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Vokabel-Lernkarten zur Einführung in die Aussagenlogik, Mengenlehre, Abbildungen, Zahlbereiche und elementare Zahlentheorie aus der Vorlesung Lineare Algebra I und II.
Mathematische Aussage
Eine sprachlich oder symbolisch formulierte Behauptung, der auf eindeutige und objektive Weise ein Wahrheitswert, nämlich wahr (w) oder falsch (f), zugeordnet werden kann.
Negation (¬A)
Logische Operation für eine Aussage A, die wahr ist, wenn A falsch ist, und falsch, wenn A wahr ist (gesprochen: "nicht A").
Disjunktion (A∨B)
Logische Verknüpfung zweier Aussagen A und B, die genau dann wahr ist, wenn mindestens eine der beiden Aussagen A oder B wahr ist, und falsch, wenn beide falsch sind (gesprochen: "A oder B").
Konjunktion (A∧B)
Logische Verknüpfung zweier Aussagen A und B, die genau dann wahr ist, wenn sowohl A als auch B wahr sind (gesprochen: "A und B").

Wahrheitstafel der Negation und doppelten Negation
Tabellarische Darstellung, die zeigt, dass ¬A den invertierten Wahrheitswert von A annimmt und dass die doppelte Negation ¬(¬A) logisch gleichwertig zu A ist.

Wahrheitstafel von Disjunktion und Konjunktion
Tabellarische Übersicht, die zeigt, dass A∨B nur bei zwei falschen Aussagen falsch ist, während A∧B nur bei zwei wahren Aussagen wahr ist.

De-Morgansche Gesetze (Wahrheitstafel)
Wahrheitstabelle, welche die Gleichwertigkeit von ¬(A∨B) mit (¬A)∧(¬B) sowie von ¬(A∧B) mit (¬A)∨(¬B) belegt.

Exklusives Oder ((A∨B)∧(¬(A∧B)))
Aussagenlogischer Ausdruck für das umgangssprachliche "entweder A oder B", der genau dann wahr ist, wenn eine und nur eine der beiden Aussagen wahr ist.
Implikation (A⇒B)
Aussage, die per Definition genau dann wahr ist, wenn B∨(¬A) wahr ist (gesprochen: "A impliziert B" oder "aus A folgt B"). Sie ist nur dann falsch, wenn A wahr und B falsch ist.
Kontraposition
Die zu einer Implikation A⇒B logisch äquivalente Aussage (¬B)⇒(¬A).

Wahrheitstafel von Implikation und Kontraposition
Tabellarischer Nachweis, dass die Implikation A⇒B und ihre Kontraposition (¬B)⇒(¬A) denselben Wahrheitswertverlauf haben und damit logisch äquivalent sind.
Logische Äquivalenz (A⇔B)
Aussagenlogische Verknüpfung definiert durch (A⇒B)∧(B⇒A), die genau dann wahr ist, wenn A und B denselben Wahrheitswert besitzen.
Menge
Ein abstraktes Objekt, das aus der Zusammenfassung einer Anzahl einzelner Objekte (den Elementen der Menge) hervorgeht.
Teilmenge (Y⊂X)
Beziehung zwischen Mengen, bei der jedes Element von Y auch in X enthalten ist, formal: (x∈Y)⇒(x∈X).
Leere Menge (∅)
Die eindeutige Menge, die kein einziges Element enthält. Für jede Menge X gilt ∅⊂X.
Russell-Paradoxon
Antinomie der naiven Mengenlehre: Bildet man aus der hypothetischen Menge aller Mengen die Teilmenge Y:={S∈X∣S∈/S}, folgt der logische Widerspruch (Y∈Y)⇔¬(Y∈Y).
Produktmenge (X×Y)
Die Menge aller geordneten Paare (x,y) mit x∈X und y∈Y, wobei ((x,y)=(x′,y′))⇔(x=x′∧y=y′).
Potenzmenge (P(X))
Die Menge aller Teilmengen einer gegebenen Menge X.
Schnittmenge (Durchschnitt)
Für eine Teilmengenfamilie Xi⊂Y die Menge ⋂i∈IXi:={x∈Y∣∀i∈I:x∈Xi}.
Disjunkte Mengen
Zwei Mengen X1,X2⊂Y, deren gemeinsame Schnittmenge leer ist, d. h. X1∩X2=∅.
Differenzmenge (X∖Y)
Die Menge aller Elemente aus X, die nicht zu Y gehören: X∖Y:={x∈X∣x∈/Y}.
Abbildung (Funktion)
Eine Beziehung f:X→Y, welche jedem Element x∈X des Definitionsbereichs eindeutig ein Element f(x)∈Y des Wertebereichs zuordnet.
Graph einer Abbildung
Die Teilmenge gra(f):={(x,f(x))∣x∈X}⊂X×Y.
Komposition (g∘f)
Die Hintereinanderausführung zweier Abbildungen f:X→Y und g:Y→Z, definiert durch (g∘f)(x):=g(f(x)).
Einschränkung (f∣Y)
Für Y⊂X und f:X→Z die Komposition f∘jYX:Y→Z, wobei jYX:Y→X die Inklusionsabbildung bezeichnet.
Bild einer Teilmenge (f(S))
Für f:X→Y und S⊂X die Menge f(S):={f(s)∣s∈S}⊂Y. Das Bild der gesamten Menge X wird mit im(f):=f(X) bezeichnet.
Urbild einer Teilmenge (f−1(T))
Für f:X→Y und T⊂Y die Teilmenge f−1(T):={x∈X∣f(x)∈T}⊂X.
Injektive Abbildung
Eine Abbildung f:X→Y, für die gilt: (f(x)=f(y))⇒x=y. Das bedeutet, dass jedes Element in Y höchstens ein Urbild hat.
Surjektive Abbildung
Eine Abbildung f:X→Y, bei der zu jedem y∈Y mindestens ein x∈X mit f(x)=y existiert, d. h. im(f)=Y.
Bijektive Abbildung
Eine Abbildung f:X→Y, die sowohl injektiv als auch surjektiv ist. Zu jedem y∈Y existiert genau ein x∈X mit f(x)=y.
Umkehrabbildung (f−1)
Die zu einer bijektiven Abbildung f:X→Y eindeutig bestimmte Abbildung g:Y→X, die f∘g=idY und g∘f=idX erfüllt.
Induktionsprinzip
Axiom/Beweisprinzip für N0: Ist S⊂N0 mit 0∈S und gilt (n∈S)⇒(n+1∈S), so gilt S=N0.
Gleichmächtigkeit
Zwei Mengen X und Y heißen gleichmächtig (∣X∣=∣Y∣), falls eine bijektive Abbildung f:X→Y existiert.
Endliche Menge
Eine Menge X, für die ein n∈N0 existiert, sodass X gleichmächtig zu der Menge {1,…,n} ist; man schreibt dann ∣X∣:=n.
Schubfachprinzip
Satz, nach dem für eine endliche Menge X und eine injektive Abbildung f:Y→X stets Y endlich mit ∣Y∣≤∣X∣ ist. Bei gleichmächtigen endlichen Mengen ∣X∣=∣Y∣ ist eine Abbildung genau dann injektiv, wenn sie surjektiv ist.
Abzählbare Menge
Eine Menge X, die dieselbe Mächtigkeit wie die Menge der natürlichen Zahlen besitzt (∣X∣=∣N∣).
Teilbarkeit (n∣m)
Für n,m∈Z gilt: n teilt m (n∣m), falls ein k∈Z existiert mit m=nk.
Primzahl
Eine natürliche Zahl p≥2, deren einzige positive Teiler 1 und p sind.
Division mit Rest
Satz, wonach es zu n∈N und m∈Z eindeutig bestimmte Zahlen a∈Z und 0≤r≤n−1 gibt mit m=an+r.
Lemma von Euklid
Charakterisierung von Primzahlen: Eine natürliche Zahl p≥2 ist genau dann prim, wenn für alle m,n∈Z gilt: Falls p∣(mn), so gilt p∣m oder p∣n.
Fundamentalsatz der Arithmetik
Jede natürliche Zahl n≥2 lässt sich als Produkt von Primzahlen darstellen, und diese Zerlegung ist bis auf die Reihenfolge der Faktoren eindeutig.