Vorlesung Lineare Algebra I und II – Grundlagen

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Vokabel-Lernkarten zur Einführung in die Aussagenlogik, Mengenlehre, Abbildungen, Zahlbereiche und elementare Zahlentheorie aus der Vorlesung Lineare Algebra I und II.

41 Terms

1
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Mathematische Aussage

Eine sprachlich oder symbolisch formulierte Behauptung, der auf eindeutige und objektive Weise ein Wahrheitswert, nämlich wahr (w) oder falsch (f), zugeordnet werden kann.

2
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Negation (¬A\neg A)

Logische Operation für eine Aussage AA, die wahr ist, wenn AA falsch ist, und falsch, wenn AA wahr ist (gesprochen: "nicht AA").

3
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Disjunktion (A∨BA \lor B)

Logische Verknüpfung zweier Aussagen AA und BB, die genau dann wahr ist, wenn mindestens eine der beiden Aussagen AA oder BB wahr ist, und falsch, wenn beide falsch sind (gesprochen: "AA oder BB").

4
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Konjunktion (A∧BA \land B)

Logische Verknüpfung zweier Aussagen AA und BB, die genau dann wahr ist, wenn sowohl AA als auch BB wahr sind (gesprochen: "AA und BB").

5
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<p>Wahrheitstafel der Negation und doppelten Negation</p>

Wahrheitstafel der Negation und doppelten Negation

Tabellarische Darstellung, die zeigt, dass ¬A\neg A den invertierten Wahrheitswert von AA annimmt und dass die doppelte Negation ¬(¬A)\neg(\neg A) logisch gleichwertig zu AA ist.

6
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<p>Wahrheitstafel von Disjunktion und Konjunktion</p>

Wahrheitstafel von Disjunktion und Konjunktion

Tabellarische Übersicht, die zeigt, dass A∨BA \lor B nur bei zwei falschen Aussagen falsch ist, während A∧BA \land B nur bei zwei wahren Aussagen wahr ist.

7
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<p>De-Morgansche Gesetze (Wahrheitstafel)</p>

De-Morgansche Gesetze (Wahrheitstafel)

Wahrheitstabelle, welche die Gleichwertigkeit von ¬(A∨B)\neg(A \lor B) mit (¬A)∧(¬B)(\neg A) \land (\neg B) sowie von ¬(A∧B)\neg(A \land B) mit (¬A)∨(¬B)(\neg A) \lor (\neg B) belegt.

8
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<p>Exklusives Oder ($$(A \lor B) \land (\neg(A \land B))$$)</p>

Exklusives Oder ((A∨B)∧(¬(A∧B))(A \lor B) \land (\neg(A \land B)))

Aussagenlogischer Ausdruck für das umgangssprachliche "entweder AA oder BB", der genau dann wahr ist, wenn eine und nur eine der beiden Aussagen wahr ist.

9
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Implikation (A⇒BA \Rightarrow B)

Aussage, die per Definition genau dann wahr ist, wenn B∨(¬A)B \lor (\neg A) wahr ist (gesprochen: "AA impliziert BB" oder "aus AA folgt BB"). Sie ist nur dann falsch, wenn AA wahr und BB falsch ist.

10
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Kontraposition

Die zu einer Implikation A⇒BA \Rightarrow B logisch äquivalente Aussage (¬B)⇒(¬A)(\neg B) \Rightarrow (\neg A).

11
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<p>Wahrheitstafel von Implikation und Kontraposition</p>

Wahrheitstafel von Implikation und Kontraposition

Tabellarischer Nachweis, dass die Implikation A⇒BA \Rightarrow B und ihre Kontraposition (¬B)⇒(¬A)(\neg B) \Rightarrow (\neg A) denselben Wahrheitswertverlauf haben und damit logisch äquivalent sind.

12
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Logische Äquivalenz (A⇔BA \Leftrightarrow B)

Aussagenlogische Verknüpfung definiert durch (A⇒B)∧(B⇒A)(A \Rightarrow B) \land (B \Rightarrow A), die genau dann wahr ist, wenn AA und BB denselben Wahrheitswert besitzen.

13
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Menge

Ein abstraktes Objekt, das aus der Zusammenfassung einer Anzahl einzelner Objekte (den Elementen der Menge) hervorgeht.

14
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Teilmenge (Y⊂XY \subset X)

Beziehung zwischen Mengen, bei der jedes Element von YY auch in XX enthalten ist, formal: (x∈Y)⇒(x∈X)(x \in Y) \Rightarrow (x \in X).

15
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Leere Menge (∅\emptyset)

Die eindeutige Menge, die kein einziges Element enthält. Für jede Menge XX gilt ∅⊂X\emptyset \subset X.

16
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Russell-Paradoxon

Antinomie der naiven Mengenlehre: Bildet man aus der hypothetischen Menge aller Mengen die Teilmenge Y:={S∈X∣S∉S}Y := \{S \in X \mid S \notin S\}, folgt der logische Widerspruch (Y∈Y)⇔¬(Y∈Y)(Y \in Y) \Leftrightarrow \neg(Y \in Y).

17
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Produktmenge (X×YX \times Y)

Die Menge aller geordneten Paare (x,y)(x, y) mit x∈Xx \in X und y∈Yy \in Y, wobei ((x,y)=(x′,y′))⇔(x=x′∧y=y′)((x, y) = (x', y')) \Leftrightarrow (x = x' \land y = y').

18
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Potenzmenge (P(X)P(X))

Die Menge aller Teilmengen einer gegebenen Menge XX.

19
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Schnittmenge (Durchschnitt)

Für eine Teilmengenfamilie Xi⊂YX_i \subset Y die Menge ⋂i∈IXi:={x∈Y∣∀i∈I:x∈Xi}\bigcap_{i \in I} X_i := \{x \in Y \mid \forall i \in I : x \in X_i\}.

20
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Disjunkte Mengen

Zwei Mengen X1,X2⊂YX_1, X_2 \subset Y, deren gemeinsame Schnittmenge leer ist, d. h. X1∩X2=∅X_1 \cap X_2 = \emptyset.

21
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Differenzmenge (X∖YX \setminus Y)

Die Menge aller Elemente aus XX, die nicht zu YY gehören: X∖Y:={x∈X∣x∉Y}X \setminus Y := \{x \in X \mid x \notin Y\}.

22
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Abbildung (Funktion)

Eine Beziehung f:X→Yf: X \rightarrow Y, welche jedem Element x∈Xx \in X des Definitionsbereichs eindeutig ein Element f(x)∈Yf(x) \in Y des Wertebereichs zuordnet.

23
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Graph einer Abbildung

Die Teilmenge gra(f):={(x,f(x))∣x∈X}⊂X×Y\text{gra}(f) := \{(x, f(x)) \mid x \in X\} \subset X \times Y.

24
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Komposition (g∘fg \circ f)

Die Hintereinanderausführung zweier Abbildungen f:X→Yf: X \rightarrow Y und g:Y→Zg: Y \rightarrow Z, definiert durch (g∘f)(x):=g(f(x))(g \circ f)(x) := g(f(x)).

25
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Einschränkung (f∣Yf|_Y)

Für Y⊂XY \subset X und f:X→Zf: X \rightarrow Z die Komposition f∘jYX:Y→Zf \circ j_Y^X: Y \rightarrow Z, wobei jYX:Y→Xj_Y^X: Y \rightarrow X die Inklusionsabbildung bezeichnet.

26
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Bild einer Teilmenge (f(S)f(S))

Für f:X→Yf: X \rightarrow Y und S⊂XS \subset X die Menge f(S):={f(s)∣s∈S}⊂Yf(S) := \{f(s) \mid s \in S\} \subset Y. Das Bild der gesamten Menge XX wird mit im(f):=f(X)\text{im}(f) := f(X) bezeichnet.

27
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Urbild einer Teilmenge (f−1(T)f^{-1}(T))

Für f:X→Yf: X \rightarrow Y und T⊂YT \subset Y die Teilmenge f−1(T):={x∈X∣f(x)∈T}⊂Xf^{-1}(T) := \{x \in X \mid f(x) \in T\} \subset X.

28
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Injektive Abbildung

Eine Abbildung f:X→Yf: X \rightarrow Y, für die gilt: (f(x)=f(y))⇒x=y(f(x) = f(y)) \Rightarrow x = y. Das bedeutet, dass jedes Element in YY höchstens ein Urbild hat.

29
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Surjektive Abbildung

Eine Abbildung f:X→Yf: X \rightarrow Y, bei der zu jedem y∈Yy \in Y mindestens ein x∈Xx \in X mit f(x)=yf(x) = y existiert, d. h. im(f)=Y\text{im}(f) = Y.

30
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Bijektive Abbildung

Eine Abbildung f:X→Yf: X \rightarrow Y, die sowohl injektiv als auch surjektiv ist. Zu jedem y∈Yy \in Y existiert genau ein x∈Xx \in X mit f(x)=yf(x) = y.

31
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Umkehrabbildung (f−1f^{-1})

Die zu einer bijektiven Abbildung f:X→Yf: X \rightarrow Y eindeutig bestimmte Abbildung g:Y→Xg: Y \rightarrow X, die f∘g=idYf \circ g = \text{id}_Y und g∘f=idXg \circ f = \text{id}_X erfüllt.

32
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Induktionsprinzip

Axiom/Beweisprinzip für N0\mathbb{N}_0: Ist S⊂N0S \subset \mathbb{N}_0 mit 0∈S0 \in S und gilt (n∈S)⇒(n+1∈S)(n \in S) \Rightarrow (n + 1 \in S), so gilt S=N0S = \mathbb{N}_0.

33
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Gleichmächtigkeit

Zwei Mengen XX und YY heißen gleichmächtig (∣X∣=∣Y∣|X| = |Y|), falls eine bijektive Abbildung f:X→Yf: X \rightarrow Y existiert.

34
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Endliche Menge

Eine Menge XX, für die ein n∈N0n \in \mathbb{N}_0 existiert, sodass XX gleichmächtig zu der Menge {1,…,n}\{1, \dots, n\} ist; man schreibt dann ∣X∣:=n|X| := n.

35
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Schubfachprinzip

Satz, nach dem für eine endliche Menge XX und eine injektive Abbildung f:Y→Xf: Y \rightarrow X stets YY endlich mit ∣Y∣≤∣X∣|Y| \le |X| ist. Bei gleichmächtigen endlichen Mengen ∣X∣=∣Y∣|X| = |Y| ist eine Abbildung genau dann injektiv, wenn sie surjektiv ist.

36
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Abzählbare Menge

Eine Menge XX, die dieselbe Mächtigkeit wie die Menge der natürlichen Zahlen besitzt (∣X∣=∣N∣|X| = |\mathbb{N}|).

37
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Teilbarkeit (n∣mn \mid m)

Für n,m∈Zn, m \in \mathbb{Z} gilt: nn teilt mm (n∣mn \mid m), falls ein k∈Zk \in \mathbb{Z} existiert mit m=nkm = nk.

38
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Primzahl

Eine natürliche Zahl p≥2p \ge 2, deren einzige positive Teiler 11 und pp sind.

39
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Division mit Rest

Satz, wonach es zu n∈Nn \in \mathbb{N} und m∈Zm \in \mathbb{Z} eindeutig bestimmte Zahlen a∈Za \in \mathbb{Z} und 0≤r≤n−10 \le r \le n - 1 gibt mit m=an+rm = an + r.

40
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Lemma von Euklid

Charakterisierung von Primzahlen: Eine natürliche Zahl p≥2p \ge 2 ist genau dann prim, wenn für alle m,n∈Zm, n \in \mathbb{Z} gilt: Falls p∣(mn)p \mid (mn), so gilt p∣mp \mid m oder p∣np \mid n.

41
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Fundamentalsatz der Arithmetik

Jede natürliche Zahl n≥2n \ge 2 lässt sich als Produkt von Primzahlen darstellen, und diese Zerlegung ist bis auf die Reihenfolge der Faktoren eindeutig.