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Vokabel-Lernkarten zu den literarischen Epochen (Aufklärung, Sturm und Drang, Klassik, Romantik, Neue Subjektivität, Postmoderne), zentralen Motiven und Methoden des Textvergleichs.
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Rationalismus
Geistesströmung der Aufklärung, die eine rationale Erklärung der Welt anstrebt und annimmt, dass sich alles Existierende auf einen zureichenden rationalen Grund zurückführen lässt.
Säkularisierung
Prozess in der Aufklärung, bei dem kirchliche Dogmen an Einfluss verlieren, Religion zunehmend zur privaten Angelegenheit wird und bestehende Normensysteme scharfer Kritik unterzogen werden.
Anthropozentrismus
Das aufklärerische Menschenbild, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt und davon ausgeht, dass er durch den autonomen Gebrauch der Ratio Mündigkeit erlangen kann.
Geniegedanke
Auffassung im Sturm und Drang, dass der geniale Dichter unabhängig von starren Regeln und Vorgaben aus seinen eigenen Empfindungen heraus einzigartige Kunstwerke erschafft.
Pantheismus
Naturvorstellung im Sturm und Drang, die von der Einheit von Gott und Natur ausgeht, in welcher der Mensch aufgeht und die Natur vergöttlicht wird.
Weimarer Klassik
Literarische Epoche (1786–1805) in Weimar um Goethe, Schiller, Herder und Wieland, die durch Kunst und antike Ideale die moralische Erziehung des Menschen anstrebte.
Schöne Seele
Ideal der Weimarer Klassik, das den harmonischen Ausgleich und die Zusammenführung von Pflicht und Neigung im Menschen beschreibt.
Prästabilierte Harmonie
Grundbegriff der Philosophie von G.W. Leibniz für eine vorherbestimmte Einheit im Sinne einer allen Dingen innewohnenden Ordnung.
Neue Subjektivität
Literarische Strömung der 1970er-Jahre, die sich nach dem Scheitern der Studentenbewegung von der politisierten Dichtung abwendet und private Erfahrungen sowie persönliche Probleme thematisiert.
Postmoderne
Literarische Epoche nach der Moderne, geprägt durch Skepsis gegenüber ständigem Fortschritt, die Aufhebung traditioneller Bedeutungszusammenhänge, Fragmentierung, Intertextualität und Entgrenzung von Wirklichkeit und Medienwelten.
Intertextualität
Kernelement postmoderner Literatur, das zwischentextliche Bezüge und Verweise zwischen verschiedenen Texten beschreibt.
Motiv der Sehnsucht
Zentrales Motiv der Romantik, das ein tiefes, meist unerreichbares Verlangen beschreibt und eng mit Fernweh sowie dem Drang nach Ausbruch verbunden ist.
Motiv des Wanderns
Romantisches Motiv, das den Aufbruch aus dem Gewohnten, die Unerfahrenheit sowie das Suchen nach Freiheit versinnbildlicht.
Motiv der Natur (Romantik)
Idealisierter Gegenpol zur beginnenden Industrialisierung und Beschleunigung des städtischen Lebens, der in der Romantik für Ruhe, Idylle und Göttlichkeit steht.
Poetisierung des Lebens
Forderung der Romantiker, grundsätzlich alle Lebensbereiche für die Literatur nutzbar zu machen und starre Gattungs- und Motivgrenzen aufzubrechen.
Synästhesie
Stilmittel der Verknüpfung unterschiedlicher Sinnesempfindungen in der Sprache (z. B. „farbig klingender Schlund“).

Venn-Diagramm (Textvergleich)
Ein Schnittmengendiagramm zur Anschaulichen Erfassung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen zwei Texten.

Wanderschaft (Illustration von Ludwig Richter)
Illustration von Ludwig Richter (1803–1884) zum Eichendorff-Gedicht „Die zwei Gesellen“.