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Gesell. Strukturen
= relativ stabile gesell. Gegebenheiten, die das Zusammenleben ordnen, Erwartungen steuern & Orientierung für das Handeln geben
-> sie verändern sich meist nicht kurzfristig & können von Einzelnen nicht beliebig verändert werden
-> Gleichzeitig begrenzen sie Handeln nicht nur, sondern ermöglichen es auch, weil sie verlässliche Erwartungen & Handlungsmöglichkeiten schaffen
Durkheim - soziologische Tatbestände
-> fasst gesell. Strukturen als soziolog. Tatbestände
bestehen unabhängig vom einzelnen Menschen & wirken von außen auf ihn ein
Beispiele: Sprache, Gesetze, Bräuche, Traditionen & gesell. Konventionen
sie bestehen bereits, bevor ein Individuum in die Gesellschaft eintritt & beeinflussen dessen Handeln
Merkmale: Äußerlichkeit, soz. Zwang & Allgemeinheit
Kern: Gesell. Strukturen erscheinen dem Einzelnen als relativ objektiv vorgegeben
Soz. Handeln -Definition (Weber)
wenn ein Handeln seinem subjektiven Sinn nach auf das Verhalten anderer Menschen bezogen ist & sich daran orientiert
Weber - soziales Handeln
-> richtet den Blick auf das Handeln der Menschen
-> nicht jedes Verhalten = soziales Handeln
Soziales Handeln = wenn ein Handeln seinem subjektiven Sinn nach auf das Verhalten anderer Menschen bezogen ist & sich daran orientiert
-> auch bloßes Verhalten ohne Bezug zu anderen Menschen ist bei Weber kein soz. Handeln
Soziale Prozesse
= wiederkehrende Abläufe soz. Handelns
-> Menschen orientieren sich dabei an bestehenden Regeln, Erwartungen & Normen
=> dadurch werden gesell. Strukturen reproduziert oder verändert
Zentrale Dynamik gesell. Strukturen
Gesell. Strukturen -> beeinflussen/ ermöglichen indiv. Handeln -> wiederkehrendes Handeln erzeugt soz. Prozesse -> Strukturen werden erhalten oder verändert
Gesellschaftliche Strukturen sind deshalb relativ stabil, aber grundsätzlich wandelbar
3 AKteurstypen - Huinink/Schröder
Huinink & Schröder unterscheiden
· Individueller Akteur -> einzelne Person
· Kollektiver Akteur -> mehrere Personen handeln gemeinsam, ohne zwingend formal organisiert zu sein
· Korporativer Akteur -> formal organisierte Einheit mit geregelter Entscheidungsstruktur, die durch autorisierte Vertreter handelt
Nicht verwechseln: ein kollektiver Akteur ist nicht automatisch eine formale Organisation
Huinink & Schröder wollen mit den Akteurstypen erklären, wie individuelles Handeln und gesellschaftliche Strukturen zusammenhängen. Akteure sind nicht völlig frei, aber auch nicht bloß passiv durch gesellschaftliche Strukturen bestimmt.
Individueller Akteur
= einzelne Person
Kollektiver Akteur
mehrere Personen handeln gemeinsam, ohne zwingend formal organisiert zu sein
Nicht verwechseln: ein kollektiver Akteur ist nicht automatisch eine formale Organisation
Korporativer Akteur
-> formal organisierte Einheit mit geregelter Entscheidungsstruktur, die durch autorisierte Vertreter handelt
Logik Akteurstypen/ gesell. Strukturen
Gesellschaftliche Strukturen
↓
setzen Handlungsbedingungen und Handlungsmöglichkeiten
↓
Akteure handeln innerhalb dieser Bedingungen
↓
dabei unterscheiden sich Akteure danach, wie sie handeln bzw. welche Orientierung ihr Handeln prägt
↓
→ drei Akteurstypen
Esser: 3 Dimensionen gesell. Strukturen:
Gesell. Strukturen bestehen nach Esser aus:
1. Infrastruktur -> materielle & techn. Grundlage, z.B: Verkehrswege, Bildungseinrichtungen, Ressourcen
2. Institutionelle Struktur -> gesell Regeln, Werte, Normen & Institutionen
3. Sozialstruktur -> soz. Ordnung der Gesellschaft
Soziale Beziehungsstruktur
Gesamtheit gesellschaftstypischer, relativ dauerhafter Formen sozialer Beziehungen zwischen Mitgliedern einer Gesellschaft
-> nicht jede kurzfristige Begegnung gehört dazu, entscheidend ist eine gewisse Stabilität
Soziale Beziehung (Weber)
liegt vor, wenn mehrere Akteure ihr Verhalten sinnhaft aufeinander beziehen -> daraus können dauerhafte soziale Beziehungsgeflechte entstehen, z.B. Familien, Freundschaftsnetzwerke oder Organisationen
Innerhalb soz. Beziehungsgeflechte nehmen Menschen soziale Positionen ein
dauerhafte soz. Beziehungsgeflechte
z.B. Familien, Freundschaftsnetzwerke, Organisationen
Innerhalb soz. Beziehungsgeflechte nehmen Menschen soziale Positionen ein
Soziale Position
Innerhalb soz. Beziehungsgeflechte nehmen Menschen soziale Positionen ein
Soziale Position = der „Ort“, den eine Person innerhalb eines Beziehungsgeflechts einnimmt -> mit ihr sind typischerweise bestimmte Erwartungen verbunden
Bsp.: in einer Familie haben die Beteiligten unterschiedliche Positionen, in einem Unternehmen ist z.B. die Position Manager mit bestimmten Aufgaben & Erwartungen verbunden -> die Position besteht dabei unabhängig davon, welche konkrete Person sie gerade besetzt
Theoretische Bezüge – soz. Beziehungsstruktur
Weber: soz. Beziehungen als aufeinander bezogenes soziales Handeln
Elias: Gesellschaft als Beziehungsgeflecht dauerhaft miteinander verbundener Menschen
Coleman: betont bei formalen Organisationen die Bedeutung von soz. Positionen & Regeln, die auch unabhängig von den konkreten Personen bestehen
Soziale Verteilungsstruktur
= beschreibt, wie die Mitglieder einer Gesellschaft nach sozial relevanten Merkmalen verteilt sind -> Beispiele: Alter, Geschlecht, Bildung, Beruf, Einkommen oder Staatsangehörigkeit
=> Nicht jedes persönl. Merkmal ist sozialstrukturell relevant
sozialstrukturell relevant (Bolte)
Nicht jedes persönl. Merkmal ist sozialstrukturell relevant
= ein Merkmal ist sozialstrukturell relevant, wenn es das aufeinander bezogene Verhalten von Menschen beeinflusst
Solche Merkmale beeinflussen damit insbesondere: soz. Beziehungen, soz. Positionen, Handlungsmöglichkeiten
Zugeschriebene/ Erworbene Positionen
Sozialstrukturelle Positionen können entstehen durch:
· Zugeschriebene Positionen: nicht selbst aktiv erworben, (z.B. Geschlecht, soziale Herkunft oder Herkunftsfamilie)
· Erworbene Positionen: durch eigenes Handeln & den Lebensverlauf beeinflusst (z.B. Bildungsabschluss, Beruf oder Familienstand)
-> auch erworbene Positionen hängen jedoch nicht ausschließlich vom indiv. Handeln ab, sondern werden durch gesell. Bedingungen mitgeprägt
Zugeschriebene Position
nicht selbst aktiv erworben, (z.B. Geschlecht, soziale Herkunft oder Herkunftsfamilie)
erworbene Positionen
durch eigenes Handeln & den Lebensverlauf beeinflusst (z.B. Bildungsabschluss, Beruf oder Familienstand)
Sozialstrukturelle Merkmale (Blau)
Blau unterscheidet 2 grundlegende Arten sozialstrukt. Merkmale:
- Klassifikationsmerkmale (nominal parameters)-> teilen Menschen in Kategorien ein, ohne dass daraus automatisch „höher“ oder „niedriger“ folgt
- Ungleichheitsmerkmale (graduated parameters) -> teilen Menschen in Kategorien ein & ermöglichen eine Rangordnung
Sozialstrukt. Merkmale Blau KURZ
Klassifikationsmerkmale/ nominal parameters – keine Rangordnung
Ungleichheitsmerkmale/ graduated parameters – Rangordnung bzw. mehr/weniger
Gegenüberstellung Klassifikationsmerkmale / Ungleichheitsmerkmale (Blau)
Klassifikationsmerkmale | Ungleichheitsmerkmale |
Keine Rangordnung | Rangordnung vorhanden |
Beschreiben Unterschiedlichkeit/ Zugehörigkeit | Beschreiben ein Mehr oder Weniger |
z.B. Geschlecht, Religion, Familienform | z.B. Einkommen, Bildung, berufl. Stellung |
-> Heterogenität | -> soziale Ungleichheit |
Nicht jede soziale Differenz ist soziale Ungleichheit!
Soziale Aggregate
Menschen, die hinsichtlich eines Merkmals dieselbe sozialstrukturelle Position besitzen, bilden ein soziales Aggregat
Bsp. alle Menschen mit Hochschulabschluss
Ein soziales Aggregat ist keine soziale Gruppe im eigentlichen Sinn -> Die Mitglieder müssen weder miteinander bekannt sein noch gemeinsam handeln oder ein Beziehungsnetzwerk bilden
Sozialstrukturelles Profil
Menschen besitzen gleichzeitig mehrere sozialstrukturelle Positionen -> Die Gesamtheit dieser miteinander kombinierten Positionen bildet ihr sozialstrukturelles Profil
-> Eine Person kann bspw. gleichzeitig Frau, deutsche Staatsbürgerin, Akademikerin, Angestellte & Mutter sein
Verdeutlicht: Gesell. Positionen lassen sich nicht sinnvoll nur anhand eines einzigen Merkmals beschreiben
Kongruenz/ Inkongruenz
Die Kombination verschiedener Merkmale kann unterschiedlich stark zusammenfallen:
· Kongruenz: Bestimmte soziale Positionen/ Merkmale treten häufig gemeinsam auf
· Inkongruenz: Die Positionen verschiedener Merkmale fallen weniger stark zusammen
-> Kongruenz bedeutet dabei nicht gesell. Gleichheit, sondern das häufige gemeinsame Auftreten bestimmter Merkmale