstudien
Welche Merkmale (Alter, Kultur, Stärke der depressiven Verstimmung etc.) beeinflussen diese Effekte?
Mediatorstudien
Welche Prozesse führen zu diesen Effekten?
Statistische Signifikanz
methodische Ebene
Klinische Signifikanz:
Lebensqualität, Funktionsfähigkeit
→ oft schwieriger zu erzielen als statistische Signifikanz
→ “mir geht es besser, aber ich weiss nicht warum” (obwohl Therapie auch Erklärung beeinhaltet)
Wesentliche Bewertungsdimensionen der klinischen Evaluationsforschung
Bedarf und Bedürfnisse
Zielsetzung und Indikationen
Voraussetzung und Aufwand
Prozess der Implementation
Akzeptanz, Inanspruchnahme und Zufriedenheit
Auswirkung und Qualität (positive und negative Effekte!)
Effizienz der Massnahmen
Kosten Nutzen-Verhältnis
Problembereiche der klinischen Evaluationsforschung
• Politische Entscheidungsprozesse und Interessengruppen
• Auswahl und Operationalisierung der Ziele und Kriterien
• Forschungsmethodische und ethische Probleme
• Quantitative vs. qualitative Methoden
• Isolierung von Wirkmechanismen und Kontrolle der Randbedingungen
• Interaktion zwischen Auftraggeber, Personal, Patient und Forscher
• Verwertung und Latenz der Ergebnisse
Latenz
Dauer bis Ergebnis aus der Forschung in die Praxis kommt
→ vor ca. 5 Jahren betrug Latenz 15 Jahre
Mikro-Analyse (Psychotherapiestudie)
Ziel: Detailanalyse des Behandlungsverlaufs
Strategie: Einzelfallstudie
Ziel: Hypothesengewinnung
Strategie: Effektivitätsanalyse
Ziel: Untersuchung der Wirksamkeit & Wirkmechanismen
Meta-Analyse
Zusammenfassung heterogener Befunde über verschiedene Studien hinweg
Strategie: Studie an ausreichend grossen Stichproben
Ziel: Prüfung von Hypothesen
Strategie: Kosten-Nutzen-Analyse
Ziel: Gesundheitspolitische Entscheidungshilfen