Soziologische Grundlagen der Beratung – Vorlesung 1: Die soziologische Perspektive und soziale Ungleichheit

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Fachbegriffe und theoretische Konzepte der ersten Vorlesung zu soziologischen Perspektiven auf Beratungsinteraktionen, sozialer Struktur, Schichtmodellen, Milieus sowie der Kapital- und Habitustheorie von Pierre Bourdieu.

48 Terms

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Soziologische Perspektive auf Beratung

Betrachtungsweise, die analysiert, wie Beratungsinteraktionen sozial eingebettet sind, welche institutionalisierten Rollen und Erwartungen bestehen und welche gesellschaftlichen Prägungen die Beteiligten in das Gespräch einbringen.

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<p>Wirtschaftlich „nutzloses“, aber emotional unbezahlbares Kind (Zelizer 1994)</p>

Wirtschaftlich „nutzloses“, aber emotional unbezahlbares Kind (Zelizer 1994)

Historischer Paradigmenwechsel zwischen 18701870 und 19301930, bei dem Kinder aus Erwerbsarbeit und Marktlogik herausgelöst wurden und sich das Bild eines Kindes ohne monetären Nutzwert, aber mit unschätzbarem emotionalem Wert durchsetzte.

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Kindheit als Humankapitalinvestition (Bandelj/Spiegel 2022)

Gegenwärtige Weiterentwicklung des Kindheitsbegriffs, wonach Kindheit verstärkt als Lebensphase verstanden wird, in der gezielte Investitionen in Bildung, Kompetenzen und zukünftige Verwertbarkeit auf dem Arbeitsmarkt erfolgen.

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Soziale Konstruiertheit

Die Tatsache, dass Wahrnehmungs-, Denk-, Bewertungs- und Handlungsmuster gesellschaftliche Grundlagen besitzen, im Alltag meist unhinterfragt bleiben, jedoch historisch veränderbar und umstritten sind.

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Soziale Struktur (Giddens 2009)

Musterhafte Organisation sozialer Lebenskontexte, die bewirkt, dass menschliches Zusammenleben nicht aus zufälligen Anhäufungen von Handlungen besteht, sondern spezifisch geordnet ist und Handlungsweisen sowie -möglichkeiten prägt.

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Sozialstruktur (Joas/Mau 2020)

Gesamtgliederung einer Gesellschaft entsprechend zentraler Merkmalsbündel zur Einteilung in soziale Gruppen sowie die Beziehungsstrukturen zwischen diesen Gruppen.

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<p>Einkommensverteilung in Deutschland (1991 vs. 2016)</p>

Einkommensverteilung in Deutschland (1991 vs. 2016)

Entwicklung der Äquivalenzeinkommen nach Dezilen: Der Anteil des einkommensstärksten Zehntels stieg von 20,5%20{,}5\% auf 23,3%23{,}3\%, während der Anteil des einkommensschwächsten Zehntels von 4,2%4{,}2\% auf 3,2%3{,}2\% sank.

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Vermögensverteilung (Deutschland vs. Welt)

Asymmetrische Verteilung des Vermögens: Weltweit besitzt das reichste Prozent 51%51\% (in Deutschland 32%32\%), die reichsten 10%10\% besitzen weltweit 38%38\% (in Deutschland 33%33\%) und die restlichen 90%90\% verfügen weltweit über 11%11\% (in Deutschland über 35%35\%).

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<p>Statuszonen-Modell (Mau/Verwiebe 2020)</p>

Statuszonen-Modell (Mau/Verwiebe 2020)

Schichtmodell der Gesellschaft mit folgender vertikaler Gliederung: Oberschicht (ca. 2 v. H.2\,\text{v. H.}), obere Mitte (ca. 5 v. H.5\,\text{v. H.}), mittlere Mitte (ca. 14 v. H.14\,\text{v. H.}), untere Mitte und unterste Mitte/oberes Unten (zusammen ca. 58 v. H.58\,\text{v. H.}), Unten (ca. 17 v. H.17\,\text{v. H.}) sowie Sozial Verachtete (ca. 4 v. H.4\,\text{v. H.}).

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<p>Sinus-Milieus</p>

Sinus-Milieus

Gesellschaftsmodell, das die soziale Lage (Unter-, Mittel-, Oberschicht) mit grundlegenden Wertehaltungen (Tradition, Modernisierung/Individualisierung, Neuorientierung) verknüpft, um Gruppen mit ähnlichen Lebensauffassungen abzubilden.

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Traditionelles Milieu (Sinus)

Milieu der ordnungsliebenden Kriegs- und Nachkriegsgeneration mit kleinbürgerlicher oder arbeiterweltlicher Verwurzelung, geprägt durch die Grundorientierung des Festhaltens, Bewahrens und der Anpassung an überkommene Normen.

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Sozialökologisches Milieu (Sinus)

Milieu, das durch ausgeprägte Konsumkritik, Skepsis gegenüber Globalisierung sowie ein starkes ökologisches und soziales Gewissen gekennzeichnet ist (Grundorientierung: Sein und Verändern).

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Habitus (Bourdieu 2002)

System verinnerlichter Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsmuster, die in früher Kindheit durch Herkunft, Sozialisation und Lebenserfahrung geprägt werden und als unbewusste Dispositionen das Verhalten leiten.

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Ökonomisches Kapital (Bourdieu 1987)

Kapitalform, die unmittelbar und direkt in Geld transformierbar ist und sich unter anderem in Form von Eigentum, Einkommen oder Immobilien manifestiert.

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Soziales Kapital (Bourdieu 1987)

Gesamtheit der aktuellen oder potenziellen Ressourcen, die mit dem Besitz eines dauerhaften Netzes sozialer Beziehungen, Bekanntschaften und wechselseitiger Anerkennung verknüpft sind.

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Inkorporiertes Kulturkapital

Form des kulturellen Kapitals, die an den menschlichen Körper gebunden und verinnerlicht ist (z. B. Sprachgewandtheit, Wortschatz, Bildungswissen und Habitusformen).

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Objektiviertes Kulturkapital

Form des kulturellen Kapitals, die in materiellen Objekten existiert (z. B. Kunstwerke, wissenschaftliche Bücher, Musikinstrumente oder technische Gerätschaften).

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Institutionalisiertes Kulturkapital

Form des kulturellen Kapitals in Form von offiziell beglaubigten und rechtlich anerkannten Bildungsnachweisen, Titeln und akademischen Graden.

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Symbolisches Kapital (Swartz 1997 / Bourdieu)

Wahrgenommene und als legitim anerkannte Form aller Kapitalsorten, die sich als gesellschaftliches Ansehen, Reputation, Ehre und Prestige ausdrückt.

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<p>Sozialer Raum (Bourdieu 1987)</p>

Sozialer Raum (Bourdieu 1987)

Mehrdimensionales Koordinatenfeld gesellschaftlicher Positionen, definiert über das Gesamtkapitalvolumen (vertikale Achse: hoch vs. niedrig) und die Kapitalzusammensetzung (horizontale Achse: hohes Bildungs- vs. hohes ökonomisches Kapital).

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<p>Bourdieus Grundmodell sozialer Reproduktion (Jaeger 2022)</p>

Bourdieus Grundmodell sozialer Reproduktion (Jaeger 2022)

Erklärungsmodell für den Weitererhalt sozialer Ungleichheit: Das kulturelle Kapital der Eltern determiniert das kulturelle Kapital des Kindes (a)(a), welches im Bildungssystem zu differenzierten Bildungserfolgen führt (b)(b), woraus wiederum die spätere sozioökonomische Position resultiert (c)(c).

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Reproduktion von Bildungsungleichheiten

Mechanismus, durch den herkunftsbedingte Unterschiede in Kapitalsorten und Habitus dazu führen, dass Bildungschancen ungleich verteilt bleiben (z. B. durch Wortschatzunterschiede, schlechtere Aufsatzbenotung bei benachteiligter Herkunft, seltenere Studienaufnahme und höhere Studienabbruchquoten).

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Soziologische Perspektive auf Beratung

Betrachtungsweise von Beratungsprozessen, die nach der sozialen Einbettung von Interaktionen, dem Wirken sozialer Rollen und den gesellschaftlichen Prägungen der Ratsuchenden und Beratenden fragt.

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Wandel der Kindheitsvorstellung nach Viviana A. Zelizer (1994)

Historischer Aushandlungsprozess zwischen 1870 und 1930, in dessen Verlauf Kinder aus dem Erwerbsleben herausgenommen wurden und die Vorstellung eines wirtschaftlich „nutzlosen“, aber emotional unbezahlbaren Kindes entstand.

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Kindheit als Humankapitalinvestition (Bandelj & Spiegel 2022)

Moderne Weiterentwicklung der Kindheitsvorstellung („Pricing the priceless child 2.0“), die Kindheit zunehmend als gezielte Investitionsphase zur Aneignung von Bildung, Fertigkeiten und Humankapital begreift.

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Soziale Konstruktion

Die gesellschaftliche Herstellung von Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsmustern, welche im Alltag oft als selbstverständlich hingenommen werden, jedoch wandelbar und historisch umstritten sind.

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Disziplinäre Zugänge zur Beratung

Unterschiedliche Fachperspektiven auf Beratungsgespräche: Recht (Regeln und Anwendung), Beratungswissenschaft (Gesprächsführung), Psychologie (Einfluss der Persönlichkeit), Ökonomie (Passung von Angebot und Nachfrage) und Soziologie (soziale Einbettung).

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Soziale Struktur (nach Giddens 2009)

Die geordneten und spezifisch gemusterten Kontexte des sozialen Lebens, die nicht aus zufälligen Ereignissen bestehen, sondern individuelles Handeln und Handlungsmöglichkeiten strukturieren.

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Sozialstruktur (nach Joas & Mau 2020)

Gesamtgliederung einer Gesellschaft anhand bedeutsamer Merkmalsbündel, die eine Einteilung in gesellschaftliche Gruppen ermöglicht, sowie das Gefüge der Beziehungen zwischen diesen Gruppen.

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Einkommensungleichheit in Deutschland (1991–2016)

Entwicklung, bei der das einkommensstärkste Zehntel seinen Anteil am Gesamteinkommen von 20,5 %20{,}5\text{ \%} auf 23,3 %23{,}3\text{ \%} steigerte, während der Anteil des einkommensschwächsten Zehntels von 4,2 %4{,}2\text{ \%} auf 3,2 %3{,}2\text{ \%} sank.

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Globale Vermögensverteilung

Ungleiche Verteilung, bei der das reichste 1 %1\text{ \%} der Weltbevölkerung 51 %51\text{ \%} des weltweiten Vermögens besitzt, die weiteren reichsten 9 %9\text{ \%} über 38 %38\text{ \%} verfügen und die übrigen 90 %90\text{ \%} lediglich 11 %11\text{ \%} halten.

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Vermögensverteilung in Deutschland

Verteilungsmuster, bei dem das reichste 1 %1\text{ \%} der Bevölkerung 32 %32\text{ \%} des Vermögens besitzt, die übrigen wohlhabenden 9 %9\text{ \%} über 33 %33\text{ \%} verfügen und die restlichen 90 %90\text{ \%} der Menschen 35 %35\text{ \%} halten.

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Schichtmodell der Gesellschaft (nach Mau & Verwiebe 2020)

Vertikale Gliederung der Gesellschaft in Statuszonen: Oberschicht (ca. 2 v. H.\text{ca. } 2\text{ v. H.}), obere Mitte (ca. 5 v. H.\text{ca. } 5\text{ v. H.}), mittlere Mitte (ca. 14 v. H.\text{ca. } 14\text{ v. H.}), untere Mitte/oberes Unten (zusammen ca. 58 v. H.\text{zusammen ca. } 58\text{ v. H.}), Unten (ca. 17 v. H.\text{ca. } 17\text{ v. H.}) und Sozial Verachtete (ca. 4 v. H.\text{ca. } 4\text{ v. H.}).

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Sinus-Milieus

Soziologisches Modell, das Menschen gleichzeitig nach ihrer sozialen Lage (Schichtebene) und ihrer normativen Grundorientierung (Tradition, Modernisierung/Individualisierung, Neuorientierung) gruppiert.

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Traditionelles Milieu

Teil der Sinus-Milieus (15 %15\text{ \%} der Bevölkerung), geprägt durch eine ordnungsliebende Kriegs- und Nachkriegsgeneration mit Verhaftung in der kleinbürgerlichen oder Arbeiterwelt.

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Sozialökologisches Milieu

Teil der Sinus-Milieus (7 %7\text{ \%} der Bevölkerung), charakterisiert durch idealistische, konsumkritische und globalisierungsskeptische Grundhaltungen sowie ein ausgeprägtes ökologisches und soziales Gewissen.

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Habitus (nach Bourdieu 2002)

System verinnerlichter Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsmuster einer Person, das durch Herkunft, Sozialisation und Lebenserfahrungen dauerhaft geprägt wird und unbewusst Handlungsweisen steuert.

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Kapital (nach Bourdieu 1987)

Eine der Objektivität der Dinge innewohnende gesellschaftliche Kraft, die festlegt, welche Handlungen, Aufstiege und Positionen für ein Individuum mehr oder weniger möglich sind.

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Ökonomisches Kapital

Materieller und finanzieller Besitz, der unmittelbar in Geld konvertierbar ist und sich unter anderem in Eigentum, Wertpapieren oder Immobilien manifestiert.

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Soziales Kapital

Ressourcen und Handlungsvorteile, die einem Individuum aus der Zugehörigkeit zu dauerhaften Beziehungsnetzwerken, Kontakten zu einflussreichen Personen oder Vorbildern erwachsen.

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Kulturelles Kapital

Gesamtheit aller Bildungs- und Wissensressourcen eines Menschen, die in inkorporierter, objektivierter oder institutionalisierter Form vorliegt.

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Inkorporiertes Kulturkapital

An den Körper und Geist gebundene Bildung, Denk- und Verhaltensmuster sowie sprachliche Ausdrucksweisen, die im Zuge langer Sozialisationsprozesse verinnerlicht werden.

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Objektiviertes Kulturkapital

Materiell greifbare Kulturgüter und Wissensgegenstände im Besitz einer Person, wie etwa Kunstwerke, Bücherregale oder Musikinstrumente (z. B. ein Klavier).

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Institutionalisiertes Kulturkapital

Offiziell durch staatliche oder gesellschaftliche Bildungseinrichtungen bescheinigte Titel, Zertifikate und akademische oder berufliche Bildungsabschlüsse.

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Symbolisches Kapital

Die gesellschaftliche Anerkennung, das Renommee und Prestige, das einer Person aufgrund der Legitimität und Sichtbarkeit ihrer anderen Kapitalsorten zugesprochen wird.

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Sozialer Raum (nach Bourdieu)

Mehrdimensionales Koordinatensystem, das Berufe und Lebensstile nach dem gesamten Kapitalvolumen (vertikale Achse) sowie der Kapitalstruktur (kulturelles versus ökonomisches Kapital auf der horizontalen Achse) anordnet.

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Bourdieus Grundmodell sozialer Reproduktion (Jaeger 2022)

Kausalmodell zur Weitergabe sozialer Ungleichheit: Das Kulturkapital der Eltern bestimmt das Kulturkapital des Kindes (a), welches über das Schul- und Bildungssystem den Bildungserfolg prägt (b) und letztlich zur künftigen sozioökonomischen Position führt (c).

<p>Kausalmodell zur Weitergabe sozialer Ungleichheit: Das Kulturkapital der Eltern bestimmt das Kulturkapital des Kindes (a), welches über das Schul- und Bildungssystem den Bildungserfolg prägt (b) und letztlich zur künftigen sozioökonomischen Position führt (c).</p>
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Reproduktion von Bildungsungleichheiten

Strukturelle Weitergabe von Nachteilen über Generationen, etwa durch Wortschatzunterschiede in Familien, Lehrerbewertungen anhand des Habitus, unterschiedliche Beratungsnetzwerke und das Gefühl des „Fehl-am-Platz-Seins“ an Universitäten.