Gesell. Strukturen, soz. Handeln & soz. Prozesse - Huinink & Schröder 2

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Gesell. Strukturen

= relativ stabile gesell. Gegebenheiten, die das Zusammenleben ordnen, Erwartungen steuern & Orientierung für das Handeln geben

-> sie verändern sich meist nicht kurzfristig & können von Einzelnen nicht beliebig verändert werden

-> Gleichzeitig begrenzen sie Handeln nicht nur, sondern ermöglichen es auch, weil sie verlässliche Erwartungen & Handlungsmöglichkeiten schaffen

2
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Durkheim - soziologische Tatbestände

-> fasst gesell. Strukturen als soziolog. Tatbestände

  • bestehen unabhängig vom einzelnen Menschen & wirken von außen auf ihn ein

  • Beispiele: Sprache, Gesetze, Bräuche, Traditionen & gesell. Konventionen

  • sie bestehen bereits, bevor ein Individuum in die Gesellschaft eintritt & beeinflussen dessen Handeln

Merkmale: Äußerlichkeit, soz. Zwang & Allgemeinheit

Kern: Gesell. Strukturen erscheinen dem Einzelnen als relativ objektiv vorgegeben

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Soz. Handeln -Definition (Weber)

wenn ein Handeln seinem subjektiven Sinn nach auf das Verhalten anderer Menschen bezogen ist & sich daran orientiert

4
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Weber - soziales Handeln

-> richtet den Blick auf das Handeln der Menschen

-> nicht jedes Verhalten = soziales Handeln

Soziales Handeln = wenn ein Handeln seinem subjektiven Sinn nach auf das Verhalten anderer Menschen bezogen ist & sich daran orientiert

-> auch bloßes Verhalten ohne Bezug zu anderen Menschen ist bei Weber kein soz. Handeln

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Soziale Prozesse

= wiederkehrende Abläufe soz. Handelns

-> Menschen orientieren sich dabei an bestehenden Regeln, Erwartungen & Normen

 => dadurch werden gesell. Strukturen reproduziert oder verändert

6
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Zentrale Dynamik gesell. Strukturen

Gesell. Strukturen -> beeinflussen/ ermöglichen indiv. Handeln -> wiederkehrendes Handeln erzeugt soz. Prozesse -> Strukturen werden erhalten oder verändert

Gesellschaftliche Strukturen sind deshalb relativ stabil, aber grundsätzlich wandelbar

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3 AKteurstypen - Huinink/Schröder

Huinink & Schröder unterscheiden

·        Individueller Akteur -> einzelne Person

·        Kollektiver Akteur -> mehrere Personen handeln gemeinsam, ohne zwingend formal organisiert zu sein

·        Korporativer Akteur -> formal organisierte Einheit mit geregelter Entscheidungsstruktur, die durch autorisierte Vertreter handelt

Nicht verwechseln: ein kollektiver Akteur ist nicht automatisch eine formale Organisation

Huinink & Schröder wollen mit den Akteurstypen erklären, wie individuelles Handeln und gesellschaftliche Strukturen zusammenhängen. Akteure sind nicht völlig frei, aber auch nicht bloß passiv durch gesellschaftliche Strukturen bestimmt.

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Individueller Akteur

= einzelne Person

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Kollektiver Akteur

mehrere Personen handeln gemeinsam, ohne zwingend formal organisiert zu sein

Nicht verwechseln: ein kollektiver Akteur ist nicht automatisch eine formale Organisation

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Korporativer Akteur

-> formal organisierte Einheit mit geregelter Entscheidungsstruktur, die durch autorisierte Vertreter handelt

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Logik Akteurstypen/ gesell. Strukturen

Gesellschaftliche Strukturen
↓
setzen Handlungsbedingungen und Handlungsmöglichkeiten
↓
Akteure handeln innerhalb dieser Bedingungen
↓
dabei unterscheiden sich Akteure danach, wie sie handeln bzw. welche Orientierung ihr Handeln prägt
↓
→ drei Akteurstypen

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Esser: 3 Dimensionen gesell. Strukturen:

Gesell. Strukturen bestehen nach Esser aus:

1.      Infrastruktur -> materielle & techn. Grundlage, z.B: Verkehrswege, Bildungseinrichtungen, Ressourcen

2.      Institutionelle Struktur -> gesell Regeln, Werte, Normen & Institutionen

3.      Sozialstruktur -> soz. Ordnung der Gesellschaft

13
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Soziale Beziehungsstruktur

Gesamtheit gesellschaftstypischer, relativ dauerhafter Formen sozialer Beziehungen zwischen Mitgliedern einer Gesellschaft

-> nicht jede kurzfristige Begegnung gehört dazu, entscheidend ist eine gewisse Stabilität

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Soziale Beziehung (Weber)

liegt vor, wenn mehrere Akteure ihr Verhalten sinnhaft aufeinander beziehen -> daraus können dauerhafte soziale Beziehungsgeflechte entstehen, z.B. Familien, Freundschaftsnetzwerke oder Organisationen

Innerhalb soz. Beziehungsgeflechte nehmen Menschen soziale Positionen ein

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dauerhafte soz. Beziehungsgeflechte

z.B. Familien, Freundschaftsnetzwerke, Organisationen

Innerhalb soz. Beziehungsgeflechte nehmen Menschen soziale Positionen ein

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Soziale Position

Innerhalb soz. Beziehungsgeflechte nehmen Menschen soziale Positionen ein

Soziale Position = der „Ort“, den eine Person innerhalb eines Beziehungsgeflechts einnimmt -> mit ihr sind typischerweise bestimmte Erwartungen verbunden

Bsp.: in einer Familie haben die Beteiligten unterschiedliche Positionen, in einem Unternehmen ist z.B. die Position Manager mit bestimmten Aufgaben & Erwartungen verbunden -> die Position besteht dabei unabhängig davon, welche konkrete Person sie gerade besetzt

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Theoretische Bezüge – soz. Beziehungsstruktur

Weber: soz. Beziehungen als aufeinander bezogenes soziales Handeln

Elias: Gesellschaft als Beziehungsgeflecht dauerhaft miteinander verbundener Menschen

Coleman: betont bei formalen Organisationen die Bedeutung von soz. Positionen & Regeln, die auch unabhängig von den konkreten Personen bestehen

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Soziale Verteilungsstruktur

= beschreibt, wie die Mitglieder einer Gesellschaft nach sozial relevanten Merkmalen verteilt sind -> Beispiele: Alter, Geschlecht, Bildung, Beruf, Einkommen oder Staatsangehörigkeit

=> Nicht jedes persönl. Merkmal ist sozialstrukturell relevant

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sozialstrukturell relevant (Bolte)

Nicht jedes persönl. Merkmal ist sozialstrukturell relevant

= ein Merkmal ist sozialstrukturell relevant, wenn es das aufeinander bezogene Verhalten von Menschen beeinflusst

Solche Merkmale beeinflussen damit insbesondere: soz. Beziehungen, soz. Positionen, Handlungsmöglichkeiten

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Zugeschriebene/ Erworbene Positionen

Sozialstrukturelle Positionen können entstehen durch:

·        Zugeschriebene Positionen: nicht selbst aktiv erworben, (z.B. Geschlecht, soziale Herkunft oder Herkunftsfamilie)

·        Erworbene Positionen: durch eigenes Handeln & den Lebensverlauf beeinflusst (z.B. Bildungsabschluss, Beruf oder Familienstand)

-> auch erworbene Positionen hängen jedoch nicht ausschließlich vom indiv. Handeln ab, sondern werden durch gesell. Bedingungen mitgeprägt

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Zugeschriebene Position

nicht selbst aktiv erworben, (z.B. Geschlecht, soziale Herkunft oder Herkunftsfamilie)

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erworbene Positionen

durch eigenes Handeln & den Lebensverlauf beeinflusst (z.B. Bildungsabschluss, Beruf oder Familienstand)

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Sozialstrukturelle Merkmale (Blau)

Blau unterscheidet 2 grundlegende Arten sozialstrukt. Merkmale:

-  Klassifikationsmerkmale (nominal parameters)-> teilen Menschen in Kategorien ein, ohne dass daraus automatisch „höher“ oder „niedriger“ folgt

- Ungleichheitsmerkmale (graduated parameters) -> teilen Menschen in Kategorien ein & ermöglichen eine Rangordnung

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Sozialstrukt. Merkmale Blau KURZ

Klassifikationsmerkmale/ nominal parameters – keine Rangordnung

Ungleichheitsmerkmale/ graduated parameters – Rangordnung bzw. mehr/weniger

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Gegenüberstellung Klassifikationsmerkmale / Ungleichheitsmerkmale (Blau)

Klassifikationsmerkmale

Ungleichheitsmerkmale

Keine Rangordnung

Rangordnung vorhanden

Beschreiben Unterschiedlichkeit/ Zugehörigkeit

Beschreiben ein Mehr oder Weniger

z.B. Geschlecht, Religion, Familienform

z.B. Einkommen, Bildung, berufl. Stellung

-> Heterogenität

-> soziale Ungleichheit

Nicht jede soziale Differenz ist soziale Ungleichheit!

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Soziale Aggregate

Menschen, die hinsichtlich eines Merkmals dieselbe sozialstrukturelle Position besitzen, bilden ein soziales Aggregat

Bsp. alle Menschen mit Hochschulabschluss

Ein soziales Aggregat ist keine soziale Gruppe im eigentlichen Sinn -> Die Mitglieder müssen weder miteinander bekannt sein noch gemeinsam handeln oder ein Beziehungsnetzwerk bilden

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Sozialstrukturelles Profil

Menschen besitzen gleichzeitig mehrere sozialstrukturelle Positionen -> Die Gesamtheit dieser miteinander kombinierten Positionen bildet ihr sozialstrukturelles Profil

-> Eine Person kann bspw. gleichzeitig Frau, deutsche Staatsbürgerin, Akademikerin, Angestellte & Mutter sein

Verdeutlicht: Gesell. Positionen lassen sich nicht sinnvoll nur anhand eines einzigen Merkmals beschreiben

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Kongruenz/ Inkongruenz

Die Kombination verschiedener Merkmale kann unterschiedlich stark zusammenfallen:

·        Kongruenz: Bestimmte soziale Positionen/ Merkmale treten häufig gemeinsam auf

·        Inkongruenz: Die Positionen verschiedener Merkmale fallen weniger stark zusammen

-> Kongruenz bedeutet dabei nicht gesell. Gleichheit, sondern das häufige gemeinsame Auftreten bestimmter Merkmale