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Prüfungsrelevante Fachbegriffe und Konzepte zur biologischen Psychologie, umfassend Neurotransmission, Rezeptoren, funktionelle Neuroanatomie, Gedächtnissysteme, Schlafphasen und Suchtmechanismen.
Ionotrope Rezeptoren
Proteinkomplexe mit einer Bindungsstelle für Neurotransmitter und einem direkt integrierten Ionenkanal, die sich ca. 2ms nach der Transmitterbindung öffnen, ungefähr 20ms später wieder schließen und eine sehr lokale Wirkung besitzen.
Exzitatorische Rezeptoren
Rezeptoren mit erregendem Effekt auf die postsynaptische Membran, die Ionen wie Na+ einströmen lassen und dadurch eine Depolarisation bewirken.
Inhibitorische Rezeptoren
Rezeptoren mit hemmendem Effekt auf die Zelle, die beispielsweise K+ nach außen strömen lassen und dadurch eine Hyperpolarisierung der postsynaptischen Membran erzeugen.
Metabotrope Rezeptoren
G-Protein-gekoppelte Rezeptoren ohne eigenen Ionenkanal, die nach Transmitterbindung eine biochemische Kaskade auslösen (Abspaltung der Alpha-Untereinheit, Enzymaktivierung, Bildung sekundärer Botenstoffe) und deren Wirkung nach frühestens 30ms einsetzt.
Sekundäre Botenstoffe (z. B. cAMP)
Intrazelluläre Botenstoffe wie cAMP, die nach enzymatischer Synthese Ionenkanäle regulieren, die Herstellung von Proteinen anregen oder langfristige Veränderungen wie die Bildung neuer Rezeptoren, Dendriten und Synapsen veranlassen können.
Somatosensorischer Homunculus
Verzerrte Repräsentation des menschlichen Körpers auf der Großhirnrinde, die durch die ungleiche Dichte taktiler Rezeptoren auf der Haut (hohe Dichte an Händen, Lippen und Zunge) und deren äquidistante neuronale Repräsentation entsteht.
Urbach-Wiethe-Syndrom
Eine seltene, genetisch bedingte Erkrankung, die unter anderem zu einer selektiven, oft beidseitigen Verkalkung und Läsion der Amygdala führt.
Amygdala
Struktur des limbischen Systems, die emotionale Reize für Gefahren, Bedrohungen und Angst verarbeitet und per Bottom-up-Steuerung die visuelle Aufmerksamkeit reflexartig auf bedeutsame Reizmerkmale (insbesondere die Augenregion bei Angstgesichtern) lenkt.
Deklaratives Gedächtnis
Hippocampusabhängiges Gedächtnissystem für semantische Fakten und bewusste Erinnerungsinhalte, wie beispielsweise das Behalten und Wiedergeben eines Weges auf einem Stadtplan.
Prozedurales Gedächtnis
Hippocampusunabhängiges Gedächtnissystem zur Ausführung und Anpassung motorischer sowie visuomotorischer Fertigkeiten, das experimentell über das Spiegelzeichnen erfasst wird.
Gedächtniskonsolidierung im Tiefschlaf
Reaktivierung tagsüber entstandener Gedächtnisspuren, die durch Schlafspindeln, langsame Oszillationen und Hippocampus-Ripples schrittweise vom Hippocampus in den Langzeitspeicher übertragen werden.
Gedächtniskonsolidierung im REM-Schlaf
Schlafphase, in der synaptische Prozesse ablaufen, die prozedurale Abläufe im motorischen Netzwerk festigen und stärken.
Mesolimbische dopaminerge Projektion
Vom ventralen tegmentalen Areal (VTA) zum Nucleus accumbens ziehende Bahn des Belohnungssystems, deren Aktivierung zur Ausschüttung von Dopamin im Nucleus accumbens führt.
nACh-α4β2-Rezeptoren
Nikotinische Acetylcholinrezeptoren im Gehirn, an die inhaliertes Nikotin nach dem Passieren der Blut-Hirn-Schranke innerhalb von 10s bindet und die zur Depolarisation des VTA-Neurons beitragen.
nACh-α7-Rezeptoren
Nikotinisch aktivierte Rezeptoren am glutamatergen Eingang der VTA-Neurone, die länger geöffnet bleiben, die Präsynapse depolarisieren und über die Freisetzung von Glutamat zu einer anhaltenden Dopaminausschüttung im Nucleus accumbens führen.
Ventrolateraler präfrontaler Cortex (Brodmann-Areale 44, 45, 47)
Teilbereich des präfrontalen Cortex, dessen Schädigung komplexe Abrufprozesse von Gedächtnisinhalten aus dem Langzeitgedächtnis sowie die sprachliche Handlungssteuerung beeinträchtigt.
Ventraler präfrontaler Cortex (Brodmann-Areale 11–14 und 25)
Struktur des präfrontalen Cortex, die für das emotionale Gedächtnis und emotional assoziierte Entscheidungen zuständig ist und Menschen davor bewahrt, Handlungen mit negativen Konsequenzen zu wiederholen.
Medialer präfrontaler Cortex (Brodmann-Areale 24 und 32)
Bereich des präfrontalen Cortex (einschließlich des Gyrus cinguli), der für soziale Kognition, Empathie (z. B. das Wahrnehmen von Schmerzen anderer) sowie die Selbsteinschätzung und Fehlerkorrektur verantwortlich ist.