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Vokabel-Karteikarten zur Vorlesung Evolutionspsychologie (Termin 01: Grundlagen I), basierend auf Buss (2019) Kapitel 1.
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Evolutionspsychologie
Eine wissenschaftliche Disziplin mit dem Ziel, die menschlichen Geistes- und Gehirnmechanismen sowie das menschliche Verhalten aus einer evolutionären Perspektive zu verstehen.
Jean-Baptiste de Lamarck
Französischer Biologe (1744–1829), der zwei Hauptgründe für Veränderungen von Spezies annahm: eine natürliche Neigung zur Entwicklung höherer Formen und die Vererbung erworbener Eigenschaften.

Georges Cuvier
Begründer des Katastrophismus (1769–1832), der das Entstehen und Verändern von Lebensformen durch plötzliche Naturkatastrophen statt durch graduelle Entwicklung erklärte.
Katastrophismus (Kataklysmentheorie)
Theorie von Georges Cuvier, wonach Naturkatastrophen Lebewesen in bestimmten Gebieten vernichten und diese danach neu erschaffen werden oder einwandern, ohne dass eine graduelle Evolution stattfindet.
Sedimentgestein (Fossilienbildung)
Gesteinsschichten, die entstehen, wenn Flüsse Sediment in Meere und Seen transportieren. Ältere Schichten enthalten ältere Fossilien (z. B. Trilobiten), jüngere Schichten enthalten jüngere Fossilien (z. B. Ammoniten).

H.M.S. Beagle
Das Forschungsschiff, auf dem Charles Darwin von 1831 bis 1836 seine historische Forschungsreise unternahm und entscheidende Proben und Beobachtungen sammelte.
Galápagos-Finken (Darwinfinken)
Eng verwandte Finkenarten auf den Galápagos-Inseln (z. B. Kaktusgrundfink, Waldsängerfink, Großgrundfink), deren unterschiedliche Schnabelformen an die jeweilige Nahrung auf den Inseln angepasst sind.

Prinzip der Variation
Erster Grundpfeiler von Darwins Selektionstheorie: Organismen variieren innerhalb einer Spezies in vielfältiger Weise (z. B. Knochenmasse, Flügellänge, Kampffähigkeiten).
Prinzip der Vererbung
Zweiter Grundpfeiler von Darwins Selektionstheorie: Nur diejenigen Variationen spielen im evolutionären Prozess eine Rolle, die genetisch an Nachkommen weitergegeben werden können.
Differentieller Reproduktionserfolg
Dritter Grundpfeiler von Darwins Selektionstheorie: Individuen mit bestimmten vorteilhaften Eigenschaften überleben in einer gegebenen Umwelt eher und hinterlassen mehr Nachkommen.
Theorie der sexuellen Selektion
Darwins Ergänzungstheorie zur natürlichen Selektion, die erklärt, dass evolutionäre Anpassungen auch durch den differentiellen Erfolg bei der Paarung (mating) entstehen.
Intrasexueller Wettbewerb
Mechanismus der sexuellen Selektion, bei dem Angehörige desselben Geschlechts um den Zugang zum anderen Geschlecht oder um ressourcenreiche Territorien konkurrieren.
Intersexuelle Selektion
Mechanismus der sexuellen Selektion (bevorzugte Partnerwahl), bei dem Individuen des einen Geschlechts Partner mit bestimmten begehrten Eigenschaften bevorzugt auswählen.
nicht intentional
Selektion graduell (über dutzende tausend + Generationen hinweg)
Gendrift (Genetic Drift)
Zufällige Veränderungen in der genetischen Ausstattung einer Population, hervorgerufen durch
ungerichtete DNA-Mutationen,
Gründer-Effekte (kleine gruppe die eine Kolonie gründen z:b rothaarige dann dort mehr rothaarige nachkommen)
oder genetische Engpässe (population schrumpft durch vulkan ausbruch).

Gründer-Effekt
Eine Form der Gendrift, die auftritt, wenn ein kleiner, genetisch nicht-repräsentativer Anteil einer Population eine neue Kolonie gründet.
Genetischer Engpass (Bottleneck)
Eine Form der Gendrift, bei der eine Population schrumpft (z. B. durch eine plötzliche Naturkatastrophe) und sich dadurch die Genfrequenzen zufällig verändern.
Gregor Mendel
Mönch und Naturforscher (1822–1884), der durch Vererbungsexperimente die grundlegenden Regeln der Vererbung (wie Uniformitäts- und Spaltungsregel) entdeckte.

Ethologie (Verhaltensbiologie)
Biologische Disziplin zur Erforschung von Ursprüngen (Prägung, Ontogenese, Phylogenese) und adaptiven Funktionen von Verhalten; belegt, dass auch Verhalten Selektionsprozessen unterliegt.
Inklusive Fitness (Inclusive Fitness)
Konzept von William Hamilton: Summe aus dem eigenen klassischen Reproduktionserfolg und den Effekten des eigenen Verhaltens auf den Reproduktionserfolg genetischer Verwandter.
Theorie der Verwandtenselektion (Kin Selection)
Von William Hamilton begründete Erweiterung der Evolutionstheorie: Selektion begünstigt auch Verhalten, das die Fortpflanzung genetischer Verwandter unterstützt, gewichtet nach dem Verwandtschaftsgrad.

Gene's Eye View
Perspektive, die betrachtet, was die Replikation eines Gens fördert: Erhalt des Körpers (Vehikels), Anregung des Körpers zur Reproduktion sowie Unterstützung anderer verwandter Genträger.
George Williams' Kriterien für Anpassungen
Drei Gütekriterien zur Beurteilung, ob ein Mechanismus eine funktionale Anpassung darstellt: Reliabilität, Effizienz und Wirtschaftlichkeit.
Eltern-Kind-Konflikt (Trivers)
Theorie von Robert Trivers, nach der Eltern und Kinder teilweise gegensätzliche Interessen haben; z. B. dient das Abstillen dem Elterninteresse, Ressourcen für weitere Nachkommen frei zu machen.
Soziobiologie
Von Edward Wilson 1975 geprägter Ansatz, der versuchte, soziales Verhalten sowie Kultur, Religion, Ethik und Kunst biologisch-evolutionär zu erklären.
Gen-Umwelt-Interaktion
Das interaktionistische Prinzip der Evolutionstheorie, nach dem menschliches Verhalten stets aus dem Zusammenspiel evolutionärer Anpassungen und auslösender Umwelt-Inputs entsteht.
Sexual Overperception Bias
Ein Phänomen, bei dem Männer dazu neigen, fehlerhaft ein bestimmtes Verhalten von Frauen als Signal für sexuelles Interesse überzuinterpretieren.
Evolutionary Time Lags (Evolutionäre Zeitverzögerung)
Die zeitliche Kluft zwischen schnellen Umweltveränderungen und der langsamen biologischen Evolution; führt dazu, dass ehemals adaptive Merkmale (z. B. Fett- und Zuckerpräferenz) heute schädlich sein können.