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Lernkarteikarten zu den Grundlagen der Körpertemperaturregulation, Kälteschäden (Hypothermie, Erfrierungsgrade), Fieber- und Hyperthermiestufen, Schüttelfrostphasen sowie Methoden und Regeln der Temperaturmessung.
Wärmeregulationssystem
Zentrum im Zwischenhirn, das den Wärmehaushalt des Körpers auf 1/10 genau steuert.
Radiation
Wärmeabgabe des Körpers durch Wärmestrahlung.
Konduktion
Wärmeabgabe des Körpers durch Wärmeleitung bei direktem Kontakt.
Konvektion
Wärmeabgabe des Körpers durch Wärmeströmung.
Evaporation
Wärmeabgabe des Körpers durch Verdunstung.
Hypothermie
Untertemperatur mit Körpertemperaturwerten unter 36∘C, die zur Aktivierung des Stoffwechsels mit erhöhtem Sauerstoffverbrauch führt und einen Circulus vitiosus in Gang setzen kann.
Hibernation
Künstliche therapeutische Unterkühlung des Körpers (bis auf 29∘C), die in der Intensivmedizin z. B. bei Herzoperationen angewendet wird.
Erfrierung
Schwerste Kälteschädigung durch abnorme Reaktionsbereitschaft des Gefäßsystems (begünstigt z. B. durch Nikotinabusus, anhaltende Nässe oder enge Kleidung), vor allem an den Akren (Finger, Zehen, Ohren, Nase).
Erfrierung 1. Grades
Kälteschädigung mit Blässe, Abkühlung und Gefühllosigkeit; nach Wiedererwärmung treten Schmerzen und Juckreiz auf.
Erfrierung 2. Grades
Kälteschädigung, die durch Blasenbildung gekennzeichnet ist und unter Narbenbildung abheilt.
Erfrierung 3. Grades
Kälteschädigung mit trockenen Nekrosen (Mumifikation) oder blauroten Blasen, die nach dem Platzen nasse Nekrosen verschiedener Tiefe bilden; heilt unter Narbenbildung ab.
Fieber
Eine geregelte, physiologische Reaktion des Organismus mit einer über den Normalbereich hinaus erhöhten Kerntemperatur.
Hyperthermie
Eine Überforderung der körpereigenen Thermoregulation, die zu einer erhöhten Kerntemperatur führt und begrifflich erst bei hohem Fieber genannt wird.
Normothermie
Normale Körperkerntemperatur im Bereich von 36∘C−37∘C.
Subfebrile Temperatur
Leicht erhöhte Körpertemperatur im Bereich von 37,1∘C−37,7∘C.
Leichtes Fieber
Temperaturbereich zwischen 37,8∘C−38,5∘C.
Mäßiges Fieber
Temperaturbereich zwischen 38,6∘C−39,0∘C.
Hohes Fieber
Temperaturbereich zwischen 39,1∘C−39,9∘C.
Sehr hohes Fieber
Körpertemperatur von 40∘C und mehr.
Kontinuierliches Fieber
Fieberform mit gleichbleibend hoher Temperaturkurve.
Remittierendes Fieber
Auf- und absteigender Fieberverlauf, bei dem die Temperatur schwankt, ohne ganz auf die Norm zurückzugehen.
Septisches Fieber
Intermittierender bzw. aussetzender Fieberverlauf, bei dem die Temperatur zeitweise auf die Norm zurückkehrt; wird durch Toxinschwemme verursacht und oft von Schüttelfrost begleitet.
Kritische Entfieberung (Krise)
Rascher Fieberabfall innerhalb von Minuten bis Stunden, bei dem akute Kollapsgefahr besteht.
Lytische Entfieberung (Lysis)
Langsamer, schonender Abfall der erhöhten Körpertemperatur.
Schüttelfrost - 1. Phase
Phase des Temperaturanstiegs mit Frösteln, Muskelzittern, Zähneklappern und Körperschütteln; pflegerisch sind Wärmezufuhr (Decken, Wärmflasche, heißer Tee), Temperaturkontrolle und Arztinformation erforderlich.
Schüttelfrost - 2. Phase
Stadium der Fieberhöhe mit Unruhe, Angst und großem Unbehagen; pflegerisch stehen Erleichterung, Zuwendung, kühle Abwaschungen und kühle Getränke im Vordergrund.
Schüttelfrost - 3. Phase
Lysis-Phase mit starkem Schweißausbruch, Erschöpfung und Kollapsneigung; erfordert engmaschige Überwachung und sofortigen Wäschewechsel.
Schüttelfrost - 4. Phase
Erschöpfungs- und Erholungsphase des Körpers, in der für absolute Ruhe gesorgt werden muss.
Axillare Messung
Temperaturmessung in der Achselhöhle; dauert 8−10Minuten, ist hygienisch und angenehm, birgt jedoch Nachteile durch lange Messzeit und Ungenauigkeit bei Patientenunruhe.
Rektale Messung
Temperaturmessung im Mastdarm; dauert 2−3Minuten, liefert rasch sichere Kerntemperaturwerte, verletzt jedoch die Intimsphäre und birgt die Gefahr der Keimverschleppung.
Orale Messung
Temperaturmessung in der Mundhöhle unter der Zunge; dauert 5Minuten, ist rasch und sicher, eignet sich aber nicht bei unruhigen Patienten, Spasmen oder Fazialisparese.
Infrarot-Messung (Ohr oder Stirn)
Schnelle und genaue Methode zur Temperaturmessung, die jedoch anfällig für Bedienungsfehler oder Störfaktoren (wie Cerumen oder direkte Sonneneinstrahlung) ist.
Fieberverlaufskurve
Dokumentationsinstrument zur Erfassung der Temperaturwerte, das für die Erkennung der Erkrankung, die Beurteilung des Zustands und die Verlaufskontrolle essenziell ist.